Frage von KittyLove18, 87

Was ist Borderline,Und was sind die Anzeichen dafür?

Ich habe schon danach gegoogelt aber nichts hat mich wirklich weiter gebracht-kann mir jemand bitte helfen und die Frage so beantworten das ichs auch verstehe? Und was sind die Anzeichen dafür? Und wie erfährt man ob mans hat (ausser mithilfe von Ärztlicher/therapeutischer Hilfe) geht das ohne dieser "hilfe"?

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Antwort
von Caithness, 16

Hier findest Du die fachliche Betrachtung der Borderline-Persönlichkeitsstörung: https://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung

Ich habe vor langer Zeit einen Beitrag gefunden, der vielleicht hilft, diese psychische Erkrankung besser zu verstehen:

(...)Wenn der Kern eines Menschen durch massive seelische/körperliche Gewalt (in vielen Fällen sehr früh schon) zerschlagen wurde, dann verfügt dieser Mensch nicht über eine "sichere Identität". Er kennt sich in sich selbst nicht aus und kann sich auf nichts im Leben verlassen.

Daher versucht er auch mit allen Mitteln, andere Menschen an sich zu binden (z.B. durch Manipulation, Gefälligkeiten, emotionale Erpressung, Machtspiele...Grenzverletzungen).

Wir Anderen können uns immer noch auf uns selbst verlassen, wenn niemand mehr da ist. Wir halten das aus. Viele Menschen brauchen das Alleinsein und die absolute Stille sogar immer wieder, um Kraft aus sich selbst heraus, aus ihrem eigenen Kern zu tanken.

Viele von uns Nicht- Borderlinern können sich, weil sie sich kennen und daher auch in der Interaktion mit Anderen wieder erkennen, reflektieren, sich sammeln und sich die Ursachen für ihre Probleme (z.B. im zwischenmenschlichen Bereich) bewusst machen und dann neue Wege gehen. Wir können trennen zwischen dem Du und dem Ich.

Trennen und sich auf sich selbst besinnen, sowie sein Beziehungsverhalten ändern- das alles kann ein Borderliner nicht (obwohl ich hier nur die maskuline Form verwende, meine ich selbstverständlich auch weibliche Borderliner).

Um Borderline auf die Spur zu kommen, habe ich immer wieder versucht, mich einzufühlen in die "Identitätslosigkeit" der Betroffenen. Auf diese Weise begann ich zu begreifen, warum die mir bekannten Borderliner so sehr auf Füllung von außen und auf einen äußeren Rahmen, der sie zusammen hält, angewiesen sind.

Hinter ihrer "inneren Leere" (die sie durch die Außenwelt, durch Beschäftigt- und Abgelenktsein von sich selbst zu füllen versuchen) steckt ein Trauma unbegreiflichen Ausmaßes, an das sie nicht heran können. Die Angst, das Überlebte erneut zu durchleben, ist sehr viel größer als die Mittel der Ablenkung, des Leugnens, des Bagatellisierens oder der Flucht (Dissoziation).

Oft versagt leider auch professionelle (aber nicht auf die Borderliner zugeschnittene) Hilfe. Denn Psychotherapien zielen meist darauf ab, einer Person das Unbewusste ins Bewusstsein zu holen, damit sie ihre destruktiven Verhaltensmuster erkennt und sie überwinden kann. Das setzt eine greifbare Persönlichkeit voraus, die ein Borderliner nicht sein kann. Andernfalls wäre er nicht Borderliner und nicht das Fähnlein im Winde.

Nur Substanz lässt sich bewegen und verändern, "Leere" jedoch nicht. Um diese Leere herum kreisen diffuse Selbstbilder und ein diffuses Weltbild:

Die speziellen Borderline-Therapien sollen Betroffenen in erster Linie dabei helfen, ein Ich zu entwickeln, über das sie noch nicht (oder nicht mehr, was seltener vorkommt) verfügen, weil es durch ihre meist frühen und äußerst extremen Gewalterfahrungen zersplittert und zerschlagen worden ist (und mit ihm ihre Persönlichkeitsgrenzen).

