Frage von Rosy1974, 62

Was ist der Unterschied zwischen einer Schlafstörung und einer Depression?

Im Schlaflabor stellte man eine massive Schlafstörung fest. Man gab mir ein Anti-Depressiva mit dem Hinweis, dass es nur so niedrig dosiert wird, dass es nur als Schlafmittel hilft. Mit dieser Dosis könne man keine Depression behandeln. Ich hätte ja nur eine Schlafstörung.

Ich frage mich, wo der Unterschied zwischen Depression und Schlafstörung ist.

Depression bedeutet, dass die Signale im Gehirn nicht mehr richtig übertragen werden, weil die Botenstoffe durcheinander sind. Schlafstörung ist ein Symptom von vielen.

Im Internet hab ich gelesen, dass eine Schlafstörung zu einer Depression führen kann. Der Arzt meinte, ich hätte keine Depression, sondern nur eine Schlafstörung. Wo ist der Unterschied? Ich nehme stark an, dass auch mein Gehirn derzeit Probleme hat, den "Schlafbefehl" auszulösen.

Antwort
von einfachichseinn, 8

Ganz simpel gesagt eine Schlafstörung ist ein Problem mit dem Schlafen.

Eine Depression ist ein Problem mit ganz vielen Symptomen.

Das ist in etwa vergleichbar mit Atemnot. Es kann sein, dass du lediglich unter Atemnot leidest, weil du Asthma hast.

Du kannst aber auch eine Lungenentzündung haben und deswegen Atemnot haben allerdings treten dann auch noch andere Symptome neben der Atemnot auf.

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 8

Damit es zu einer Diagnose "Depression" kommt müssen objektive Kriterien erfüllt werden. Diese sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 festgehalten. Vorhanden sein müssen min. 2 Haupt- und 2 Nebensymptome und dies in klinisch relevanter (ausreichender) Stärke.

Hauptsymptome einer Depression sind:
- Stimmungseinengung bis hin zum Gefühl der Gefühllosigkeit
- Freudlosigkeit und/oder Interessensverlust
- Antiebslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome einer Depression sind:
- Schlafstörungen
- verminderte Konzentrationsfähigkeit
- Hoffnungslosigkeit (negative Zukunftsperspektive)
- veränderter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung
- Suizidgedanken oder Handlungen
- Schuldgefühle und/oder Gedankenkreisen
- Verlust des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls

Schlafstörungen sind also "nur" eines von vielen Symptomen einer Depression. Schlafstörungen können bedeuten, dass man Schwierigkeiten hat einzuschlafen oder durchzuschlafen, dies muss jedoch nicht zwingend im Zuge einer Depression sein. Wie erwähnt gehören zu einer Depression zahlreiche der oben aufgeführten Symptome.

Gegen Schlafstörungen können diverse Medikamente aus verschiedenen Wirkungsgruppen verschrieben werden. Eine davon sind sedierende (also schlaffördernde) Antidepressiva. Diese werden gerne verordnet, da sie im Gegensatz zu Benzodiazepinen und Z-Drugs (also den klassischen Schlafmitteln) nicht abhängig machen.

Antwort
von Lolitaahs, 15

Schlafstörung ist zwar ein Symptom einer Depression, bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass du eine hast. Bei einer Schlafstörung hast du halt Schlafprobleme, bei einer Depression hast du durchgehend "negative" Gedanken, kaum Kraft, Konzentrationprobleme, jenachdem auch Suizidgedanken....

allgemein:

Schlafstörung-Probleme bein Schlafen

Depression- Durchgehende Traurigkeit

Antwort
von kkatzenfreund, 12

Du kannst durch eine Depression, Schlafstörungen bekommen bzw. Die Schlafstörung kann durch eine Depression entstehen und auch andersrum
Durch zu wenig Schlaf bzw. eine Schlafstörung kann eine Depression entstehen

Bei Schlafstörungen hast du eben Probleme beim bzw mit dem schlafen
Du schläfst garnicht
Oder nur wenig
Oder nur sehr *schwach*
Halbschlaf oder sowas
Kannst nicht schlafen und bist trotzdem müde oder so

Depressionen sind eine psychische Erkrankung welche in viele verschiedene Bereiche etc. untergeordnet werden kann
Eine Depression kann eine dauerhafte Angst, Lustlosigkeit, antriebslosigkeit etc. sein
Wegen Depressionen sterben sehr viele Menschen

Aber es kann wie gesagt sein das du Probleme hast Ruhe zu finden
Und deswegen bekommst du vielleicht leichtes antidepressiva
Das ist nicht schlimm keine Angst

An sich kann beides auf einander aufbauen
Aber es ist keinesfalls das gleiche

Antwort
von TheTrueSherlock, 27

Depression ist noch nicht viel mehr..

