Nicht in der Theorie, sondern im alltäglichen Unterricht. Welche Schulabschlüsse sind erreichbar?
Waldorf- Schulen gehen auf Rudolf Steiner, Anthroposoph, zurück und sind staatlich anerkannte Privatschulen. Sie haben eigene Unterrichtsinhalte, z. B. Eurhythmie, neben den herkömmlichen Unterrichtsinhalten. Montessori-Schulen gehen auf Maria Montessori zurück und versuchen, das pädagogische Konzept dieser italienischen Erziehungswissenschaftlerin umzusetzen; sie sind meines Wissens "Regelschulen", heben sich aber in der baulichen Anlage und der Ausstattung der Schule vom herkömmlichen Schulbau ab, auch spezifische Unterrichtsinhalte sind möglich. Es gibt- nebenbei gesagt - auch Montessori-Kindergärten. Die Vermittlung der Bildungsabschlüsse hängt von der Schulform ab: Eine Montessori-Grundschule endet mit der vierten Klasse, eine Montessori-Hauptschule mit der 10, eine Montessori-Gesamtschule mit dem Abitur. Waldorf-Schulen als weiterführende Schulen (ab Klasse 5) vermitteln alle Bildungsabschlüsse bis hin zum Abitur, die Abschlüsse sind staatlich anerkannt, genauso wie die einer Montessori-Gesamtschule, die ebenfalls alle Abschlüsse vermittelt.
Ergänzend zu oldpaed Antwort möchte ich noch erwähnen, das in den Waldorfschulen Epochenunterricht stattfindet. Das heißt, das die Kinder eine Epoche lang (3 -4 Wochen) intensiv ein Fach im Hauptunterricht haben. Zudem gibt es ab der 1. Klasse Fremdsprachenunterricht( in 2 verschiedenen Sprachen), und die Waldorfschulen unterrichten auch mehr künstlerische und musische Fächer. So ist es üblich, das alle Kinder in der ersten Klasse Flöte spielen lernen.

beides gibt es als grundschule sowie bis gymnasiumabschluss. die idee dieser lehrmethode ist sehr gut. leider - nach meiner erfahrung - landen in diesem alternativschulbereich sehr oft kinder, die aus verschiedensten gründen in anderen schulen nicht klargekommen sind, also quasi außenseiter (psychisch, geistig, körperlich beeinträchtigt). dadurch entwickelt sich eine gewisse ghetto-situation.
Unsere Tochter geht seit dem 1. Schuljahr auf die Waldorfschule, und ich finde nicht das dort Kinder landen, die woanders nicht klar kommen. Im Gegenteil, für ihre Klasse waren über 100 Anmeldungen vorhanden. Das ist leider ein Vorurteil von vielen. Für die neue erste Klasse hat die Schule weit über 70 Anmeldungen. Vielmehr ist es so, das viele Eltern ein Ersatz zur Staatsschule suchen.
sonne55 am 22. Juni 2007 13:39 @elkera: ich habe kein vorurteil, mein sohn hat soeben 5 jahre in einer montessorischule verbracht (beginnend mit vorschule).

Also ich finde es mittlerweile sowieso schon unverschämt montessori schulen mit waldorf schulen zu vergleichen. Das ist ungefähr so wie der Vergleich eines Gymnasiums mit einer Sonderschule (so hart das auch klingt). Ich weiß ja nicht was hier für Vorstellungen herrschen, aber das Montessorigymnasium ist mittlerweile wirklich streng und durchaus mit dem DKG zu vergleichen. Im Gegensatz zur Montessori Grundschule, wo es tatsächlich Parallelen zur Waldorfschule gibt, ist das Gymnasium absolut nicht für hyperaktive oder ähnliche Kinder geeignet. Durch den Irrglauben dieses Gymnasium sei gut für lernbehinderte oder hyperaktive Kinder, gibt es mittlerweile soviele dieser Schüler, dass Unterstützung aus der Oberstufe (Oh jaaa, man kann nämlich auch ein staatlich anerkanntes Abitur machen - außerdem ist dies eine der zwei Schulen in Deutschland mit bilingualem Abitur in Italienisch) nötig ist um die Kinder, die hier nun einmal vollkommen fehl am Platz sind, unter Kontrolle zu halten, denn Respekt fehlt den meisten.
Ich selbst bin auf dem Monte-Gymnasium seit vielen Jahren und bin weder verhaltensauffällig noch hatte ich jemals schlechte Noten.
Das Klischee Montessori=Waldorf Schule sorgt bei uns Schülern für blankes Entsetzen!
LG