Frage von MaZeXYX, 39

Was ist die Aussageabsicht von Shakespeares "Macbeth"?

steht oben. :)

Antwort
von mokka1963, 25

Shakespeares Geschichte lässt mehrere, voneinander verschiedene Interpretationen zu: Von der Parabel über die Machtgier der Menschen über die Frage nach Vorherbestimmung des Schicksals bis hin zu Sünde und Schuld als ewiges Menschheitsthema. Ein zentrales Thema des Dramas ist das Divine Right, das göttliche Recht, eine Idee, in der der König als gerechter Herrscher von Gottes Gnaden im Mittelpunkt des Staates steht. Jakob I. beschrieb diese Vorstellung in seinem Werk Basilikon Doron. Macbeth verstößt durch seine gewaltsame Machtergreifung gegen diese Ordnung, was nicht nur Chaos und Schreckensherrschaft in Schottland, sondern schließlich auch Macbeths gewaltsamen Tod zur Folge hat.
Laut Caroline Spurgeon veranschaulicht und kritisiert Shakespeare diese Verletzung der natürlichen Ordnung, indem er Macbeth seiner Heldenhaftigkeit beraubt und mit Hilfe geeigneter Metaphern nicht nur als äußerst blutrünstig darstellt, sondern teilweise auch bewusst lächerlich macht. So erscheint Macbeths Kleidung wiederholt entweder zu groß oder zu klein für ihren Träger, ähnlich wie sein Ehrgeiz zu groß und sein Charakter zu klein für seine neue unrechtmäßige Rolle als König ist. Schon zu Anfang des Stückes beginnt das Spiel mit diesem Motiv: Als Macbeth sich „wie in geliehenen Kleidern“ („dressed in borrowed clothes“) fühlt, nachdem sein neuer, ihm von den Hexen prophezeiter Titel als Thane von Cawdor von Rosse bestätigt wird (I, 3, Z. 108-109), kommentiert Banquo das mit den Worten: „Die neue Würde engt ihn, / Wie fremd Gewand sich auch nur durch Gewohnheit / Dem Körper fügt“ („New honours come upon him, / Like our garments, cleave not to their mould, / But with the aid of use“, I, 3, Z. 145-146).
Gegen Ende der Tragödie, als sich der Tyrann den Wald von Birnam vom Leibe halten will, bezeichnet ihn Caithness als einen Mann, der vergeblich versucht, ein zu großes Gewand mit einem zu kleinen Gürtel zusammenzuhalten: „er kann / Den wild empörten Zustand nicht mehr schnallen / In den Gurt der Ordnung“ („he cannot buckle his distemper’d cause / Within the belt of rule“, V, 2, Z. 14-15). Und Angus fasst in einem weiteren Nimismus zusammen, was alle denken, seit Macbeth die Macht an sich gerissen hat: „Jetzt fühlt er, jene Würde, / Zu weit und lose, wie des Riesen Rock / Hängt um den dieb’schen Zwerg“ („Now does he feel his Title / Hange loose about him, like a giant’s robe / Upon a dwarfish thief“, V, 2, Z. 18-20).[6]
Nachdem Malcolm den Thron als rechtmäßiger König bestiegen hat, gilt die göttliche Ordnung als wiederhergestellt. Es ist jedoch fraglich, ob sie von Dauer sein wird: nicht nur die Thanes, die zuvor auch Macbeth die Treue geschworen hatten, stellen eine mögliche Bedrohung für den jungen König dar, sondern auch sein Bruder Donalbain, der sich immer noch im Exil befindet.

Quelle: wikipedia

Kommentar von earnest ,

Das empfinde ich als einen schrecklich verkopften Text, der vielleicht für einen Experten hilfreich sein könnte.

Antwort
von AstridDerPu, 3

Hallo,

in der aktuellen Ausgabe der World And Press heißt es in einem 10-second summary zu Macbeth:

Top quote: Life, Macbeth decides "is a tale/ Told by an idiot, full of sound and fury/ Signifying nothing",

Second-string Scottish nobleman nabs the crown, egged on by his unscrupulous wife, spurred by three local wellwishers. But reaching the top is one thing, staying there is another.

Vielleicht hilft das ja bei der Suche nach Shakespeares Aussageabsicht.

AstridDerPu

Antwort
von Schuhu, 19

Shakespeare war ein Theatermann, kein Oberlehrer. Ich glaube, er hat diese alte Geschichte aufgegriffen, um sein Publikum mit Hexen, Ehrgeiz, Machtstreben und Reue zu unterhalten.

Antwort
von FelixFoxx, 25

http://www.sparknotes.com/shakespeare/macbeth/canalysis.html

Antwort
von andreasolar, 12

Steht hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Macbeth_(Shakespeare)#Entstehung

Antwort
von Dovahkiin11, 24

Macht kann zu Gier führen und Gier zu Fehlentscheidungen.

Antwort
von earnest, 3

Das wissen wir nicht. Shakespeare hat sich dazu nicht geäußert, und fragen können wir ihn auch nicht mehr.

Wie wäre es mit: Als Schauspieler und Theatermann wollte Shakepeare seinem Publikum ein spannendes Werk liefern?

Hat ja geklappt, nicht wahr?

Gruß, earnest

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