Frage von Avalona1, 64

Was ist der Sinn meines Lebens, Warum lebe ich?

Seit ich deken kann leide ich unter Depressionen. Seit fast zwei Monaten haben mich meine Eltern rausgeschmissen un d bin bei meinem ex untergekommen der sich immer über mich beschwert. Ich habe ihn gesagt ich kann jeder Zeit gehen wenn er will, auf der Straße ist genug Platz für mich.. Heute hatten wir wieder Streit. Ich fühle mich einsam weil ich sonst sowieso niemanden habe. Ich will nicht alleine sein aber ich weiß das ich eh niemanden finden werde und sowieso nicht in der Lage bin mein Leben zu regeln. Ich weiß das mein Leben keinen Sinn macht und keiner mich versteht wenn ich sterben will. Ich bin ohne Geld ohne Arbeit und weiß nicht wohin. Alle Therapien die ich gemacht habe haben meine Situation nur verschlimmert. Warum sollte ich weiterleben? Was nützt mir jegliches kämpfen?

Antwort
von HANSPAULKlAUS, 15

Hallo Avalona1,

zuerst einmal möchte ich sagen, dass es mir sehr leid tut zu lesen, wie schlecht es Dir im Moment geht. Ich finde es aber wirklich toll, dass Du versuchst, Dir Hilfe zu der ganzen Sache zu holen.

Das alles was Du da erlebst kommt mir durchaus mehr als bekannt vor. Ich bin sicher, dass Du verstehst, dass diese Gedanken ein sicherer Bestandteil Deiner Depressionen sind. Auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass diese Tatsache Dein Problem nicht löst finde ich es wichtig, zu verstehen woher diese Gedanken kommen.

Je mehr Du Dir vor Augen hältst, dass diese Gedanken durch Deine Depressionen ausgelöst und gefördert werden um so einfach wird es meiner Meinung nach für Dich nach eine Lösung zu suchen.

Die Frage über den Sinn des Lebens kann man glaube ich so pauschal nicht beantworten. Ich denke, diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten einfach weil verschiedene Menschen verschiedene Motivationen in ihrem Leben haben und sich somit auch der "Sinn des Lebens" ändert.

Ich verstehe gut, dass Du Dich einsam fühlst und kann auch den Gedanken daran, dass das Leben keinen Sinn ergibt nachvollziehen. Und auch wenn ich leider nicht dazu in der Lage bin Deine Probleme zu lösen kann ich Dir dennoch sagen, dass Du mit der ganzen Sache nicht allein bist.

Neben Dir und mir gibt es zahllose Menschen, die unter Depressionen leiden und die mit der ganzen Sache genau so zu kämpfen haben wie Du und ich. Wichtig finde ich, dass man sich genau mit diesen Menschen auseinandersetzt. Um Dir besser zu erklären, was ich damit meine möchte ich Dir gern ein wenig über meine eigene Geschichte erzählen. Grundsätzlich bin ich kein Freund davon, Fragen mit Dingen aus meinem Leben zu beantworten einfach weil ich mich gern lieber auf die Situation des Fragestellers / der Fragestellerin beziehen möchte aber ich glaube, dass Dir die Schilderung meiner Situation vielleicht ein wenig helfen könnte.

Im Jahr 2003 habe ich mich selbstständig gemacht und habe innerhalb der darauf folgenden 10 Jahre eigentlich nur für meine Firma gelebt. Nicht weil ich musste, sondern weil ich wirklich wollte. Ich habe mir mit 24 mein eigenes Haus gekauft, hatte eine tolle Beziehung und eigentlich so gut wie keine Probleme.

Durch einen Betrug von einem meiner Geschäftspartner aus den USA habe ich in 2011 einen so hohen Geldbetrag verloren, dass ich mein Geschäft im darauf folgenden Jahr schließen musste. Zusätzlich hat sich der ganze Stress an der Arbeit negativ auf meine Beziehung ausgewirkt so dass diese im gleichen Jahr von meiner damaligen Partnerin beendet wurde.

Als Resultat aus der ganzen Sache stand ich also Ende 2012 vor dem absolutem Nichts. So ziemlich alles was mir in meinem Leben etwas bedeutet hat, war nicht mehr da. Ich hatte über 250.000 Euro Schulden, mein Haus wurde Zwangsversteigert und meine Beziehung war wie beschrieben beendet.

Wie Du Dir vielleicht vorstellen kannst, hat mir die ganze Sache den Boden unter den Füßen weggezogen und ich hatte im Grunde genommen die gleichen Gedanken wie Du im Moment. Ich habe mich darauf hin in eine Therapie begeben welche die ganze Sache genau wie bei Dir nur noch verschlimmert hat.

Geändert hat sich all das erst dann, als ich meinen aktuellen Therapeuten gefunden habe. Als ich diese Therapie angefangen habe, hatte ich das erste mal wirklich das Gefühl, jemanden in meinem Leben zu haben, der mich versteht und der mir wirklich helfen möchte, die ganze Sache zu verarbeiten.

Nach etwa einem halben Jahr in Therapie haben wir gemeinsam beschlossen, dass es durchaus sinnvoll wäre, eine stationäre Psychotherapie zu machen. Darauf hin war ich für Sechs Wochen in einer Klink. Die Zeit in der Klinik hat mein ganzes Leben verändert. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie gut es für mich war, mich mit "gleichgesinnten" zu umgeben und mir deren Geschichten anzuhören.

