Frage von Jahnni1, 137

Was ist das für ein altertümliches Schwert ?

Was ist das für ein altertümliches Schwert ?

Antwort
von ghostdog21, 53

Tja Jahnni1,

und noch immer geizt Du mit Informationen. Von den unscharfen Fotos kann man das Material und die Beschaffenheit höchstens erahnen. Rein anhand der Form würde ich weniger an die Franken als vielmehr an die Angelsachsen denken. Eine schlichte Spatha um 1000 herum wäre relative leicht in Norddeutschland zu finden, da die Angelsachsen mit uns regen Handel betrieben als sich deren Untergang am Horizont abzeichnete und nicht zuletzt sind die Sachsen ja bis heute mehr oder weniger miteinander verbundene Stämme. (Wieviele Magdeburger oder Hallenser haben Verwandschaft in Leipzig und Chemnitz bzw. umgekehrt?)

Dazu passen würden dann auch die Symbole, da die Sachsen sich gern mal mit angedeuteten Drachen für stärker verkauften als der "Dee" sie werden ließ... und zufällig waren die Sachsen hier ja auch mehr oder weniger der deutschen Sprache und somit Schrift fähig. ^^

Doch vielleicht hast Du das Schwert ja auch ganz woanders gefunden und/oder es ist wesentlich älter? Dazu müsstest Du dann aber schon einige mehr Infos heraus rücken...

In diesem Sinne:
Gruß ich

Kommentar von Jahnni1 ,

Die Sache ist die, dass es meinem besten Kumpel gehört. Er hat es von seinem Vater, und sein Vater hat es von seinem Opa vererbt bekommen. Meinem Kumpel geht es gesundheitlich nicht gut, und er möchte es verkaufen. Er hat schon einen Käufer, aber ich als Freund sehe mich verpflichtet, den Wert nachzufragen, weil ich nicht möchte, dass er übers Ohr gehauen wird. Mein Kumpel kommt aus der Nähe von Magdeburg. Falls es ausgegraben wurde, dann aber vor über 100 Jahren. Denn solange ist es im Familienbesitz.

Ich kann es morgen gerne wiegen, falls es weiter helfen würde....

Kommentar von Jahnni1 ,

So, laut meinem Kumpel soll es 607 Gramm wiegen. Die obere Klingenbreite (genau am Klingenanfang) beträgt (lt. Aussage), exakt 4 cm. Die untere Klingenbreite (lt. meinem Kumpel, dort, wo die Schwertspitze beginnt), beträgt wohl die Klingenbreite exakt 2 cm. Es wurde nirgends ausgegraben, sondern befand sich wohl immer im Familienbesitz.

Kommentar von ghostdog21 ,

Wie dick/stark/tief ist es? Ich vermute im Durchschnitt ca. 3 mm. Dann könnte es, auf Grund des Gewichts, zu etwa 60% aus Zink und 40% Kupfer bestehen. Messing wie dieses ist jedoch als leicht ins bräunliche gehend zu identifizieren (würde ich anhand der Fotos eher nicht sagen) und würde für eine Zeit vor 500 sprechen. Wahrscheinlicher ist daher ein Stahl mit 60% Eisen- und 40% Zinnanteilen. Das würde bedeuten das es wohl aus einer Zeit nach 1100 stammen würde. Welches sich mit meinen anderen Gedankengängen auch eher deckt.

Ganz genau kann man das jedoch nur im Labor ermitteln. Also vergiss bitte nicht das das jetzt alles eher Vermutungen und Schätzungen sind. Wenn Du es also wirklich gut mit ihm meinst sollte er vor dem Verkauf ein Gutachten erstellen lassen.

Nur dann seit da halbwegs auf der sicheren Seite.

Was die Region Magdeburg angeht habe ich die schon nicht ohne Grund ins Spiel gebracht... Ich hatte da so einen Verdacht. Wenn es nun aber schon lange in Familienbesitz ist und vorher vielleicht sogar nicht ausgegraben sondern abgekauft wurde wäre der Wert ggf. auch durch die Kaufurkunde (um 1800-1900) noch stark steigerbar. Ich würde also mal fragen ob es alte Gebäude im Familienbesitz gibt oder gab. Dort könnte man Wände und Böden auf hohle Steine abklopfen und würde vielleicht eine Kiste oder Flasche finden mit einem solchen Schriftstück. Aber auch das ist jetzt nur eine wahnwitzige Vermutung meinerseits.

Ansonsten möchte ich mich jetzt hier nicht weiter äußern und nochmals darauf hinweisen, dass nur ein Profi vor Ort Gewissheit bringen kann.

Mich selbst würde ich höchstens als interessierten Laien auf dem Gebiet beschreiben... ;-)

In diesem Sinne: Viel Glück.

Kommentar von Jahnni1 ,

Morgen werde ich genaueste Angaben bezüglich Material und Stärke angeben. Ich kenne einen Schrotthändler, der eine Lasermesspistole besitzt, die genaueste Materialangaben macht (genaueste Angaben in Prozent, was Metallbeschaffenheit ambetrifft). Wie gesagt, mein Kumpel hat vielleicht noch 1-2 Jahre, aber nicht länger. Es wäre schade, wenn man ihn übers Ohrs hauen würde.

