Was ist der Vorzug und Wesen und Verpflichtung eines Versicherungs-Maklers?

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4 Antworten

Lies einfach mal Abschnitt 7 (§ 84 ff.) "Handelsvertreter (= gebundener Vermittler, also Ausschliesslichkeitsvertreter oder Mehrfachagent)

und Abschnitt 8 (§ 93 ff.) "Handelsmakler (= Versicherungsmakler) des Handeslgesetzbuches (HGB).

Vergleiche mal HGB § 84 (1) mit HGB § 93 (1), dann wird die völlig unterschiedliche Rechtsstellung sofort deutlich.

Und vieles mehr in den jeweils folgenden Absätzen und Paragraphen.

Logischerweise gibt es schlechte Versicherungsmakler genauso wie schlechte Versicherungsvertreter.

Aber, alle anderen persönlichen  Punkte mal weggelassen oder gleichgestellt, hat nun einmal der Maklerstatus grundsätzlich Vorteile für den Kunden.

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Kommentar von Apolon
06.11.2016, 11:59

Aber, alle anderen persönlichen  Punkte mal weggelassen oder gleichgestellt, hat nun einmal der Maklerstatus grundsätzlich Vorteile für den Kunden.

Oft auch Nachteile - aber darüber muss sich jeder Kunde selbst sein Urteil bilden.

Wie ich bereits mitteilte, es kommt immer auf den Vermittler an, ob er fachkundig ist und das Wohl seines Kunden im Blickfeld hat.

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@inmarei,

deine Frage kann man nicht pauschal beantworten, denn es kommt wie immer auf den jeweiligen Versicherungsmakler an.

Nehmen wir z.B. mal die Internet-Seite  Check24.

Auch dahinter steckt ein Versicherungsmakler, der jedoch seine Kunden immer an das Versicherungsunternehmen oder an die in der Nähe wohnenden Versicherungsagenturen verweist.

http://www.check24.de/unternehmen/impressum/#comp1

In meiner Agentur tauchen stets Kunden auf, die über diese Internet-Seite Kfz-Verträge abgeschlossen haben und bei Vertragsänderungen keinerlei Unterstützungen von Seiten des Versicherungsmaklers erhalten.

Außerdem gibt es viele Versicherungsmakler, denen die entsprechenden Fachkenntnisse fehlen und die oft über andere Versicherungsmakler ihre Produkte anbieten.

Versicherungsmakler haben auch nicht die Möglichkeit für alle Versicherungsunternehmen die es in Deutschland gibt Verträge abzuschließen, sondern nur für eine begrenzte Anzahl.

Also hat jeder Kunde auch hier das Problem den richtigen Makler zu finden, der die entsprechende Fachkenntnisse hat und dem man auch Vertrauen kann.  Denn auch hier kommt es oft zu Falschberatungen - nur merkt dies meist der Kunde nicht.

Ein Beispiel dazu: Einem Kunden bei dem ich vor 2005 eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen habe mit einer Garantieverzinsung von 4 % und die noch steuerfrei ist, wurde von einem Makler als völliger Blödsinn eingestuft.

Der Kunde sollte einen neue Rentenversicherung abschließen mit einer Garantieverzinsung von 1,25 % die außerdem bei Auszahlung steuerpflichtig ist.

Bedeutet, wenn du dir einen Versicherungsmakler aussuchst, prüfe ihn ob er die erforderlichen Fachkenntnisse hat und er dich nicht nur melken möchte.  Es gibt natürlich auch gute Versicherungsmakler - nur man muss sie suchen.

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Kommentar von DolphinPB
06.11.2016, 10:56

Sehr schön und, wie gewohnt einseitg, aus Sicht ein gebundenen Verteteres gesagt und überhaupt nicht auf die grundsätzlichen Unterschiede eingegangen die nun mal (ob Sie das nun mögen oder nicht) so sind wie sie sind und sich, ohne irgendwelche ersönlichen Faktoen mit einzubeziehen, zu Gunsten des Maklers darstellen.

Natürlich gibt es jede Menge schlechter und unkundiger Makler, genau so wie es min. diesselbe Menge an ebensolchen gebundenen  Vertretern gibt. Ihr Beispiel erlebe ich zigfach andersherum, also wo ist der Punkt.

