Frage von wombat6, 77

Was ist das für eine psychische Krankheit, Ist das schon Messi-Verhalten oder steckt mehr dahinter?

Hallo Ihr,

ich bin zur Zeit in einer recht komischen Situation. Mein Freund und ich sind seit drei Jahren zusammen. Er war von Anfang an ein Chaot. In jeder Lebenslage lief bei ihm nichts rund.

Sein mittlerweile 21 jähriger Sohn wuchs bei seinen Eltern auf, weil die Mutter damals schon nicht mit ihm klar kam und mein Freund der Sache nicht gewachsen war, wegen seinem chaotischen Lebenswandel.

Seine Ehe verlief in Höhen und Tiefen, sie Borderlinerin, er Co-Abhängig. Immer wieder wurde sich getrennt, dann wieder zusammen gezogen. Und das über 10 Jahre.

Er hat Schulden ohne Ende, weil er es einfach nicht hin bekommt, wichtige Sachen zu erledigen. Auch war er mal selbstständig, aber das ging in die Hose, weil er den Papierkram dazu nicht hin bekam. ende vom Lied: Steuerschulden.

Dann sein Haus. Eine totale Müllhalde. Er legt nicht viel Wert auf schöne Möbel, was ich nicht so schlimm finde. Aber wenn man die Möbel nicht mehr erkennt, weil darauf überall Zeitungen, Staub der letzten Jahre, altes Werkzeug, Medikamente, alte Klamotten, Hundehaare usw. darauf sind, finde ich das nicht mehr lustig. Ich habe mit ihm damals zusammen eine Aufräumaktion gestartet, da ich mich dort nicht wohl fühlte. Das Bett wurde nie überzogen. Er hat Hunde, genau wie ich auch. Unsere Hunde dürfen im Bett schlafen, aber ich finde, deshalb muss man eben das Bett öfter absaugen und öfter frisch beziehen. Er nicht. Wenn seine Hunde bei Matschwetter ins haus kommen, werden sie nicht sauber gemacht und springen so dreckig auf´s Bett. Ich habe extra dann Hundehandtücher zurecht gelegt, damit man die Hunde abrubbeln kann. Er benutzt sie nicht. Als ich ihm dann sagte, dass ich nicht mehr bei ihm schlafen will, wurde er stinkig und ging. Er meldete sich drei tage nicht bei mir und verkroch sich in seinem Haus. Vor zwei Jahren habe ich mir ein haus gekauft, wo er mit einziehen wollte. Er wollte dann sein Haus vermieten. Dies hat er aber nie hin bekommen, denn um etwas vermieten zu können, sollte es schon ordentlich aussehen. Der Garten steht voll mit Schutt, ein altes Auto steht dort, altes Werkzeug usw. Im haus überall Mülltüten. Die Küche ist dreckig, hat noch nie Wasser und Seife gesehen. Er macht sich was zu essen in der Pfanne, das Öl spritzt überall hin aber er wischt es nicht weg. Wenn er bei mir ist, ist es genauso. Nur bin ich die doofe, die es dann weg macht. Wir haben ein Zimmer als Ankleidezimmer. Sein Schrank ist leer und die Klamotten türmen sich auf dem Fußboden. Vor ein paar Tagen habe ich ihn gebeten, mir meine Rollo´s im Wohnzimmer anzubringen und zwei Gardinenstangen in den Kinderzimmern. Dies tat er auch. Allerdings hat das zwei Tage gedauert, weil er erst den Akku-Bohrer suchen musste, dann waren die Rigips-Dübel nirgends aufzufinden, obwohl ich ganz genau wußte, das wir welche haben, ich hatte sie selbst besorgt. Doch da er die Werkstatt nicht aufgeräumt bekommt, findet er es eben nicht. Das ist doch eine Krankheit??

Antwort
von adianthum, 29

Diese Unfägigkeit sich zu dringend Notwendigem aufraffen zu können deutet auf eine akute, bzw. schon chronische, Depression hin.