Kommentar von ghostdog21 ,

Ja verstehe schon das Du es gut meinst. Aber selbst mit den Infos wird das hier eine Schnitzeljagd von Hinweis zu Hinweis. Jemand der vom Fach ist und das Ding vor Ort begutachtet wird Dir die Erkenntnisse die wir nach 8 weiteren Fragen zu Tage befördert haben nach 5 Minuten geben.

Zeit die Du zwar vielleicht hast - aber die Du im Nachhinein eventuell als verschwendet ansehen wirst.

Verbringe die Zeit mit ihm und engagiere einen Profi. Geld ist am Ende auch nur bedrucktes Papier. Das kann keinen Moment ersetzen in dem Dein Kind seinen ersten Schritt tut oder ein Freund sich dafür bedankt das Du ihm noch mal die Schönheit der Natur gezeigt hast...

Und sollte es darum gehen das er finanzielle Mittel für die Behandlung braucht ist solch ein Notverkauf von Antiquitäten immer ein schlechtes Geschäft.

Mich würde es auch nur noch aus der Perspektive interessieren wie nah ich mit meinen Vermutungen dran war. Oder maximal vielleicht noch als gemütliches Langzeitprojekt.

Ansonsten muss ich sagen: Bin ich an der Stelle raus.

Tut mir leid. Aber ich bin lieber ein ehrliches A~loch an der Stelle als ein hinter~ ...

Ich hoffe Du verstehst das.

Gruß ich

Kommentar von Jahnni1 ,

Klar verstehe ich das. Ich halte dich auf jeden Fall auf den Laufenden.

Kommentar von Jahnni1 ,

Trotzdem danke für deine Mühen !

Kommentar von Jahnni1 ,

Hab eben im Tafelwerk nachgeschaut. Kupfer hat eine Dichte von 8,92 g/ccm und Zink 7,14 g/ccm. Bei 60 % Kupferanteil und 40 % Zink, bekommt man fast den Wert vom Gewicht des Schwertes (615 Gramm).                         Nimmt man die Dichte vom Stahl (7,87g/ccm), mit 60 % und Zinn (5,76 g/ccm), mit 40 % Anteil, kommt man auf ein Gewicht von ca. 534 Gramm für das Schwert. Wie gesagt, mein Kumpel hat es gewogen und das Gewicht mit 607 Gramm angegeben.

Kommentar von ghostdog21 ,

Ich bin von den 607 ausgegangen und habe es im Kopf grob überschlagen. Und beim Schmieden werden gern bestimmte Verhältnisse verwendet. ^^

Allerdings wirst Du Zinn früher selten unter 14 Grad gefunden haben.
Von daher sind hier eher 7,31 g/cm3 bzw. 6,54 g/cm3 zu verwenden.Und das man leicht über die 607 kommt liegt an solchen Dingen wie Abhub, Bearbeitung (vor allem Verzierungen & Einkerbungen), Oxidation usw.

Das Tafelwerk ist hierzu ja nur ein grober Ansatz. Bei Wikipedia findest Du dann doch einige Infos mehr. So als Tipp nebenbei.
Doch auch Wikipedia ist nur ein wenig genauer und/oder vollständiger.

Antwort
von NorwinSchneider, 25

Ist nicht von den ehemaligen Dänen und auch nicht von den Jüten. Es könnte evtl aus dem Franken bzw Sachsenreich kommen. 

Kommentar von Jahnni1 ,

Danke, dass du dir überhaupt die Mühe machst und dich mit dieser Frage beschäftigst. Falls es hilfreich ist, die Metallarten, mit dem dazugehörigen   Gewicht, die in dem Schwert verarbeitet wurden, zu wissen, so habe ich die Möglichkeit, mit einem Analysegerät, welches ich mir ausborgen könnte, dies in Erfahrung zu bringen. 

Kommentar von NorwinSchneider ,

Ich persönlich kann dir leider nur sagen das es kein Wikingerschwert bzw Klinge ist. Weiter kenne ich mich auch nicht so aus. 

Sieht für mich sehr nach einer Sächsischen bzw Frankischen Klinge aus. 

Kommentar von Jahnni1 ,

Ich gebe langsam auf. Hatte noch mehrere Experten gefragt, aber niemand konnte mir etwas genaues, bezüglich des Ursprungs, sagen. 

Kommentar von NorwinSchneider ,

Es kann sein das sie damals Privat geschmiedet wurde, das gab es auch. Das würde dann bedeuten das sie eben nicht von einem offiziellen Schmied hergestellt wurde und somit auch auf Verzierungen, Muster etc verzichtet werden konnte. 

Kommentar von NorwinSchneider ,

Deswegen könnte es sein das die Experten keine Ahnung haben wo das her kommt. 

Kommentar von Jahnni1 ,

Ich danke dir. Werd die Tage endlich eine Metallanalyse machen. 

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