Was ist bei der Steuererklärung nach einer Trennung zu berücksichtigen?

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4 Antworten

Du kannst für 2015 zwischen getrennt und gemeinsame Steuer wählen. Die gemeinsame kann finanziell lohnender sein, es müssen aber beide auch damit einverstanden sein. Die Steuern kriegt dann einer zurück und sollte mit dem anderen teilen.

Wenn du das Einkmmen deines Mannes kennst, kannst du einfach eure beiden Einkommen in einen Splittingrechner im Netz eingeben, da siehst du, was an Steuern rauskommt, getrennt veranlagt und zusammen.

Für 2016 geht nur noch getrennt und ihr habt die Steuerklasse 1, bzw. der, der alleine mit den Kindern zusammen lebt, kann die Steuerklasse 2 bekommen.

Die Steuerklasse 4 und 1 haben die gleichen Abzüge. Bei der Steuerklasse 2 (es darf keine weitere erwachsene Person im Haushalt leben) gibt es noch einen Haushaltsfreibetrag, es gibt dann etwas weniger Abzüge als mit der Steuerklasse 4 der 1, allerdings macht das nicht so viel aus (aber besser als nichts).

Kinderfreibeträge hat jeder ein Kind (2 halbe) wie bei der Steuerklasse 4 jetzt auch. Nur wenn er weniger als 75 % Kindesunterhalt zahlt, kann man beide Kinder angerechnet bekommen.

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Im Trennungsjahr kann letztmalig die Zusammenveranlagung gewählt werden. Es ist zwar richtig, dass beide Steuerpflichtige unabhängig auch die getrennte Veranlagung wählen können, aber das führt im Verlauf je nach Ergebnis ggfs. zu einem zivilrechtlichen Erstattungsanspruch desjenigen der beiden Eheleute, der dadurch steuerlich schlechter gestellt wird, gegen den Nutznießer der Einzelveranlagung. Eine vernünftige Handhabung - evtl. über einen gemeinsamen StB - schont hier m.E. Geldbeutel und Nerven aller Beteiligten. Ein Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld gem. § 268 AO wäre zu überlegen.


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Kommentar von Kinderwerkstatt
17.02.2016, 15:34

Ok, kannst du mir evtl. auch sagen, wie das mit den Steuerklassen aussieht und ab wann man die ändern sollte?

Bisher haben wir beide IV und IV, weil wir fast gleich verdienen. Das Kindergeld geht an mich.

Eine Freundin sagt, ich stünde mir mit Stkl. II günstiger, aber welche kriegt dann mein Mann? Stkl. I? Oder auch II? Kann ich die einfach so ändern lassen?

Bekomme ich die Kinder auf die Steuerkarte oder jeder 1?

Wie gesagt, wir verstehen uns wirklich recht gut und gehen sehr freundschaftlich miteinander um. Keiner will dem anderen Nachteile verursachen. Darum wäre ich gern im Vorhinein informiert.

Was muss ich ändern, was darf belassen werden?

Sorry, ist meine erste trennung, bin völlig verwiirt und im Internet muss man viiiiieeel lesen ums chlau zu werden. Da frage ich gern Leute, die sich auskennen.

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Ab 2016 könnt Ihr nicht mehr als Ehepaar behandelt werden, denn die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung lagen am 1.1.2016 nicht vor und werden wohl auch bis zum 31.12. nicht vorliegen.

Also müsst Ihr die Steuerklasse ändern lassen .

Die Steuerklasse wäre 1 oder 2 mit Kindern.

Wenn beide Ehegatten die Unterhaltspflicht für die Kinder erfüllen, käme jeweils die Steuerklasse 2 mit 1 Kinderfreibetrag (2 halbe Freibeträge) in Frage.

Wegen der Frage der Veranlagung für 2015 könnt Ihr entweder einen Steuerberater in Anspruch nehmen oder - wenn Ihr die Steuererklärungen früher selbst gemacht habt - eine Steuersoftware wählen, z. B. WISO.

Wenn Ihr dort alle Werte richtig eingegeben habt, erfahrt Ihr das Ergebnis für die Zusammenveranlagung und auch Knopfdruck auch die Ergebnisse für jeden Ehepartner aus der Einzelveranlagung (früher: Getrennte Veranlagung).

Dann könnt Ihr Euch entscheiden, solltet aber bei einer Zusammenveranlagung vorher schriftlich festlegen, wie ein möglicher Erstattungsbetrag aufgeteilt werden soll.

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Kommentar von Kinderwerkstatt
17.02.2016, 16:28

Vielen Dank.

Noch kurz:
Wenn ich Stkl 2 beantrage, welche bekommt dann mein Noch-Mann?
(derzeit IV und IV , verdienen annähernd dasselbe - wirkt sich das für ihn dann sehr negativ aus?)

Was bedeutet  "Unterhaltspflicht erfüllen"? Mein Mann zahlt derzeit leider noch keinen Unterhalt.

Ja, ich habe früher die Steuern immer über Elster gemacht, das wird auch für 2015 so sein. Da mein Mann mir mittlerweile eine nicht unerhebliche Summe schuldet, war er einverstanden, dass wir auf jeden Fall mindestens 50/50 teilen. (er hat die höheren Werbungskosten und kann mehr absetzen...)

Jedenfalls war deine Atnwort schon mal sehr richtungsweisend, ich werde vielleicht dennoch einen Steuerberater fragen.

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