All die Verhaltensweisen die du beschreibst sind Anzeiger dafür.

Allerdings muss er selber einsehen, dass für ihn dringender Handlungsbedarf besteht, denn wenn er es "nur dir zuliebe" tut, dann steckt keine wirkliche Einsicht dahinter und es wird sich langfristig auch nichts ändern.

Eine Therapie ist dabei hilfreicher als eine medikamentöse Lösung in Form von "Happypillen".

In dem Fall bliebe dir nur die Trennung um dich selber zu "retten", denn über kurz oder lang wirst du daran selber "vor die Hunde gehen".

Antwort
von Ostsee1982, 23

Seine Ehe verlief in Höhen und Tiefen, sie Borderlinerin, er Co-Abhängig. Immer wieder wurde sich getrennt, dann wieder zusammen gezogen. Und das über 10 Jahre.

Du führst 3 Jahre lang ene Beziehung mit einem Mann der immense Schulden hat, ein Chaot ist, Co-abhängig von seiner Exfrau war, das Haus eine Müllhalde.... welche Frau die selbst gesund ist und ein geregeltes Leben führt will denn so einen Partner haben? Da kann doch bei dir auch was nicht stimmen. Ob es sich tatsächlich um Messizüge handelt oder nicht kann man nicht auf einem Laienportal klären ohne die Umstände zu sehen. Kaum ein Messi (ohne Behandlung) würde sich auf eine - deiner beschriebenen - Aufräumaktionen einlassen weil die krankhaft sammeln. Ich denke, dass da ganz andere Probleme dahinter stecken denn das was du beschreibst ist nicht chaotisch sondern lebensunfähig. Solange er aber keinen Leidensdruck hat, sich nicht freiwillig behandeln lassen will und du munter mit spielst wird sich an seinem Zustand nichts ändern. Fraglich ob er prinzipiell gewillt ist sich selbst zu reflektieren und eine positive Veränderung zu erzielen.

Kommentar von wombat6 ,

Ich führe ein geregeltes Leben. Das ist es ja. Ich brauche gewisse Regeln. Zwar kann ich auch spontan sein, aber ich habe zwei Kinder, mein Haus, meine Arbeit. Ich habe nie einen Mann gebraucht. Bin finanziell unabhängig. Zwar hab ich nicht viel, aber das was ich habe, reicht mir.

Irgendwie dachte ich, als wir zusammen kamen, das ist der Mann, bei dem ich so sein kann, wie ich will, der meine Kinder aktzeptiert und meinen Hundetick. Was ja auch so war.

Natürlich habe ich am Anfang schon gewußt, das er nich ganz "normal" ist. Aber ich habe es mir schön geredet, dachte, mit der Zeit wird es besser. Ich bot ihm auch an, seine Finanzen mal durchzugehen, habe ihm ausgerechnet, was er im Monat alles brauch und was er bezahlen muss. Doch ich habe schnell gemerkt, dass er sich dabei nicht reinreden will, also lies ich es dann.

Kann sein, dass mit mir was nicht stimmt. Es ist nicht meine erste Beziehung, die ich beende, weil mich der Mann nach einiger Zeit gestört hat. Ich selbst bin so groß geworden. Meine Eltern sind geschieden und beide hatten immer wechselnde Partner. Vielleicht kommt es da her. ich suche evtl. einen festen Partner, der mit mir durchs Leben geht, aber auf der anderen Seite will ich meine Freiheit.

Ich bin erst 35, vielleicht ändert sich das mit 45. wer weiß.

Aber ich möchte nicht den Rest mein es Lebens mit so einem Mann verschwenden.

Kommentar von Ostsee1982 ,

Mir würde sich an deiner Stelle die Frage aufwerfen: Wie kann ein Mann unter den genannten Bedingungen mit dir gut umgehen wenn er es mit sich selbst nicht kann?

