Frage von idontkn0ww, 86

Was ist der Zusammenhang zwischen Religion und Moral?

?

Antwort
von berkersheim, 38

Der Zusammenhang zwischen Religion und Moral ist DER MENSCH. Der Mensch ist ein "weltinterpretierendes Wesen" (Hans Lenk). Religion ist eine spezielle Form der Weltinterpretation. Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen. Als gesellschaftliches Wesen ergibt sich eine ständiges miteinander Umgehen in abgegrenzten Gruppen. Das braucht Regeln, um Konflikte zu vermeiden. Gemeinschaften schaffen sich solche Regel formeller und informeller Art (Gesetze, Moral), wobei Gesetze nur in klare Vorschriften gefasste Teile einer allgemeinen Moral sind. Bei der Übereinkunft zu solchen Regeln spielt natürlich die in der Gruppe dominante Weltinterpretation/Religion eine leitende Rolle. Es gab und gibt immer noch keine allgemeine, allen gemeinsame Moral. Das ist eine idealistische Überhöhung. Religionen wie Gesetze hatten früher staats- bzw. völkerspezifische Geltung. Der Versuch von Hans Küng, sich mit den Großreligionen auf eine minimale humane Basis zu einigen, ist bis heute gescheitert. Letztlich hält jeder an seinem eigenen Gott, an seiner eigenen Wahrheit und seiner eigenen Moral fest.

Antwort
von Zoroastres, 24

Religion sagt es gibt eine universelle Moral (also zumindest die hetigen großen Religionen sagen das) und sie wissen wie die geht. Deswegen müssen dann alle so handeln.

Dabei ist es nur eine Fehlinterpretation der natürlich entstandenen und von vielen Menschen geteilten moralischen Gefühle.

Diese Menschen sind unwillig sich zwecks Erkenntnis von ihren Gefühlen zu lösen und klassifizieren ihre Gefühle als universell gültig, da sie sich nicht vortellen können, das etwas, was so stark mit unserer Weltsicht und unserem Innersten Verständnis von allem Sein gekoppelt ist, auf evolutionärem Weg entstanden sein könnte

Antwort
von Giustolisi, 7

Religionen zeichnen sich häufig durch veraltete Moralvorstellungen aus. Kein Wunder, immerhin basieren die meisten von ihnen auf überholten Vorstellungen und alten Mythen.
Die Gesellschaft hat schon immer bestimmt, was moralisch vertretbar oder verwerflich ist. Die Religionen vertreten einfach die Moralvorstellungen ihrer Kultur und Entstehungszeit, wie man an den heiligen Schriften sehen kann.
Die Moralvorstellungen sind aber nicht starr.
Die Machthaber haben die Moralvorstellungen einer Religion auch schon immer an ihre Bedürfnisse anzupassen gewusst.
Ein vergleichsweise neuer Trend ist, dass die Gläubigen ihre eigenen Moralvorstellungen auf ihre Religion übertragen. Da werden Rosinen gepickt, da wird uminterpretiert, da wird ignoriert oder einfach frei erfunden.
So hängt manche Religion dem Rest der Gesellschaft nur noch ein wenig hinterher.

Antwort
von Willibergi, 42

Die Religion gibt eine gewisse Moral vor (siehe Zehn Gebote). Die Menschen folgen dieser Moral, weil sie der Meinung sind, dass dies richtig ist.

LG Willibergi

Antwort
von Jogi57L, 25

Das ist eine gute und interessante Frage.. DH...

lange war ich der Ansicht, dass nur gewisse Religionen "moralische" Maßstäbe vorgegeben hätten.....

Seitdem ich mich aus "Gründen" eingehender damit befasse... habe ich erkannt, dass menschliche Gemeinschaften auch ohne jeglichen äußeren Religionseinfluss... gewisse moralische Vorgaben entwickelt haben....

nehmen wir als Beispiel:

Indianer, Eslimos, Aborigines, südamerikansiche und afrikanische Stämme....

OHNE dass dort eine der bekannten ( z.B. monotheistischen) Religionen irgendeinen Einfluss hatten.... entwickelten die Stämme selbst.... für sich selbst--- moralische und ethische Regeln....

Dort war klar definiert... "wer mit wem darf"... dass Mord- und Totschlag nicht erlaubt ist... ebenso wenig "Wegnahme" von Eigentum , auch dass Natur( Pflanzen und Tiere) einen besonderen Schutz genießen(sollen)....

ok, sicher haben sich da manche dann noch eine Gottheit dazu gebastelt... sei es der dickste Baum gewesen... oder...ein rätselhafter Stein... Sonne, Mond, Sterne... oder auch nur ein riesiges Tier.....

