Was ist der Sinn im Feminismus?

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5 Antworten

Die feministische Bewegung hat zum Ziel, dass Frauen denselben gesellschaftlichen Status erlangen wie Männer. Das beutetet nicht nur, dass sie dieselben Rechte genießen, sondern dass diese Rechte auch flächendeckend akzeptiert und anerkannt werden. Es sollen Zweifel und Misstrauen gegenüber der weiblichen Bevölkerung abgebaut werden. 

Du hast recht, dass in den allermeisten Fällen Frauen dieselben Rechte haben wie Männer – auf dem Papier. Das heißt z.B., dass Frauen wählen gehen dürfen, ein Recht auf eine gute schulische Ausbildung, einen Studien- und einen Arbeitsplatz ihrer Wahl haben und dass in diesen Institutionen für sie dieselben Bedienungen gelten wie für Männer (Stichwort "Chancengleichheit"). Außerdem haben Frauen beispielsweise auch das Recht, sich ohne männliche Begleitung, also auch in jeder Lebenslage, in der Öffentlichkeit zu allen Tageszeiten zu bewegen, ohne dass sie um ihre Sicherheit oder ihren Ruf fürchten müssen. 

Dennoch haben Frauen es oft schwer, diese Rechte einzufordern, da viele Männer immer noch ein ganz bestimmtes Bild von Frauen und ihrer Rolle in der Gesellschaft haben. Demnach akzeptieren sie manche Frauenrechte und die damit verbundene Selbstbestimmung nicht. Beispielsweise akzeptieren viele Männer am Arbeitsplatz keine weibliche Vorgesetzte. Ebenso können sich viele Männer keine Partnerin vorstellen, die mehr Geld verdient. Und so mancher erzkonservative Herr kann sich sogar grundsätzlich nicht vorstellen, dass eine Frau arbeitet. Auch in Partnerschaften sind viele Männer nicht bereit, ihrer Lebensgefährtin das gleiche Maß an Freiheit und Selbstbestimmung anzuerkennen. Dort sieht man z.B. oft das Phänomen des freizügigen und kontaktfreudigen Herren, der von seiner Partnerin aber absoluten Gehorsam und bedingungslose Treue verlangt. 

Obwohl sich die Situation im Vergleich zur letzten oder vorletzten Generation tatsächlich verbessert hat, sehen sich Frauen heutzutage trotzdem noch in weiten Teilen einer Männerschaft gegenüber, die sich nach wie vor den Frauen überordnen möchte und ihnen ihre gesellschaftliche Position vorschreiben möchte. Oft ist das gar nicht so offensichtlich. Dass eine Frau sich nicht als Chefin eignet, kann man z.B. ganz einfach mit mangelnder Kompetenz oder der Sorge vor Abwesenheit durch Schwangerschaft und Mutterschutz rechtfertigen. Auch kann man unter dem Vorwand der Sorge um das Wohl einer Dame sagen, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht alleine ausgehen und sich vergnügen sollte. Dabei ist es völlig unnötig, einer Frau vorschreiben zu wollen, was sie tun kann und was nicht. 

Und genau darum geht es im Feminismus. Es soll Frauen auf gleiche Weise möglich sein, sich zu entfalten, ohne sich gegenüber einem Mann beweisen oder sich für die allerkleinsten Dinge rechtfertigen zu müssen. Weiblichkeit soll kein Inbegriff für Nicht-Können oder Nicht-Verstehen sein! Es geht nicht darum, Männer zu Frauen zu machen oder andersrum. Es geht darum, dass Frauen von der Gesellschaft als absolut zurechnungs- und handlungsfähig akzeptiert werden und als Ergebnis ein ebenso hohes Maß an Sicherheit und Autorität genießen. 

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Nun ja, genauer betrachtet muss deine Aussage in Frage gestellt werden. Denn sowohl rechtlich, als auch gesellschaftlich stehen Frauen auch heute noch im Schatten der Ungerechtigkeit, der sich leider nur langsam lichtet.

Blicken wir dazu auf das Bild, das unsere Gesellschaft von einer Frau hat:

eine Frau sollte sich schminken, damit sie zum Einen ein attraktives Erscheinungsbild abgibt, und zum Anderen, um natürliche Makel abzudecken, die die Gesellschaft nicht sehen möchte. Ganz klar wird, dass eine Frau in unserer Gesellschaft gar nicht unschön aussehen darf, da sie ansonsten einen schlechten Ruf erleiden könnte. 

Auch was Familienplanung betrifft, werden Frauen immer als Erstes in Betracht gezogen. Was ist denn beispielsweise mit den Werbungen, in denen Produkte für Babies präsentiert werden? In diesen Werbungen sind nur Frauen zu sehen, was symbolisiert, dass Kinder und Erziehung eine Frauensache sein soll. Männer lässt man dabei anscheinend ganz bewusst aus dem Spiel. Von Verhütung mal abgesehen. Denn auch hier heißt es oft ganz klar, dass Verhütung, aufgrund der Pille, die den Männern LEIDER sämtliche Verantwortung abnimmt, ebenfalls eine Frauensache sein soll. 

