Was ist der Unterschied zwischen Mord und Totschlag. Am Ende verliert doch leider sein leben.?

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5 Antworten

Mord ist im § 211 StGB normiert. Der "Erfolg" (so sagen Juristen) ist, dass ein Mensch getötet wurde. Dies ist zwar beim Totschlag ebenfalls so, jedoch müssen bei Mord noch weitere Tatbestandsmerkmale erfüllt sein.

Zum einen können beim Täter besonders niedrige Beweggründe für seine Tat vorliegen. Beispielsweise erschießt der wütende Ehemann den Lover seiner Frau aus Rache. Hier ist die Rachelust ein niedriger Beweggrund und klassifiziert den Mord. Ob der Getötete dann die Tat hat kommen sehen (weil der Ehemann halt vor ihm gestanden hat) oder ob der Ehemann die Tat dann aus dem Hinterhalt begeht, ist egal.

Auch wer besonders grausam einen Menschen tötet (z. B. vorherige Folter) ist ein Mörder, wer eine andere Straftat verdecken möchte (bspw. Vergewaltiger) wird wg. Mordes verurteilt werden oder der Enkel, der unbedingt viel Geld möchte und seinen reichen Opa tötet (egal wie), ist Mörder.

Es muss nur ein einziges Mordmerkmal vorliegen, es können aber auch mehrere vorliegen. Zum gierigen Enkel: Er tötet aus Habgier und, wenn er es noch mit Gift im Kaffee des Opas macht, ist auch die Heimtücke erfüllt (das Opfer ist arg- und wehrlos).

Ich gebe dir mal beim Vergewaltigungsbeispiel zu bedenken, dass auch viele Vergewaltigungsopfer "spontan" (oder auch im "Affekt") umgebracht werden, weil der Täter Entdeckung und anschließende Strafverfolgung fürchtet (z. B. wenn das Opfer ihn aus irgendwelchen Gründen kennt oder beschreiben könnte).

Der Totschlag hingegen hat kein Mordmerkmal, die im § 211 StGB ausdrücklich stehen. Dies kann z. B. dann der Fall sein, wenn die Ehefrau grundlos den Mann umbringt, dieser den Angriff kommen sah und die Möglichkeit hatte ihn abzuwehren (das ist aber ein sehr stark vereinfachtes Beispiel).

Es gibt noch den minderschweren Fall des Totschlags. Hier kann man wirklich von einer Affekttat sprechen.

Man kann grob sagen, dass beim Mord sehr stark auf die innere Einstellung des Täters geschaut wird. Es wird sich gefragt: Welchen Beweggrund hatte der Täter für seine Tat? Erfüllt der Beweggrund des Täters ein Mordmerkmal? Wie hat er die Tat begangen und füllt die Art und Weise ein Mordmerkmal aus?

Diese Fragen stellt man sich nicht so sehr, wenn man den Totschlag als in Frage kommende Straftat betrachtet, man muss sie sich aber stellen um herauszufinden: Mord oder Totschlag?

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furbo und Dommie1306 ist hier Recht zu geben. Die restlichen Antworten sind leider ziemlich großer Schwachsinn. Wenn ihr es nicht wisst, schreibt bitte nichts, was nicht stimmt. Juristisches Halbwissen ist schlimmer als nichtwissen!

Der Totschlag nach §212 StGB ist IMMER vorsätzlich. Wenn der Vorsatz fehlt, greift der §222 der fahrlässigen Tötung.

Mord ist die (nach herrschender Meinung) Qualifikation des Totschlags durch ein besonders verwerfliches Merkmal. Der Unwertsgehalt ist beim Mord höher, als beim Totschlag. Die genauen Merkmale sind im §211 geregelt. Mord und Totschlag kann man auch durch ein Unterlassen begehen!

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Mord ist Totschlag, der unter bestimmten Bedingungen verübt wird:

"Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, 

heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder 

um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet".(§ 211 Abs. 2 StGB). 

Mindestens eins der TB-Merkmale muss erfüllt sein, dann wird aus Totschlag Mord. 

Btw: die hier von vielen vertretende Auffassung, dass Totschlag im Affekt geschieht, Mord aber Vorsatz ist, ist falsch. 

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Kommentar von Kazule
08.10.2016, 21:03

Wenn man Absichtlich einen Mord geplant hat , muss es auch einen Motiv haben , und nicht aus "Lust"

Wenn er aus "Mordlust" hättet dann wäre er wahrscheinlich ein Serienkiller , also würdet er ein 1/2 Menschen töten

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Hallo,

wie so oft erleichtert ein Blick ins Gesetz die Antwort:)

§ 211 StGB
Mord

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer

aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,

heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder

um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

einen Menschen tötet.

§ 212 StGB
Totschlag

(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

Heißt, es ist Mord, wenn du eben aus den oben genannten Punkten "Sexualtrieb", "Mordlust" (also die Lust am Töten), aus Habgier oder "niederen Beweggründen" (z.B. Eifersucht), jemanden heimtückisch bzw. grausam oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken tötest.

Tötest du aus einem anderen Grund, ist es Totschlag.

Tötest du ohne Absicht, liegt der

§ 222 StGB
Fahrlässige Tötung

Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

vor.

Furbo hat es also eh schon richtig beantwortet, Kazule hat ... falsch geraten;)

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Z. B. Ein Einbrecher erschießt den Hausbesitzer, da er von diesem gestört wurde ist Todschlag. Einbrecher bricht ein um gezielt Hausbesitzer zu töten ist Mord

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Kommentar von furbo
08.10.2016, 20:54

Nein. Beides wäre Mord.

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