Es geht in der speziellen Therapie also um das Ordnen des inneren Chaos. Und es geht um die Füllung der Leere - aber nicht (wie im Borderline- Alltag üblich) durch andere Menschen, sondern um die (späte) Entwicklung eines eigenen Profils, einer eigenen Persönlichkeit mit der Unterstützung durch einen Therapeuten, der das Verhalten des Borderliner spiegelt und gemeinsam mit ihm reflektiert und der ihm dabei hilft, sich seiner Gefühle bewusst zu werden.

Wenn der Kern eines Menschen zerschlagen wurde, fängt Hilfe also auch noch im Erwachsenenalter ganz von vorn an: bei der "Geburt des psychischen Ich" (Margret Mahler), die bei einer einigermaßen oder ganz geglückten seelischen Entwicklung etwa am Ende des dritten Lebensjahres stattfindet (nämlich dann, wenn ein kleiner Mensch sich seiner Grenzen bewusst ist).

Wer diese Entwicklung nicht durchlaufen konnte, verliert sich... in sich selbst... in der Welt...: alles rauscht vorbei, alles fließt, alles verwirrt, nichts bietet dauerhaft Halt, alles lässt verzweifeln...

Nicht alle Borderliner verletzen sich körperlich selbst, aber alle tun es seelisch (z. B. durch ihr Verhalten in nahen Beziehungen, in denen sie auch ihre Mitmenschen so behandeln wie sich selbst...)

[fehlende Abbildung]

Warum das Bild einen hellen, zerrissenen Kern hat? Weil am Anfang jeder menschlichen Existenz Licht in Form von Liebe war... und weil ich an die Liebe glaube, die alles und jeden heilt, der an sich glaubt... (ein weiter, weiter Weg für Borderliner).

Esther

- Dieser Beitrag wurde von einer Frau geschrieben, die durch den auf sie verlagerten Selbsthass einiger Borderliner in ihrem Umfeld ihre Liebe wieder gefunden hat(...)

[Quelle: http://estherblaesing.blog.de/2011/08/02/kern-menschen-zerschlagen-wurde-borderl...]

Kommentar von Caithness ,

Es gibt eine Klassifizierung nach DSM-IV (die findest Du auch in dem Wikipedia Artikel) der American Psychiatric Association. Nach dieser Klassifizierung müssen 5 der 9 genannten Kriterien erfüllt sein, damit eine Borderline-PS vorliegt.

Diese Klassifizierung ist selbst bei Fachärzten nicht unumstritten. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine komplexe psychische Erkrankung, die meines Erachten nur von einem Psychiater diagnostiziert werden kann.



Antwort
von km11111, 33

Borderline ist eine Form der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung.

Ich persönlich denke, man sollte bei psychischen Beschwerden zu einem Facharzt gehen. Der stellt eine Diagnose.

Ich kann aber auch verstehen, dass dies oft schwer ist. Es gibt online zahlreiche Selbsttests, einige können durchaus Hinweise (aber nicht mehr!) geben, ob eine solche Störung vorliegt, eine Diagnose aber nicht stellen.

Schwierig ist dies zudem, weil das Erkrankungsbild recht unklar ist bzw. sich mit zahlreichen anderen Erkrankungsbildern überschneidet. Fachärztliche oder psychotherapeutische Fehldiagnosen kommen vor, Borderline hat außerdem die höchste Anzahl von revidierten Diagnosen. 

Und letztlich sind es eben auch nur Diagnosen. Man kann ebenso gut von den psychischen Symptomen ausgehen (wie man es bei Medikamenten auch macht). Wenn sich z.B. jemand selbst verletzt, ist es ja zunächst gar nicht so bedeutsam, ob er das im Rahmen einer Borderline oder einer anderen Erkrankung tut. Die Mittel zur Hilfe sind dann ohnehin dien gleichen.

