Was ist der Unterschied zwischen einer Ordentlichen- und einer Außerordentlichenkündigung?

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5 Antworten

Die ordentliche muss sich an gesetzliche (oder vertragliche / tarifliche) Kündigungsfristen halten und bedarf zwingend der Schriftform.

Die außerordentliche ist idR. fristlos und kann zunächst mündlich ausgesprochen werden (die schriftliche muss aber nachgereicht werden).

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Kommentar von Familiengerd
07.10.2016, 10:41

 und kann zunächst mündlich ausgesprochen werden

Dieses Vorgehen ist genau so unerheblich und wirkungslos wie die "Vorabaussprache" einer ordentlichen Kündigung.

Hier ist ja nicht der besondere und seltene Fall gemeint, in dem ausnahmsweise eine mündliche Kündigung die gleiche Rechtswirkung erzielen kann wie eine schriftliche Kündigung.

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Bei einer ordentlichen Kündigung muss der Arbeitgeber die arbeitsvertragliche, tarifvertragliche oder gesetzliche Kündigungsfrist einhalten.

Er kann also bei einer vereinbarten Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende nicht am 1. eines Monats zum 31. desselben Monats kündigen.

Eine außerordentliche Kündigung bedarf keiner Frist. Hier wird das Arbeitsverhältnis sofort beendet. Wenn die außerordentliche (fristlose) Kündigung ausgesprochen wird ist Schluß.

Für eine außerordentliche Kündigung muss es aber wichtige Gründe geben die dem AG eine weitere Zusammenarbeit unzumutbar machen.

Anders ist es nur im Ausbildungsverhältnis. Hier sagt der Gesetzgeber im § 22 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz, dass während der Probezeit das Ausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden kann. Das gilt für beide Seiten. 

Eine Kündigung, egal ob fristlos oder fristgerecht (ordentlich oder außerordentlich) muss aber immer schriftlich erfolgen.

Mündliche Kündigungen sowie die elektronische Form (Fax, SMS, E-Mail.....) sind wirkungslos.

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Kommentar von Mojoi
07.10.2016, 10:59

"Er kann also bei einer vereinbarten Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende nicht am 1. eines Monats zum 31. desselben Monats kündigen."

Ungünstiges Beispiel. Kann er nämlich schon, ist immernoch fristgerecht.

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Ordentlich = fristgerecht

außerordentlich = fristlos

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Kommentar von Familiengerd
07.10.2016, 10:38

Um genau zu sein:

Eine außerordentliche Kündigung ist nicht zwingend "fristlos", sie kann auch mit einer Frist ausgesprochen werden, die unterhalb derjenigen einer ordentlichen Kündigung liegt.

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Die ordentliche ist vertragsgemäß, die außerordentliche ist es nicht und bedarf besonderer Gründe.

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Kommentar von dergruenebaum
07.10.2016, 00:52

Was heißt denn vertragsgemäß

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Ordentlich = ein gewisser Zeitrahmen, eine gewisse Frist (bei mir z.B. 3 Monate).
Ausserordentlich = du hast sowas von Mist gebaut, dein Arbeitgeber will dich am nächsten Tag nicht mehr sehen bzw. hat das Recht dazu.

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