Frage von musicgirl92, 110

Was ist der Marktwert des Eigenkapitals in der Unternehmensbewertung?

Hallo,

ich habe anhand der DFC-Methode den Marktwert des Eigenkapitals eines Unternehmens ermittelt. Leider weiß ich jetzt nicht (und finde auch keine Literatur, in der ich das nachlesen kann), was mir dieser Wert sagt.

Eigentlich soll durch die Unternehmensbewertung ja klar werden, ob sich eine Investition in das Unternehmen lohnt oder nicht.

Aber...angenommen das Unternehmen hat einen Marktwert des Eigenkapitals von 5Mio Euro. Lohnt sich dann eine Investition oder nicht?

Antwort
von berndcleve, 71

 Wert einer Investition, bzw. Barwert einer Investition.  Das ist die Anfangsauszahlung in t= 0 , die zum selben Nutzen (Vermögen ) führt wie die Alternative.

Die Alternative ist in der Unternehmensbewertung oft der langfristige quasi sicherer Zinssatz. Wenn man also 5 Millionen zahlen würde für dieses Unternehmen, so würde das zum gleichen Nutzen (Vermögen) führen wie die alternative Geldanlage zum angenommenen quasi sicheren Zinssatz. Der Wert sagt eben genau aus, dass man indiferrent ist zu der Alternative. Würde der Verkäufer weniger verlangen, so wäre die Investition vorteilhaft.

In der klassischen Investitionstheorie ist der Unternehmenswert immer ein subjektiver Wert mit einer subjektiven Risiko Nutzen Funktion.

In der anglo-amerikanischen Variante der DCF Methoden,  wird dagegen der Unternehmenswert bzw. das dazugehörige Risiko auf der Basis von quasi objektiven Gleichgewichtspreisen ermittelt.  Man spricht bei den DCF Modellen auch von einem Marktwert des EK.

Der Marktwert hier  ist ein fiktiver Markt der Kapitalmarkttheorie um Gleichgewichtspreise für das Risiko mittels des CAPM zu ermitteln.

Da  diese Annahmen in der Praxis nicht erfüllt sind, ist das Ergebnis für die praktische Unternehmensbewertung wenig interessant. 

Antwort
von Fred305, 42

Das sind eigentlich zwei Fragen: 1. Was ist der Unterschied zwischen Unternehmenswert und Eigenkapital und 2. was ist eine Investmententscheidung?

1. Man ermittelt in der Regel mit der DCF Bewertung den Unternehmenswert. Der setzt sich aus dem eingesetzten Eigenkapital und Fremdkapital zusammen. Wenn man also vom errechneten Unternehmenswert das Fremdkapital abzieht, erhält man den theoretischen Marktwert des Eigenkapitals oder den Kaufpreis. Wenn ein Unternehmen ohne Fremdkapital o.ä. finanziert ist, dann sind beide gleich. Mehr dazu hier: https://www.dub.de/kmu-multiples/

2. Ob sich ein Investment lohnt hängt davon ab, was die Alternativen sind. Für die Berechnung des DCF Wertes muss man ja einen Risikozins angenommen haben. Der Kaufpreis von EUR 5m in der Frage muss ja im WACC mit einem Zins für Eigen- und Fremdkapital errechnet worden sein. Wenn ich zu den Zinssätzen eine vermeindlich sicherere Anlage finden kann, dann lohnt sich der Einstieg nicht. Wenn aber z.B. das Unternehmen an der Börse gehandelt wird und dort der EK Wert bei z.B. EUR 3m liegt, dann sollte er ja, wenn die Annahmen im DCF plausibel sind, sich in Richtung EUR 5m bewegen. Dann hätte ich auch gerne Anteile an dem Unternehmen! Die Annahmen müssen aber plausibel sein. Wenn ich mit einem Zins abdiskontiert habe, der sehr niedrig ist, berücksichtigt das vielleicht nicht das allgemeine Marktrisiko. Dann ist der Wert von EUR 3m vielleicht sogar angemessen. Risikoprämien bei Aktien für das WACC gibt es natürlich bei Prof Damodaran: http://pages.stern.nyu.edu/~adamodar/New_Home_Page/datafile/ctryprem.html

Antwort
von mrlilienweg, 45

Vielleicht hilft das hier weiter?

http://www.iww.de/bbp/archiv/unternehmensbewertung-die-bewertung-von-unternehmen...

Kommentar von musicgirl92 ,

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