Was ist an "Mainstream" schlecht?

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9 Antworten

Hallo :)

Ich persönlich finde das nicht schlecht oder verachtenswert ... denn jeder Geschmack hat seine Daseinsberechtigung & wenn viele das gleiche mögen, muss das nicht schlechter, negativer besatzt oder wertloser sein als irgendwas ganz Ausgefallenes, das nur eine kleine Gruppe von "Individualisten" anspricht :)

Bin zwar modisch, musikalisch, literarisch & filme-/serienmäßig kein "Mainstreamer"... aber ich respektiere jeden, der z.B. die Musik die im SWR 3 Programm kommt gut findet, Massencomedy als lustig ansieht & aktuelle Bestseller liest! Das Stichwort schreibt sich schlicht "Toleranz"...!

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade "Individualisten" sich gern & oft das Pseudo-Recht rauspicken andere, die vllt. nicht ihren "exzellenten Geschmack" teilen & vllt. statt ganz seltenen Jazz-LP's aktuelle Popmusik toll finden usw., deswegen zu diskreditieren bzw. nicht für voll zu nehmen oder als weniger wertvoll/weniger wichtig/weniger intelligent einstufen denn man selbst. Finde ich eig. total fürchterlich. Vor allem da sich "Freigeister" doch soooooo gern mit dem Prädikat schmücken, unglaublich weltoffen & liberal zu sein ;) Da stimmt doch was nicht.. ist meine Beobachtung!

Ansonsten soll, darf & MUSS sogar jeder die Musik hören, diese Bücher lesen, die Mode tragen & die TV-Sendungen sehen, die ihm persönlich gefallen bzw. seinem Geschmack entgegenkommen.. und niemand hat das Recht, ihn deswegen zu diffamieren, sorry!

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Kommentar von TimeosciIlator
18.04.2016, 20:03

Sehr überzeugend...DH!! Und ich fürchte, dass meine Antwort da ziemlich in dieses Fettnäpfchen tritt^^. Oder es gibt noch einen Mittelweg - falls ja, wie könnte der aussehen ?

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Kommentar von earby1975
27.04.2016, 07:02

Leider sind es aber gerade oft diese "Mainstreamer" die die Individualisten blöd anmachen, wie man ja schon an Deiner Antwort sieht.

Mainstream ist halt langweilig, genau so wie diese neue Popmusik, da drehen sich einem die Fußnägel hoch. Immer dieses Gejammere, würg.

Vielleicht mal was für Dich und all die Anderen zum Nachdenken. Die großen Erfinder der Geschichte waren alles Individualisten, Mit den Mainstreamern würden wir immer noch in Höhlen wohnen.

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Es hat schon einen Grund, warum "Mainstream" so ein Schimpfwort ist, vor allem in der Musik. Man merkt es manchen(!) Künstlern an, wie sehr ihre Musik berechnend ist, und wie sehr der Plan jedem zu gefallen die Musik ausbremst. 

Oft kommt es z.B. vor, dass eine Band in einer klar umrissenen Sparte, Subkultur oder einem Nischenmarkt anfängt, ein paar gute Alben hinlegt, bekannter wird und sich dann ihres alten Stils zugunsten "des Mainstreams" entledigt, weil endlich die Chance besteht, etwas Geld zu machen.

Warum das immer wieder funktioniert, keine Ahnung. Aber es ist frustrierend, wenn man das ein paar Mal als Fan oder wohlwollender Zuhörer miterlebt hat, wie eine Band die eigenen Stärken verwässert statt besser zu werden und einem selbst plötzlich peinlich vorkommt.

Abseits von diesem Phänomen gibt es natürlich auch Sachen, die gerade wegen ihrer guten Qualität massentauglich sind.

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Kommentar von Jerne79
18.04.2016, 01:07

Warum das immer wieder funktioniert, keine Ahnung.

Naja, in den Subkulturen ist in der Musik oft nicht viel Geld zu machen. Das bedeutet viele kleine, oft schlecht bezahlte Gigs mit nicht unerheblichen Kosten. Da geht es oft nicht um "was mach ich mit dem vielen Geld", sondern "wie bezahle ich das, was nötig ist".

Vergiß auch nicht die Eitelkeit vieler Künstler. Ist doch klar, dass man sich freut, wenn man statt 50 Leuten in einer muffigen Kneipe zu bespaßen plötzlich ganze Hallen oder Stadien füllt.

Dass das der Musik meist nicht gut tut, steht auf einem ganz anderen Blatt.

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Nein, natürlich ist "mainstream" nicht schlecht. Was es bedeutet, hast Du Dir schon selbst erklärt. Wenn eine Sache sehr angesagt ist, dann ist sie halt "mainstream".

Von manchen Leuten wird das Wort abfällig benutzt, wenn diese bewusst anders sein wollen als andere. Dann hört man manchmal (begleitet von einem Augenrollen...;-)): "Das ist so Mainstream". Für diese Leute ist das dann gleichbedeutend mit gewöhnlich.

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Mainstream ist ganz einfach der Geschmack der breiten Mehrheit.

Das heißt natürlich nicht, dass das, was Mainstream ist, schlecht ist. Aber um möglichst vielen zu gefallen, müssen in der Regel Kompromisse eingegangen werden. Daher fehlen dem Mainstream oft die Ecken und Kanten, der Mut und die Experimentierfreude.

