Frage von SaveSeeker, 77

Was ist der beste Kampfsport bzw die beste Art der Selbstverteidigung?

Hey Was ist die beste Art der Selbstverteidigung für Frauen? Ich hab mal Judo gemacht fand dann aber schnell raus das diese Sportart nichts für die Realität war also für die "Straße". Also welche Kampfsportart soll ich ausüben?

Antwort
von AlexChristo, 27

Hi,

die ganzen Empfehlungen sind suboptimal. Die Frage ist erstmal, was genau willst du? Du wirst vielleicht antworten, dich selbst verteidigen zu können.

Oder könnte es sein, dass du dich einfach sicherer fühlen möchtest?

Selbstverteidigung / größere Sicherheit kann man in verschiedene Stufen unterscheiden.

1. Prävention: Dafür sorgen, dass man erstmal garnicht in eine dumme Situation gerät und dafür ein Gefühl zu entwickeln. Du wirst z.B. lernen, dass es für eine Frau unwahrscheinlicher ist, nachts in einem dunklen Park überfallen zu werden, als in ihrer eigenen Wohnung.

Also Prävention: sich realistisch damit auseinanderzusetzen, wo Gefahren lauern und wie man diesen ausweichen/begegnen kann.

2. Deeskalation. Man befindet sich in einer dummen Situation und versucht ohne körperliche Verletzungen herauszukommen.

Nach Punkt 1 bis 2, die wahrscheinlich deine tatsächliche Sicherheit um ein vielfaches steigern, kommt:

3. Kampffähigkeiten erlernen, um sich möglichst unbeschadet aus einem Kampf herauszuziehen und flüchten zu können. Erst hier kommt das Kämpfen. Ziel sollte es übrigens hier nicht sein, den Angreifer auszuschalten, sondern sich von dem Angreifer trennen zu können, um dann zu fliehen.

Um die Punkte 1 bis 3 lernen zu können, bedarf es natürlich einer entsprechenden Schule, unabhängig davon, welche "Kampfsportart" sie anbieten.

Frag einfach in den Schulen nach. Du wirst merken, die meisten werden sich nur mit Punkt 3 beschäftigen.

Wenn du dich - warum auch immer - lieber nur auf Punkt 3 konzentrierst, hier auch weitere Dinge, die zeigen, wie gut der Verein auf Selbstverteidigung vorbereitet:

1. Wird nur in Sportkleidung trainiert oder auch in Alltagsbekleidung?
2. Gibt es Szenariotraining? (es wird z. B. eine Szene in der U-Bahn oder im Auto nachgestellt)
3. Gibt es Halb- / Vollkontakt? (Wenn du es ernst meinst, solltest du merken, wenn du Schläge einstecken musst, sprich: Es tut weh).
4. Es werden nur wenige Techniken trainiert, die jedoch auf alle möglichen Situationen anwendbar sind (es bringt nichts, wenn du zigtausende Techniken lernst. Je mehr unterschiedliche Techniken du lernst, umso wahrscheinlicher ist es, dass du in einer Streßsituation nichts ordenltiches machst).

Fazit:

Wie du herausgelesen hast, es gibt nicht die beste Kampfsportart. Es ist eher die Art und Weise des Trainings, die auf Selbstverteidigungssituationen vorbereitet.

Antwort
von OnkelSchorsch, 40

Jeder Kampfsport oder jede Kampfkunst ist gleich gut. Auch Judo ist bestens geeignet.

Man muss allerdings schon geraume Zeit üben. Schulen oder Studios, die damit werben, dass man schon nach wenigen Stunden Training fähig sei, das Gelernte in einer Realsituation bei einem Angrif anwenden zu können, sind grundsätzlich unseriös, denn das ist unmöglich. Es benötigt sehr viel Zeit und sehr viel Training, bis man Techniken und vor allem auch Gesamtstrategien derart verinnerlicht hat, dass man selbstverteidigungsfähig wird.

Der Leiter der hiesigen WingTsun-Gruppe geht davon aus, dass man nach etwa anderthalb Jahren regelmäßigen Trainings langsam beginnt, selbstverteidigungsfähig zu werden - und er bewirbt sein Studio ausdrücklich mit 'Selbstverteidigung'! Das ist eine realistische Einschätzung. Ich persönlich gehe eher von einer noch längeren Zeit aus, aber das sind Details, die hier wenig zur Sache tun. Entscheidend ist - um Kampfsport/Kampfkunst 'auf der Straße' anwenden zu können, muss man längere Zeit sehr intensiv trainieren. Auch Judo ist gut zur SV - nur eben "mal ne Zeit gemacht" reicht wohl kaum, man muss Judo schon zweimal oder dreimal die Woche über einen längeren Zeitraum üben, ich würde sagen, minimal drei Jahre.

Dabei wird es dann auch irrelevant, welchen Stil man ausübt. Ob Karate, Judo, Aikido, JiuJitsu, Taekwondo, Boxen, Ringen oder was auch immer , das ist egal.

Eine kleine Warnung möchte ich aber grundsätzlich aussprechen, und zwar eine Warnung vor Stilrichtungen, die aus militärischen Anwendungen kommen. Zwar werden genau die gerne als besonders effektiv beworben, tatsächlich sind sie es aber nicht. Wer selbst beim Militär war, weiß, welchen Stellenwert waffenloser Nahkampf im Militär hat: Nämlich nahezu gar keinen. Das sind Notfalltechniken, die man den Soldaten zeigt, damit sie in hoffnungslosen Situationen nicht in Panik verfallen und möglichst ihren Auftrag doch noch etwas weiter ausführen können. Wesentlich mehr steht da nicht hinter. Dass Militärausbilder dabei aber sehr effektiv sein können, ist eine andere Sache. Die Freundin meiner Mitbewohnerin war Nahkampfausbilderin beim USMC - eine kleine Frau, die richtig gut kämpfen kann. Aber die hat das viele Jahre trainiert. Eben!

