Frage von helloyo, 27

Was ist der Satz des Anaximander?

Antwort
von Kuhlmann26, 18

Wenn Du im folgenden Link etwas nach unten scrollst, erfährst Du was damit gemeint ist. Ob Du es auch verstehst, weiß ich nicht. Ich verstehe es nur andeutungsweise und könnte es nicht mit eigenen Worten wiedergeben.

"Eine schlichte Deutung der Übersetzung ist die, dass die aus dem Unendlichen hervorgegangenen "Dinge" einander Abbruch und damit "Unrecht" tun (z.B. Das Meerwasser der Küste, die Luft dem Wasser) und dass solche "Beraubung Sühne fordert", die "geschieht, indem im Laufe der Zeit mit Notwendigkeit das entstandene Ding wieder in das Element oder, bei zusammengesetzten Dingen, in die Elemente zurückgeht, woraus es entstanden ist" (Beispiel: Die überflutete Küste trocknet wieder aus, der Meerschlamm scheidet sich wieder in Wasser und Sand. [...] Gerechtigkeit durchwaltet so den Kosmos, die 'Weltordnung ist zugleich Rechtsordnung', das Recht ist 'kosmisches Gesetz'

http://www.gottwein.de/Grie/vorsokr/VSAnaximand01.php

Gruß Matti

Antwort
von berkersheim, 12

Siehe Wikipedia "Anaximander":

„Woraus aber für das Seiende das Entstehen ist, dahinein erfolgt auch
ihr Vergehen gemäß der Notwendigkeit; denn sie schaffen einander
Ausgleich und zahlen Buße für ihre Ungerechtigkeit nach der Ordnung der
Zeit.[9]

Diese Grundeinstellung des Naturphilosophen Anaximander kehrt in Überarbeitungen wieder bei Parmenides, bei Heraklit und dann bei den Atomisten und auch bei Epikur wie in der Stoa. Beide gehen verschieden damit um. Epikur übernimmt nur die rein "physikalischen" Aussagen, während die Stoa mit dem Logos vor allem die Kosmos-Idee betont, die in den ethischen Anspielungen steckt.

Die Grundidee des Satzes hat zwei Aspekte. Naturwissenschaftlich sagt Anaximander, dass das Sein ein unendliches sich Umwälzen des Seienden ist gemäß einer inneren Ordnung. Ethisch - und bei ihm waren Ethik und Naturwissenschaft noch nicht getrennt - ist der Kosmos als gute Ordnung auch ein Symbol für Gerechtigkeit, abgebildet in den Gesetzen der Polis. Gerecht ist, wenn alles den ihm gemäßen Ausgleich findet in einem ständigen Geben und Nehmen. Ein bayrischer Kabarettist würde formulieren: Du musst nix raffe. Du kannst nix mitnemme.

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