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Was ist der Grund dass die arabische Wissenschaft seit dem Mittelalter so an Boden verloren hat?

gefragt von eisbaer2010 am 23.05.2008 um 22:37 Uhr

Im Mittelalter waren arabische Wissenschaftler führend in Mathematik und Medizin. Militärisch waren die Araber über Jahrhunderte höchst erfolgreich. Sie haben von Indonesien bis Spanien alles erobert. Was hat dazu geführt, dass bis zum 19.Jahrhundert die arabische Welt so stark gegenüber der westlichen Kultur ins Hintertreffen geraten ist? Wer hat dazu eine ernstgemeinte Erklärung?


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Reply


WolfRichter
beantwortet von WolfRichter am 23. Mai 2008 22:56
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Sie waren so weit, daß sie es für ausgeschlossen hielten, daß rückständigere Völker, insbesondere die Europäer, einholen könnten. (Ein häufiger Irrtum.) Sie haben sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Dann der Schock des siegreichen Napoleon in Ägypten, wovon sie sich bis heute nicht erholt haben. In der Folge Rückbesinnung auf die Religion. (Es war der Islam, aber jede andere hätte genauso destruktiv gewirkt.) Suche nach dem Verlorenen in der Vergangenheit. Dadurch Verlust der Zukunft.

Sehr lehrreich. Wir sollten aufpassen, daß wir nicht den gleichen Fehler machen.

Kommentar von eisbaer2010 am 23. Mai 2008 23:05

Warum hat dieser Schock so starke Auswirkungen? Auch andere Völker sind schon vom Thron gestossen worden - hast du für dich eine Erklärung warum es in diesem Fall so einschneidend war?

Kommentar von 3fbf5ae46c56cf6a0189124c48debdfcsmallWolfRichter am 23. Mai 2008 23:16

Andere entwickelte Völker sind nach solchen Niederlagen verschwunden; deshalb reden wir nicht mehr davon. Die Araber gibt es noch; deshalb fällt es auf.

Soweit Du Niederlagen europäischer Volker meinst: Sie wurden von ihresgleichen - auch nach eigenem Empfinden ihresgleichen - besiegt; das verkraftet man besser.

Kommentar von eisbaer2010 am 23. Mai 2008 23:25

Danke Wolf.

Kommentar von B0062c7fab7bf0da32f420f3b225d453smallEdgar Niklaus am 24. Mai 2008 00:50

Übrigens die Chinesen sind das einzige Volk dieser Welt, das wieder zurückgekommen ist.

Kommentar von 8852d6c5d7c543b504c3a6286bbb58fcsmallEastside am 23. Mai 2008 23:08

DH!

Kommentar von Kaldex am 23. Mai 2008 23:11

Gute Antwort, Wolf. Natürlich droht das auch andren Völkern (z. B. uns?) Vielleicht wirken sich bestimmte Religionen wie eine Lernbehinderung aus ...

Kommentar von Simple_avatar3smallpacole1 am 23. Mai 2008 23:16

DH Gute und aufschlußreiche Antwort


Miss gf 2008, miss world 2010, miss universum 2012
beantwortet von Miss gf 2008, miss world 2010, miss universum 2012 am 23. Mai 2008 22:40
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ist eine interessante frage. in england arbeiten viele arabische wissenschaftler, aber im eigenen land steht nur die geschichte vom islam im vordergrund und das ist auch das einzige was man als wissenschaftliche arbeit betrachtet.

Kommentar von stefanpeter am 23. Mai 2008 22:46

Wer ist Araber? Saudis? Gehören auch andere aus dem arabischen Raum dazu? Gibt es nicht sehr unterschiedliche arabische Länder? Kein Angriff. Nur Bitte um Präzisierung

Kommentar von eisbaer2010 am 23. Mai 2008 22:49

Hallo Stefan, mit Araber meine ich nicht die jetzige zersütckelte arabische Welt. Im Mittelalter gab es vorherrschende arabische Dynastien, die ganz Nordafrika oder den ganzen heutigen mittleren Osten beherrscht haben. Von diesen (zentralisiert organisierten) arabischen Herrscherhäusern spreche ich.

Kommentar von stefanpeter am 23. Mai 2008 22:56

War eher an Gertrude gerichtet die Nachfrage. Deine Ursprungsfrage scheint mir klar, leider wohl nicht sehr beliebt....leider.

Kommentar von eisbaer2010 am 23. Mai 2008 22:58

Hallo Gertrude, wie kam es aber dazu, dass das wissenschaftliche Betätigungsfeld so eingeschränkt wurde. Wer oder was war dafür verantwortlich? Die arabischen Herrscher damals waren zB religiös viel toleranter zu Andersgläubigen als die Christen in Spanien, die die Araber abgelöst haben. Wie kam es zu dieser Einengung an Toleranz und Wissenschaft? Gruss Klaus


pacole1
beantwortet von pacole1 am 23. Mai 2008 22:52
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Ich glaube auch,daß es durch den immensen Einfluß der islamistischen Religion zur Stagnation im Bereich Wissenschaft gekommen ist.

