Frage von 1MioQ, 51

Was ist an einer "Big Brother" Kontrollgesellschaft aus zu setzen in Form von Video und Telefonüberwachung?

Es geht gewiss gegen die Privatsphäre und Datenschützer haben berechtigte Gründe. Aber was würde den den dagegen sprechen wenn die Sicherheit auf kosten der Privatsphäre geht?

Lisen sich den nicht deutlich mehr Verbrechen verhindern und vor allen dingen Diese besser und schneller aufklären und beweisen?

Mann könnte evt. strenge Gerichtsbeschlüsse errichten die nur zu berechtigte Begründungen auf solchen Daten Zugriff gewähren.

Ich meine... wenn man "unschuldig" ist und nichts zu verstecken hat dürfte doch kein Problem damit haben, oder? Liege ich da falsch?

Antwort
von voayager, 15

Nur weil man "unschuldig" ist, möchte man doch deshalb noch lang nicht ausgeschnüffelt werden. Was ist denn das für eine seltsame Auffassung! 

Im übrigen trifft die Ausspäherei des Staates die Falschen, denn gewiefte kriminelle Profis wissen die Staatsüberwachung auszutricksen, da sei mal sicher.

Kommentar von 1MioQ ,

Nein, es werden quasi nur Daten gesammelt, diese werden nicht ausgewertet. Ein Normalo Bürger hat quasi nichts zu befürchten. 

Kommentar von voayager ,

warum willst du aber, dass dein Staat alles Mögliche über dich und andere weiss?

Antwort
von MakePeaceNotWar, 15

Lisen sich den nicht deutlich mehr Verbrechen verhindern und vor allen dingen Diese besser und schneller aufklären und beweisen?

Könnte man ja. Die Frage ist, wer bestimmt was ein Verbrechen ist? Korruption bleibt Korruption, und das Recht bleibt Auslegung. Man sollte lieber schauen was den "Kontrolleuren" dadurch ermöglicht wird.

Wenn ich zum Beispiel gegen das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP bin, weil es ein Verbrechervertrag ist, der die deutsche Wirtschaft schwächen und die amerikanische Wirtschaft monopolisieren soll, dann könnte man mir Fremdenfeindlichkeit und Rassismus unterstellen, weil ich gegen transatlantische Beziehungen bin - je nach Auslegung.

Ein weiteres Beispiel ist, dass im Raum steht, implantierbare Microchips und eine Impfpflicht einzuführen. Was aber, wenn ich keine Impfung möchte? Ist das nicht meine freihe Entscheidung?

Wenn die Regierung nun korrupt wäre - unter dem Einluss von Banken und Lobbies - und totale Kontrolle hätte, meinst du nicht sie würde gegen jeden Vorgehen, der gegen diese Ordnung ist? Sie wissen alles über dich und haben dich in der Hand. Sie wissen wo du einkaufen gehst, welche Websiten du besuchst, mit wem du schreibst, telefonierst, was deine Interessen sind und alles, was man eines Tages gegen dich verwenden könnte, falls du ein Systemfeind wirst.

Deshalb sehe ich totale Kontrolle als starke Gefährdung von Demokratie und Freiheit jedes einzelnen Bürgers - besonders, wenn man Politiker an der Macht hat, denen man nicht trauen kann.

Kommentar von 1MioQ ,

Ok, ich glaube das geht jetzt schon ein wenig zu weit :D

Mit Verbrechensaufklärung sind richtige Verbrechen wie:

Vergewaltigungen, Einbrüche, Drogenhandel, Menschenhandel, Mord e.c. 

Und gewiss nicht in Bezug auf Meinungsfreiheit.... Und die Rege ist nicht über eine "Kontrolle" sondern viel mehr über eine Möglichkeit Verbrechen schneller zu ermitteln und diese ggf. zu verhindern. 

Kommentar von MakePeaceNotWar ,

Das sind doch die ersten Schritte dahin. Genauso wie man das Bargeld abschaffen möchte. In Frankreich gab es erst ein Bargeldverbot von 5000€ und mittlerweile sind sie bei 1000€, bis es ganz weg sein wird, damit man gezwungen ist Kontrolle über Finanzen zu haben. Hier spricht man jetzt auch über solch ein Bargeldverbot. Genauso wird man schrittweise zur Staasi 2.0 gezwungen, das geht erst mit den Mikrochips als Idee los, bis es keine Alternative mehr gibt. Und jemanden Verdacht auf beispielsweise Drogenhandel zu unterstellen, um die Erlaubnis haben ihn auszuspionieren ist dort ein Leichtes.

