Benet am 01.11.2009 um 15:57 Uhr
'ne Frage zu Lebensversicherung. Und zwar wollte ich wissen, wie es aussieht, wenn man eine Lebensversicherung abschließt, die an der Wertentwicklung eines Fonds gekoppelt ist? Angenommen ich zahle jeden Monat 100 ein und bei Abschluss der Versicherung war der Fonds auch auf 100. Wenn ich nach einem Jahr nun kündigen würde und der Fonds liegt bei 95, bekomme ich dann nicht mal die eingezahlten 1200 Euro zurück? Wie ist das wenn ich bis zum Vertragsende warte und dann auszahle? Sind da Garantien dabei?
Ihre Frage ist eigentlich nicht nur eine Frage, ich werde mal versuchen sie etwas zu trennen:
Zum einen sollte man auf eine Lebensversicherung (LV) als Altersvorsorge verzichten. Wenn sie wirklich einen Todesfallschutz brauchen, dann machen sie dies lieber extra über eine Risikolebensversichung und sparen für's Alter in einer Rentenversicherung (RV). Ganz gleich jedoch, ob sie in eine LV oder RV zahlen, beide haben Kosten. Und diese werden auf die ersten Jahre der Anlage gebucht (genant zillmerisiert). D. h., wenn sie nach Ablauf eines Jahres kündigen, bekommen sie zumeist garnichts raus. Fondsanlagen(Aktienbasis), ganz gleich ob als Versicherung oder als Sparplan, sollte man auch nicht als Sparanlage für ein Jahr betrachten, sondern immer als Anlage für wenigstens 10 oder mehr Jahre. In diesen Zeiträumen bringen die meisten Fonds Renditen von durchschnittlich 6 - 8 % und mehr. Allerdings bringen sie diese nicht jedes Jahr. Es kann sein, dass der Fonds im nächsten Jahr 30 % erzielt, im Jahr drauf auch in s Minus geht und im Jahr drauf wieder 20 % erzielt. Durchschnittlich ergeben sich dann die für den Anleger attraktiven Werte. Garantien gibt es bei Fondsgebundenen Versicherungen (FRV)schon, jedoch keine Garantieverzinsung. Diese gibt es nur bei klassischen Anlagen. Garantien bei FRV nennen sich z. B. Beitragsgarantie, Höchststandsgarantie. Allerdings, je mehr Sicherheit sie in eine Fondsanlage einbauen, desto geringer ist die Rendite. Wenn sie in eine fondsgebundene Anlage investieren, sollten sie den Rat eines Börsengurus befolgen: (:-) ) der nächste Weg sollte in die Apotheke führen um dort Schlaftabletten für die nächsten 10 Jahre zu kaufen. Klartext, wenn sie in Fonds investieren, lassen sie danach am Besten die Finger davon. Nur ein Beispiel zur Rentierlichkeit von Fonds: Angenommen sie haben monatlich 100 € in eine klassische RV und in eine fondsgebundene FRV gezahlt: DIe klassische hat sich mit sensationellen 4,5% entwickelt, die Fondsanlage gerade mal mit durchschnittlichen 8%. Nach 10 Jahren haben sie bei der RV 15.105 € bei der FRV 18.137 €. Nach 20 Jahren wird der Unterschied durch den Zinseszinseffekt noch stärker: RV 38.563 € FRV 57.293 €.
Bei einer Lebensversicherung gibt es eine Garantieverzinsung (allerdings nur für den Sparanteil an Deiner monatlichen Rate!!!) von entweder 2,25 oder 2,5%. Wenn der Fonds fällt, dann bekommst Du am Ende eben weniger ausgezahlt. Nach einem Jahr kündigen macht keinen Sinn, denn da bekommst Du 0,00 Euro raus, da zuerst die Vertriebskosten bezahlt werden müssen. Ist also keine wirklich gute Idee.

wenn du nach einem jahr kündigtst bekommst du weder bei der fondsgebundenen noch bei einer kapitalbildenen Lebensversicherung deine eingezahlten beiträge raus lg malli

Eine Lebensversicherung ist wahrlich keine gute Kapitalanlage.
Das stimmt nicht, wird eine Lebensversicherung durchgehalten, also bis zum Ablauf gehalten ergibt sich eine steuerlich begünstigte Verzinsund die trotz Abschlußkosten mit anderen Anlageformen mithalten kann und sie teilweise übersteigt.
Eine fondgebundene Lebensversicherung wie hier nachgefragt hat Kosten zwischen 6 und 9% und erlaubt in den meisten Fällen den Wechsel der Fonds während der Laufzeit ohne erneute Kosten oder Ausgabeaufschläge. Außerdem wird während der Laufzeit keine Abgeltungssteuer beim Wechsel abgezogen.
Bei einem Wechsel der Fonds alle 4 Jahre und einer Laufzeit von 20 Jahren ist eine fondgebundene LV deutlich im Vorteil gegenüber einem Fondsparplan (wenn Äpfel mit Äpfel verglichen werden).