Kommentar von Kaldex am 23. Mai 2008 23:09

islamisch muß es heißen, nicht islamistisch

Kommentar von Simple_avatar3smallpacole1 am 23. Mai 2008 23:17

Kann ja mal passieren seufz Aber danke für die Korrektur


Edgar Niklaus
beantwortet von Edgar Niklaus am 24. Mai 2008 00:52
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Meines Erachtens ist das Problem durch die Konzentration auf den Islam, entstanden.

Das ist heute noch so. In der ganzen arabisch sprechenden Welt werden jährlich soviel Bücher aus einer fremden Sprache ins arabische übersetzt wie in Belgien in einem Monat.

Das sagt viel aus.


anonym
beantwortet von Stefan2067s am 6. Juni 2008 14:32
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Gute Frage......

Ich glaube wegen des kriegs ab dem 19.Jahrhundert bis heute in den arabischen Ländern und wegen dieser schwieregn Situation lassen die Araber sich nicht, was neues zu entwickeln, und evt. bemühen sie sich von daher um was anders, selbst haben sie noch keine gute Freiheit.





anonym
beantwortet von Algazel am 25. Juni 2008 15:31
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Die Naturwissenschaften von 12.-17.Jh wurden lange Zeit kaum erforscht seitens der westlichen Gelehrten, was nicht hiess, dass es sie nicht gegeben hatte. Viele Autoren meinten nur weil man keine Kenntnis hatte, dass die Wissenschaften so ab dem 12.Jh untergegangen seien. Man hat das so lange wiederholt bis man ausging es sei wahr. ab dem 12.Jh entstanden türkische Reiche im Orient bzw. die Elite war meist türkisch. Die arabischen neuen Staaten des 20.Jh. waren bestrebt um eine neue Identität zu schaffen alles zivilisatorisch bedeutungsvolle ab dem 12.Jh. kleinzuschätzen und das noch frühere "arabische" Element hochzuhalten. Ideologie und Politik als Bestimmungsfaktor über die Wissenschaftsgeschichte. Im Westen war man stets bestrebt um sich selbst zu profilieren bzw. die Einzigartigkeit der europäischen Kultur zu zeigen mussten die anderen dagegen gering (!) erscheinen bzw. es musste nachgeholfen werden. Geschichte dient für viele Herrschende als etwas was man instrumentalisieren kann.

Gesellschaften sind immer im Wandel. DEr asymetrische bzw. schnelle Fortschritt Europas liegt vor allem in 1. agressive Kolonialpolitik und dadurch der Vorteil gegen Staaten die nicht-kolonisalistische Politik machten. Kolonialismus heisst auch man braucht viele Techniker, Sprachführer, Händler usw. so dass neue Schulen und Techniken gefördert wurden nicht weil man Wissenschaftsbesessen war sondern weil massive wirtschaftliche und politische Interessen vorlagen. 2.In den kolonisierten Staaten hat man die Struktur der Bildung dort entweder zerstört oder sehr geschwächt. Hunderttausende Bücher wurden nach Europa verschleppt. 3. Algerien z.B. exportierte Getreide nach Frankreich vor 1882. Als die Fransozen es besetzten hat man sie gezwungen aus Frankreich importierte Waren zu nehmen.

Im Islam heisst es nach dem Prophetenausspruch des Muhammad "Suchet nach Wissen. Sei es auch aus China." Ausserdem "Eine weile Wissenschaft lernen ist besser als die ganze Nacht beten" sagte er. Nicht nur die Folgen des Kolonialismus sondern auch die Nachlässigkeit der Muslime mindestens im 18.Jh. führte zur katastrophale Folgen für sie. Sie schaffften den Zugang zur industriellen Revolution nicht. Obwohl z.B. M.Ali Pascha massiv Industrialisierung in Ägypten ab Anfang des 19.Jh. vorantrieb und Ägypten wirtschaftlich stärkte. Zeitweise arbeiteten ca. 100 000 Arbeiter schon vor 1850 in ägyptisch-französischen und ´ägyptisch-britischen Firmen. Auch die Osmanen hatten sich bemüht. Jedoch aus politischen Gründen zwang Britanien das Osmanische Reich 1839 ein Kapitulationsvertrag zu unterzeichen, worin es hiess dass die britischen Produkte quasi steurerfrei und Zollfrei importiert werden könne aber umgekehrt die türkischen Produkte mussten hohe Zölle zahlen. All das hatte wesentlich dazubeigetragen und einiges mehr, dass die Wirtschaft und Staat bankrott gingen 1876. Die Tpürkei und Ägypten und Irak und weitere islamische Länder waren geostrategisch und reich an Bodenschätzen so dass man nie wollte dass sie industrielle Revolution vollziehen, da man langfristig sie zu besetzen gedachte. Japan dagegen war ein kleines Staat und in seiner Lage nicht so bedeutend. Sie konnten die Defizite schnell aufholen. Der Grund warum heute viele muslimische Länder wirtschaftlich zurückgeblieben sind muss man auf die quasi-sozialistischen Wirtschaftspolitiken der Regierungen zurückführen. Und politische Unruhen die Investoren und Investitionen abschrecken.




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