Frage von sbm94, 105

Was hilft wirklich gegen Depressionen? Endlich Änderung?

Ich bin erst 22 aber Kämpfe seit Jahren mit Depressionen. Mal mehr mal weniger. Ich bin seit längerem deswegen auch in Therapie, habe auch schon antidepressiva genommen. Die Tabletten musste ich absetzen, die Gespräche haben leichte Besserung gezeigt aber ich möchte die Depressionen ein für alle mal besiegen. Und das am besten ohne Medikamente. Würde gerne persönliche Erfahrungen und Ratschläge hören was euch geholfen hat. Bin für alle Antworten sehr dankbar  

Antwort
von Giwalato, 37

Hallo sbm94,

Sport ist ein gutes Mittel gegen Depressionen.

Hilfreich ist einmal Ausdauersportarten wie Walking, Jogging, Schwimmen oder Rad fahren und dazu Yoga, Qi Gong oder Pilates. Der zusätzliche Vorteil ist, daß Du das auch mit anderen Menschen machen kannst.

Die Gesprächstherapie solltest Du parallel dazu weiterführen.

Alles Gute für Dich,

Giwalato 

Antwort
von Einstein2016, 38

Ich habe selbst auch eine sogar noch längere Leidenszeit hinter mir mit wiederkehrenden tlw. schweren Depressionen / psychosomatischen und auch (weniger) psychotischen Symptomen.

Du berichtest hier jetzt von keinen evtl. psychosomatischen Symptomen, welche ja meistens begleitend sind (wie z.B. Schlafstörungen, Unruhe, Zittern, Rückenschmerzen, Grübeln, Magenprobleme, Tinnitus, etc.etc.). 

Vermutlich kennst Du diese Symptome auch schon zur Genüge, oder ?.

Hast Du im Laufe der Zeit wirklich alles von Deiner SEELE gelassen, was dich innerlich - evtl. schon seit Deiner frühen Kindheit - so stark belastet ?

Manchmal steckt da noch was "fest" und man ist sich dessen evtl. noch gar nicht so bewusst geworden und "es" möchte aber gerne trotzdem "raus" !

Bei mir waren die depressiven und psychosomatischen Symptome so stark chronifiziert und/oder wiederkehrend, dass ich mittlerweile sogar leider frühberentet bin.

Ich habe allerdings schon insgesamt 6 stationäre Klinikaufenthalte und mindestens genauso viele Einzeltherapien deshalb durchgemacht.

Warst du schon in einer stationären Fachklinik ? 

Falls nicht, dann wäre dieses anhand Deiner Vorgeschichte wohl dringend mal angezeigt. Dein Psychiater dürfte das sicherlich problemlos befürworten und Dich evtl. auch selbst schnellstens hierfür einweisen können.

Medikamente lindern Symptome, aber heilen nicht grundlegend. Das hast Du ja wie Du hier schreibst auch schon gut erfahrungsgemäß erkannt.

Evtl. wäre aber eine relativ niedrige Dosis (fast ohne schädigende Nebenwirkungen) trotzdem bis auf weiteres sinnvoll.  Besonders bei evtl. vorhandenen Schlafstörungen (wie es bei mir chronisch leider der Fall ist).

Das kann ich natürlich nicht selbst bei Dir einschätzen, warum Du diese sogar ganz absetzen musstest.

Trotzdem nur mal zur Info für Dich:

Ich nehme morgens Sertralin 100 mg (gegen Antriebsprobleme), abends Quetiapin retard 100 mg und zur Nacht noch die schneller wirkenden Quetiapin (ohne retard) 100 mg.

Dabei sind meine Blutwerte usw. eigentlich in Ordnung.

Alles Gute Dir !



Antwort
von Philipp59, 25

Hallo sbm94,

einer der wichtigsten Schritte im Kampf gegen Depressionen ist, dass Du mit jemandem darüber sprichst. Ich meine, Gespräche auch außerhalb einer Therapie. Warum ist das so wichtig? Nun, niemand kann wissen, wie es in Deinem Herzen aussieht, wenn Du nicht aus Dir herausgehst und Dich jemandem mitteilst. Außerdem ist es ein Heilungsprozess, Gefühle in Worte zu kleiden, denn allein über Deine schmerzlichen Erfahrungen zu reden, kann Deinem Herzen Erleichterung bringen. Wenn Du jedoch Deine Gefühle in Dich einschließt und unterdrückst, dann leistest Du Deinen Depressionen nur Vorschub. Doch ist hier auch ein Wort zu Vorsicht angebracht: Überlege Dir ganz genau, wem gegenüber Du Dich öffnen willst. Es sollte sich auf jeden Fall um eine vertrauenswürdige, mitfühlende und verständnisvolle Person handeln, die selbst stark genug ist, Dir wirklich beizustehen.