Im Übrigen, ich weiß nicht, ob es dir bewusst ist, aber unsere Regierung hat auch offiziell die Erlaubnis, den Bundestrojaner gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen, um diejeweiligen Personen auszuspionieren. Wer verdächtig ist bestimmen alleine sie.

Wer vorbeugen möchte:

http://www.chip.de/downloads/ArchiCrypt-Tool-Anti-Bundestrojaner_52141670.html

Antwort
von Krautner, 25

Wenn ein nötiger Verdacht besteht stimme ich dir zu der Offenlegung diverse Daten zuzustimmen, aber nur auf hinreichenden Verdacht, sonst nicht und da ist eben wieder die Frage wann dieser gegeben ist. 

Ich leb in einer kleinen Stadt mit 33 000 Einwohnern, ich will da, dass nicht jeder weiß was ich den ganzen Tag treibe oder im Internet durchstöbere und das braucht auch keinen zu interessieren und ich würde meine Privatsphäre nicht aufgeben wollen nur damit ein Dieb gefasst wird.

Soll heißen, wenn jemand überführt werden könnte in dem man die Daten ein sieht und nur auf Mangel von Beweisen nicht überführt werden kann wäre ich dafür. Aber aus reiner Spekulation so etwas zu tun er "könnte" zum Beispiel einen Amoklauf planen, weil er ja vom Verhalten & Aussehen in so ein Schema passen würde, finde ich nicht rechtens - auch wenn so mal ein Amoklauf von 10 000 verhindert werden könnte. 

Kommentar von 1MioQ ,

Ja das sehe ich genau so, also es muss schon ein entsprechender Gerichtsbeschluss vorliegen um die Daten vor zu legen. Andernfalls bleiben die Informationen verschlüsselt. 

Wenn diese Vorgaben erfüllt werden, sehe ich da keinen Grund der dagegen spricht. 

Kommentar von Krautner ,

Ja aber wann würde denn ein hinreichender Verdacht bestehen? Ist er schon vorhanden wenn Mitschüler meinen er verhält sich komisch? Früher meinte eine Schülerin ich wäre ein potentieller Amokläufer weil ich Computerspiele mag...da hab ich auch nur den Kopf geschüttelt - hatte nie im Leben eine Waffe in der Hand und werde ich wohl auch nie. 

Die Sache ist halt das unsere Privatsphäre schnell keine Relevanz mehr hat wenn es um so etwas wie Mord geht und selbst als Unschuldiger darauf einfach rum getrampelt wird, 

Da gabs ja aber auch was sehr schönes erst letztens in der USA, die CIA hatte von Apple erwartet die Daten von diversen Terroristen auf ihren Handys offen zu legen, aber dies wäre gegen die Richtlinien von Apple und Wunder oh Wunder, man hat ihnen recht gegeben.

Das kann man nun unterschiedlich sehen, finde es zu einem hervorragend das Apple da gewonnen hat, das war ein Schritt zur Bewahrung unserer Privatsphäre und ein Vertrauen darauf das man diese auch bis zu einem gewissen Maße schützen kann.

Andererseits - Aiaiai - das sind Terroristen, tut mir aber leid - das einzige was ich ihnen Wünsche wäre ein bisschen Krips und Verstand das man so einen mist net tut, egal welche verquerten Glaubensvorstellungen sie nacheifern. Da würde ich es doch begrüßen wenn man Ihre möglichen Kontakte die ebenfalls Terroristische Hintergründe haben schnellst möglich aus dem verkehr zieht und sie das Recht auf Privatsphäre verloren haben - in ne Irrenanstalt oder ins Gefängnis bis an ihr Lebensende wäre dann das mindeste. 

Antwort
von BVBDortmund, 2

Die Unschuldvermutung ist  gefallen, nachdem die Überwachungsgesetze alle freien Bürger unter Generalverdacht gestellt haben.

