Frage von ElianaS04, 61

Was ist der Unterschied zwischen diesen verschiedenen sozialen Studiengängen?

Hallo, für mich klingt das alles sehr gleich, und ich hoffe, dass ihr mir erklären könntet, wo genau der Unterschied zwischen folgenden STudiengängen gibt (sofern es einen gibt):

  • Soziale Arbeit
  • Sozialpädagogik
  • Pädagogik
  • Erziehungswissenschaften

außerdem: sind Elementarpädagogik und Kindheitspädagogik das Gleiche?

Ich würde gerne wissen, wo sowohl inhaltlich der Unterschied liegt, als auch die Berufsmöglichkeiten nach dem Studium.

Welche sind am besten geeignet, wenn man im Jugendamt arbeiten will oder in einem Kinder-/Jugendheim (oder Kita)?

LG

Expertenantwort
von Ansegisel, Community-Experte für Studium, 35

Heute stehen hinter diesen vier Begriffen eigentlich nur zwei Studienfächer. Das eine ist der Fachbereich "Soziale Arbeit" , zu dem auch Spzialpädagogik gehört.

Der andere Bereich aus Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaften unterscheidet sich nur in der Namensgebung an manchen Unis, die Studieninhalte sind aber die gleichen.

Der größte Unterschied zwischen sozialer Arbeit und Pädagogik ist zum einen die Angebotsform, denn Pädagogik ist meist ein Universitätsstudium, Soziale Arbeit ein Fachhochschulstudium - das Studium der Sozialan Arbeit ist dadurch meist etwas stärker praktisch ausgerichtet, die Pädagogik eher wissenschaftlich.

Inhaltlich geht es bei der Sozialen Arbeit - vereinfacht gesagt - darum, wissenschaftliche Strategien zu erlernen, zu entwickeln und anzuwenden, die soziale Probleme mildern oder beheben.

Bei der Pädagogik geht es um Bildung und Erziehung (meist von Kindern und Jugendlichen) ganz allgemein. Fragen die sich um dieses Studium drehen sind etwa: Wie lernt der Mensch in verschiedenen Phasen seines Lebens und welche Lernstrategien gibt es angepasst daran? Wie kann Wissen vermittelt werden? Pädagogik geht also tendenziell eher in den Bereich "Schule und Bildung".

Die Berufsmöglichkeiten nach dem Studium sind für beide Fächer recht ähnlich, wobei man - wie gesagt - mit einem Abschluss in Pädagogik eher im Bereich Wissenschaft bleibt und mit Sozialer Arbeit eher ins Praktische geht.

Die Arbeitsfelder, die du ansprichst, sind für beide Studiengänge geeignet. Die Ämter sehen vielleicht etwas lieber den Fokus auf dem Sozialen, eine Kita vielleicht mehr auf dem Pädagogischen - die Berufsaussichten würde ich aber generell als gut bis sehr gut einschätzen.

Man hat auch während des Studiums genügend Möglichkeiten, sich Schwerpunkte zu setzen. Schau dir einfach mal ein paar Studienordnungen der Fächer an verschiedenen Unis/FHs an.

Antwort
von evilz41, 27

Kleine Richtigstellung zu Ansegisel's Antwort...

Richtig ist, dass Pädagogik/ Erziehungswissenschaften nur an Unis angeboten ist; weiterhin richtig ist auch, dass Soziale Arbeit an der FH (teilweise sehr stark) praktisch ausgerichtet ist.

Sozialpädagogik ist aber nicht das gleiche wie Soziale Arbeit. Zwar bieten beide Studiengänge prinzipiell die gleiche berufliche  Qualifikation, allerdings ist die SozPäd durch den universitären Studium deutlich wissenschaftlicher, theoretischer und umfangreicher ausgelegt. Außerdem gibt es an der Uni keinen festgelegten Lehrplan, so dass man ich deutlich mehr spezialisieren kann.
Erziehungswissenschaften setzten nochmal einen drauf, sie beschäftigen sich stark mit Gesellschaftlichen Strömungen und der Wissens- und Erfahrungsvermittlung. Somit weit mehr als nur "Schule und Bildung"  - ganz im Gegenteil, die Schule gilt in wissenschaftlichen Diskursen als veraltet und nicht mehr der Gesellschaft angepasst. Aber das ist ein anderes Thema.

Elementarpädagogik und Pädagogik der Kindheit sind Unterthemen, die in allen Studiengängen mehr oder weniger ausführlich behandelt werden.

Berufsqualifikationen (Beispiele):
Soziale Arbeit: KSD Sachbearbeitung (das ist das, was du mit "Jugendamt" meinst); WG's; Inobhutnahme- Ersteinrichtungen; ambulante Jugendhilfe, offene Ki.- Jugendarbeit; KiTa- Leitung

-----> Für die Arbeit in einer KiTa bist du damit überqualifiziert!!!! Da wäre ErzieherIn der geeignete Abschluss.

Sozialpädagogik: KSD Sachbearbeitung und Sach- bzw. Fachgebietsleitungen; WG's, Inobhutnahme- Ersteinrichtungen; ambulante Jugendhilfe; offene Ki.- Jugendarbeit; KiTa Leitung; wissenschaftliche Mitarbeit/ Forschung.

Pädagogik/ Erziehungswissenschaften: Wissenschaftliche Mitarbeit/ Forschung; Bildungsarbeiten; mit etwas Glück auch alle Felder der Sozialpädagogik (Vorsicht! Schnell ist man da überqualifiziert!); Leitungspositionen (ohne Berufserfahrung schwer ran zu kommen).

Kommentar von Bobolina ,

Da muss man auch noch was richtig stellen: Sozialpädagogik und Sozialarbeit wurden zusammengefasst in Soziale Arbeit, getrennt geschrieben. Dürfte kaum mehr eine FH geben, die noch das andere anbietet.

Kommentar von evilz41 ,

RIchtig ist, dass Soziale Arbeit an FH's angeboten und der FH Studiengang Soz. Arbeit das frühere Sozialpädagogik der FHs ist.
Sozialpädagogik gibt es aber immer noch - an Universitäten. Die Soziale Arbeit ist durch die FH eher praktisch ausgerichtet, während der Gegenpart, die Sozialpädagogik die theoretisch fachliche Ausrichtung der Universität genießt.
Oft sind Sozialpädagogik- Studiengänge auch nicht mehr solo zu finden, sondern als Kombinations/ Dualstudien. Ich z.B. habe "Sozial- und Organisationspädagogik" an der Uni Hildesheim studiert. Das wäre die fachliche Ausrichtung auf Leitungspositionen innerhalb sozialer Gefüge bzw. die Ausrichtung auf Softskills innerhalb größerer Personalwesen (zB Motivationscoaches, Personal- und Organisationsmanagement; Qualitätsmanagement)

Aber es gibt sie noch! :D

Antwort
von dompfeifer, 28

Klassischerweise bieten Universitäten das Studienfach "Pädagogik" bzw. "Erziehungswissenschaften" an. "Sozialpädagogik" ist dort gelegentlich als wahlfreier Studienschwerpunkt aufgehoben.

Klassische Fachhochschulen (mittlerweile zu "Hochschulen" umbenannt) bieten das Studienfach "Sozialpädagogik" oder "Soziale Arbeit" an.

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