Frage von tulpe9, 35

Was is der konjunkturzyklus und entspricht er der heutigen Wirtschaft immer noch?

Danke !

Antwort
von zehnvorzwei, 22

Hei, tulpe9, der Konjunkturzyklus ist der ewige Kreislauf des Auf und Ab in der Wirtschaft - ein Automatismus, dem man zwar gegensteuern kann, aber den man nicht wirklich unterdrücken kann in der freien Wirtschaft. Nehmen wir mal an, Xxchens seien vom Verbraucher heiß begehrt und werden gut bezahlt. Folge: Alle geeigneten Hersteller nehmen Xxchens ins Programm, so dass bald ein Überangebot besteht, wodurch die Preise solange sinken, bis Xxchens nicht mehr wirtschaftlich hergestellt werden können. Die Unternehmen stellen die Produktion ein, so dass die Nachfrage nach Xxchens (weil sie knapp geworden sind), wieder steigt. Also springen die Unternehmen wieder auf der Xxchen-Zug . . . undsofort. o.k.? Grüße!

Kommentar von Snanifo ,

Die Preise sinken nicht so lange, "bis Xxchens nicht mehr wirtschaftlich hergestellt werden können", sondern bis eine Firma dadurch insolvent wird, dass sie von den Banken keinen Kredit mehr bekommt, um die laufenden Kosten zu decken. Dann übernimmt eine größere Firma (Konzern) diese für einen Appel und ein Ei und lässt entweder nach Entlassungen verbilligt weiterproduzieren oder wickelt die Firma ganz ab und übernimmt deren Marktanteile. Also stellen die Firmen die Produktion nicht ein, sondern es findet ein gnadenloser Konkurrenzkampf statt, bei dem in der Regel die größeren Firmen bestehen können, weil sie eine bessere eigene Kapitaldecke haben, und nicht auf die Kredite der Banken angewiesen sind.

Kommentar von zehnvorzwei ,

Jo, Snanifo, auch eine Möglichkeit - ich habe ja nur versucht, eine Möglichkeit des Auf und Ab darzustellen; es hätte auch der Schweineberg sein können und so.

Kommentar von Snanifo ,

Ich hab ja nicht an deinen Xxchens eine Kritik gehabt, sondern an deiner Darstellung der Entwicklung der Krise. Das geht natürlich auch mit "Schweineberg". Die interessante Frage wäre dann doch, ist das ein Fehler der Unternehmen bzw. ihrer Berater, dass sie "Schweineberg(e)" bzw. zu viele Xxchen produzieren oder gehorcht diese Überproduktion betriebswirtschaftlichen (man könnte auch sagen kapitalistischen) Notwendigkeiten?

Kommentar von zehnvorzwei ,

Ja, Snanifo, obwohl Nicht-Experte in Wirtschaftsfragen wage ich  zu sagen: Das ist so in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, unvermeidlich, und bisher haben m.E. weder Wirtschaftswissenschaftler noch Politiker ein wirklich wirksames Kraut dagegen entwickeln können. Es gibt - klar - noch viele weitere Komponenten, die die Zyklen auslösen. Es sind ja nicht nur der Zwang zum Austarieren von Kosten und Preisen, das Bedürfnis der Gewinn-Maximierung, sondern auch die Kapitalbeschaffung für notwendige Investitionen, die da hineinspielen. Grüße!

Kommentar von Snanifo ,

Ich denke eher, dass der Kapitalbedarf für "notwendige Investitionen" aus dem Bedürfnis von Produzenten kommt, am Markt zu bestehen und ev. Extraprofit zu machen, nicht umgekehrt. Auch wollen die Unternehmer nicht Kosten und Preise austarieren, sondern auf der einen Seite kostengünstig produzieren, was zu Investitonen, aber auch zu Lohndrückerei führt. Auf der anderen Seite müssen sie am Markt ihre Produkte verkaufen, um den Gewinn zu realisieren. Dies ist wohl ein Widerspruch, der dem Kapitalismus anhaftet. Der lässt sich auch nicht von Betriebs- und Volkswirtschaftlern bzw. unseren vom Kapitalismus überzeugten Politikern aus der Welt schaffen.

Antwort
von Hemmy1968, 18

Den Konjunkturzyklus kannst du mit einer Kurve (ähnlich der der Gausschen Normalverteilung) in einem Koordinatensystem lesen. Nach dem Aufschwung kommt der "Boom", der dann wieder in die Rezession abrutscht und am Tiefpunkt die Depression erreicht. Diese wird oft als "Krise" (Wendepunkt) bezeichnet, da danach der Zyklus wieder einen Aufschwung erlebt. Meiner Meinung nach ist im Moment der Konjunkutrzyklus flacher, da wir hier in Deutschland noch auf dem Höhepunkt sind. Allerdings sehe ich schon Anzeichen für einen Abschwung.

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