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Was ist besser: "schlechte Abi-Note aber viel gelernt" oder "gute Abi-Note aber wenig gelernt"??

gefragt von Greeen am 06.08.2009 um 3:18 Uhr

In meiner ersten Anfrage gab es so viele unpassende Antworten, dass ich meine Frage hier noch mal präziser beschreiben will.

Mein Sohn (8. Kl. Gymn.) ist hochbegabt, soll heißen, dass er ein Unterrichtsthema schneller als seine Klassenkameraden versteht. Z.B. versteht er schon bei der Anleitung zu einer Physik-Versuchsanordnung das Prinzip und das Ergebnis, während die Kl-Kameraden in der Gruppenarbeit alles mögliche ausprobieren. Von den Lehrern wird er im Unterricht nur selten drangenommen. Lernmotivation gleich Null. Noten schwach.

Weil an unserem Gymnasium das Lehrerkollegium recht unengagiert ist und der Unterricht sehr niedriges Niveau hat, wäre es für meinen Sohn gut an ein anspruchsvolleres Gymnasium zu wechseln, um wieder Spaß am Lernen zu bekommen.

Leider hat er zwei Handicaps: 1. seine Legasthenie ist sehr stark ausgeprägt, nicht nur Rechtschreibung, sondern besonders das Formulieren fällt ihm sehr schwer (betrifft alle Fächer). 2. Wegen seines ADS kann er sich oft nur schlecht konzentireren und das aktive Lernen und Arbeiten ist oberanstrengend für ihn.

Dennoch überlege ich, ihn an der anspruchsvolleren Schule anzumelden und das Risiko der Überforderung mit schlechter Abi-Note einzugehen, Hauptsache er kriegt wieder Spaß am Lernen und nimmt bis zum Abi viel mit. Oder wäre "wenig lernen und gute Abi-Note" besser? Welche Ideen/Anregungen habt Ihr?

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schule x 23.148 ads x 163 legasthenie x 37 hochbegabung x 32

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MajonF
beantwortet von MajonF am 6. August 2009 03:51
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Hm, schwierig. Also wenn die Kids unterfordert sind geht der Schuß ja meist nach hinten los. Soll heissen, dass da denn schlechte Noten raus kommen, weil die die Lust am lernen verlieren. Ich denke du solltest dich von Fachleuten beraten lassen. Dachte spontan daran dass er ja eine Klasse überspringen könnte, aberdann kam die Info dass er ein Handycap hat. Das macht es schwierig. Auf jeden Fall ist dauerhafte Unterforderung nicht gut. Ich kannte mal einen überdurchschnittlich intelligenten Jungen, der hat in seiner Freizeit französich gelernt (englisch konnte er schon mit 9) hat dann überlegt was er als nächstes lernen soll. Griechisch oder Latein. (Er hat das überlegt, nicht die Eltern!!!) Zudem hat er noch Klavier gespielt und war im Schachclub. Dort aber nicht in seiner Altersklasse, sondern bei den älteren Jugendlichen. Lass dich mal von Fachleuten beraten was für deinen Sohn in Frage kommt. Und vor allem: Frag ihn, was er will. So, das mal von einer Nicht Mama als Meinung. ;o) Gutes Gelingen!!!

Kommentar von 6db84e7d75078d9b56fdb7cf80ad57cdsmallMajonF am 6. August 2009 03:56

Langeweile, Unterforderung, Anecken Das ist das Schicksal von hochbegabten Kindern, die letztendlich durch das System fallen: Wenn Schüler offensichtlich unterfordert sind, sich langweilen und gravierende Probleme auftauchen, sollten Eltern den Schulpsychologen einschalten und ihr Kind testen lassen. So kann festgestellt werden, ob ihr Kind hochbegabt ist und spezielle Förderung braucht. Quelle: BR Online

Und hier gibt es im mittleren Teil Links und Adressen von Ansprechpartnern: http://www.logios.de/eltern.htm

Kommentar von Greeen am 18. August 2009 21:43

Danke für den link. Sehr hilfreich. Den Schulpsychologen einzuschalten, davon riet mir der Sachbearbeiter des Jugendamtes ab, gerade weil mein Sohn an diesem Gymn. ist. Die Aktion könnte nach hinten losgehen, was wir jedes Mal erlebt haben, wenn ich einen Beratungstermin bei einem Lehrer meines Sohnes hatte (war nur 3 x). Aber danach musste mein Sohn sich offen in der Klasse so einige Gemeinheiten anhören. Andere Eltern lächelten über mich, weil sie mich als naiv bezeichnen. Man geht als Eltern nicht in die Schule seines Kindes. Das gibt nur Ärger. Habe ich anschließend dann auch kapiert. :-(


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anonym
beantwortet von Sullax am 6. August 2009 03:26
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Hi,

als Schüler kann ich dir versichern dass es kein "Spass am Lernen" gibt, oder nur ganz selten.

