Was ist das Besondere an Jesus Handeln und Wirken?

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7 Antworten

Die Antwort hängt davon ab, warum Du fragst.

wenn Du es für eine Reliarbeit brauchst, reichen die anderen Antworten.

Wenn Du die Sache aber systematisch erarbeiten willst, weil wichtige Lebensentscheidungen davon abhängen ("Soll ich mein Leben aufgrund dieser Aussagen in die eine oder andere Richtung gestalten?") oder wenn Du es für eine historische Betrachtung brauchst, solltest Du die Dinge hinterfragen, alternative Erklärungen suchen, und abwägen, was wahrscheinlicher ist.

Man nennt das Skepsis. Skepsis ist nicht "Ablehnen" oder "Kritik um der Kritik willen", sondern das Sammeln möglichst vieler Informationen, ohne absichtlich Dinge zu ignorieren, die nicht ins Bild passen, zu untersuchen, wie stichhaltig sie sind, und abzuwägen. Du bewegst Dich damit natürlich weg vom nicht hinterfragenden "Glauben", hin zu einem rational erarbeitetem "Wissen".

-Zunächst einmal:
ob Jesus als historische Person überhaupt gelebt hat, ist schon mal eine grundsätzliche Frage, die ihrerseits umstritten ist, und von vielen angezweifelt wird. Auch Theologen die sich ernsthaft damit befassen kommen zu dem Schluß, daß man das - wenn man ehrlich ist - nicht sicher sagen kann. Jesus wird in der damaligen Zeit in den Chroniken, Registern etc. nicht erwähnt. Und das wäre eigentlich zu erwarten, da die Römer damals sehr gute Chronisten hatten, die aufschrieben, was so passiert. Das ist also schonmal sehr komisch.

Ob die Bibel dann alles richtig wiedergibt, ob sie überhaupt "Original" ist, ob sie nicht an der einen oder anderen Stelle bewusst oder unbewusst "passend" gemacht wurde, damit Dinge ins Konzept passen, ist die nächste Frage. Die Authentizität des NT ist sogar höchst fraglich.
Schließlich wurden die Geschichten ja nicht von Beobachtern aufgeschrieben, sondern wurden erstmal jahrelang mündlich weiter gegeben. Wer mal "Stille Post" gespielt hat, weiß, was dabei herauskommt. Die ersten Evangelien wurden erst 20 Jahre NACH dem Tot aufgeschrieben. Und, sie wurden aufgeschrieben von Leuten die nicht Geschichtsschreiber waren, sondern von Missionaren, die damit etwas bewirken wollten. Sie waren also nicht neutral. 300 Jahre danach wurde von den Oberen ausgewählt, welche gelten sollen, welche nicht. Das haben dann schon Kirchenleute mit dicken Bäuchen gemacht, die ein Interesse hatten, nicht passendes zu vertuschen. Im 6. Jahrhundert gab es nochmal ein Konzil, bei dem eingie Bibelstellen gestrichen wurden.
Man kann also sicher davon ausgehen, daß vieles verloren ging, vieles geändert wurde, und auch einiges dazugedichtet wurde.

Wer denkt, das ist alles Quatsch, der beantworte die einfachen Fragen zum NT:
 An welchen Tag ist Jesus gestorben, und zu welcher Tageszeit?
 Wer ging zum Grab, am dritten Tag? Namen?
 Was sah man im offenen Grab?

-Wunderheilungen:
Mal abgesehen von oben beschriebenen Unsicherheiten (die manche schon als Killerargument sehen), sollte man sich erinnern, daß man damals fast keine Ahnung von Biologie und Medizin hatte. Z.B. hätte es durchaus sein können, daß jemand lediglich bewusstlos war, und wieder erwachte. Später wurde daraus die Erweckung. Krankheiten mit zeitweiligen Sehstörungen, temporärer Erblindung, Vergiftungen die zeitweise das Sehen beeinträchtigen könnten die Heilung erblindeter erklären usw.
Ich kann nicht sagen wie es war; keiner kann es. Aber zu behaupten es war eine Wunderheilung ist eigentlich unwahrscheinlicher als solche Erklärungen. Wenn man neutral an die Sache geht, und nicht unbedingt von vorneherein so hindrehen will.

- Gehen auf Wasser:
Es hat sich herausgestellt, daß es sich um einen ganz banalen Übersetzungsfehler handelt. Im Original heisst es sinngemäss: "er ging am Ufer des Sees (spazieren)".

- Berichten von Menschen die glauben, dass Jesus sie gesund gemacht hat
(in der Gegenwart):
Letztendlich ist es Statistik, und ihre Interpretation.
Es könnte sein, daß die Genesung nicht wissenschaftlich untersucht wurde. Sondern lediglich der Arzt vorher "aufgegeben" hatte. Wenn z.B. bei einer Krankheit nur 1 von 10000 durchkommt, und der Arzt nicht weiter kommt, aufgibt, kann dennoch genau dieser Patient der eine sein.
So ist Statistik, aber wer es hindrehen will, sagt "Wunder".