Ein weiterer Schritt ist, dass Du Deinen eigenen Wert erkennst. Mangelndes Selbstwertgefühl spielt bei Depressionen eine entscheidende Rolle. Oft ist dieses aufgrund von körperlicher oder psychischer Misshandlung in der Kindheit entstanden. Auch wenn frühere negative Erlebnisse bei Dir emotionelle Narben hinterlassen haben, solltest Du daran denken, dass dies nichts an Deinem Wert als Mensch ändert. Daher solltest Du Dich um eine ausgeglichene Ansicht über Deinen wahren Wert als Person bemühen.

Es kann allerdings etwas geben, dass Dir immer wieder Dein Selbstwertgefühl raubt, wenn Du Dich nämlich wegen jedes kleinen Fehlers selbst zerfleischt. Wenn es auch Dir so ergeht, dann denke daran, dass eine solche unvernünftige Fehlersuche Deine Selbstachtung in einem erheblichen Ausmaß untergräbt. Vergiss nicht: Wir alle haben unsere Fehler und Schwächen. Doch wir haben auch Stärken. Statt sich auf eine penible Fehlersuche zu begeben, sollte man lieber an das denken, was man besonders gut kann. Vielleicht setzt Du Dich einfach mal hin und schreibst all die Stärken und positiven Eigenschaften auf, die Du an Dir entdeckst.

Es gibt noch etwas, das zu einem mangelnden Selbstwertgefühl beitragen kann. Es könnte die übertriebene Sorge sein, von anderen anerkannt zu werden und die Angst vor Ablehnung. Es mag sein, dass in der Vergangenheit Menschen zu Dir unfreundlich und gefühllos waren. Denke jedoch daran, dass Dein wahrer Wert nicht daran gemessen wird, ob Dich andere mögen oder nicht. Jeder Mensch ist auf die eine oder andere Weise wertvoll.

Ich möchte Dich auch noch auf die Hilfe aufmerksam machen, die uns die Bibel gibt. Obwohl sie kein medizinisches Fachbuch ist, gibt sie denen, die depressiv sind, Rat und spricht ihnen Mut zu. Zum Beispiel spricht sie davon dass Gott ist denen, die ihm dienen und niedergeschlagen sind so naheist, als sei er direkt bei "den Zerschlagenen und Bedrückten, um den Geist der Bedrückten wiederaufleben zu lassen und das Herz der Zerschlagenen neu zu beleben" (Jesaja, Kapitel 57:15, Einheitsübersetzung). Ist es nicht sehr tröstend, zu wissen, dass Gott schwermütigen Personen so nahe ist?

Vielen hilft es auch, dass sie sich zu jeder Tages- und Nachtzeit an Gott im Gebet wenden können. Das Gebet ist nicht nur eine psychologische Krücke denn aufrichtige Gebete gehen nicht einfach ins Leere. Wenn Du Dich an Gott wendest, kann er Dir helfen, besser mit entmutigenden Gefühlen und Situationen, die Dich aus dem Gleichgewicht bringen umzugehen. Die Bibel fordert uns sogar auf, Gott unser Herz auszuschütten. Das ist besonders dann sehr wertvoll, wenn man das Gefühl hat, von niemandem sonst richtig verstanden zu werden. Auch wenn Gott das, was Dich belastet, nicht mit einem Mal beseitigt, kann er Dir jedoch die nötige Kraft geben, mit allem fertig zu werden - auch mit Depressionen!

Ich wünsche Dir viel Erfolg im Kampf gegen Deine Depressionen und hoffe sehr, dass Du sie eines Tages besiegt haben wirst! Alles Gute!

LG Philipp

Antwort
von paranomaly, 20

Ich kann es nur an mir selber nennen. Die Ärzte sagen einem immer dass es nichts besseres als Tabletten gibt und dass das nur hilft.