Ich hab viele Kollegen die verdammt intelligent sind, jedoch so faul und auf Schwachsinn hinaus, dass sie von der Schule fliegen.

Ihre Zukunft ist ungewiss, doch denke ich, dass sie kein leichtes Leben haben werden, wenn sie nicht wenigstens einen Abschluss haben.

Drum mein Rat als Abschlussklässler: Ist man intelligent, schafft aber sein Abschluss nicht, ist das sehr schlecht, da man nun mal erschwerte Startschwierigkeiten bei der Arbeitssuche hat usw.

Ist man jedoch nicht so intelligent, sondern sehr fleissig, wird man es wahrscheinlich zu etwas bringen, egal wie dumm man ist. Denn schliesslich wird die Arbeit mehr vom Fleiss gelenkt als von Intelligenz.

Mach deinem Sohn einfach klar, er soll sich wenigstens so anstrengen, dass er einen vernünftigen Abschluss hat und verklickere ihn immer wieder, dass ein Uni-Studium sehr hart sein kann.

Weil scheissegal wenn seine Abi-note schlecht ist. Wenn er hyperintelligent ist kann er später an der Uni ein Fach aussuchen, die ihm richtig interessiert und wo er dann zweifelsohne bessere Leistungen erzielen wird.

Kommentar von Greeen am 18. August 2009 21:26

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Meine Frage war aber nicht "Abi: ja oder nein?" Es ist völlig klar, dass mein Sohn das Abi macht. Wie ich unten bereits geschrieben habe, ist die Lehrerschaft an unserer jetzigen Schule äußert unengagiert. Für uns stellt sich also die Frage, ob mein Sohn sein Abi am jetzigen Gymn. macht, mit einer mittelmäßig bis guten Note, aber mit vielen aggressiven schreienden Lehrern, die NULL Interesse an den Schülern und am Unterrichten haben. Noch 5(!) Jahre in einer solch mißachtenden Lernumgebung ist sicherlich unangenehm und lernstörend. Die Alternative wäre das andere Gymnasium, anspruchsvoll und fordernd. Die Abi-Noten könnten da evtl. etwas schächer ausfallen, aber 5(!) Jahre gute Lernathmosphäre ist ja nicht zu verachten.

Außerdem muss ich Dir in einem Punkt widersprechen: es gibt sehr wohl einige Schulen in Deutschland, an denen Schüler sich wohlfühlen und auch gerne lernen. Das Gymnasium in Marbach hat den Deutschen Schulpreis erhalten und lebt von engagierten Lehrern mit positiver Arbeitshaltung und einem echt fitten Schulleiter. Dort wird das Lernen unterstützt statt mit Druck und Aggression abgestumpft. Ich selber habe ebenfalls eine angenehme Schulzeit mit netten Lehrern und hilfsbereiter Unterstützung genießen dürfen. Auch wenn diese guten Schulen noch nicht die Regel sind, es gibt sie wirklich!


anonym
beantwortet von nobnob am 19. August 2009 07:16
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Schulaufwandsträger ist die Gemeinde oder Stadt. Der für die Schule zuständige Schulpsychologe muss dir Auskunft geben!


anonym
beantwortet von nobnob am 18. August 2009 22:24
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Wende dich an den zuständigen Schulpsychologen. Wenn dein Sohn durch das Problem der Legasthenie bereits Sekundärprobleme hat (extreme Schulunlust, soziale Probleme mit Gleichaltrigen u.a.), muss der Schulaufwandsträger eine Therapie finanzieren, um schlimmere Folgeschäden zu vermeiden und dein Kind wieder zu integrieren. Lass nicht locker und wende dich notfalls an die Vorgesetzten der Stellen, die dir Hilfe verweigern. Lass dir bei unterlassener Hilfeleistung die vorgesetzte Behörde nennen. Ein hochbegabtes Kind wie dein Sohn hat Anspruch darauf und darf nicht scheitern.

