Was hatten die Zeugen Jehovas 1975 tatsächlich für sich und die Welt um uns erwartet?

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3 Antworten

Wie im Mustergebet (Vaterunser) sollte Gottes Königreich kommen wie im Himmel, so auch auf Erden. Man berechnete dass es 1975 auf der Erde kommen soll. Dabei werden die Königreiche der Erde vernichtet, bzw. die politische/finanzielle Machtbefugnisse der Menschen werden genommen usw. Und dann wird aus der Erde ein Paradis entstehen, wie einst für Adam und Eva vorgesehen war. Und die Menschen werden von Gottes Königreicht durch Jesus und seine 144000 Engeln für 1000 Jahre regiert, und dann durch Gott.

Im Prinzip wurde also nicht gesagt dass die Erde komplett vernichtet werde (wie viele meinen), sondern zu einem schönen Planeten für die Menschen umgeformt.

Man überlas in der Bibel dass das kommen von dessen Königreich nicht auszurechnen sei, der Tag kommt wie ein Dieb, niemand hat kenntnis davon ausser der Gott selbst. Matthäus 24:36, Offenbarung 16:15 usw
deswegen wird es auch keine neue Endzeitprophezeiungen mehr seitens der ZJ geben.

Jedoch wird festgehalten dass 1914 das Königreich Gottes in den Himmel eingetreten ist.

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Kommentar von Coldnez
14.04.2016, 10:14

korrektur: Jesus ist 1914 als König in den Himmel eingetreten und hat Satan zur Erde hinabgeschleudert. Siehe Offenbarung 12

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Kommentar von Rosenblad
14.04.2016, 10:14

Danke für diese Antwort - und auf welchen biblischen Texten über die Offenbarungsauslegungen hinaus fusst diese Annahme bei Ihrer Konfession?

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Kommentar von Coldnez
14.04.2016, 10:18

Meinst du die Berechnung des Jahres 1975? Das weiss ich selber nicht.

Anderes kann ich dir sagen, besser du fragst mich nach welcher Aussage von mir du den Bibeltext dazu wissen willst

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Kommentar von Coldnez
14.04.2016, 11:22

Wer in Gottes Königreich gelangt sieht man zB in 1. Korinther 6:9-11

Es lässt sich hier nicht pauschal sagen "Er hat das getan, er kommt nicht in sein Reich" Wir Menschen können nicht in das Herz des anderen sehen, und entscheiden deshalb nicht über ihren Schicksal. Denn wer vor seinem Tod bereut, hat eine Chance. Und
die Möglichkeit dass man bereut, haben nur solche, die nicht gewusst haben dass sie schlechtes tun. So zum Beispiel konnte der Dieb der neben Jesus hingerichtet wurde in sein Reich gelangen - denn wer nicht gewusst hat dass es eine Hoffnung nach dem Tod gab, würde vielleicht nicht anfangen zu stehlen (Lukas 23:43)
Dann gibt es noch solche, die gestorben sind und mit sicherheit nicht zum Leben auferweckt werden, zB Adam und Eva. Sprich, wer gegen Gott sündig, also wissentlich gegen ihn handelt, wird nicht Gottes Königreich erben, dazu werden einige in der Bibel erwähnt.
Und wer ein Zeuge Jehovas ist, und zB eine schwerwiegende Sünde vor den Ältesten verheimlicht und keinen Gewissen hat, der kommt natürlich nicht in den Paradies. Die Taufe allein ist nicht heilsentscheid, sondern Gott urteilt jeden Menschen selbst nach ihren eigenen Taten im Bezug auf ihren Wissen, und nicht nach ihrer Konfessionsrichtung. Die Taufe als ZJ steht hier nur als öffentliche Bekenntnis zu der Überzeugung dessen Lehre.
Und dann gibt es noch solche, die in Römer 2:14,15 erwähnt sind. Wenn das Gesetzt in das Herz geschrieben steht, ohne sie zu kennen, kommt auch in das Paradies.

