Frage von hannest4, 97

was ist der unterschied zwischen Eigentum und Besitz, für eine Ausarbeitung für die uni?

Genau dies sollten Sie dokumentieren. In seinem ersten Teil bringt das BGB sogenannte 'Legaldefinitionen' für die relevanten Begriffe und Sachverhalten. Was findet sich hier zu 'Besitz' und 'Eigentum' an Begriffserklärungen? Hinweis: Die Rechtstheoretiker beklagen, dass im BGB eine Legaldefinition des Eigentumsbegriffs fehlt! Und Prof. Niemitz konstatierte, dass die Definition von 'Besitz' auch noch falsch ist, weil ein Dieb nach dieser Definition 'Besitzer' des Diebesguts ist. Schließlich verwies Herr Vogt auf die naturale Definition von Besitz im BGB, die in unsere modernen Welt mit virtuellen Objekten - wie z. B. Strom - nicht mehr greift. (Daher gibt es einen separaten Paragraphen, der auch Stromdiebstahl unter Strafe stellt.)

Schauen Sie also nach den Definitionen von 'Besitz' und 'Eigentum' und bringen Sie die Zitate. Nehmen Sie die Besitzdefinition her und ihre Anwendung beim Diebstahl und zitieren Sie einige Paragraphen dazu. Zeigen Sie an zwei Beispielen, dass mit dem Eigentumsbegriff operiert wird, ohne eine Begriffserklärung dafür eingeführt zu haben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 59

Erstsemester BGB 1?

Der Begriff des Eigentums erklärt sich aus den §§ 903 ff BGB.

Da der Eigentümer mit einer Sache nach belieben verfahren kann (§ 903 BGB), soweit nicht Rechte Dritter oder das Gesetz dagegen stehen, erklärt sich daraus, dass das Eigentum als rechtliche Verfügungsgewalt über eine Sache zu definieren ist.

Gem. §§ 854 ff BGB, erlagt man den Besitz über eine Sache durch die Verschaffung der tatsächlichen Verfügungsgewalt.

Daraus folgert, das der Besitz die tatsächliche Verfügungsgewalt ist.

Übrigens ist Prof. Niemitz (er sollte sich lieber um den Flugzeugträger gleichen Namens versetzen lassen) auch auf dem Holzweg. Ein Dieb ist tatsächlich der Besitzer der gestolenen Sache. Er hat sich diesen Besitz nur rechtswidrig angeeignet.

Das kann man nämlich sogar an Beispielen erläutern. Wenn ein Dieb eine silberne Teekanne klaut, ist er Besitzer, (tatsächliche Verfügungsgewalt) aber natürlich kein Eigentümer. Verkauft er an einen Hehler, wird der Besitzer, aber natürlich kein Eigentümer. Findet der Eigentümer der Teekanne diese auf dem Flohmarkt auf dem Stand des Hehlers, so darf er die nicht einfach nehmen (trotz Eigentum) sondern muss die Polizei informieren, die dann die Teekanne beschlagnahmt und ihm dann nach Klärung aushändigt.

Kommentar von furbo ,

Findet der Eigentümer der Teekanne diese auf dem Flohmarkt auf dem Stand des Hehlers, so darf er die nicht einfach nehmen (trotz Eigentum) sondern muss die Polizei informieren, die dann die Teekanne beschlagnahmt und ihm dann nach Klärung aushändigt.

§ 229 BGB?

Kommentar von wfwbinder ,

Auf frischer Tat. Also wenn der Eigentümer der Teekanne bei der Polizei anruft und der Flohmarkthändler es mitbekommt und zu fliehen versucht, dann kann er ihn festhalten. 

Antwort
von ducksheep, 39

Etwas einfacher formuliert, als im BGB:

Besitz befindet sich in deinem tatsächlichen Machtbereich (im folgenden Bsp. in deiner Hand).

Eigentum befindet sich rechtlich in deinem Machtbereich (im folgenden Bsp. in deiner Hand).

BSP.: Du nimmst deinem Nachbarn den Autoschlüssel weg. Das dazugehörige Auto gehört ebenfalls deinem Nachbarn. Er hat es rechtmäßig erworben, verichert, zahlt Steuern und sein Name taucht in allen Verträgen als Eigentümer auf. Der Schlüssel ist also Eigentum deines Nachbarn. Da du ihn allerdings in deiner Hand hält, befindet er sich in deinem Besitz. Passiert dies mit Absprache und unter Einwilligung deines Nachbarn, ist es ein rechtmäßiger Besitz. Bei einem Diebstahl des Schlüssels handelt es sich um einen unrechtmäßigen Besitz.

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