Was ist besser: Jagd oder Nutztierhaltung?

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14 Antworten

Vom ökonomischen Standpunkt aus ist Nutztierhaltung die bessere Alternative (höhere Produktionsraten und Versorgungssicherheit). Vom ökologischen und ethischem Standpunkt kommt es jeweils darauf an, auf welche Art und Weise Jagd und Nutztierhaltung betrieben werden. Nicht vergessen darf man zudem, das sich durch Jagd keine tierische Arbeitsleistung realisieren läßt.

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Kommentar von Imago8
24.04.2016, 09:59

Danke für die Antwort. Meinst du mit tierischer Arbeitsleistung, z.B. Ochsen, die einen Pflug ziehen können?

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Jagd ist bei der heutigen Bevölkerungsanzahl in Europa nicht geeignet, um grundlegend die Nahrungsversorgung sicherzustellen. Es gibt auch heute noch einige Gemeinschaften, die zu einem erheblichen Teil von der Jagd leben, das sind aber kleine Gruppen, z.B. im brasilianischen Regenwald oder in manchen Gebieten Süd- und Ostafrikas. Oft sind es Gruppen von nur wenigen Hundert Leuten.

Bereits die alten amerikanischen Hochkulturen (Azteken, Maya, Inka) konnten nur deshalb ihre relativ hohen Bevölkerungszahlen halten (die im Vergleich zu Europa aber immer noch niedrig waren), weil sie intensive Landwirtschaft betrieben, ergänzt durch Nutztierhaltung (Jagd war hier nur zusätzlich relevant). Wobei Nutztierhaltung nicht nur Fleisch bedeutet, bei den Inka war die Haltung der Lamas auch wichtig zur Gewinnung von Kleidung und zu Transportzwecken (und bei den Quechua wird heute die Lama-Haltung weiter betrieben).

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Das ist längst keine Alternative mehr. Spätestens seit die je regionale Umgebung kulturell gestaltet ist und eher einem großen Zoo gleichkommt, ist Jagd begrenzt und Teil der Pflege der Tierbestände. Die Nutztierhaltung ist bereits seit der Antike zunehmend gesetzlich geregelt aus der Einsicht, dass Tiere nur dann ein Nutzen für alle Menschen sind, wenn sie gegen immer wieder auftretende menschliche Willkür geschützt sind. Da Gesetzgeber in der Regel eher langsam sind und z.B. von Tierschützern immer wieder bedrängt werden müssen, dass Gesetzeslücken geschlossen werden, hinkt die Gesetzgebung dem mit Einfallsreichtum gesegneten Missbrauch immer etwas hinterher. Das gilt auch für den Schutz von Wildtieren. Moralisch und ökologisch ist ein sachgemäßer und eher zurückhaltender Umgang mit beiden geboten, der Jagd und der Nutztierhaltung. Das Wirtschaftliche regelt sich von selbst (die Preise steigen bei reduzierterem Angebot), ist aber kein Verfahren zur Abwehr von Gier und von "viel und hauptsache billig". Seit ca. 15 Jahren erziehen wir uns in Deutschland auf allen Ebenen dazu, dass "billig" die einzig wahre Qualität von Waren ist - auch von Fleisch und Nahrung. Das öffnet den Betrügern Tür und Tor (Gammelfleisch) und macht einen vernünftigen, maßvollen Umgang mit Tieren eher schwierig.

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Raubtiere können nur einen gewissen Prozentsatz ihrer Beutetiere erreichen.

Wenn Menschen sich als Fleischfresser und Raubtiere definieren, können nur sehr wenige von der Jagd auf Wildtiere leben. Bei der derzeitigen Bevölkerungsdichte und dem hohen Fleischkonsum bietet Jagd keine Alternative zur Nutztierhaltung.

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Ganz eindeutig Jagd ohne Ausbeute. Denn ich finde die Nutztierhaltung ohnehin ethisch und moralisch inakzeptabel, weil es bedeutet, dass die Tiere nur "geboren wurden, um zu sterben". Wenn man aber vernünftig jagt (also nur einen älteren Teilbestand erlegt) resultieren daraus so gut wie keine Probleme.

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Naja... schwer zu sagen... die gejagten tiere haben wenigtens frei gelebt und wurden nicht gemästet und zusammen gequetscht... Freilandhaltung ist zwar so, dass die nicht gequetscht werden und so, aber frei leben tun sie eben doch nicht...

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Nutztierhaltung nach Bio-Vorschriften oder nahezu ganzjährige Weidehaltung.
Bei der Jagd kann man, denke ich, nicht genug Fleisch aus dem Ökosystem entnehmen, ohne zu zufüttern und das kommt mir dann auch wieder etwas komisch vor.