Ich persönlich glaube noch daran, dass nur soviele nicht in das Paradies gelangen, wie dafür nötig ist, damit ein Paradis überhaupt entstehen kann. Auch 'Ungerechten' können auferweckt werden (Apostelgeschichte 24:15) Beweisen können die sich dann im Nachhinein wenn sie solange die Wahrheit und Gottest Authorität akzeptieren

Übrigens lebt man dort nicht Unsterblich sondern Ewig, sprich wer im Nachhinein doch sündigt, stirbt ohne eine Wiederauferweckung. Offenbarung 20:14

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Ich habe das damals in Gesprächen mit Zeugen Jehovas verfolgt.

Die einzelnen Zeugen glaubten vor 1975 an das bevorstehende Jüngste Gericht (Hamageddon), bei dem alle Nicht-Zeugen ausgelöscht würden und (außer den bekannten 144.000 in den Himmel Aufgenommenen) alle Zeugen auf dieser Erde unter paradiesischen Verhältnissen weiterleben würden.

Das ging soweit, dass mir ein Zeuge nach 1975 erzählte: ein Glaubensbruder habe sich vorher schon die Fabrikantenvilla eines Nicht-Zeugen als Wohnsitz ab 1975 ausgesucht.

In den offiziellen Schriften der religiösen Führer der Zeugen Jehovas war nichts Eindeutiges zu 1975 zu finden. Man deute aber an, dass der Zeitpunkt 1975 für das Harmageddon passen würde und ließ die einzelnen Zeugen an der Basis dieses "Passen" ungehindert als Gewissheit verkünden.

Nach 1975 wies die religiöse Führung darauf hin, dass sie 1975 niemals als Gewissheit behauptet habe, was formal stimmte, wie oben gesagt. Intern wird dieses Nichteintreffen aber einige Verwerfungen innerhalb der Gemeinschaft ausgelöst haben, wozu mir nichts Konkretes vorliegt. Die Zeugen, mit denen ich danach gesprochen habe, zogen sich auf "Jehova hat helleres Licht gegeben", was die Formel für "da haben wir dazugelernt" ist, zurück. Das ist ja verständlich. Später wussten Zeugen der Basis von 1975 nichts mehr.   

Insgesamt fiel mir aber auf, dass die Haltung der Zeugen in den Jahrzehnten nach 1975 lockerer geworden ist. Dass der Wachtturm die lautere Wahrheit verkündet, wurde auch irgendwann im Vorspann gestrichen. Immerhin!

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Kommentar von OmaElfi
15.04.2016, 14:49

Prinzipiell hast Du es richtig beschrieben. Jedoch gibt oder gab es das Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gotte", in welchem man sehr wohl lesen konnte, dass 1975   6000 Jahre Menschheitsgeschichte zu Ende wären, was das 1000 jährige Königreich Jesu nach sich ziehen würde, ergo Harmagedon käme!

Von dieser Aussage will man natürlich nichts mehr wissen und alle nach 1975 dazu gekommenen Zeugen, wissen es sowieso nicht!

Und intern stand es in jedem Königreichsdienst ( internes Blatt der Zeugen,  dass es seit Januar 2016 nicht mehr gibt):  noch soundso viele Monate bis 1975 usw. usw.

Ich war 53 Jahre dabei und habe den Hype um 1975 von Anfang an erlebt! Habe erlebt, dass meine Eltern kein Haus mehr kauften und keine Versicherungen mehr abschlossen und meine Mutter mit Arbeiten aufhörte, was sie heute mit fast 91 Jahren bedauert, da sie nur eine kleine Rente deshalb hat.

Wer der WTG und ihren ständigen Lehränderungen glaubt, ist ein armer Wicht! Danke Herr Jesus, dass Du mir die Augen geöffnet hast und ich Dich, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, gefunden habe!

OmaElfi

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Literatur dazu:

Manfred Gebhard, Die Endzeit der Zeugen Jehovas.

Gerd Wunderlich, Die Paradiesverkäufer.

Joseph Wilting, Das Reich, das nicht kam kam.

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Kommentar von Rosenblad
14.04.2016, 09:48

Nach Literatur hatte ich bewusst nicht gefragt!

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