Was ist der Sparbeitrag bei Lebensversicherungen?

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7 Antworten

Sparbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug aller Kosten, also auch aller Rücklagen, als Saldo übrig bleibt.

Den zu nennen, weigern sich Lebensversicherungen seit 1949. Er könnte errechnet werden, wenn die Versicherer die anderen Kosten transparent machen würden.


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Kommentar von Apolon
20.03.2016, 19:07

 Er könnte errechnet werden, wenn die Versicherer die anderen Kosten transparent machen würden.

Die Aufstellung der Kosten findet man im Produktinformationsblatt, die mit dem Antrag ausgehändigt werden.

Es stellt sich nur die Frage, wer die überhaupt liest.

Gruß N.U.

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Hallo Nestur111,

Allgemeines
schon richtig was du hörst!

Den Versicherungsunternehmen gelingt es leider seit Jahrzehnten, Menschen mit geschickten Wortspielereien aufs Glatteis zu führen und ihren tief in die
Tasche zu greifen.

Viele Menschen denken, der Sparbeitrag ist die Summe,  die monatlich an das Versicherungsunternehmen überwiesen wird.


Wahrheit
Leider sieht die Realität ganz anders aus. 
Vor einigen Jahren,  hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von einer durchschnittlichen Kostenquote von circa 30% gesprochen. Vergleicht man diese Zahl mit anderen Veröffentlichungen  wie z.B. den Geschäftsberichten der Versicherungsunternehmen, dann stellt man sehr schnell fest, dass die Zahl falsch sein muss. Zutreffender ist ein Durchschnitt von circa 45%!

Ausgangssituation
Berücksichtigt man diese Grundlage und zieht zur weiteren Berechnung den „
ach so gern hochgehaltenen 4 prozentigen Altvertrag hinzu“, dann kommt man
recht leicht auf folgendes Ergebnis.

(Auch wenn  heute kein Kunde mehr einen Vertrag mit 4%
Garantiezins abschließen kann, möchte ich meine Berechnung mit dem stärksten Pferdchen der Versicherungsbranche gestallten)

Berechnung

100€ - 45€ Kosten   =  

55€  die wirklich angespart werden!

 -> darauf wird ein
Zins von 4% Berücksichtig 

=  2,6€

Dies heißt wiederrum, effektiv fließen dem Vertrag nur 2,6% zu.

Stellt man nun die Inflation dagegen (Schnitt 2%), dann ergibt sich auf 30 Jahren Laufzeit, eine Netto-Rendite von  0,6%!

(In Wahrheit ist die Berechnung noch schlechter, da früher
in den ersten Jahren überhaupt kein Rückkaufswert gebildet wurde)

0,6% Rendite dafür, dass man 30 Jahre nicht mehr an sein eigenes Geld herankommt?!?!
Und wenn man zwischendurch auf die sonderbare Idee kommen würde den Vertrag kündigen zu wollen, ( was knapp 75% der Kunden tun) dann wird es richtig teuer!


Ich kann an dieser Stelle nur vor dem Abschluss einer Lebens-  oder Rentenversicherung warnen . Dabei ist es auch egal, ob in ein klassisches Modell oder in eine Fondspolice investiert wird.

Lebens- und Rentenversicherungen gehören mit Abstand zu den schlechtesten Möglichkeiten für das Alter vorzusorgen!

 

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Der Beitrag setzt sich aus einem Risikoanteil, einem Kostenanteil und dem Sparbeitrag zusammen. Die beiden ersten Posten werden deinem Versicherungskonto gar nicht gut geschrieben. Bewirken also gar keine Verzinsung.

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Vielen Dank für die Auszeichnung.

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@nestur111,

MoechteWissen hat recht.

Bedeutet es lohnt sich zur Zeit nur noch in Versicherungsverträge zu investieren, wo man steuerliche und sozialversicherungs- Vorteile hat, wie z.B. eine Basisrente (Rürup) oder eine betriebliche Altersversorgung.

Bedeutet aber auch, dass man auch einer Bank kein Geld anvertrauen sollte, denn dort bekommt man auch keine lohnende Verzinsung.

Man kann für seine Altersversorgung auch noch andere Wege gehen.

A) Investmentfonds,

B) Immobilien,

C) Betriebliche Altersversorgung bzw. bei Großverdiener Basisrente (Rürup)

Dies wären meine Empfehlungen.

Gruß N.U.

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Die Versicherungsprämie besteht aus einem Teil der für dich angespart wird (Sparbeitrag)  z.B. 40€/monatlich.

und einem Teil, den die Versicherung Risikobeitrag nennt.  Risiko, daß du z.B. verstirbst und die Gesellschaft 100 000€ an deine Hinterbliebenen zahlen muß. Dafür wird natürlich eine Summe fällig. z.B. 10€ monatlich. Die 10€ behält die Versicherung.

Die gesamte monatliche Prämie wären dann 40+10=50€.

Jedoch werden nur auf 40€ Zinsen gezahlt. Ist ja logisch, denn die 10€ gehören ja der Gesellschaft (Risikobeitrag)

Wenn du zur Sparkasse/Bank gehst und dort 50€ anlegst, dann werden die komplett verzinst. Jedoch bezahlt die Sparkasse/Bank keine 100 000€ an deine Hinterbliebenen, falls du verstirbst. Also sie versichern dich nicht, die legen dein Geld an.

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Kommentar von siola55
21.03.2016, 21:41

Hey Benny, da hast du noch die ganzen Abschluß-, Verwaltungs- und Vertriebskosten vergessen in Abzug zu bringen...

Also nochmal Zusatzkosten von ca. 10 - 15 €, somit Gesamtbeitrag ca. 60 - 65 € bei 40 € Sparanteil!

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Den errechnet man GAR NICHT!

Denn dieser gehört zu den großen Mysterien der deutschen Lebensversicherungen. Der Zahlbeitrag wird jedenfalls um den Ratenzuschlag, den Risiko- und den Kostenanteil reduziert, dann hat man so ungefähr den Sparbeitrag.

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Kommentar von nestur111
20.03.2016, 13:06

Kann man das in Zahlen ausdrücken?
Angenommen ich zahle im Monat 100,00€  ein. Über einen Zeitraum von 35 Jahren.

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Kommentar von Samy795
20.03.2016, 13:33

Das kommt ganz auf die Kostenstruktur und mögliche Zusatzversicherungen an. Da gibts keine Größenordnung. Bei fondsgebundenen Produkten ist die Belastung durch Fondskosten aber ohnehin deutlich entscheidender, als die reinen Versicherungskosten.

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