Frage von 101Answers, 31

Was ist der Unterschied zwischen dem deutschen und dem us-amerikanischen Wahlsystem?

Unterschiede der Wahlsysteme?

Antwort
von Knastduscher, 6

Wir wählen zunächst einmal eine Partei, die durch eine/n Bundestagskandidat/in/en (später dann Bundestagsabgeordneter MdB/Mitglied des Bundestages) eine Wahlregion z. B. Region Fulda, Kreis Offenbach, Hochtaunuskreis usw. vertritt.

Die Partei in der Wahlregion/im Wahlbezirk, die die meisten Stimmen auf sich vereint, zieht das Direktmandat für den Deutschen Bundestag. Es gibt aber auch Kandidaten (Merkel, Gabriel, Schäuble, Özdemir, Claudia Roth, Dietmar Bartsch usw.), die durch die Liste abgesichert sind und mit großer Sicherheit in den Bundestag einziehen.

Also, könnte es passieren, dass Angela Merkel in ihrem Wahlkreis Uckermark nicht die Mehrheit holt, sondern die SPD. Dann zieht die/der SPD-Kandidat in den Bundestag ein und Frau Merkel TROTZDEM AUCH, weil sie auf Platz 1 der Liste steht und aufgrund des Wahlergenises von 35 % dann in den Bundestag einzieht. Dazu kommen dann noch die Überhangmandate, was aufgrund der Neuregelung nicht ganz so einfach zu erklären ist.

Mit den Überhangmandaten sollen Ungerechtigkeiten verhindert werden. Also, wenn der SPD jetzt beispielsweise aufgrund eines Wahlergebnises von 25 % nur 175 Sitze zustehen würden, die SPD aber in 193 Wahlbezirken das Direktmandat gewonnen hat, wären ja 18 Abgeordnete benachteiligt, zumal vielleicht Herr Gabriel seinen Wahlbezirk verloren hat, aber im Bundestag ist, weil er über die Liste abgesichert wäre.

Somit hatten wir dann nach der letzten Wahl folgende Sitzverteilungen:

CDU/CSU 311, SPD 193, Die Linke 64 und B'90/Die Grünen 63 - zusammen also 631 Stimmen.

Da CDU/CSU und SPD eine Koalition bildeten und somit zusammen auf 504 Stimmen kommen, wählten sie mit dieser Mehrheit dann im Bundestag die Abgeordnete Dr. Angela Merkel zur Bundeskanzlerin.

Hätten wir das amerikanische Wahlsystem hätten wir ein Zwei-Parteien-System oder alle Parteien müssten einen Kanzlerkandidaten stellen, damit jedes Bundesland diesen wählen kann.

Da wären dann bei der letzten Wahl Merkel (CDU), Steinbrück (SPD), vlt. Trittin (Grüne), Lindner (FDP) und Gysi (Linke) gegeneinander angetreten. Nehmen wir jetzt mal die Wahlergebnisse der Länder, hätte Steinbrück und nicht Frau Merkel die Wahl gewonnen. Dann hätte aber selbst Trittin Punkte wegen Baden-Württemberg und Die Linke Punkte wegen Thüringen gehabt.

Vermutlich wären dann die Ergebnisse auch knapper. Nehmen wir mal an, NRW hätte 20 Stimmen, Ba-Wü und Bayern 18, Hessen 17 usw. wäre am Ende

Frau Merkel auf 42, Herr Steinbrück auf 35, Herr Trittin auf 11, Herr Gysi auf 10 und Herr Lindner auf 0 Stimmen gekommen.

Ja, ich hoffe, ich konnte dir den Unterschied einigermaßen deutlich darstellen und auch etwas verständlich erklären.


Antwort
von lola188, 11

Keine Wahlmänner/Wahlfrauen
Kanzler wird im Bundestag gewählt
Wir haben keine Zweiparteinsystem

Antwort
von Junmaii, 14

Wir wählen unsere Politiker direkt mit unserer Stimme; die Amerikaner wählen Wahlmänner/-frauen, die dann den Politikern ihre Stimmen geben.

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