Kommentar von Greeen am 18. August 2009 22:59

Was ist ein "Schulaufwandsträger " ? Und Danke für deine Aufmunterung.


anonym
beantwortet von nobnob am 6. August 2009 08:56
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Meiner Meinung nach müsstest du als erstes den Beratungslehrer des jetzigen Gymnasiums aufsuchen und einen sprachfreien Intelligenztest (CFT 20 R) machen lassen, um objektiv die Intelligenz deines Sohnes einschätzen zu können. Außerdem verfügt der Beratungslehrer über Diagnosemittel und Tests, um Aussagen über die Motivation und andere wichtige Faktoren machen zu können. Erst dann kannst du zusammen mit Lehrern, Beratungslehrer und deinem Sohn(!) Entscheidungen über die weitere Schullaufbahn treffen. Beziehe deinen Sohn aktiv mit ein!

Kommentar von Greeen am 18. August 2009 21:16

Das Problem ist ja gerade die Lehrerschaft. Auf meine dortigen Anfragen bekam ich keinerlei Hilfe. Eine Unterstützung zum Legasthenie-Training wurde ebenfalls versagt, wofür diese Schule in unserer Region bereits bekannt ist. Die Schule zu wechseln ist das Ergebnis unserer erfolglosen Hilfesuche an dieser Schule. IQ-Tests wurden bereits gemacht. IQ liegt bei 135.


alivahit
beantwortet von alivahit am 6. August 2009 03:35
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einschläfern

Kommentar von 1a9def15b18ed4c8810c88318c5d0e27smallIchBinSoooLieb am 6. August 2009 03:38

aujah, machma...

is ja auch schon ganz schön spät.


onomant
beantwortet von onomant am 6. August 2009 03:32
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Wie sind denn seine jetzige Noten? Ich weis ja nicht wo du wohnst, aber es gibt neben der Schule doch noch spezielle fördereinrichtungen für Hochbegabte . Wie hast du denn eine "anspruchsvollere" Schule gefunden? Und noch ne Frage: Ist er denn wirklich Hochbegabt? Viele Eltern hätten es halt gerne. Wurde er entsprechend getestet?

Kommentar von Greeen am 18. August 2009 21:39

Zugegeben: ich gehöre zu den Eltern, die sich wünschen, dass das Kind besser NICHT hochbegabt wäre! Typisch ist ja gerade, dass diese Kinder schnell auffassen und dann keine vernünftige Arbeitshaltung entwickeln.

Die Alternativschule habe ich gefunden, weil die Schulleitung sich um Hochbegabte kümmert.


IchBinSoooLieb
beantwortet von IchBinSoooLieb am 6. August 2009 03:28
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ich zweifel das mit den hochbegabungen immer gern mal an.

ich denke aber selbst wenn es so wäre, wäre das schlechtere gymnasium noch schwer genug für ihn als legastheniker mit formulierungsschwäche in allen fächern.

ich würd da allerdings aufpassen und würde mir an deiner stelle schon sicher sein wollen, dass er wirklich ausgeprägte begabungen hat.

wenn du ihn als zu intellektuell erachtest und daher zu hohe ansprüche an ihn stellst, wird er wahrscheinlich seine ganze schulische laufbahn nur mißerfolge wahrnehmen, wenn die anforderungen zu hoch sind.

das prägt dann fürs leben.

Kommentar von Greeen am 18. August 2009 21:36

Hallo, Deine Gedanken sind mir nicht fremd und genau deshalb frage ich ja hier nach. Ich will vermeiden, dass merin Sohn überfordert wird und wäre auch damit einverstanden, dass er am jetzigen Gymn. bleibt. Da die dortige Schulathmosphäre eher aggressiv als aufmunternd ist, will ich ihm die kommenden 5 Jahre in dieser Athmosphäre ersparen. Das Lernprizip ist "Friss oder stirb!" , was mir sehr gegen den Strich geht. Auch ein solch negativer Umgangston kann für das Leben prägen. Daher finde ich die Alternative mit dem anspruchsvolleren Gymn. - mit netteren Lehrern - überlegenswert. Die Gefahr wäre ein Abi mit schlechteren Noten. Vielleicht aber gerade nicht?


anonym
beantwortet von xRealx am 6. August 2009 03:28
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Naja wieso bist du so überzeugt davon das er im anderen Gymnasium mehr lernen will? Also mir wäre die Schule egal, wenn man nicht lernen will, dann will man eben nicht. Er muss selber drauf kommen was das beste für ihn ist.


anonym
beantwortet von MrSmith2 am 6. August 2009 03:22
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ist wohl niemand mehr da wo deine frage beantworten kann ;)

Kommentar von B9f5b31d6cbfa9e15a1d8e09eee7f42dsmallDecernent am 6. August 2009 03:26

Doch ich. Aber ich will nicht.


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