Kommentar von Viktor1 ,


dass nur gewisse Religionen "moralische" 
Maßstäbe vorgegeben hätten.....

 Nun - Paulus wußte das schon besser. Röm.2,12-16
http://www.bibleserver.com/text/EU/R%C3%B6mer2
Es wurde auch denen das "Heil" zugestanden, wenn sie sich an die von ihnen erkannten Moralvorstellungen (Gesetz des Herzens) halten auch wenn sie "Vorgaben" nicht kannten, nicht "glaubten".
Genau genommen ist dies nichts anderes als die Botschaft Jesu des "Neuen Bundes" (s.dazu Jerm.31,31-34 oder Hebr.8,1-13) mit dem einen Gebot des Gewissens (Liebesgebot), für den Jesus sein Leben gab.(Luk.22,20)
Das seltsame ist - das ist den Menschen nicht genug.
Die wollen Vorschriften und Gesetze, wollen "Versklavung".
Kein Wunder, daß die Religionen sie damit "bedient" haben, auch das Christentum. Da fragt man sich - ist Jesus dafür umsonst gestorben ?



Antwort
von kubamax, 32

Die Religion vereinamt den Anspruch alleiniger Ursprung der Moral zu sein. Anstelle der Religion ist die Ethik getreten.

Kommentar von berkersheim ,

Ethik war bereits ein Teil der antiken Philosophie, da gab es z.B. eine christliche oder islamische Religion noch gar nicht.

Kommentar von kubamax ,

Ja. Dann gab es das "finstere" Mittelalter und dann die Renaissance, in der man die Antike wieder aufleben hat lassen. Eigentlich gab es eine kurze Zeit in Andalusien um 1000 rum, in der die Antike von Juden, Moslems und Christen gemeinsam philosophisch betrachtet wurde.

Antwort
von fricktorel, 9

Da gibt es nicht viel "Zusammenhang".

Die "Religionen" sind vom "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) entworfen, der nicht viel von "Gottes Liebe" hält und mehr dem eigenen Luxus frönt (Offb.17,1-5).

Die "Moral" sollte das Gewissen formen (1.Joh.4,8), die nach Gottes "10 Geboten" genormt ist (2.Mose 20, Mt.5).

Antwort
von Mignon5, 33

Religion ist der Ursprung der Moral. Siehe die 10 Gebote im Christentum. Daraus leiten sich übrigens auch alle unsere Gesetze ab.

Kommentar von berkersheim ,

Inzwischen sind ältere Gesetzestafeln bekannt, von denen auch die 10 Gebote nur eine Fortführung sind.

Kommentar von Mignon5 ,

Danke für den Hinweis. Das wußte ich nicht.

Kommentar von berkersheim ,

Falls Interesse besteht, siehe

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_historischer_Rechtsquellen

da beginnen die ältesten (gefundenen) Gesetztestexte 2370 in Sumer, von wo angeblich Abraham ausgezogen ist und es noch kein Judentum gab. Die 10 Gebote düften - je nach Interpretation, wann der Exodus der Juden aus Ägypten stattfand - um die Zeit 1200 v.Chr. anzusiedeln sei. Doch die Juden sind aus einem funktionierenden Staat ausgezogen, d.h. in Ägypten gab es zu dieser Zeit sicher längst eine Gesetzgebung.

Kommentar von Mignon5 ,

Danke für den Link. Man lernt nie aus. :-)

Kommentar von ThomasJNewton ,

Wenn du es nicht weißt, dann ...

Kommentar von Hamburger02 ,

Das ist völliger Blödsinn. Die 10 Gebote widersprechen dermaßen den anerkannten Menschenrechten, dass sie nur noch ordentlich zurecht gebogen den Anschein von Moral erwecken.

Nur 2 Beispiele:

5. Gebot: "Du sollst nicht morden."

Im AT wird in den Büchern Mose dann noch genauer erläutert, was morden bedeutet, bzw. was nicht unter morden fällt. In diesen Erläuterungen steht, dass sich morden ausschließlich auf diejenigen bezieht, die sich dem JHWH-Kult des Mose anschließen. Feinde und Ungläubige innerhalb der eigenen Reihen dürfen getätet werden, ohne dass dies morden ist. Erst Luther hat bei seiner Bibelübersetzung aus "morden" "töten" gemacht.

10. Gebot: "Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder  seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört."

Zum einen wird hier das Halten von Sklaven als Besitz genehmigt und zum anderen wird die Frau als Eigentum des Mannes definiert. Beides verträgt sich nicht mit den Menschenrechten.

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