Frage von SchlaflosIn, 77

Was ist das Problem mit Imperativen?

Ich bin kein Germanist und sicher selbst nicht fehlerfrei, aber mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich lese oder höre:

"Spreche mit deinen Eltern; helf mir mal; les mal vor; geb mal die Butter ..."

Weiß jemand, warum das (gern auch linguistisch begründet) so schwierig ist?

Danke!

PS: ich weiß, im Sinne des Sprachwandels muss ich da durch, aber es bereitet mir körperliche Schmerzen...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Oubyi, 40

Ich muss mich da auch immer beherrschen, die Korrektur nur in Gedanken oder leise vor mich hin gesprochen zu äußern.
Wobei "helf mir mal" noch "harmlos" ist, schon -zig mal habe ich hier in Fragen gelesen:
"Bitte hilft mir"
Ich denke, viele Schüler habe schon genug damit zu kämpfen die gängigeren Formen der Verben zu lernen und sparen sich die Imperativ-Form dann einfach. Meist im täglichen Sprachgebrauch von ihrem Umfeld unterstützt. 
Ich würde mich nicht wundern, wenn ich es noch erlebe, das "helf" vom Duden als alternativer Imperativ geduldet wird.
Und ich bin schon nicht mehr der Jüngste.


Kommentar von Oubyi ,

Danke fürs

Antwort
von MaraMiez, 24

Ich zum Beispiel (Jahrgang 88), kann mich nicht erinnern, jemals Imperativ in der Schule behandelt zu haben. Mindestens meine Klasse damals hat nie gelernt, wie man das bildet oder warum man das tut.

Ich selbst nutze es, weil ich es schlichtweg durch Zuhören so gelernt habe, aber nicht jeder wächst in einer Umgebung (Familie, Freunde usw.) auf, in der das benutzt wird...Dialekte und dergleichen haben ja auch einen Einfluss, mancherorts benutzt man das einfach nicht. Das gleiche gilt für den Konjuktiv, obwohl ich das sogar in der Schule hatte, wenn auch nicht oft oder lang.

Kommentar von SchlaflosIn ,

Ja, da hast du doppelt Recht. Der Deutschunterricht misst so einem Randthema offenbar nicht genug Bedeutung bei, und die Sprache lernt man am schnellsten und besten Zuhause. Wenns da niemand kann, wie soll man es lernen. 

Trotzdem schade, dass so viel verloren geht. 

Antwort
von pn551, 17

Nicht nur Dir bereitet es Schmerzen. Ich bekomme regelmäßig Krämpfe, wenn ich diverse Fragen/Antworten lese. Ich weiß auch nicht, woran es liegen kann, daß so viele, vor allen Dingen Jugendliche, so schlecht in der Rechtschreibung und Grammatik sind. Von Interpunktion ganz zu schweigen.

Der Trend geht ja zu "schreiben nach hören", was ich persönlich für einen ganz großen Fehler halte. Die Jugend ist ja auch des Sprechens nicht mehr mächtig. Kein Lehrer und kein sonstiger Erwachsener wagt es sich, zu korrigieren, ich spreche nicht von kritisieren, sondern nur von korrigieren. Das ist nicht nur unser Recht sondern sogar unsere Pflicht, der wir nicht nachkommen. 

Ich danke Gott, daß es in meinem Leben genügend Menschen gab, denen ich es Wert war, mich zu korrigieren. Alleine, daß meine Mutter zu mir sagte: sprich ordentlich, denn so, wie du sprichst, so schreibst du.


Antwort
von atzef, 15

Ich neige selber dazu, "helf mir mal, bitte" zu sagen... :-)

Bei mir ist es recht eindeutig eine Anpassung an den allgemeinen falschen Gebrauch, wobei der sich tatsächlich hin zu einer Koexistenz von richtiger und falscher Form entwickelt.

Der wiederum dürfte sich schlicht aus dem Umstand heraus erklären, dass weit überwiegend der Imperativ 2. Pers. Sg. sich durch Infinitiv minus "en" bilden lässt.

Auch bei starken Verben mit Vokalwechsel von a zu ä (fahren). Nur bei starken Verben mit Vokalwechsel von e zu i wird der Imp. 2. Pers. Sg. durch die 2. Pers. Sg.minus st gebildet.

Antwort
von Hideaway, 34

aber es bereitet mir körperliche Schmerzen...

Das tut allen gebildeten Menschen Schmerzen bereiten.

Kommentar von SchlaflosIn ,

Danke, geteiltes Leid ... 

Antwort
von simsataby, 24

Mir bereitet das auch Schmerzen.

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