"Außerdem gibt es viele Versicherungsmakler, denen die entsprechenden Fachkenntnisse fehlen und die oft über andere Versicherungsmakler ihre Produkte anbieten."

Das erste trifft genauso auf Vertreter zu, das zweite ist schlicht falsch.

"Versicherungsmakler haben auch nicht die Möglichkeit für alle
Versicherungsunternehmen die es in Deutschland gibt Verträge
abzuschließen, sondern nur für eine begrenzte Anzahl."

Stimmt, aber für ca. 95 bis 99 %, und das ist deutlich mehr als nur für einen einzigen Versicherer !

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Kommentar von casybeny
07.11.2016, 04:06

Der große Unterschied ist wohl , ob ein Backoffice besteht oder nicht . Jeder der behauptet sich überall auszukennen lügt . Wir haben für jede Sparte einen Fachberater im Backoffice. Ich selbst habe mich auf Rente und Pflege spezialisiert .Nach einer persönlichen Analyse ist so gewahrt das der Kunde die beste Beratung bekommt .

Und wie viele Gesellschaften gibt es hier in Deutschland ?

Es sind z.Z. ca 1500 .Gut wenn man nach % rechnet arbeiten wir mit etwas über 10 % zusammen . Höhrt sich nicht viel an , aber nach zahlen sind es über 150 .

LG

casybeny

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Hallo

Ein Versicherungs Makler oder auch Kaufmann für Versicherungen und Finanzen haben den Vorteil , das sie aus einen großen “Topf“ von Versicherungen das beste für den Kunden auswählen und vermitteln können. Während ein Versicherungsvertreter ( wie der Name schon selbst sagt ) nur seine eigene Produkte vermitteln kann.

Dadurch ergibt sich meist ein großer finnanzieller und /oder Leistungs Vorteil für den Kunden.

Die Betreuungspflicht des Versicherungsmaklers ist gesetzlich nicht
geregelt. §§ 60, 61 VVG enthalten lediglich Pflichten des
Versicherungsmaklers bei der Vermittlung von Versicherungsverträgen.
Dennoch existiert eine Betreuungspflicht des Versicherungsmaklers auch
während der Laufzeit der vermittelten Verträge. Schlussendlich folgt
dies aus der Ausgestaltung des Maklervertrages als
Dauerschuldverhältnis, welches eben nicht bereits mit Abschluss der
empfohlenen Versicherung endet, sondern gerade auf eine längere Zeit
ausgerichtet ist.


Auch das Vergütungsmodell des Versicherungsmaklers spricht für das
Bestehen einer laufenden Betreuungspflicht. Der Makler erhält nämlich
neben einer Abschlusscourtage auch eine laufende Courtage, welche
oftmals sogar auch als „Betreuungscourtage“ von den Parteien deklariert
wird. Für diese Courtage schuldet der Makler eben aber auch eine
Gegenleistung: die Betreuung des Versicherungsnehmers.

Ungeklärt ist bislang, welchen Inhalt eine solche
Betreuungsverpflichtung hat. Sicherlich dürfte man nicht vom
Versicherungsmakler verlangen können, eine ungefragte aktive
Beratungsleistung zu erbringen.

Der Versicherungsnehmer, der den Vertrag über einen
Versicherungsmakler abschließt, ist nämlich nicht minder schutzwürdig
als der Versicherungsnehmer, der seinen Vertrag über den Versicherer
direkt oder einen Versicherungsvertreter abschließt.


Ist für den Versicherungsmakler also erkennbar, dass der
Versicherungsnehmer seiner Beratung bedarf, so wird er diese aktiv
anbieten müssen. Es kann nicht erwartet werden, dass der
Versicherungsnehmer als Laie seinen Beratungsbedarf erkennt und von sichaus den Versicherungsmakler zu konkreten Anpassungen oder Erweiterungendes Versicherungsschutzes auffordert. Für ihn ist gerade nicht erkennbar, wie sich bei ihm veränderte Umstände auf seinen
Versicherungsschutz auswirken und welche Lösungsmöglichkeiten auf Seitender Versicherungen bestehen.