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Die Nutztierhaltung ist ein Bollwerk mit dem wir die Natur schützen und entlasten. Ohne die Nutztierhaltung würde es vermutlich keine wilden Tiere mehr geben. Weder Pflanzenfresser, noch Beutegreifer. Alle Pflanzenfresser wären alle im Kochtopf gelandet und die Beutegreifer wären verhungert. Die Jagd ist heute vollkommen überholt, ein Relikt aus einer anderen Zeit. Für die Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch spielt sie keine Rolle mehr und es würde niemandem auffallen, wenn es sie nicht mehr gäbe. In der Natur richtet die Jagd jedoch noch immer viel Unheil an. Die Natur kann gut auf die Jagd verzichten.

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Kommentar von Imago8
25.04.2016, 17:11

Interessante Ansätze. Aber was meinst du mit Natur entasten? Die Nutztierhaltung belastet die Umwelt doch viel stärker als die Jagd!?

Wenn man jetzt einfach mehr Wildschweine jagen würde, um weniger Hausschweine züchten zu müssen, was hätte das für einen Nachteil für die Natur?

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ich ziehe die jagd generell vor... sie ist weit tierfreundlicher als diese abartige massentierhaltung! außerdem ist die fleischqualität viel höher...

die jagd ist aber nicht geeignet um ein ganzes volk mit nahrung zu versorgen sondern ist als gute abwechslung zum biofleisch und freilandhaltung zu betrachten :)

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Da das primäre Ziel der Jagd nicht die Gewinnung von Fleisch ist, lässt sich die Jagd mit der Haltung von Nutztieren nicht vergleichen. Das wäre so als ob man Äpfel mit Birnen vergleichen wollte.  

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Kommentar von Imago8
26.04.2016, 22:28

Äpfel und Birnen lassen sich gut miteinander vergleichen. Es sind beides Früchte, die an Bäumen wachsen. Und man kann beide essen. Aber sie sehen verschieden aus und schmecken unterschiedlich.

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Kommentar von Luftkutscher
26.04.2016, 22:33

Ja, das war es dann auch schon. Die Jagd ist ein Hobby, das nicht zur Fleischerzeugung dient, während die Nutztierhaltung ein knallhartes Geschäft ist, wo mit spitzem Bleistift kalkuliert werden muss.

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Kommentar von Imago8
27.04.2016, 09:00

Kann sein, dass für die meisten die Jagd ein Hobby ist. Aber klar ist ja, dass dabei tote Tiere entstehen und somit Fleisch, dass auch verkauft und verzehrt wird. Die Jagd entstand ja überhaupt erst aus dem Bedürfnis, sich mit Nahrung zu versorgen.

Und vielleicht könnten wir ja diese Richtung wieder einschlagen? Darauf zielt meine Frage schon eher...

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moralisch finde ich beide okay.

Der Förster muss sein Wald pflegen und Landwirte MÜSSEN Viehwirtschaft betreiben und anständig Nahrung zu produzieren! Ohne anständigen Dünger läuft nichts!

wirtschaftlich ist deutlich die Nutztierhaltung vorn. Aber nur in absoluten Zahlen. Ich kann für eine Salami 10€/kg bezahlen. Bei einer Wildsalami macht das mindestens 30€/kg. Nach oben offen. Hirsch ist natürlich ein Leckerbisssen! Von daher kann man das pauschal nicht beantworten.

Ökologisch ist Wildfleisch leicht besser, da es sich komplett selbst reguliert im Boden. Bei der Nutztierhaltung muss ein kleiner Faktor noch dazugegeben werden: Nämlich der Verlust der Nährstoffe aus den menschlichen  Exkrementen, welche nicht gedüngt werden dürfen!

Aber davon abgesehen: Der konzentrierte Dünger an sich ist tausend mal besser als das was im Wald rumspringt! Und auch tausend mal besser als der komplette Verzicht auf diesen Dünger, denn das wäre unökologischer, unwirtschaftlicher und unmoralischer Raubbau!

Ich hoffe ich konnte dir helfen!

Gruß
Omni

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Kommentar von Imago8
25.04.2016, 17:02

Ökologisch ist Wildfleisch leicht besser, da es sich komplett selbst reguliert im Boden

Wildfleisch reguliert sich im Boden? Wie meinst du das?

Der konzentrierte Dünger an sich ist tausend mal besser als das was im Wald rumspringt

Konzentrierter Dünger ist besser als Rehe? Oder wie?

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Was gebraucht wird, ist eine artgerechte Nutztierhaltung, Jagd kann nur flankierend sein.

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Hallo,

warum besser? Verbinde beides, um den optimalen Nutzen zu haben:

.. jage Nutztiere! .....   ;-)

LG  Jürgen

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Wildlebende Nutztiere gibt es nicht.

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Kommentar von Imago8
24.04.2016, 09:59

Das ist richtig...habe ich auch nicht behauptet.

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Kommentar von friesennarr
24.04.2016, 11:02

Glaube ich nicht - in vielen Bereichen werden Tiere nachgezüchtet und dann in die Wildniss entlassen.

In den USA weis ich z.B. das Truthähne gezüchtet werden, dann werden sie auf riesigen Arealen frei gelassen bis zur Reife und dann wieder eingefangen.

Ich würde das schon als wildlebende Nutztiere bezeichnen.

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