Frage von WastedYout, 142

Was ist an Suizid eigentlich moralisch verwerflich?

Viele sagen immer das Suizid moralisch verwerflich ist aber wir sind doch alle Menschen die selbst entscheiden können was sie tun und was sie lassen oder etwa nicht? Außerdem wenn jemand nicht mehr leben will ist es doch vollkommen legitim wenn er sich umbringt weil das geht andere überhaupt nichts an.

Antwort
von feinerle, 54

Das kam zunächst aus religiöser Le(e/h)re, in welcher man davon ausgeht, dass das Leben nicht der jeweiligen Person sondern einem wie auch immer gearteten Überwesen gehören würde und man darum keine Entscheidung darüber zu treffen hätte.

Weiterentwickelt jedoch wurde es deswegen, weil massenhaft Leute, die am Suizid gehindert wurden, hinterher heil froh drum waren, dass man sie aufgehalten hat, solange sie hinterher entsprechend geistig aufgepeppelt wurden, um das mal so zu sagen.

Letztlich ist man drauf gekommen, dass es sich oftmals um eine Krankheit handelt, das sogenannte Borderline-Syndrom, welches behandelt werden kann. Unbehandelt führt das zu einem Zustand, innerhalb man keine fundierte Entscheidung treffen könnte, eine gewissen Unzurechnungsfähigkeit. Wenn im Zustand dieser Unzurechungsfähigkeit eine fatale Entscheidung getroffen wird, muss man die natürlich revidieren, im Interesse des Menschen, der diese fataler Weise getroffen haben mag.

Natürlich gibt es auch Selbstmorde von Leuten ohne dieses Syndrom, im Besitz geistiger Zurechnungsfähigkeit. Zu erkennen zumeist daran, die machen das vorbereitet und es klappt auch, weil sie z.B. nicht kurz vorher noch in der Gegend herumposauene, Achtung alle Mann, ich bring mich jetzt schluß. Z.B. bei unheilbarer Krankheit.


Diese muss mans chon unterscheiden, was jedoch nur geht, hält man beide erst einmal auf und analysiert die Begrundungslage genau.


Moralische Verwerflichkeit ist rein religiös begründet. Nichts daran ist verwerflich sondern zumeist eher ein Zeichen höchster Hilfebedürftigkeit.


Kommentar von WastedYout ,

Es ist egal ob man es im Nachhinein bereuen würde weil wir müssen die Konsequenzen für unser handeln immer selbst übernehmen

Kommentar von feinerle ,

Einerseits ja, andererseits kann man im Zustand partieller  Unzurechungsfähigkeit die Tragweite einer Entscheidung nicht genug absehen. Ist man nicht zurechnungsfähig, muss einem die Entscheidung abgenommen werden, da sie ansonsten unklug wäre.

Nur kluge Entscheidungen sind anzustreben.

Ob jemand unzurechnugnsfähig sich selbst oder anderen etwas tut, ist eigentlich das Gleiche, faktisch betrachtet, da hierbei in beiden Fällen (geistig) unbeteiligte Menschen betroffen sind.

Antwort
von VeryBestAnswers, 34

So gut wie jeder Mensch hat eine Familie, Freunde oder zumindest Verwandte. Jemand, der Suizid begeht, denkt oft nicht darüber nach, was er diesen Leuten antut, indem er sich umbringt, diese Menschen müssen um ihn trauern. Manchmal sind Menschen, die Suizid begehen, verheiratet, das macht es umso schlimmer.

Ich würde deswegen nicht sagen, dass Suizid egoistisch ist: Meistens ist Suizid ein Symptom einer schweren Krankheit. Deshalb ist es auch wichtig, sich gleich einer Bezugsperson und/oder einem Arzt anzuvertrauen, wenn man entsprechende Tendenzen feststellt. Wenn man mit Depressionen lebt und es vor allen verbirgt, kann einem auch nicht geholfen werden!

Du meinst, dass es jedermanns freie Entscheidung ist, ob er sich umbringen will? Der Wunsch nach Suizid widerspricht jeder Logik und der menschlichen Natur. Es ist daher anzunehmen, dass der Wunsch durch die Depression hervorgerufen wird. Die Psyche des Menschen ist sehr sensibel, insbesondere bei Änderungen im Hormonhaushalt.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen! Und wenn du selbst über Suizid nachdenkst, dann denke bitte auch an all die Menschen, die dich lieb haben und vertraue dich jemandem an.

Kommentar von WastedYout ,

Es spricht gegen jede Logik in der heutigen Welt zu Leben

Kommentar von kivo98 ,

Ich würde nicht sagen, dass Suizid der menschlichen Nautur widerspricht. Der Mensch neigt schon immer zu selbstzerstörerischen Tendenzen.

Antwort
von JTKirk2000, 32

Die gottgegebene Gabe des Lebens wegzuwerfen, die persönlichen Probleme auf andere abzuwälzen und zudem neue Probleme, nämlich die der Trauer bei Angehörigen zu verursachen.

Antwort
von Accountowner08, 23

Man könnte es als moralisch verwerflich gegenüber den Angehörigen, besonders minderjährigen Kindern, bezeichnen...