Schlussendlich muss ein Anlass für eine Beratung auch nicht immer
notwendigerweise der Sphäre des Versicherungsnehmers entspringen, wie
beispielsweise bei einer Änderung oder Erweiterung des ver­sicherten
Risikos, sondern kann grundsätzlich auch aus der Sphäre des
Versicherungsmaklers resultieren (zum Beispiel Produktverbesserungen).
Wie jedoch vom Versicherungsmakler nicht erwartet werden kann, sich
fortlaufend beim Kunden nach etwaigen Änderungen aus dessen Sphäre zu
erkundigen, so kann es auch nicht Aufgabe des Versicherungsnehmers sein,sich fortlaufend beim Versicherungsmakler nach Änderungen aus seiner Sphäre zu erkundigen. Jede Partei ist also dafür verantwortlich,
Änderungen aus der eigenen Sphäre mitzuteilen.

Der Versicherungsmakler hat als „treuhänderähnlicher Sachwalter“ des
Versicherungsnehmers gegenüber diesem auch eine besondere
Schutzfunktion. Nach einem gewissen zeitlichen Ablauf dürfte es
überwiegend wahrscheinlich sein, dass sich die Umstände des Kunden und
dessen Absicherungsbedarf geändert haben. Die Praxis vieler
Versicherungsmakler, Versicherungsbestände über längere Zeit unbetreut
zu lassen, ist daher sehr kritisch zu sehen. Der Versicherungsmakler
wird daher wohl gut beraten sein, dem Versicherungsnehmer in
regelmäßigen Abständen die Überprüfung seiner Verträge anzubieten. Die
Durchführung eines Jahresgespräches oder die Erkundigung in noch
kürzeren Zeitintervallen ist jedoch nicht zwingend erforderlich.


Um das etwas zusammen zu fassen kann man sagen , das der Kunde bei einem guten Makler immer auf dem laufenden bleibt und dann entscheiden kann , ob etwas angepasst werden soll oder nicht .


LG

casybeny


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Kommentar von DolphinPB
06.11.2016, 10:48

"Versicherungs Makler oder auch Kaufmann für Versicherungen und Finanzen"

Das eine ist ein Vermittler-Status und das Andere ein Ausbildungsberuf. Beide haben nichts miteinander zu tun und bedingen sich auch nicht in irgedneiner Richtung.

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Es gibt Vertreter und Makler im Versicherungsgeschäft.

Wenn wir das einmal mit dem Kleidung kaufen vergleichen:

Vertreter: der Verkäufer in einem Geschäft mit einer Marke (z.B. einem Hugo Boss Laden)
Makler: der Verkäufer in einem Warenhaus mit mehren Marken

Beide erhalten Ihr Gehalt nicht von dir, sondern von dem Laden für den Sie verkaufen.

Alternativ kann man natürlich auch selbst einen Freund oder Personal Shopper engagieren.

Zurück zum Versicherungsbereich: Hier bietet beispielsweise die Verbraucherzentrale unabhängige Beratung an (die aber dafür etwas Kostet)

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Kommentar von DolphinPB
06.11.2016, 18:21

Nein !!

Die VBZs können das, was Versicherungsvertreter oder -makler leisten, nicht leisten. Da gibt es generelle Beratung (mehr oder weniger gut) ohne Haftung seitens der VBZs. Das hat nicht im Ansatz irgendwas mit der detaillierten Beratung (bis hin zu den genauen Produktunterschieden) von Versicherungsfachleuten zu tun.

Wenn schon Honorar, dann Versicherungsberater.

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Kommentar von Apolon
07.11.2016, 14:25

@berlinmitte,

unsere Tätigkeit kann man nicht mit Kleidung vergleichen.

Denn wir sind keine Angestellte, sondern selbständig und außerdem haften wir für eine Falschberatung - unter Umständen sogar mit unserem Privatvermögen.

Ein Verkäufer für Kleidung ist ein Angestellter und er haftet nicht mit seinem Privatvermögen für eine Falschberatung.

Zu dem Thema Beratung von Versicherungsprodukten der Verbraucherzentrale, würde mich mal interessieren, wer für den Schaden bei einer Falschberatung aufkommt.

Die Verbraucherzentrale selbst, oder der jeweilige Mitarbeiter.

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