Das bringt uns auch keine Sicherheit, sondern für staatliche Behörden (VS etc.) erneut Zwänge, wenn es keine Verdächtigen gibt, man extreme Gruppen fördern muss,  damit man verwertbare Vorkommnisse generieren kann.

Überwachung und Verfolgung hat immer eine Vorgeschichte, die gar keine strafrechtlich relevante Tatsachen benötigt.

Am Beispiel Telefonüberwachung kannst Du es ganz gut nachvollziehen, als man das Impulswahlverfahren mit dem Mehrfrequenzverfahren ergänzt hat, damit man ua. eine Kontrollmöglichkeit hatte. Was in diesem Zuammenhang damals  kaum in der Öffentlichkeit bekannt war.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrfrequenzwahlverfahren

Das Mehrfreuenzverfahren würde nicht erst 1990 eingeführt, sondern bereits ab etwa 1971 mit den Telefoapperat „FeTAp 71“ Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV), was bei den Fermeldeämtern keine Systemänderung 55v, sondern eine Systemergänzung  erforderte.

Die Gesamtdeutsche STASI lässt grüssen.

Antwort
von Kamihe, 11

Du solltest das Buch " 1984 " von George Orwell lesen und erkennen was passiert wenn nur einigen Wenigen die Macht zuerkannt wird, andere zu überwachen.

Antwort
von Tiegerin, 11

Das Argument "wenn man unschuldig ist, hat man nichts zu verstecken" ist leider sehr schwach.

Bei einer generellen Überwachung gegen jeden, wird prinzipiell jeder erstmal zum potentiellen Verbrecher gemacht, das finde ich persönlich nicht richtig.

Und so streng die Regeln auch sind, wie kann ich überprüfen, was mit meinen Daten gemacht wird? Es gibt immer irgendwo Lecks, wo Informationen doch mal ungewollt an den falschen geraten und wenn du dir mal einen Fehler leistest, wissen das gleich alle die, die es nicht wissen sollen.

Und außerdem werden Verbrecher immer einen Weg finden, das ganze zu umgehen. Die sind ja auch nicht doof und reden fröhlich am Telefon über den nächsten Anschlag.

Kommentar von 1MioQ ,

Was sollte eine Dritte Person mit diesen Daten anfangen? Es ist auch eher weniger die Rede das man Verbrechen grundsätzlich verhindert, die Idee dahinter ist das man jemals Verbrechen aufklären kann. 

Sicher finden Verbrecher immer wieder Möglichkeiten das System zu umgehen.

Da Einbrecher so oder so einen Weg finden um bei dir ein zu brechen, lässt du ja schließlich nicht auch die Türe offen, oder?

Viel mehr sollten diese Maßnahmen entsprechende Taten erschweren und die Aufklärung vereinfachen. 

Kommentar von Tiegerin ,

Wenn du schon eine feste Meinung hast, dann frag doch nicht :D

Dein Arbeitgeber erfährt, dass du hin und wieder Drogen nimmst, schmeißt dich deswegen raus. Deine private Lebensversicherung erfährt, dass du einmal geraucht hast und kündigt deinen Vertrag etc. - da sind eben Informationen, die eigentlich belanglos sind, in die falschen Hände geraten und ein kleiner Fehler bedeutet das Aus.

Und wie stellen wir sicher, dass nur Staftaten wie Morde oder Terroranschläge dadurch verfolgt werden und die Überwachung eines jeden nicht dazu führt, dass auf einmal alles und jeder wegen irgendwelchen Kleinigkeiten belangt wird?

Wie du siehst werden trotzdem solche Attentäter wie in Brüssel gefasst, auch ohne Überwachung. Und nein, ich lasse meine Tür nicht offen stehen, aber genausowenig ziehe ich in einen riesen Tresor ein, damit ich nicht ausgeraubt werde - und das sollten wir nach deiner Logik.

Kaum ist Terror in der Luft, schreien alle nach Überwachung. Wer überwacht die Idioten, die täglich unmengen an Menschen in den Tod reißen, weil sie meinen, dass sie supergeile Autofahrer sind und überall rasen können? Niemand. Es ist wahrscheinlicher jeden Tag im Staßenverkehr umzukommen, als durch einen Anschlag oder gar einen einfachen Mord, aber das scheint irgendwie im Moment so unwichtig, dass wir lieber unsere Freiheit hergeben, als das einzusehen.

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