Der eine fühlt sich damit wohl, weil der Mainstream und seine Wohlfühlzone eine deutliche Schnittmenge haben, dem anderen ist der Mainstream zu glatt und langweilig, weil er Neues kennenlernen oder herausgefordert werden möchte. Wieder einem anderen taugt der Mainstream nicht, weil er einfach einen ganz anderen Geschmack hat.

Im Übrigen suchen meist auch die, die nicht mit dem großen Strom schwimmen wollen, Leute, die den eigenen Geschmack teilen. So entstehen dann Subkulturen und Co.

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Mainstream bedeutet mit der Menschenmasse mitzugehen . Also jedem Trend ,jedem Style einfach alles . Keine eigene Meinung zu haben ,sondern einfach das toll finden was alle toll finden nur damit man nicht "komisch " rüber kommt .

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Nein ist es absolut nicht.
Viele Menschen meinen halt sich hervorheben zu müssen und machen dann den 'Mainstream' schlecht- meiner Meinung nach…
Ja, die Breite Masse, zB in Panik Situationen, oder meinetwegen auch beim wählen ist "dumm", aber das hat trotzdem eher weniger mit Mainstream zu tun.
Nur eben die letzten Jahre, durch die sozialen Medien, werden Trends etc viel schneller verbreitet und dann musste man sich auf einmal abheben, jetzt will jeder 'anders' sein (allein die ganze Sprüche die's dazu gibt🙄) und ich finde in ihrem 'anders sein' sind sie dann wieder alle gleich… genauso wie jeder dann irgendwie 'broken' oder "depressiv" ja fast schon sein 'wollte'… weil es überall so beschrieben wurde und Sprüche darüber gab, so dass den ganzen Jugendlichen eingeredet wurde, dass sie so sein müssten (um keine Ahnung, "cool" zu sein oder weil man jetzt halt "so ist") und vergessen haben, dass es gut ist, nicht(!) gefühlskalt, zurückgezogen, abweisend etc zu sein!
Aber ich glaube das hat jetzt nicht mehr so viel mit deiner Frage zu tun:D
Aber worauf ich hinauswollte war, dass die dann eben zB 'gefühlskalt' seine wollten um anders zu sein… und dann wollten es alle.
Also Mainstream an sich ist nichts schlechtes, auch wenn manche Menschen das so darstellen, ich denke es ist auch nicht zu vermeiden. Und wenn dir zB die Schuhe gefallen, die inzwischen jeder 3. hat, dann kannst du sie trotzdem kaufen, denn sie gefallen dir (und vielleicht hättest du sie nie entdeckt, wenn sie nicht "in" wären) Wieso also sich etwas "verbieten", was einem gefällt? Solange man nicht blind 'mitsteuert' und alles nur macht weil es die anderen tun, ist es völlig in Ordnung.

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Kommentar von Saturnknight
18.04.2016, 01:42

Nur eben die letzten Jahre, durch die sozialen Medien, werden Trends etc viel schneller verbreitet und dann musste man sich auf einmal abheben, jetzt will jeder 'anders' sein

Das Leute Anti-Mainstream sind ist aber nix neues und hat nix mit den sozialen Medien zu tun.

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Er ist halt ziemlich flach und banal.

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"Wenn viele Leute etwas mögen, ist es dann automatisch schlecht?"


Bei der Musik von heute größtenteils schon. Das hängt mit der Art und Weise zusammen, wie heutzutage Musik für den Mainstream gemacht wird.

Damals war das alles noch anders. Da waren unter den Erstplazierten Bands wie CREDENCE CLEARWATER REVIVAL; MUNGO JERRY; LED ZEPPELIN; EMERSON, LAKE & PALMER; BLACK SABBATH und DEEP PURPLE. Das war einfach 'ne tolle Zeit mit toller authentischer Handmade-Musik. Songs wurden vom Interpreten selbst geschrieben und dementsprechend viel emotioneller rübergebracht.

Heutzutage findet man Rihanna, Eminem, Lady Gaga, Justin Bieber und Tokyo Hotel in den Charts. Mag ja sein, dass der ein oder andere Interpret von heute ja auch einen guten Song ablegt - nur ist die Wahrscheinlichkeit, dass das der Fall wird, sehr geschrumpft...

Ein Song aus einer Zeit, wo die Mainstream-Musikwelt noch in Ordnung war:

EMERSON, LAKE & PALMER - "Lucky Man"

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Kommentar von Jerne79
17.04.2016, 22:35

Der Knackpunkt ist v.a., dass der musikalische Mainstream in den späten 60ern und 70ern viel breiter gefächert war als es der heutige Mainstream ist. Nicht nur innerhalb der Charts, sondern auch innerhalb des Spektrums eines Künstlers. Was aber auch nicht immer jedem gefallen hat.

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Kommentar von EpicCake
25.04.2016, 21:20

Seit wann ist denn Tokyo Hotel in den Charts? :DD

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Natürlich nicht! Allerdings sind Dinge, die von allen "verstanden" werden, oft anspruchsloser, was ihnen dann an Qualität nimmt.

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