Antwort
von MaraMiez, 37

Richtig...jeder kann tun, was er will, solang er damit niemandem schadet.

Wenn jemand sich selbst umbringt, schadet er damit aber für gewöhnlich anderen (Familie, Freunde usw, denen ein geliebter mensch weg genommen wird), und kann nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, denn man hat sich ja da raus geschummelt.

Klar, was interessierts den Toten, aber sowas bringt für gewöhnlich eine Menge Leid mit sich und unter Umständen noch mehr Selbstmorde, weil man es nicht verkraftet und/oder versteht, wieso derjenige sich umgebracht hat. Insofern geht das andere durchaus etwas an, weil sie direkt davon betroffen sind.

Das ist gegenüber den Menschen, die einen lieben, einfach unfair. Merkt man dummerweise erst, wenns zu spät ist.

Kommentar von WastedYout ,

Das liegt an der Denkweise und die Angst loszulassen von unserer Gesellschaft

Kommentar von MaraMiez ,

Loslassen ist nicht das Problem. Wenn man sich verabschieden kann fällt einem das Loslassen bei weitem nicht so schwer, wie wenn einem der Mensch einfach von jetzt auf gleich weg genommen wird und man nie eine Erklärung bekommen wird, wieso. Man fragt sich für den Rest seines Lebens "Wieso hab ich nichts gemerkt?" und "Ich hätt ihm/ihr noch so viel sagen wollen..." Man wurde dadurch dem "Loslassen" braubt. Wenn der Fernseher kaputt geht, weil er alt war, ist man darüber nicht traurig, man hats ja kommen sehen, wird er einem aber geklaut oder mutwillig kaputt gemacht, sieht die Sache anders aus (seltsamer Vergleich, ich weiß...aber ich denke man versteht, worauf ich hinaus will).

Wenn jemand totkrank ist, sowieso sterben wird und sagt, er will selbst entscheiden, wann und wie er geht, sich von seinen Liebsten verabschiedet usw., dann ist das was völlig anderes. Sowas seh ich gar nicht als Selbstmord. Wenn aber jemand denkt "So ists einfacher für alle.", und niemanden mit einbezieht, ist das in gewisser Weise egoistisch. Sowas ist halt nichts, was sonst niemanden betrifft.

Antwort
von rainyday00, 39

Ich denke das hat auch viel mit Religion zu tun (immer noch). So war es früher eine Schande für die ganze Familie, wenn sich jemand selbst getötet hat und so quasi "geflohen" ist. Es galt als feige und man soll ja nicht töten, also auch nicht sich selbst blablabla

Mittlerweile hat sich das glaube ich etwas geändert. Tiere versuchen rein biologisch gesehen ja so lange zu überleben wie nur möglich. Ein Selbstmord widerspricht dem ziemlich stark, es muss also schon wirklich was schlimmes passieren, damit es zum Selbstmord kommt. Klar, jeder hat die Freiheit mit seinem Körper zu machen, was er will. Aber bei ner Grippe oder nem gebrochenen Bein geht man auch zum Arzt und versucht, sich zu heilen. Das sollte man bei psychischen Problemen genauso machen.

Antwort
von NadimFalastin, 41

Ich stimme dir zu. Ein Suizid darf niemals Illegal sein. Auch der Versuch nicht. Es is mein Körper, ich mache damit was ich will.

Allerdings sollte man bedenken, dass es auch Familie und Freunde gibt, denen man das Herz bricht. Wenn eine Mutter ihren Sohn verliert, is das ein schmerz den man keinem Wünscht. Suizid ist auf jeden Fall moralisch fragwürdig.

Antwort
von nowka20, 16

man hat keine möglichkeit mehr, sich zu bessern in seinem egoismuas

Antwort
von Alfamaennchen, 56

Grundsätzlich Hast du recht, ja. Aber das ist ein thema, da könnte man Stunden drüber diskutieren. Das würde den Rahmen sprengen.

Antwort
von FelinasDemons, 18

Oh Mann...
Wenn jemand sterben will ist es dem jenigen völlig gleichgültig was die Gesellschaft davon hält. Moralisch verwerflich oder nicht. Warum sollte denn das interessieren? Er will sterben, weil er das Leben (evtl auch die Gesellschaft) einfach nicht mehr ertragen kann. Weshalb es ihm egal ist, was diese dazu sagt.

Wie jemand schon geschrieben hat: Über dieses Thema kann man lang und breit diskutieren. Aber im Endeffekt ist es doch so, dass jeder logisch denkende Mensch (mit oder ohne Suizidgedanken) sich diese Frage selbst beantworten kann. Zudem gibt's solche Fragen gefüllte Millionen mal auf gf. Und, welch eine Überraschung, die Antwort sind immer viel und absolut gleich.. Aber die Mühe könnte man sich ersparen, wenn man ein klein wenig nachdenken würde.

Antwort
von Raubkatze45, 22

Aus weltlicher Sicht mag das so sein. Jeder ist sein eigener Herr und Lebenslenker.

