Frage von Liquidchild, 59

Was ist bei Meditation wichtiger: Qualität oder Quantität?

Was ist effektiver? Täglich 10-20 Minuten zu meditieren oder alle paar Tage/wöchentlich 1-2 Stunden?

Antwort
von nowka20, 8

Die Methoden, die angewendet werden, um wirklich in uns selbst - denn dieses geistige Experiment der geistigen Chemie können wir nur in uns selbst anstellen -, um das Geistig-Seelische in uns selbst von dem Physisch-Leiblichen zu scheiden, werden technisch bezeichnet als Konzentration und Meditation.

---Diese Meditation, diese Konzentration, sie sind nicht irgendwelche wunderbare geistige Verrichtungen. Sie sind nur aufs höchste gesteigerte geistige Verrichtungen, die auch in ihren niederen elementaren Graden im gewöhnlichen Leben vorkommen.

---Meditation ist eine ins Unbegrenzte gesteigerte Hingabe der Seele, wie wir sie etwa erleben in den schönsten Empfindungen des religiösen Lebens,...

(aus GA 154: aus dem Vortrag vom 05.26.1914 von Dr. Rudolf Steiner)

Antwort
von purushajan, 15

täglich 15-20 minuten sind am besten, und zwar eine technik, die tatsächlich zum mühelosen transzendieren führt, dem wichtigsten merkmal der selbstversenkug, wie auf: meditation.de

dein nervensystem braucht regelmäßige ruhe so wie schlaf. du kannst den allnächtlichen schlaf auch nicht aufs wochenende verschieben und dann zwei tage durchpennen. oder wie essen: du kannst nicht 5 tage fasten und dich dann zwei tage vollfressen.

eine wirksame meditation löst in der tiefenentspannung verspannungen im nervensystem auf, und dein nervensystem muss sich an die neue situation erst gewöhnen und wieder stabil werden. wenn du zu viel am stück meditierst, sind verheerende schädliche nebenwirkungen wie labiliität und übersensibilität sozusagen vorprogrammiert.

also lerne systematisch zu transzendieren und mache das regelmäßig morgens und abends, um eine stabile entfaltung deiner persönlichkeit zu gewährleisten.

Kommentar von Liquidchild ,

Vielen Dank :)

Antwort
von Enzylexikon, 27

Ich habe einige Jahre Meditationserfahrung und äußere mich mal dazu.

Meditation ist nicht effektiv

Bei der Meditation gibt es keine "Effektivität", denn die Praxis der Meditation kennt kein Leistungsdenken. Dort geht es nicht um Optimierung.

Meditation ist letztlich ein Zustand entspannter Achtsamkeit, in dem man den gegenwärtigen Moment in seiner ganzen Präsenz wahrnimmt, ohne die Erfahrung durch seine sonstigen Bewertungen trüben zu lassen.

Manche Sportler kennen das Gefühl, dass sie zB irgendwann nicht mehr aktiv laufen müssen und es nicht mehr um Leistung geht, sondern sie werden zum Teil des Laufens, sie gehen voll in dieser Erfahrung auf - auch das ist ein meditatives Erleben.

Der Gedanke nach höherer Effektivität setzt voraus, dass der Mensch in irgendeiner weise "schlecht" ist und "besser" gemacht werden muss.

Meditation selbst ist aber ein Zustand jenseits solcher Bewertungen und es gibt in der Meditation überhaupt kein Ziel, nichts zu erreichen und nichts was "effektiver" gemacht werden müsste.

Zeit und Dauer der Meditation

Ich halte eine regelmäßige, am besten tägliche Praxis in kleinen Zeiträumen für sinnvoller, als einmal wöchentlich ein Mammut-Pensum zu stemmen.

Während der Meditation soll der Geist zur Ruhe kommen und die Vorstellung, dazu verdammt zu sein, jetzt zwei Stunden vor der Wand sitzen zu müssen, hat eher was von Bootcamp und nicht von Ruhe. ;-)

Auch wenn die Disziplin der Meditation manchmal streng aussieht, soll man immer ein gesundes Verhältnis zum Körper haben.

Wegen eines kleinen Juckens muss man sich nicht gleich kratzen - wenn aber die Schmerzen in den Beinen zu stark werden, dann sollte man sie lösen.

Es kann sinnvoll sein, an einer strengen Meditationsklausur mit langen Sitzperioden teilzunehmen, um auch diese Erfahrung mal zu machen - für die tägliche Praxis muss man aber keinen Meditations-Marathon hinlegen.

Meditation und Alltag

Meditation ist nichts, was man mit verknoteten Beinen übt und dann auf dem Kissen zurücklässt, sondern sie fließt auch in den Alltag ein, beeinflusst dort unser alltägliches Leben.

Deshalb können wir auch jederzeit, an jedem Ort praktizieren. Wenn es beispielsweise bei der Arbeit oder in der Schule drunter und drüber geht, kann eine kurze Achtsamkeitsübung hilfreich sein.