Aber was sie einem nicht sagen, ist dass Medikamente nur das Symptom behandeln niemals die Ursache. Solange die Ursache nicht behoben ist und nur das Symptom behandelt wird, ist es keine richtige Heilung.

Ich bin jetzt bald bei einem Psychoanalytiker. Da  meine letzte Psychologin gesagt hat, dass sie mit mir überfordert ist und nicht mehr weiter kommt.

Der Begründer der Psychoanalytik Siegmund Freud, war auch der Auffassung dass der Mensch ein Ich, ein Es und ein Über-Ich hat, dies muss beim Behandlungsprozess und Entwicklungsprozess berücksichtigt werden.

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Krankheit, Körper, Medizin, 32

Dazu kannst Du mal in zwei alte Antworten von mir schauen.

https://www.gutefrage.net/frage/was-kann-ich-tun-damit-es-aufhoert?foundIn=answe...

https://www.gutefrage.net/frage/kann-man-angststoerung-ohne-medikamente--meister...

Enorm wichtig für einen funktionierenden Gehirnstoffwechsel sind z.B. Magnesium und Eisen.

Daher findest Du Depessionen oder Psychosen auch hier unter den Magnesiummangel-Symptomen.

http://www.dr-neidert.de/index.php/biomed/304-magnesiummangel-symptome-und-ursac...

oder hier unter den Eisenmangel-Symptomen.

http://www.eisenmangel.de/was-ist-eisenmangel/eisenmangel-symptome/depressionen-...

Antwort
von Belladonna1971, 44

Ich bewundere Deinen guten Willen und wünsche Dir viel Kraft und mut für Deinen Weg!

Ich würde zwei Sachen berücksichtigen:

in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.

Die eigentliche Heilkraft kommt aus unserer Ernährung. Wähle Lebensmittel, die Du gut und gründlich kaust. Ist der Darm in Ordnung? Pflege Deine Leber sehr gut! Wut sitzt in der Leber. Und in Leber das Wort Leben. Depressionen haben viel mit Wut zu tun. Sei sie nun bewußt oder unbewußt. Die Leber führt uns aber in die  eigene Autorität.

Dann würde ich die Organuhr nutzen und einen Rhythmus in meinen Alltag einführen. Essenszeiten, Pausen, Tun.

und unbedingt ein kreatives Hobby ausüben. Es muß keinen Nutzen haben, soll aber sinnvoll sein. Sei es Musik, Chor, Töpfern, Malen,....

Einfach machen.

Diese einfachen Massnahmen geben uns Menschen Halt. Es darf einfach sien- muß aber umgesetzt werden.

Alles Gute!

Antwort
von hundepowerDE, 22

Es wurden ja schon viele hilfreiche Ansätze geschrieben. Wenn Du eine Therapie machst, dann sollte aber auch die Chemie zwischen Dir und dem Doc stimmen. Zu Not wechsel einfach solange bis Du ein gutes Gefühl hast und dich aufgehoben fühlst. Ich habe selber leider auch andere Erfahrungen gemacht. Zusätzlich habe ich Cellmin Kapseln genommen, das sind spezielle Mineralstoffe und Vitamine, ABER alles ganz natürlich, pflanzlich und im mineralischen Gleichgewicht. Wenn Du Interesse hast schau mal hier: http://vitalnr1.de/humanprodukte/cellmin/

Und was soll ich sagen, mir geht es PRIMA ;-) Ich wünsch dir alles Gute.

Antwort
von Tamtamy, 32

Wie schon mehrfach empfohlen:
Nutze deine Psychotherapie!

Das aktuelle Heft (Oktober) von "Psychologie heute" enthält zwei interessante Artikel über (mittelgradige) Depression und ihre Behandlung. Lesenswert!

Mit guten Wünschen für dich!

Antwort
von herja, 52

Ich bin seit längerem deswegen auch in Therapie

Dann mach weiter mit der Therapie, nur damit kann dir dauerhaft geholfen werden!

Antwort
von max1949, 37

Was heißt hier "Ich bin erst 22" ich bin 16 xD. Du solltest auf jeden Fall bei der Therapie bleiben und dich mehr darauf "einlassen".

Antwort
von LittleMistery, 27

Mach weiter Therapie. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community