Was ist an Patriotismus schlimm oder grenzwertig?

... komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Kommt sehr auf die Definition an. Und die ist nicht immer ganz eindeutig.

Patriotismus wird meistens mit Vaterlandsliebe übersetzt, und dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden.

Wenn Patriotismus allerdings "Nationalstolz" meint, wie gelegentlich zu lesen ist, dann wird's schon grenzwertig.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Patriotismus bezeichnet im Grunde Vaterlandsliebe, im engeren Sinne auch Nationalstolz. Das ist so erstmal nicht wirklich schlimm, aber ich finde es durchaus kritisch.

Erstens finde ich es albern darauf stolz zu sein, wo man her kommt, denn das ist purer Zufall und außerdem hat man dafür ja nichts getan oder es sich verdient. Meiner Meinung nach kann man nur auf etwas stolz sein, was man sich verdient hat, gute Noten oder Joberfolge oder sowas.

Zweitens führt das schnell zum Ausschluss von anderen. Wenn ich meine, dass ich stolz darauf sein müsste, dass ich aus Deutschland komme, impliziere ich ja damit, dass andere, die nicht aus Deutschland kommen darauf eben auch nicht stolz sein können.

Außerdem steigert sich bei vielen der "Patriotismus" in Fremdenhass, was natürlich extrem kritisch ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wobfighter
18.02.2016, 14:30

Wenn ich sage das ich stolz auf D bin grenze ich also andere aus Beispiel den Franzosen der ebenfalls Patriotismus lebt? Was ist das für eine krude Theorie als ob damit normale Kommunikation ausgeschlossen wäre

0

Nix.Das ist eigentlich was gutes aber viele denken es wäre nationalistisches Denken.Also die Abwertung anderer ethnischer Gruppen und Leute mit einer anderen Hautfarbe.Patriotismus aber ist ganz einfach Nationalstolz und Vaterlandsliebe.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn Patriotismus bedeutet, das eigene Land zu lieben und andere zu achten, dann ist er gut. Wenn man andere Länder verachtet, dann ist das nicht mehr Patriotismus, sondern Nationalismus, und der ist schlecht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es kommt drauf an, was man unter Patriotimus versteht.

Bei Länderspielen mit schwarz,rot, goldenen Schals rumlaufen, kein Problem.

Schwarz, rot, goldene Flaggen vor dem Ferienhaus auf Teneriffa? jeder mache sich in seiner speziellen Art lächerlich.

Ein Gewisser Stolz auf die Leistungen deutscher Wisssenschaftler, den Aufbau nach dem Krieg, der Qualität der Produkte "Made in Germany." Gerechtfertigt, wenn man es nicht nutzt, um andere herab zu setzen. Auch Frankreich, GB, I, USA usw. haben gute Wissenschaftler und und gute Produkte.

Eine Deutschland, Deutschland über alles Mentalität? Völlig daneben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nichts - wenn er nicht in Nationalismus umschlägt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Schopenhauer hat meiner Meinung nach, wie so oft, den Nagel auf den Kopf getroffen. Hier das Zitat aus Parerga und Paralipomena:

"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er
verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen
Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem
greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende
persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen
Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen.
Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er
stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er
gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun
dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit
Händen und Füßen zu verteidigen."

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Patriotismus kann sogar was Fortschrittliches sein, wenn er nicht in dumpfen Nationalismus umschlägt und eine antiimperialistiche Stoßrichtung aufweist. Wo war und ist das anzutreffen?

1. Vietnam in seinem Befreiungskampf

2. Palästina auf seinem Weg zu einem eigenen Staat

3. gewisse lateinamerikanische Staaten, die sich vom Joch des US-Imperialismus befreien

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von dataways
18.02.2016, 22:19


2. Palästina auf seinem Weg zu einem eigenen Staat

Ein ziemlich trauriges Beispiel. Die Palästinenser waren fast 70 Jahre lang intensiv damit beschäftigt, die Juden ins Meer zu treiben, dass sie keine Zeit mehr fanden, einen eigenen Staat zu gründen.

Die Palästinenser haben noch nie eine Gelegenheit verpasst eine Gelegenheit zu verpassen. Und wurden von den arabischen Staaten ständig dazu ermuntert. Es gibt in einigen arabischen Staaten paästinensische Flüchtlinglager, die existieren seit 1948. Man muss das mal in deutsche Verhältnisse übertragen: "Ja, liebe Sudetendeutsche, Ostpreußen, Pommern, Schlesier, selbstverständlich bekommt Ihr Eure Heimat zurück! Treibt die Polen in die masurischen Sümpfe, und schon habt Ihr Eure Heimat wieder!"

Die Palästinenser sind für die arabischen Staaten einfach nur dummes Kononenfutter, um Israel in Schach zu halten. Ihr wahres Gesicht haben die Araber spätestens 1970 gezeigt, Stichwort "Schwarzer September".

Ganz schlechtes Beispiel!

0

Im Grunde nichts, solange man diesen nicht zum Anlass nimmt andere Völker als minderwertig oder schlecht darzustellen, erst dann wird der Patriotismus schlecht und grenzwertig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Daran ist nichts schlimmes.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Seit vielen Jahrzehnten reden uns Politiker, Massenmedien und linke Lehrer ein, daß man unser Land hassen muß. Deshalb ist es auch in einem so desolaten Zustand. Daran, daß man das eigene Land liebt, ist überhaupt nichts zu krisitieren. Denn nur was man liebt, d.h. wertschätzt, dafür sorgt man und das schützt man auch. Wer sein Land nicht liebt, der betrachtet es als Steinbruch zum Raubbau treiben bis nichts mehr zu holen ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ArnoldBentheim
18.02.2016, 16:39

Seit vielen Jahrzehnten reden uns Politiker, Massenmedien und linke Lehrer ein, daß man unser Land hassen muß.

Da hat man dir leider etwas Falsches erzählt!

Politiker, Massenmedien und Lehrer weisen seit Jahrzehnten immer wieder darauf hin, dass man die Geschichte unseres Landes kritisch betrachten muss. Denn diese Geschichte hat dunkle ebenso wie helle Seiten! Wer unser Deutschland "hasst", hat Kritikfähigkeit leider nicht gelernt.

3