Möglich, daß die Wissenschaft es tatsächlich nicht weiss. Sie forscht ständig -  müsste sie nicht, wenn alles schon bekannt wäre. Es gibt immer Lücken. Man kennt nicht alle Ursachen bis ins kleinste Detail, nicht alle Mechanismen. Der Körper ist z.B. in der Lage Krebszellen selbst zu bekämpfen (bis zu einem gewissen Grad).
Auch hier kommt die Statistik ins Spiel:
Wenn bei Krankheit A 30% sterben, spricht keiner von 70% Wunder.
Wenn bei B 99,99% sterben, ist der 1000. ein Wunder.

Keine Frage:
es gibt eine moralische Botschaft, die unbestritten auch positiv ist.
aber das ist eine andere Sache.



--
Informationen:

NT-Experte, Bart Ehrman
(youtube: "Bible Fail: Unreliable, Incoherent & Self Contradictory" und "Misquoting Jesus")


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Es berichten Menschen davon, dass Jesus sie gesund gemacht hat. Das diese Menschen gesund wurden ist wissenschaftlich nicht erklärbar. Du kannst dir die Videos im Internet ansehen.

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Kommentar von sarahj
24.11.2015, 23:09

wow - war das damals noch Betamax, oder schon VHS?

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Kommentar von comhb3mpqy
24.11.2015, 23:27

youtube

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Kommentar von helmutwk
25.11.2015, 18:28

Du kannst dir die Videos im Internet ansehen.

Welche Videos? Aus der Verfilmung des Lk-Evangeliums?

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Kommentar von comhb3mpqy
25.11.2015, 20:10

nein, ich meine Videos von Menschen, die heute davon berichten, was Jesus für sie getan hat. Einige wurden zum Beispiel gesund. Der Kanal bei youtube heißt "Mensch Gott"

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Eine Stelle in der Bibel zeigt vielleicht das wirklich Besondere an Jesu Handeln und Wirken (Apostelgeschichte 5, 33-42 "Der Rat des Gamaliel"):

38 »Darum rate ich euch: Geht nicht gegen diese Leute vor! Lasst sie laufen! Wenn das, was sie wollen und was sie da angefangen haben, nur von Menschen kommt, löst sich alles von selbst wieder auf. 39 Kommt es aber von Gott, dann könnt ihr nichts gegen sie machen. Wollt ihr am Ende als Leute dastehen, die gegen Gott kämpfen?« Die Ratsmitglieder gaben Gamaliël Recht.

Gamaliel war zu dieser Zeit einer der angesehensten jüdischen Schriftgelehrten und er war der "Religionsprofessor" des späteren Apostels Paulus (Apg. 22,3).

http://www.bibleserver.com/text/GNB/Apostelgeschichte5

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Besonders war, dass er Leuten die Vergebung der Sünden zusprach, ohne eine Vorleistung zu verlangen. Siehe Mt 9,2-8.9-13; Lk 7,36-50.

Viele Religionen sagen so was wie: tu das, und dann bekommst du .... Die Botschaft Jesu ist: Du bekommst, und jetzt solltest du ...

Das hat dann auch in jeder Hinsicht heilende Wirkung gehabt.

Aus christlicher Sicht ist das Besondere an Jesus, dass in Ihm Gott selbst auf diese Welt gekommen ist. Das wird vor allem im Johannesevangelium deutlich, das zwar relativ wenige Wunder Jesu erzählt, die aber ausführlich. Hier kann fast jedes Kapitel dieses Evangeliums benutzt werden, um etwas einzigartiges an Jesus zu zeigen.

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Jesus heilte Menschen von unterschiedlichsten Krankheiten, tat verschiedene Wunder und lehrte seine Zuhörer die "goldene Regel": "Alles nun, was ihr wollt, daß die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso" (Matthäus 7,12a).

Ebenso predigte er die Nächstenliebe: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Matthäus 22,39b).

Und sogar die Feindesliebe: "Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen" (Matthäus 5,44).

Jesus war völlig unschuldig und starb am Kreuz zur Vergebung unserer Sünden: "Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm” (2. Korinther 5,21).

Er nahm die Last der Sünden der ganzen Welt auf sich: "Und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt." (1. Johannes 2,2).

"Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren" (Römer 5,8).

"Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat" (Johannes 3,16).

Jesaja sagte Jahrhunderte zuvor voraus, dass Jesus leiden wird: “Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. ... Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden” (Jesaja 53,3.5).

Johannes der Täufer sagte über Jesus: "Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!" (Johannes 1,29b).

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Wasser in Wein.

Zwei Brotvermehrungen.

Blinde wurden sehend.

Lahme konnten wieder gehen.

Tote wurden lebendig.

Aber das wichtigste: Sünden vergeben!!!! Das ist etwas, dass nur Gott vorbehalten ist.

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Er hat Geister ausgetrieben.

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