Natürlich ist es heute nicht so, dass ich meine Depressionen komplett "los bin" aber ich weiß, dass ich kontinuierlich Fortschritte mache und das es langsam aber sicher immer weiter Bergauf geht.

Vielleicht fragst Du Dich gerade, warum ich das alles hier schreibe. Der Grund dafür ist, dass ich Dir zeigen möchte, dass Du erstens nicht allein mit so etwas bist und das es zweitens immer irgendwie weitergeht.

Ich bin davon überzeugt, dass es Menschen in Deinem Leben gibt, denen Du sehr viel bedeutest. Und auch wenn Dich Deine Eltern vor die Tür gesetzt haben glaube ich, dass sie Dich dennoch lieben und nur Dein Bestes wollen. Natürlich möchte ich diese Handlung in keiner Weise unterstützen, aber ich denke, dass es leider nach wie vor mehr als viele Menschen gibt, die mit dieser Krankheit einfach nicht umgehen können.

Und genau diese Tatsache bringt mich dahin, dass ich denke, dass Du versuchen solltest Dich so viel es geht mit Menschen auseinander zu setzen, die in ähnlichen Situationen sind oder in ähnlichen Situationen waren.

Es gibt meiner Meinung nach sehr wenige Menschen die wirklich verstehen können, wie man sich mit Depressionen fühlt ohne selbst Depressionen zu haben. Die Menschen, die versuchen das alles zu verstehen können das einfach nur durch Empathie tun und nicht dadurch, dass sie es wirklich verstehen.

Ich weiß nicht, ob Du schon mal eine stationäre Therapie gemacht hast oder nicht aber ich könnte mir vorstellen, dass Dir die ganze Sache wirklich weiterhelfen würde. Wenn Du Informationen über die Klinik haben möchtest in der ich war, oder andere Fragen hast kannst Du Dich gern in einer privaten Nachricht an mich wenden. 

Als Fazit bleibt mir eigentlich nur zu sagen, dass ich hoffe, dass Du erkennst, dass Du mit der ganzen Sache nicht alleine bist. Ich weiß, wie schwer das alles gerade für Dich ist und kann mir durchaus vorstellen, dass Du keinen Ausweg aus Deiner Situation siehst. Zur gleichen Zeit aber denke, dass immer irgendwie einen Weg aus einer solchen Situation gibt.

Ich könnte mir wirklich vorstellen, dass mehr Kontakt zu gleichgesinnten wirklich hilfreich für Dich wäre. Zusätzlich kommt hinzu, dass Du mit Deinen Erfahrungen über diese Krankheit ebenfalls eine große Hilfe für andere bist, die in ähnlichen Situationen sind. Aus der ganzen Sache könnte eine wirkliche "win win" Situation für alle Beteiligten werden.

Auch wenn es eine recht lange Antwort ist und vermutlich keinen sonderlich großen Einfluss auf Dein befinden hat hoffe ich, dass ich Dir wenigstens ein bisschen Mut machen konnte und Dir zeigen konnte, dass Du nicht allein mit so etwas bist. Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit und bin davon überzeugt, dass bald auch für Dich wieder die Sonne scheinen wird. Ich drücke Dir die Daumen, dass sich alles bei Dir zum positiven verändert und das es Dir bald wieder besser geht. Alles alles Gute für Dich :-)

Kommentar von king3000 ,

Und wie soll dein Roman heißen und wann willst du ihn veröffentlichen? ;)

Kommentar von HANSPAULKlAUS ,

@king3000 Sorry wenn Dir die Antwort zu lang ist. Ich wollte nur helfen.

Antwort
von abibremer, 2

ZWEIUNDVIERZIG ist die RICHTIGE Antwort nach "dem Sinn des Lebens und allem Anderen" Diese Antwort könntest du NUR dann verstehen, wenn dir der britische Autor Douglas Adams ein Begriff wäre: In seiner Buchreihe "DON´T PANIC"- auf Deutsch:"Per Anhalter durch die Galaxis" erklärt der inzwischen leider verstorbene Autor wie menschliches Leben funktioniert und mit welcher Lebenseinstellung es sich auch OHNE Kontakt zu Ausserirdischen am Besten leben lässt.

Antwort
von DerGFNutzer2015, 23

Man lebt um Spass zu haben, nicht um sich immer nach andere zu richten und von anderen abhängig zu sein, man sollte sich keine gedanken machen, was andere von einem denken und einfach das tun, was man will. Wenn man keinen ausweg mehr weiss, einfach neu anfangen, vielleicht in einem anderem land?

Antwort
von giz123, 7

Um deine träume zu leben, um ein glückliches leben zu führen, um eine schöne familie zu gründen, um dich an deinen Job festzuhalten(...)

Antwort
von Irem03, 15

Nein, bitte nicht so denken. Der Sinn des Lebens ist, ein Mensch zu sein und der Mensch ist laut in der Philosophie ein hoffender Mensch. Also bitte nicht die Hoffnung verlieren. Wenn du willst kannst du mir auf insta oder snapchat schreiben, würde dir wirklich sehr gerne helfen!

Antwort
von JuraBWL, 31

Du kannst alles von neu beginnen!

Wie alt bist du denn?

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