Frage von Breel, 125

Was ist der Unterschied zwischen einem Defibrilator und einem Herzschrittmacher?

Antwort
von garfield262, 81

Moin,

ein Herzschrittmacher kann ein Defibrillator sein, muss er allerdings nicht. Es gibt auch Defibrillatoren, die keine Herzschrittmacher sind.

Defibrillatoren sind Geräte, die mittels elektrischen Strömen bestimmte Rhythmusstörungen beheben sollen. Mit der Bezeichnung "Defibrillator" ist i.d.R. nur der externe Defibrillator gemeint. Klassischerweise wird nur Kammerflimmern und eine pulslose ventrikuläre Tachykardie elektrisch defibrilliert. Es gibt noch weitere Rhythmusstörungen, denen mit elektrischem Strom als Rhythmuskontrolle beigekommen wird, in dem Fall spricht man allerdings nicht von Defibrillation, sondern von Kardioversion. Es gibt im Übrigen nicht nur die elektrische, sondern auch die medikamentöse Defibrillation, bspw. mit Medikamenten wie Amiodaron. Diese Info allerdings nur am Rande; bezogen auf deine Frage kommt hier nur die elektrische Defibrillation in Frage. 

Ein Herzschrittmacher ist ein externes oder internes (implantiertes) Gerät, welches den Herzrhythmus überwachen und ggf. in diesen eingreifen soll. Wird von einem Herzschrittmacher gesprochen, ist meist die implantierte Variante gemeint. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, welches mittels verschiedener Elektroden unterschiedliche Bereiche des Herzens überwacht und ggf. stimuliert. Gängige Modi eines Herzschrittmachers sind VVI (ausschließlich die Herzkammern werden überwacht und stimuliert, der Schrittmacher ist im Inhibitionsmodus) und DDD (sowohl Vorhöfe als auch Kammern werden überwacht und stimuliert, der Modus ist sowohl auf Inhibition als auch auf Trigger eingestellt). Häufige Indikationen für die Implantation eines Schrittmachers sind kreislaufinstabile Herzrhythmen bei Vorhofflimmern (zu schnell oder zu langsam) sowie höhergradige AV-Blöcke. Wie bereits angedeutet gibt es auch externe Herzschrittmacher (sogenannte transkutane Schrittmacher), welche in Notfallsituationen verwendet werden. Ihre Funktionsweise gleicht einem "normalen" Defibrillator, auch wenn die Position der auf die Haut aufgeklebten Elektroden abweicht.

Es gibt allerdings noch weitere Herzschrittmacher. Einer von ihnen ist z.B. der sogenannte ICD (implanted cardioverter/defibrillator). Hierbei handelt es sich um einen Defibrillator wie er oben bereits erwähnt wurde, welcher wie ein Herzschrittmacher implantiert wird. Indikationen einen solchen ICD zu implantieren sind z.B. gehäufte massive Rhythmusstörungen (meist ventrikuläre Tachykardien, bestehende Extrasystolen mit R-auf-T-Phänomen, insbesondere mit einschlägigen Rhythmusstörungen in der Anamnese etc.). Meist enthalten Schrittmacher ebenfalls einen sogenannten "Event Recorder", welcher wie ein Langzeit-EKG einen bestimmten Zeitraum aufzeichnet und bei Bedarf, z.B. nach Rhythmusstörungen etc. ausgelesen werden kann.

Zudem gibt es noch das sogenannte CRT-System. CRT (cardiac resynchronization therapy) ist ein Verfahren, bei dem eine sogenannte kardiale Asynchronie behoben werden soll. Besteht bspw. ein sogenannter Linksschenkelblock, d.h. dass die Ausbreitung der elektrischen Erregung des Herzens über die linke Leitungsbahn verzögert ist, kommt es dazu, dass das rechte Herz zeitlich vor dem linken Herz kontrahiert. Dies kann u.a. zur Verdickung der Herzwände führen und so einen plötzlichen Herztod begünstigen. Um das Herz wieder zu Synchronisieren, sprich rechte und linke Hälfte wieder gleichzeitig schlagen zu lassen, wird eine CRT angewandt.

Häufig handelt es sich bei ICD's und CRT's um Kombinationsgeräte, welche mehrere Funktionen in einem haben (CRT+Defibrillator, Herzschrittmacher+ICD und so weiter).

Dies ist jetzt eine Einführung in die elektrische Rhythmustherapie. Die Thematik ist, wie du dir sicher vorstellen kannst, noch deutlich komplizierter, allerdings denke ich, dass dieser Einblick fürs erste genügt.

Konnte ich deine Frage soweit beantworten oder ist noch etwas offen? In dem Fall frag gern nochmal nach.

Lieben Gruß ;)

Antwort
von Rollerfreake, 68

Mit dem Defibrillator wird mittels einem kontrollierten Stromschlag Herzkammerflimmern durchbrochen, so dass das Herz anschließend wieder in seinen normalen Rytmus zurückfinden kann. 

Ein Herzschrittmacher sendet kontrollierte elektrische Impulse, die das Zusamnenziehen des Herzmuskels bewirken. Normalerweise macht das bei gesunden Menschen der Synusknoten. 

Antwort
von exxonvaldez, 69

Es gibt auch externe Herzschrittmacher (Pacing) und interne Defibrillatoren!

Alleine der "Standort" sagt noch nicht zwangsläufig etwas über die Funktion aus!

Es ist aber so, dass Herschrittmacher das Herz "im Takt" halten bzw. diesen vorgeben und Defibrillatoren Kammerflimmern beseitigen.

Antwort
von Alex1992112, 56

Der Herzschrittmacher kontrolliert den Herzschlag und sorgt dafür, dass es nicht ausser Kontrolle gerät. Der Defibrillator jedoch, (der auch im Körper drin sein kann) löst Stromstösse aus wenn z.B Kammerflimmern beim Patienten auftritt und rettet so sein Leben.

Antwort
von Tomson49, 55

Herzschrittmacher ist im Körper. Mit dem Defi wird man reanimiert. Beides sendet Impulse/Stromstöße an das Herz, falls es aussetzt.

Antwort
von BernhardBerlin, 46

Ein Defibrillator wird von außen angesetzt und angewandt, wenn ein Herzstillstand oder Herzkammerflimmern eingetreten ist. Die Impulsstärke eine Defi. ist wesentlich höher als beim implantierten Schrittmacher

Kommentar von Alex1992112 ,

Was soll ein Defi bringen wenn das Herz nicht schlägt....

Kommentar von Rollerfreake ,

Pulslose Asystolie (im EKG wäre eine null Lienie erkennbar) ist nicht defibrillierbar, ausschließlich Kammerflimmern kann mir einem Defibtillator durchbrochen werden. 

Antwort
von mirkit, 58

Ein Herzschrittmacher ist fest im Körper verbaut und sendet impulse an das Herz damit es nicht aus dem Rhythmus kommt.

Antwort
von erewt, 50

Ein Herzschrittmacher ist dauerhaft in deinem Körper eingesetzt und ein defibrillator wird verwendet um jemanden wieder zu beleben

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