"Augen schließen wenn möglich...Einatmen...Ausatmen...den Atem spüren...Einatmen...Ausatmen. Den Atem beobachten... einatmen...ausatmen...ich bin ganz entspannt im Hier und Jetzt."

Dann hat man sich wieder zentriert, ist aus dem stressigen Gedankenkarussell raus und offen für die weitere Erfahrung.

Diese meditativen Achtsamkeitsübungen fallen leichter, wenn  man bereits eine tägliche Meditationspraxis hat, anstatt am Wochenende ein Großpensum zu absolvieren.

Abschluss

Am Idealsten ist es meiner Meinung nach, wenn man täglich übt, selbst wenn es nur 15 Minuten sind und dann zB jeden Freitag zu seiner Sitzgruppe geht, um gemeinsam mit anderen zu üben.

Diese Kombination aus individueller und gemeinsamer Praxis verbindet die Vorteile beider Übungswege und sollte meiner Ansicht nach als Idealfall angestrebt werden.

Kommentar von Liquidchild ,

Sehe ich vieles genauso, Danke :)

Kommentar von Enzylexikon ,

Keine Ursache, freut mich, wenn ich helfen konnte. Sollte es weitere Fragen geben - kein Problem. :-)

Antwort
von thlu1, 35

Ich weiß gerade nicht, wie man die Qualität beschreiben sollte. Eigentlich sollte bei der Meditation es für dich stimmig sein, dann war es gut. Das ist aber nie jeden Tag gleich, jedenfalls habe ich es noch nie geschafft, einen immer gleichen Ablauf für mich zu finden.

Antwort
von NewKemroy, 13

Also eine gute, disziplinierte kurze Meditation ist sicherlich besser als eine schlechte, schlampig ausgeführte lange Meditation.

Aber der Punkt in der täglichen Routine ist meines Erachtens sich nicht so sehr mit der der Dauer zu beschäftigen. Vermutlich ist es nicht optimal, wenn Du hinterher denkst: "Mensch, war ich heute toll - solange habe ich noch nie meditiert", oder "oje, so ein Mist, heute war die Meditation viel zu kurz." Meditiere doch einfach so, dass Gedanken von Stolz oder Frust nicht auftauchen!

Viele meditieren auch mit einem Kurzzeit-Wecker oder Timer. Aber auch hierbei gilt: Wenn Du dabei andauernd an den Timer denkst, lasse ihn lieber weg. 

Einzig solltest Du die Meditation nicht gleich unterbrechen, wenn bestimmte Widrigkeiten auf Dich einstürmen, wie z.B. Schmerzen, Jucken, Lärm, innere Unruhe, Mücken oder Fliegen. Hier solltest Du probieren ein wenig weiter zu machen und versuchen diese Widrigkeit in die Meditation zu integrieren oder mit ihr umgehen lernen.

Vollkommen anders ist das aber in einem Kurs. Aber das war ja nicht die Frage.

Eine Ausnahme ist noch das Vipassana Retreat. Unabhängig, ob man es alleine oder im Kurs macht, wird hierbei praktisch 10-14 Tage rund um die Uhr meditiert (mit Unterbrechungen). Das ist hierbei notwendig, um einen bestimmten Prozess auszulösen bzw. im Gange zu halten und abzuschließen.

Antwort
von Shiranam, 28

Was möchtest Du denn möglichst effektiv erreichen?

Kommentar von Liquidchild ,

Innere Ruhe, spirituelles Wachstum. Das übliche :D Momentan meditiere ich eher weniger oft aber länger

Kommentar von Shiranam ,

Mach es so, wie Du dich wohlfühlst. Wenn Du Lust hast zu meditieren, dann tu es undzwar so, wie es Dir paßt. Das sollte nie ein Zwang sein.

Antwort
von Coffeman444, 29

"Meditation bedeutet Weisheit. Mangelnde Meditation bedeutet Ignoranz. Wisse was dich voranbringt, oder hemmt." -Buddha

- diesem Satz nach musst du für dich selbst Entscheiden was dir mehr hilft. Ist es für dich Effektiver einmal am Wochenende 2 Stunden zu meditieren, oder brauchst du täglich deine halbe Stunde Meditation? Entscheide selbst. Ein anderer kann das nicht tun.


Antwort
von me2312la, 21

und was soll jetzt qualität oder quantität sein?

nichts im leben bringt dich weiter wenn du etwas tust das keine qualität hat...aber an zeit kannst du keine qualität messen -auch in 2 stunden kann dir eine meditation nichts bringen, wenn sie von der qualität nicht gut ist

Kommentar von Liquidchild ,

Wenn die Meditation länger von Dauer ist, ist sie im Normalfall tiefer und inniger

Kommentar von me2312la ,

richtig... im normalfall... wenn du ausdauerläufer bist und rennst jeden tag 1km kann das genauso gut oder schlecht sein als wenn du einmal die woche 10km läufst... die qualität ist entscheidend... wenn du schlecht läufst sind beide varianten doof

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