Frage von Oststeinbeker, 55

Was ist das "beste" Filesystem für einen RaspberryPi?

Mit welchem Filesystem sollte man die SD-Karte für den RaspberryPi am besten formatieren um eine gute Performance und eine lange Lebensdauer der SD-Karte zu erlangen? EXT4 hat ja das Problem, dass durch das Journal unnötig viele Schreibzugriffe entstehen. Wäre EXT2 da besser? Und wie sieht es bit BTRFS aus? Da gibt es ja einige Optimierungsmöglichkeiten für Flash Speicher, allerdings sind die, wenn ich das richtig verstanden hab wohl eher für SSDs gedacht. Macht BTRFS für SD Karten sinn und wenn ja mit welchen Einstellungen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von franzhartwig, 29

Völlig korrekt, die Lebensdauer der SD-Karte ist ein kritischer Punkt im 24/7-Betrieb. Das Journaling kann man bei Ext4 ausschalten, da braucht man kein anderes Dateisystem: http://www.gtkdb.de/index_7_2235.html

Ich habe, wie TeeTier beschreibt, /var/log und /var/lib auf einen externen Stick ausgelagert und mache tägliche Backups. Auch /home ist ausgelagert, sodass bei Ausfall eines Datenträgers nicht so viel auf einmal wiederherzustellen ist.

Auch noatime in den Mount-Optionen der fstab ist hilfreich, wenn man das Journaling eingeschaltet lassen möchte. Man kann das Journal auch auslagern auf einen anderen Datenträger.

Hier: http://www.heise.de/forum/Make/News-Kommentare/Raspberry-Pi-Zero-Der-neue-Bastel... finden sich auch ein paar Anregungen.

Ach so, wichtig ist auch eine stabile und ausreichend kräftige Stromversorgung. Wenn Du da Schwankungen hast, kann es auch zu Dateisystemfehlern kommen.

Antwort
von TeeTier, 26

Neben dem Dateisystem solltest du dir unbedingt Gedanken darüber machen, was du alles in die Ramdisk auslagern kannst, und mit etwas Profiling herausfinden, welche Prozesse am meisten auf die "Platte" schreiben, sodass du deren Konfiguration anpassen kannst.

Wenn du alles vernünftig konfiguriert hast, dann tendieren die Schreibzugriffe fast schon gegen Null, und dabei ist dann das Dateisystem fast schon relativ egal. (Die Betonung liegt auf "relativ"!)

Außerdem könntest du einen Mini-USB-Stick für /tmp oder /var anstöpseln oder vorher auf einem Zweitsystem ein Image deiner SD-Karte mit "dd" erzeugen, und bei deren Ausfall einfach eine neue mit exakt dem selben Image erzeugen.

Aber vermutlich hält die SD-Karte schon länger als dein RasPi, wenn du "nur" die ersten beiden Absätze meiner Antwort beachtest. :)

PS: Guck dir auf jeden Fall die Dokumentation von mkfs, tune2fs und mount an! Alleine mit den Dreien kannst du schon eine Menge Lebensleistung und Performanz aus deiner SD-Karte rausholen!

Antwort
von Trackfreak, 25

Hi, theoretisch wäre btrfs eine gute Wahl. Mir ist nur leider schon mehr als ein btrfs abgefackelt. Daher bin ich von btrfs nicht mehr besonders begeistert. Ich benutze auch auf SD Karten ext4 und bisher halten meine guten SD Karten das auch durch. Ext2 würde ich auf keinen Fall verwenden. Bei Ext2 fehlt das Journal ersatzlos. Das birgt die Gefahr von Datenverlust durch Beschädigung des Dateisystems.

Kommentar von TeeTier ,

Wenn dir deine Datenträger mit Btrfs "abfackeln", dann liegt das nicht am Dateisystem, sondern am Starkstromanschluss! Am besten einfach mal das Netzteil austauschen. :)

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