Er will sich nicht professionell helfen lassen, verlangt aber implizit von dir, dass du dich dem fügst. Ich würde dir anraten dich da keinen Illsuionen hinzugeben, dass sich bei ihm etwas im Positiven verändert, das war in den 3 Jahren eurer Beziehung nicht der Fall und auch vorher schon nicht. Vielleicht liegt es ein Stück weit daran, dass du zu Beginn einer Beziehung zu wenig auf dein eigenes Gefühl hörst? Vielleicht spielt auch das Elternhaus mit eine Rolle. Es wird wohl eine Kombination aus mehrerem sein.

Vielleicht könnte es helfen wenn du dir eine Liste aufstellt was dir in einer Beziehung wichtig ist, was du brauchst um glücklich zu sein und bei Männern/ bei Bekanntschaften schon zu Beginn darauf achtest ob er das auch mitbringt. Mit deinem jetzigen Partner wirst du kaum auf einen grünen Zweig kommen.

Dir ist eine langfristige Partnerschaft wichtig und Freiheit. Freiheit heißt auch Unabhängigkeit. Kannst du Unabhängigkeit leben mit einem Partner der sich von dir abhängig macht? Kannst du sagen, dass du aktuell und auch rückblickend auf die letzten 3 Jahre glücklich bist? Ist es das was dich erfüllt? Ich möchte dich in keine Richtung drängen aber vielleicht wäre es ein paar Gedanken wert ob das wirklich das Richtige ist oder ohne deinen Partner ein besseres Leben führst.

Antwort
von gamine, 35

Du wusstest, wen du dir ins Haus holst. Offensichtlich hat er es nicht nötig. Nicht jeder kann es sich leisten, ein Haus leer stehen zu lassen und zuzusehen, wie es verfällt. Ihr könntet doch wenigstens arme Leute da wohnen lassen, damit es wenigstens einen Sinn hat. Die würden dann fürs gratis wohnen dort aufräumen...

Bei dir im Haus räumst du ja auf. Jeder macht nur das, was er/sie für notwendig empfindet. Ihn stört der Müll nicht...

Ob das jetzt eine Krankheit ist, weiss ich nicht. Du wirst es nicht "behandeln" lassen können. Du wirst ihn so akzeptieren müssen, wie er ist, oder dich trennen. 

Seine chaotische Art ist es aber vermutlich, was dir an ihm gefällt. Du kannst nicht einen chaotischen Typen haben und gleichzeitig einen, der dauernd überall aufräumt und überall Ordnung hält.  

Kommentar von wombat6 ,

Er kann es sich auch nicht leisten, denn er steht kurz vor der Zwangsversteigerung. Er hat von der Bank damals einen Aufschub bekommen, um die Raten fristgerecht und in voller Höhe zu zahlen. Dies hat er zweimal geschafft. Dann nicht mehr, weil er andere Schulden bezahlen musste. Er hat dadurch eine Kontopfändung und die Bank hat jetzt den Hahn zu gedreht.

Hätte er es vermietet, wären die Raten gedeckt gewesen. Aber nein, er schaffte es nicht, das Chaos zu beseitigen.

Und warum sollte mir seine chaotische Art gefallen? Tut es nicht, es stört mich gewaltig.

Kommentar von gamine ,

Dann hat er das Haus also verspielt. Aber irgendwie scheint ihn das nicht zu stören. 

Die Leute lernen nur, Dinge zu ändern, wenn sie die Konsequenzen spüren. Wenn er das Haus verliert, hat er eine Last weniger und wohnen kann er ja bei dir.

Es müsste irgendwie für ihn die Notwendigkeit zum Ordnung halten  entstehen...

Kommentar von wombat6 ,

Ja, wohnen könnte er bei mir. Aber will ich das? Wenn er bei mir ist, lässt er auch überall sein Chaos liegen. Die Garage ist jetzt schon zugemüllt.

Es ist ja nicht nur die Unordnung. Auch die Unordnung in seinem Kopf. Er bekommt einfach nichts geregelt. Ich kenne sowas nicht. Und ich bin nicht bereit, für ihn alles zu übernehmen.

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