Antwort
von zakcunningham, 16

Es gibt jetzt nicht den Idealen Kampfsport für 1:1 Kämpfe, aber es gibt mehr geeignete und weniger geeignete. Weniger geeignet sind zum beispiel tratitionelle Kampsportarten. Zb Karate, Teak-Won-Do(TWD), Kung-Fu. Hier machst du viel Hyong laufen ( Begriff vom TWD) Das sind Technik abfolgen, die als Wettkampfformen es gibt. Dies hat in erster Linie recht wenig mit SV (Selbst-Verteidigung) zu tun, da der Bezug fehlt. Schließlich brauchst du ja einen realen Trainingsparter  zur Übung der Techniken. Da hilft es dir recht wenig, wenn du im Viereck deine Techniken Abläufst. 
TWD hat hier eine Ausnahme zu bieten: Du machst auch viele Tritte, mit denen du auch jemanden im 1vs1 Kampf gegenüber treten kannst (Schau mal TWD Olympia/ Wettkampf - Videos an.) 

Boxen/ Kickboxen sind auch recht schlecht geeignet, da sie recht einseitig sind. Da schlägst du nur jemanden zu Boden, oder auch nicht. 

Mit Judo, verhält es sich ähnlich, da hier ein recht strenges Regelwerk herrscht, was aber auf der Straße niemanden interessiert. So darfst du zum Beispiel jemanden unter bestimmten Auflagen auf dem Boden Festhalten, darfst aber keine Bein-/Halsscheren, bestimmte Würgetechniken oder andere Druckpunkte anwenden, um den Gegner zu sichern. 

Somit kann ich dir nur Krav Magar und JuJustu empfehlen. Beide Sportarten sind zur SV ausgelegt, und du hast sämtliche Technikbereiche abgedeckt. 
Du hast: 
Würfe aus dem Judo
Würgegriffe aus dem Karate
Tritte vom TWD
Schläge vom Boxen
Festhalte Techniken vom Judo
Ausweichbewegungen vom Kung-fu. 

Somit lernst du recht schnell einfache, aber effektive Techniken, die wirklich basics sind. Wenn du länger trainieren solltest (so 4 Jahre) dann wirst du immer neue Angriffe lernen, und kannst schon grobe Abwehrtechniken dagegen selber entwickeln, ohne die eigentliche Technik zu kennen.  
Somit aus meiner Sicht ideal für den Straßenkampf, was sich auch zeigt, da die Bundeswehr und anderes Militär, so wie die Polizei (in Deutschland und international) Ju Jutsu anwenden und praktizieren. Da es sehr effektiv, einfach zu erlernen ist, und du sogar Gegentechniken lernst, wenn jemand auch einen Kampfsport betreibt. Und da du alles Abdeckst, bist du auch klar im Vorteil, als einer der nur schlagen, oder nur treten, oder nur werfen kann, da die Ausgangspositionen immer recht spezifisch in den einezelnen Sportarten sind. (Zb steht man im Judo parallel vor sich und packt sich in den Ärmel und in das Rever, was niemand auf der Straße machen würde.)

Außerdem kommt es dran, wie du in eine Situation gehts: Willst du Prävention, Deeskalation oder dich auch verteidigen, wenn es hart auf hart kommt? 
Und in welchen Klamotten wirst du wohl angegriffen? Was trägts du so normalerweise. Bei einigen Kampfsportarten ist zb die Kleidung sehr entscheidend(judo), bei anderen jedoch recht unwichtig, nur dass sie halt genügend Bewegungsraum bietet (JJ) 

Natürlich kann ich dir hier nicht die Ideale Emfehlungen oder die beste Lösung präsentieren, sondern nur eine subjektive Einschätzung liefern. Was für dich am besten passt, dass musst du selber herausfinden. Da kann dir keiner bei helfen. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. 

Wenn du weitere Fragen hast, dann schreib mich einfach noch mal an. 

LG

Antwort
von Adnauseam, 45

Versuche es mal mit Aikido, das ist reine Selbstverteidigung und auch für nichts anderes gedacht (also kein Wettkampfsport).

Kommentar von AlexChristo ,

Aikido als reine Selbstverteidigung darzustellen, ist ja schon ziemlich gewagt.

Kommentar von Adnauseam ,

Ja, natürlich steht auch eine Philosophie dahinter, aber es ist trotzdem kein Wettkampfsport und es eignet sich prima für Selbstverteidigung.

Antwort
von RipeClown, 31

Mach MMA da du alles lernst. Du lernst wie du einen Stand Kämpfer konterst, du lernst einen Bodenkämpfer auszukontern. Du hast dünne MMA Handschuhe was noch mehr einem Street Fight ähnelt und du machst einfach alles. Kannst du dir auch anschauen. Sowohl die Schläge als auch das blocken läuft beim Streetfight gleich ab. Du kannst außerdem mehr Turniere machen sowohl stand, als auch Boden, als auch MMA Turniere und somit mehr Erfahrung sammeln. Außerdem ist es die Revolution der Sportarten. Heißt du wirst damit viel mehr Geld machen können als mit anderen Dingen.

Schau dir den Film Never back down an und überzeuge dich selbst. ( auf deutsch the Fighter )

Wie gesagt du kannst alles, du machst alles. Mach also lieber MMA.

Antwort
von BastianSo, 39

Jiu Jitsu eignet sich gut

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