Auch rechtlich betrachtet können Frauen nicht immer eine Gleichberechtigung genießen. Zwar kommt es nicht mehr so häufig vor, aber dennoch existieren sie noch: 

Tätigkeiten, Ausbildungen und Arbeitsplätze, in denen Frauen für die gleiche Arbeit, die ein Mann ausübt, weniger Geld erhält. Oder was ist mit dem Beruf KFZ - Mechatronikerin? Möchte eine Frau in einer Autowerkstatt arbeiten, oder dort gern ihre Ausbildung absolvieren, heißt es oft, man habe keine Umkleidekabinen für weibliche Angestellte. 

Frauen können selbst heute nicht von einer zufriedenstellenden Gleichberechtigung sprechen, da diese leider immer noch starke Lücken aufweist, die eine komplette Abdeckung benötigen. Sowohl rechtlich, als auch gesellschaftlich. 

LG, Toxic38 

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Kommentar von HeinrikH
18.02.2016, 00:58

Was den Faktor der Familienplanung und Kinderbetreuung und den der sexuellen Anziehung angeht ist tatsächlich nicht auszuschließen, dass es kulturelle Einflüsse auf diese gab. Jedoch solltest du nicht vergessen, dass Frauen auch biologisch eher dazu veranlagt sind die Kinder großzuziehen. Ebenso will jede Frau bewusst oder unterbewusst, dass Männer sie attraktiv finden, so wie jeder Mann von der Frau als Partner gewählt werden will (female-choice und male-competition). Es gibt selbstverständlich ein paar Ausnahmen (Homo- oder Asexuelle), aber auf jeden heterosexuellen Menschen trifft dies zu.

Es ist nicht zu leugnen, dass wir evolutionsbedingt geschlechtsspezifische Eigenschaften entwickelt haben. Wir können nur schwer bestimmen welche Verhalten biologisch und welche kulturell bedingt sind.

Tätigkeiten, Ausbildungen und Arbeitsplätze, in denen Frauen für die gleiche Arbeit, die ein Mann ausübt, weniger Geld erhält.

Ein Mythos der einfach nicht sterben will. Bezogen auf sas durchschnittliche Bruttoeinkommen verdienen Frauen tatsächlich etwa 22% weniger.

Jedoch kommt eine ganz andere Zahl zustande wenn man verschiedene Qualifikationen, die Anzahl der wöchentlichen Arbeitsstunden und den Tätigkeitsbereich mit einbezieht. Dann sinkt die Differenz nämlich auf annähernd 0%.

Möchte eine Frau in einer Autowerkstatt arbeiten, oder dort gern ihre

Ausbildung absolvieren, heißt es oft, man habe keine Umkleidekabinen für weibliche Angestellte.

Was soll der Feminismus dagegen tun? In allen männerdominierten Berufen Umkleidekabinen für Frauen erzwingen? Dass diese Fehlen hat rein wirtschaftliche Gründe und kommt daher, dass sie oft nicht genutzt werden würden, da diese Berufe eben sehr stark von Männern dominiert werden.

Frauen können selbst heute nicht von einer zufriedenstellenden Gleichberechtigung sprechen

Und ebenso wenig können es Männer. Gewalt gegen Männer bekommt deutlich weniger Aufmerksamkeit, obwohl Männer einen großteil der Opfer ausmachen. Selbst in häuslicher Gewalt, wo es etliche Schutzeinrichtungen für Frauen gibt, ist die Anzahl der männlichen Opfer höher. Diese Opfer bekommen jedoch statt Hilfe meist gelächter.

Männer bekommen noch immer höhere Strafen für gleiche Straftaten.

Männer werden beim Sorgerecht nach wie vor diskriminiert. Nur die Mutter erhält bei der Geburt automatisch das Sorgerecht. Der Vater nur wenn sie verheiratet sind. Wenn nicht hat er Pech gehabt. Er hat dann zwar noch immer Möglichkeiten, aber die sind sehr zeit- und kostenintensiv.

Ich bin der Meinung, dass das alles Sachen sind die man hinnehmen muss. Wenn man solche Probleme jedoch angehen möchte, sollte man sich dabei nicht nur auf ein Geschlecht fokussieren sondern eine generelle Gleichberechtigung schaffen.

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Mann und Frau haben eh heutzutage alle die gleichen Rechte

Und gerade das ist völliger Blödsinn. Familie und Beruf sind immer noch nicht vereinbar, Frauen verdienen immer noch für die gleiche Arbeit weniger Geld, es gibt immer noch eine "gläserne Decke" etc.

Wer dabei behauptet, Frauen und Männer wären heute gleichgestellt, der muss unter ausgeprägten Realitätsverlust leiden. 

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Denke doch nur mal an die Bezahlung für gleiche Arbeit.

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Rechtlich gesehen ist es vielleicht so, gesellschaftlich aber nicht.

 Feministen versuchen hauptsächlich, typische durch die Gesellschaft entstandene Vorurteile aus der Welt zu schaffen. 

Beispielsweise der Gedanke, dass Frauen sich rasieren oder schminken müssen, weil sie sonst eklig sind; dass Männer nicht leiden sollten, wenn sie von einer Frau vergewaltigt wurden, weil sie sonst unmännlich sind, etc.

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