Wer aber an Gott glaubt, sieht das anders. Dann ist nämlich Gott der Herr über Leben und Tod und der Mensch hat eben nicht das Recht, selbst sein Leben zu beenden. Die Rechenschaft über unser Leben fordert Gott und nicht die Menschen.

Antwort
von JerKKeR, 31

Moralisch Verwerflich ist glaube ich der Prozess
Wenn sich Jemand erhängt, dann entleert der Körper sich aus Panik (sprich, der Körper uriniert und Exkrementiert), der Tod ist also nicht nur Lang und qualvoll, sondern auch unangenehm, in einem anderen Rahmen...

Und wenn sich Jemand umbringen will, geht es sehr viele was an: viel Papierkram für Arbeit und Versicherung, Geldaufwand für eine Beerdigung und das schlimmste: eine zutiefst niedergeschlagene Familie die der Selbstmörder kalt hinter sich gelassen hat

Antwort
von Wernerbirkwald, 20

Da hast du Recht,es geht die Anderen nichts an,und die grosse Mehrheit der Anderen ,interessiert sich auch nicht dafür.

Antwort
von fricktorel, 12

"Verwerflich" ist daran, dass sich der Mensch "als Gott" aufspielt, welcher uns das Leben gab.

Wenn wir dieses "Geschenk Gottes verwerfen", verwerfen wir Ihn, der Seinen Sohn (Joh.1,14) wegen unserer Schuld sterben ließ (Röm.6,23). 

Antwort
von marit123456, 38

Nichts, da bin ich absolut deiner Meinung.

Allerdings muss die besondere Situation der Suizidalen berücksichtigt werden.

Kein Mensch, der sich gut fühlt, nimmt sich einfach so aus dem Leben.

Das ist der Ansatzpunkt, an dem der Rest der Menschen sich aufreibt. Ob es nicht doch Hilfe in irgend einer Form gegeben hätte, ob man nicht an irgendeiner Stelle versagt hat.

Der Tote stellt sich und anderen diese Fragen nicht mehr.

Übrig bleibt ein ratloser, zuweilen auch verzweifelter Rest.



Kommentar von WastedYout ,

Das Problem ist das die Menschen immer noch ein Problem haben den Tod einfach zu akzeptieren

Kommentar von marit123456 ,

Ich zähle mich übrigens explizit dazu.

Das hängt sicherlich mit unserer Kultur zusammen. Religionen versuchen ja ein gutes Gefühl für den Tod zu etablieren, in dem sie ein Leben danach skizzieren.

Ob das so ist, sei mal dahingestellt. Mir ist mit und ohne Religion nicht wohl beim Gedanken an den Tod.

Ich habe schon viele erlebt. Selbst rational betrachtet waren einige davon sinnvoll, weil sie Leiden beendet haben. Das kommt aber in den Emotionen nicht an und genau das ist der Punkt, an dem maximale Diskrepanz herrscht.

Kommentar von VeryBestAnswers ,

Das Problem ist das die Menschen immer noch ein Problem haben den Tod einfach zu akzeptieren

Das hat nicht das geringste mit "akzeptieren" zu tun! Man kann eine Entscheidung akzeptieren, aber nicht den Tod eines Bekannten.

Einen Tod muss man bewältigen, indem man TRAUERT. Jeder Mensch und viele Tiere trauern, wenn sie jemanden verlieren, der ihnen nahe steht. Die Trauer ist in den Genen verankert, denn sie läuft bei allen Menschen weitestgehend gleich ab, in mehreren Trauerphasen.

Wie also willst du die Trauer abschaffen, durch Genmanipulation aller Menschen? Das ist völliger Unsinn.

Kommentar von marit123456 ,

Interessant ist es aber schon, was da passiert. Wenn sich in einem Tierrudel ein schwaches Tier zum Sterben zurückzieht, kommen die anderen zwar, aber kommen sie, um sich zu verabschieden? Um es zu schützen? Wäre ja Unsinn, wenn es eh stirbt. Trauer kennen sicherlich auch Tiere, aber kein Wildtier trauert. Das kennen wir eher von menschenbezogenen Tieren. Ich kenne keine Rehmutter, die vor Trauer eingegangen ist, weil ihr Kitz dem Mähdrescher zum Opfer gefallen ist. Vielleicht sind diese Fälle aber auch nur extrem schlecht dokumentiert.

Oder interpretieren wir grob fahrlässig menschliche Emotionen auf Tiere? Ist wirklich alles so, wie es zu sein scheint?

Das meine ich nicht ketzerisch, sondern wirklich ernst.

Antwort
von Kiboman, 42

ich stimme dir zu.

Moralisch verwerflich insofern  das es natürlich für die Hinterbliebenen ein harter schlag ist, aber die Moral interessiert den toten dann auch nicht mehr.

Vor Gott,... bla mimimi. wenn man natürlich an das jenseits glaubt steht man schlecht da.

Antwort
von IFWWS200K, 25

In der Bibel steht, dass nur Gott über Leben und Tod richten darf.
Das ist auch einer der Grund warum Suizid als Schande für die Famile angesehen wird.

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