Antwort
von aleah, 32

Ohne diese "Hilfe" wirst du es nicht in Erfahrung bringen können.... und das ist auch ganz gut so!!

Diagnostik und Behandlung sind jedoch 2 Paar verschiedene Schuhe. Man wird weder gezwungen, danach "richtige" Hilfe anzunehmen.

Noch wird man dazu bekehrt, sich anschließend freiwillig dafür zu entscheiden professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Gerade, wenn man als Patient vorher schon weiß dass man nicht weiter als durch eine Diagnostik gehen will..-- wird man dir hinterher nur eine unverbindliche Empfehlung mit nach hause geben.
Ob und was du daraus machst, ist ganz alleine deine eigene Entscheidung. 😉

Antwort
von Fraaagwuerdig, 41

also ganz simpel ausgedrückt: fühlt man sich nicht wirklich am leben teilnehmend / korrekt wahrgenommen und tut dann (häufig extreme) dinge um sich z.B. lebendiger zu fühlen oder mehr auf sich aufmerksam zu machen, bzw darauf, dass es es einem gerade nicht gut geht. kann theoretisch alles sein - von schrägen zeichnungen oder andern äußerungen über möglicherweise leicht kriminellen handlungen bis zu sich selbst verletzen um sich selbst mehr zu spüren oder bewusst zu machen dass man überhaupt noch lebendig ist bzw sich in situationen zu begeben, wo das leichter passieren könnte. 

meine meinung dazu mag falsch sein, aber ich glaube in einem gewissen alter, ist so ne phase fast schon standart. (auch wenn man glaubt alle anderen um einen herum, bekommen das anscheinend super hin m gegensatz zu einem selbst)

Kommentar von km11111 ,

Dass solche Phasen als Krisen in der jugendlichen Entwicklung austreten können ist schon richtig, er kommt aber auf die Intensität und Dauer an, um zu entscheiden, ob es sich vielleicht doch um ein Krankheitsbild handelt.

Andererseits sind die von dir beschriebenen Symptome nicht borderlinespezifisch, sie finden sich auch bei anderen Krankheitsbildern.

Antwort
von 4nn4l3n4, 30

Borderline ist eine Persönlichkeitsstötung, außerdem ist Borderline sehr komplex.
Symptome:
Wutanfälle
Selbstverletzung
Idealisierung und Entwertung
Spannungszustände
Optische oder akustische Halluzinationen
Starke Stimmungsschwankungen
Impulsivität
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psych...

Mögliche Nebenerkrankungen von Borderline sind
Soziale Phobie
Essstörungen
Depressionen

Die Veranlagung für Borderline ist angeboren, aber die Erkrankung an sich nicht. Körperliche Gewalt, sexuelle Gewalt und/oder Vernachlässigung ermöglichen den Ausbruch dieser Krankheit.

Also ich hoffe mal, dass ich alles habe und weiter helfen konnte :)

Aber bitte nicht vergessen, dass jeder Borderliner anders ist. Nicht jeder muss alle Symptome haben und bei jedem sind die Erkrankung und die Symptome unterschiedlich ausgeprägt! Also den klassischen Borderliner gibt es nicht

Kommentar von Caithness ,

Ein verbreiteter Irtum. Nicht jeder Mensch mit einer Borderline-Persönlichkeitstörung verletzt sich selber!

Kommentar von Caithness ,

"Die Veranlagung für Borderline ist angeboren"... bitte einmal Quelle dieser (für mich haarsträubenden) These angeben.

Kommentar von 4nn4l3n4 ,

ich hab ja auch gesagt, dass nicht jeder alle symptome haben muss! und das habe ich aus irgendeinem video, ich weiß nicht welches

Kommentar von Caithness ,

Richtig hast du ;) Die These der Veranlagung ist denoch haarsträubend...

Antwort
von user023948, 9

Kurz und Knapp gesagt: Man ritzt sich und hat Selbstmordgedanken

Antwort
von derMannohnePlan, 4

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