Frage von riiiiiiike, 26

Was ist der Unterschied zwischen einem naturalistischen und einem moralistischen Fehlschluss?

Antwort
von EUWdoingmybest, 12
Hier ist die Originalantwort:
https://www.gutefrage.net/frage/was-ist-ein-beispiel-fuer-einen-moralistischen-f...

Ein naturalistischer Fehlschluss, wie er von G.E. Moore definiert wurde, am Beispiel der Verwendung von dem Wort "gut".

Wenn man das Gutsein eines Dinges mit irgendwelchen empirischen (oder
auch metaphysischen) Eigenschaften des betreffenden Dinges
identifiziert.


"Der Kreis ist gut, weil er rund ist." ; "Der Tisch ist gut, weil er aus Holz ist."


Das wären naturalistische Fehlschlüsse.


Moralistische Fehlschlüsse:


"Man soll nicht stehlen." Das soll, weil es moralisch falsch ist, auch auf empirischer Basis falsch sein.


Oder "Du sollst nicht töten." Weil man das als moralisch gegeben
animmt, wenn nicht sogar als Tatsache, behaupt man dann auch, es
entspreche den Gesetzen der Natur, bzw. es sein empirisch beweisbar.
(Das mag bei diesem Beispiel eventuell beweisbar sein, aber sicher bin
ich mir da nicht.) Doch es ist ein Fehlschluss, wenn es das eben nicht
ist.


Wie bei Wikipedia schon steht: Man schliest von dem "Soll" auf den
"Ist" Zustand. Bei dem naturalistischen Fehlschluss ist es genau anders
rum. Du schließt von "Ist" auf "Sein/Soll" Zustand.


"Du sollst nicht töten.
-> Kein Mensch ist ein Mörder. (Aus sollen wird demnach sein, also das Gegenteil vom naturalistischen Fehlschluss)"


Dies hier von dir trifft da nicht ganz zu. Nur weil man sagt, man
solle nicht töten, wird nicht jeder Mensch kein Mörder. Es geht nur um
die Tatsache, ob es ein empirische Tatsache ist, oder nicht. Nicht, dass
die Moral nie empirisch sein kann, aber bei den Fehlschlüssen, ist sie
es eben nicht.


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