Bei Depressionen können Schlafstörungen auch auftreten, ja. Trotzdem hast du noch unmengen anderer Hauptsymptome wie Traurigkeit, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, eventuelle negative Einstellung zu sich selbst, etc.

Kommentar von Rosy1974 ,

Ne, hab ich eigentlich nicht. Ich kann nur in der Nacht nicht mehr richtig schlafen und fühle mich tagsüber sehr müde.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Das du tagsüber müde bist, ist eine total verständliche Folge auf dein Problem. Wie gesagt, Depression ist noch mal ein komplett anderes Thema. Du kannst ja mal die Symptome einer Depression googeln.

Ich würde mich mal schlau machen, was du sonst so bei Schlafstörungen machen kannst. Nur Medikamente nehmen, finde ich etwas naja.. Man sollte den Grund für die Schlafstörung rausfinden - hast du momentan Stress? Falls ja, dann behebe erst mal das. Wahrscheinlich lösen sich die Schlafprobleme von alleine.

Hast du noch andere Symptome außer die Schlafstörung?

Kommentar von Rosy1974 ,

Also, ich habe seit 1995 eine Reizblase. D. h. ich muss nachts mehrfach auf die Toilette. Anfangs dachte ich, ich habe eine Blasenentzündung. Ich bin unzählige Male zum Arzt und der hat immer gesagt, ich hätte keine Entzündung. Da hab ich mir gedacht, wenn ich keine Entzündung hab, dann ist es nicht schlimm, dann gehst du halt aufs Klo. Ich hatte ja keine Ahnung, was das mit mir anstellt. Die Ärztin im Schlaflabor hat sich die Hände über den Kopf zusammen geschlagen, als ich ihr das erzählt habe.

Vermutlich ist die Reizblase der Auslöser, dann sind auch noch berufliche Probleme hinzugekommen.... Im Schlaflabor sagte man, es wäre ein ganzer Rattenschwanz an Auslösern.

 

Derzeit bin ich krankgeschrieben. Ich versuche, täglich spazieren zu gehen und zu Hause Sport zu treiben, damit ich müde werde.

Am meisten macht mir die Reizblase zu schaffen. Denn spätestens beim 2. Mal kann ich oft für Stunden nicht mehr einschlafen. Hätte ich gewusst, was mich das an Leistungsfähigkeit kostet, hätte ich mich schon viel früher drum gekümmert. Ich hab das auf die leichte Schulter genommen und den ernst der Lage verkannt. Am Donnerstag hab ich einen Termin beim Urologen und mir wird ganz schlecht vor Angst wegen der Untersuchung. Die wollen mir einen Katheder reinschieben.

Durch diesen Schlafentzug ist natürlich auch Gedächtnis und Konzentration betroffen.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Hm, okay.. Gehe mal nochmal zu deinem Hausarzt, schilder ihm die ganzen Symptome und schau, was man da machen kann.

Bei einer Reizblase kenne ich mich nicht aus. Was für berufliche Probleme hast du noch? Auch vom Stress kann man Schlafstörungen kriegen und das schlägt natürlich sehr gut auf die Psyche. Es kann schon ein psychisches Problem dahinter stecken, allerdings halte ich eine Depression für sehr unwahrscheinlich, da du die ganzen Hauptsymptome nicht hast.

Alles Gute :)
Und es ist nie zu spät! Gut, dass du dich nun darum kümmerst :)

Kommentar von Rosy1974 ,

Konzentrationsstörungen, weil ich nachts so schlecht schlafe. Die sind für die beruflichen Probleme verantwortlich, auch wenn ich der  Meinung bin, dass es an der letzten Arbeitsstelle nicht nur an mir gelegen hat, weil alle meine Vorgängerinnen die gleiche Erfahrung in dieser Firma machten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Kommentar von Rosy1974 ,

Auch ja: Hashimoto (Schilddrüsenunterfunktion) hab ich außerdem. Hab mich schon gewundert, weil ich so dick geworden bin. Richtig eingestellt bin ich auch nicht. Das kann auch dazu beitragen, dass ich mich einerseits sehr müde fühle, andererseits aber u.a. deswegen nicht einschlafen kann.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Okay, ja das wird sicherlich besser, wenn du versuchst weniger Stress zu haben, dich mehr entspannst (Autogenes Training, ASMR-Videos auf Youtube, Meditation, oder einfach nur lesen und spazieren gehen ^^) und das mit Hashimoto in den Griff kriegst :)

Antwort
von Qochata, 22

Depression ist schon eine schwerwiegende psych. Erkrankung, während es sich bei einer Schlafstörung um eine relativ leichte, eher nervlich bedingte Erkrankung handelt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten