Frage von TDome, 90

Was hat's auf sich, dass Video- und Bildbearbeiter meist einen iMac nutzen?

Hallo,

ich frage mich, wieso in den Büros der Mediengestalter immer iMacs genutzt werden. Ich habe noch keinen Fotografen, Mediengestalter oder sonst Medialbeschäftigten angetroffen, der ein Windows-System nutzt.

Was hat das auf sich? Ist das Betriebsystem von Apple besser für Photoshop und Co. geeignet?

Das es an der Hardware liegt kann mir das schlecht vorstellen, da man einen Windows-PC ja viel individueller aufbauen kann und somit viel mehr Leistung zur verfügung haben kann.

Mich würde mal interessieren, ob es hier selbst Bild- und Videobearbeiter gibt, die mir erklären können, wieso sie einen iMac nutzen.

Vielen Dank. :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusLemmer, 49

Hi,

das ist eine immerwährende Frage :) Grundsätzlich kann man aber folgendes denke ich sagen, ohne eine der Parteien wirklich schlecht zu reden.

  • Apple war früher schon eher die "Alternative" von Windows. Apple Fans haben sich als was Neues und mutiges angesehen. Etwas was dem grauen Einheitsbrei entgegen wirkt - bis heute. Wobei heute ja eigentlich gefühlt jeder 2te ein IPhone hat ;)
  • Design und Funktionalität (im Übrigen ist der Film "Steve Jobs" ganz interessant) bestimmten schon von Anfang an das Marketing von Apple. "Think different" war der Slogan z.B. das zog natürlich massig kreative junge Menschen an, welche bis heute am Mac hängen.

Ich glaube es ist eher eine Geschmacks- und Einstellungssache was man im Endeffekt nutzt. Ich kenne jedoch auch viele "Kreative", welche weg von Mac und Apple sind, weil es schlicht den Aufpreis nicht lohnt. Ausserdem gefällt nicht jedem, dass man ein eigenes Ökosystem hat, welches geschlossen ist und nichts rein lässt (IPhone / ITunes).

Heutzutage nutze ich persönlich nur noch Microsoftprodukte, nicht weil ich gegen Apple bin, nur weil ich bequemer bin und alles schon kenne. Andersherum verhält es sich wahrscheinlich auch bei Appleanhängern so.

Warum wechseln, wenn ich dieses System schon kenne.

LG

ML

Antwort
von Maisbaer78, 46

Früher waren die Macs leistungsstärker als die wenigen Konkurrenzprodukte und es gab mehr Software (die sogar Microsoft entwickelt hatte) für die Knechte. Später schoss man sich sogar vorwiegend auf dieses Segment und zb. die Audiobearbeitung ein.

Heut ist es einerlei. Die Hardware ist die selbe, in einem iMac tickt eine IntelCPU wie in einem gewöhnlichen Desktop.

Apple profitiert heute deutlich mehr von Mythen und Träumen denn von realen Vorteilen.

Ein Grafikstudio ist heute all zu oft ein vernetzter Raum. Linux und Windowsdesktops mit ausreichend starker Hardware stehen einem iMac in nichts nach, haben dafür aber auf ein deutlich erweitertes Softwarespektrum Zugriff und kommunizieren perfekt miteinander.

Allerdings sind für bestimmte Software zertifizierte Desktops nicht wirklich billiger als ein vergleichbarer iMac. Wenn man auf die Zertifizierung pfeift, als Privatanwender zum Beispiel, kann man locker mal 1000 Euro sparen.

In technischer Bilderzeugung, Volumenmodelierung, 2D/3D CAD und Ähnlichen Anwendungen sind Macs praktisch gar nicht präsent, eben wegen der mangelnden Softwareunterstützung und der komplizierteren Vernetzung mit anderen Ressourcen.

Und jetzt folgt noch der obligatorische Apple-Fan-Shitstorm.

Antwort
von JuergenWB, 19

Die ersten Win-Systeme waren grafische Benutzeroberflächen für ein zeichenorientiertes System namens MS-Dos - also nie grafisch ausgelegt, sondern immer nur ein Krückstock, während Apple mit seinem Mac-OS von anfang an rein grafisch arbeitete. Damit waren die Windows-Rechner in Tabellenkalkulationen und Datenbanken im Vorteil, Macs bei grafisch orientierten Anwendungen.

Mittlerweile sind beide Systeme rein grafisch orientiert, durch explosionsartig gestiegene Leistung der Hardware (mein erster Rechner hatte stolze 4 MB RAM, heute reden wir von 16 GB!) sind die Unterschiede dahingeschmolzen. Nein, nicht ganz, in den Köpfen der Leute noch immer nicht!

Faktisch zahlst Du heute für einen Apple ungerechtfertigt hohe Summen für mittelmäßige Hardware in edler Verpackung, und nimmst softwareseitig arge Einschränkungen hin.

Die Bildschirme sehen auf den ersten Blick toll aus, ihnen fehlt aber die Farbtreue - einfach nur alles klickibunti. Der Profi braucht aber eine verbindliche Farbwidergabe bis zum Drucker. Dafür gibt es genormte Farbprofile - kann Apple nicht! Deswegen siehst Du Apple Monitore nicht da, wo mit Bildern gearbeitet wird, sondern nur da wo der Fotograf seine Rechnungen schreibt! Für die Bilder greift der Profi zu NEC oder Eizo.

Antwort
von Barris, 29
Dieser Irrtum hat einen historischen Ursprung und wird seitdem von Generation zu Generation der Grafiker weiter "vererbt", ohne nachzudenken.



In den Neunzigern war das noch kein Irrtum, da Apple tatsächlich noch andere Hardware verwendet hat (Stichwort "PowerPC").


Aktuell ist es reine Verschwendung (1) und hat einen klaren Nachteil gerade für die, derer Arbeit der Begriff FARBE weitgehend bestimmt (2), einen iMac zu kaufen, denn:



1. Apple verbaut Hardware mit den Chips (u. A. von Intel und Nvidia), die auf dem Markt frei erhältlich ist. Aus den Komponenten wird kein Geheimnis gemacht - über alles, was in einem iMac steck, kann man in der c't oder sonst wo nachlesen. Wenn man dann die Straßenpreise für die einzelnen Teile addiert, sieht man, dass Macs unverschämt überteuert sind.


Ja, Macs sind äußerst sorgfältig zusammengebaut, aber das kann man entweder selber erreichen, oder den Rechner von einer seriösen Firma zusammenbauen lassen, die dann ein paar Hunderter dafür berechnet. Oder eine fertige Workstation kaufen. 

Was Windows betrifft - wenn man ein sauber installiertes aktuell gehaltenes System auf starker Hardware hat und es klein bisschen pflegt - gibt es auch keine Abstürze. 


2. OS X hat bis Ende 2014 keine 10-bit-Anzeige unterstützt (Windows - bereits ab 2009). Ob bei aktuellen Apple-Geräten das flächendeckend gewährleistet ist, ist fraglich. Aber mit einem gebrauchten (halt immer noch teurer, aber dafür Mac :) wird es nix... 
Antwort
von HDXFTGHF, 29

Du hast die Frage mit deiner Frage praktisch schon selbst beantwortet.
"Ich habe noch Nie einen Fotografen ohne Mac gesehen".
Es geht dabei hauptsächlich um das Display der Macs.
Dadurch dass Macs in der Szene so etabliert sind kann man davon ausgehen dass ein möglicher Kunde Das gemachte Bild genau so wahrnehmen kann wie der Fotograf es tut wenn er es bearbeitet.
Es bringt also den wenigsten etwas ein 5000 € Display zu besitzen wenn der Kunde das Bild dann später auf einen anderen Monitor ganz anders wahrnimmt.

Kommentar von JuergenWB ,

Falsch! Die Monitore der Mac's sind allenfalls Mittelklasse. Kein Profi verwendet einen Mac-Monitor! Der greift zu Eizo oder NEC, und zwar die, die hardwareseitig kalibriert werden können. Nur so lässt sich eine verbindliche Farbwiedergabe erreichen. Mac-Monitore können das nicht!

Kommentar von HDXFTGHF ,

Die verbindliche Farbwiedergabe lässt sich auch erreichen indem man einfach den gleichen Monitor besitzt, nämlich den vom Mac.
Da braucht dann auch nichts Kalibriert werden (was ja auch nicht geht wie du richtig erkannt hast).
Preislich eine große Ersparnis gegenüber den von z.b. Eizo und zu dem sind die Mac Bildschirme ja auch nicht schlecht.
Unter Mittelklasse verstehe ich irgendwie was anderes.

Kommentar von DREAMPIXX ,

JuergenWB hat vollkommen Recht, denn eine verbindliche Farbwiedergabe lässt sich auch dann nicht erreichen, wenn man den gleichen Monitor nutzt, denn erstens sind zwischen den Panels der Geräte auch beim gleichen Typ IMMER Farbunterschiede möglich und zum anderen spielt auch die Umgebungsbeleuchtung eine große Rolle, sowie die Einstellungen von Helligkeit und Kontrast, die wohl kaum jeder Nutzer gleich eingestellt hat. Alles zusammen wirkt sich auf die Farbwiedergabe aus. Mal ganz abgesehen davon, dass es nicht nur einen MAC-Monitor am Markt gibt, und damit die Chance, dass der Kunde den gleichen Monitor besitzt, wie der Grafiker, relativ gering wird.

Antwort
von wolfgang001, 15

Hier wirst Du immer viele Antworten bekommen, bei denen Windows favorisiert wird.

Video- und Bildbearbeiter, einfach gesagt: im Graphischen Gewerbe wird mit Computern professionell gearbeitet. Es wird mit den Rechnern Geld verdient. Da ist es sehr wichtig, dass die Rechner nicht "abstürzen". Die Mac-Rechner waren sehr lange dafür berühmt, Absturz-sicher zu sein. So ging den Benutzern keine Zeit verloren, die sie brauchten, um ihren Rechner wieder "flott zu bekommen". Windows galt sehr lange als unsicheres Betriebssystem, zum Teil ist es heute auch noch so.

Bei einem Mac braucht der Anwender sich nicht selbst um die Verwaltung seiner Dateien und Ordner zu kümmern. Das macht der Mac von sich aus. Das spart auch Zeit und somit Geld.

Auch heute noch ist das Benutzen eines Mac einfacher oder intuitiver als Windows. Man erarbeitet einfach mit dem Mac ein Projekt anstatt sich um die Verwaltung eines Windows-PC kümmern zu müssen, was weniger produktiv ist.

Für das Mac OS, Apples Betriebssystem gibt es erheblich weniger Schadprogramme als für Windows. Da sagen viele Mac-User es gäbe garkeine Viren, was leider auch so nicht ganz stimmt. So ist für das Internet auch heute noch ein Mac sicherer als ein Windows-PC.

Ein Mac hat eine deutlich längere Lebensdauer als ein vergleichbarer Windows-PC. Das bedeutet, dass der Anwender sich nicht nach ein oder zwei Jahren einen neuen Rechner kaufen muss. So gleicht sich der höhere Preis eines Mac wieder aus. Ebenfalls liegen die Verkaufspreise für einen gebrauchten Mac weit über dem eines vergleichbar alten Windows-PC.

So wurde der Mac einfach der klassische Rechner für den graphischen Bereich.

Kommentar von Maisbaer78 ,

hat eine deutlich längere Lebensdauer als ein vergleichbarer Windows-PC

Das stimmt, allerdings muss man die Gründe für die schnelle Überalterung gewöhnlicher Desktops sehen. Die große Vielfalt an Programmen und deren neue Versionen sorgen dafür, dass die eher aufgerüstet bzw. ersetzt werden, als zb. iMacs. 

Zu behaupten, das wäre ein Pro für einen Mac hieße, ein Fahrrad wäre uneingeschränkt besser als ein Auto, weil man da nicht ständig tanken müsse.

Bei einem Mac braucht der Anwender sich nicht selbst um die Verwaltung
seiner Dateien und Ordner zu kümmern. Das macht der Mac von sich aus.

Für Viele Anwender ist eben das ein negativ-Kriterium. Zu wenig Kontrolle, zu viel Automatismus.

Man erarbeitet einfach mit dem Mac ein Projekt anstatt sich um die Verwaltung eines Windows-PC kümmern zu müssen

Im Profibereich steht heute ein fertiges System bereit, es sind keine händischen Updates oder Einstellungen notwendig. Oft präsentieren sogar die Softwarehersteller selbst komplett-Systeme, die absolut fehlerfrei und vorkonfiguriert ausgeliefert werden. Nach dem ersten Login beginnt die produktive Phase.

Der Unterschied zum Mac ist aber, dass ich durchaus die Freiheit habe, das System Hard- und Softwareseitig nahezu unbegrenzt zu erweitern.

Für das Mac OS, Apples Betriebssystem gibt es erheblich weniger Schadprogramme als für Windows.

Es gibt auch in Hinblick auf alle anderen Arten von Software viel weniger Auswahl. Ein guter Virenscanner wäre mir die Kosteneinsparung von mitunter mehr als 1000 Euro wert.

Es gibt weniger Viren und Adware für Macs, weil es weniger Mac-Anwender gibt. Es gibt weniger Mac-Anwender, weil Desktops ungleich flexibler sind. Die Vorteile, die einen Mac ursprünglich prädestiniert haben, sind heute Resultate seiner eigentlichen Schwächen.

Antwort
von EngelJanchen10, 41

Das liegt hauptsächlich daran, dass Apple Produkte (Hauptsächlich Mac, iPad) dafür da sind um auch Produktiv damit zu arbeiten. Apple bietet sogar ein ziemlich gutes kostenloses Videobearbeitungsprogramm an (iMovie). Die Programme um Produktiv zu arbeiten sind in den meisten Fällen am Mac besser als bei Windows. Sie sind oft einfach zu bedienen, haben einen schönen Look und stürzen so gut wie nie ab. Ein weiterer Grund könnte sein, dass Apple Produkte sehr gut zusammenarbeiten und deshalb auch meistens praktischer sind damit zu arbeiten. z.B. machst du ein Foto auf dem iPhone und schwubs, es ist schon am Mac. Automatisch. Hoffe ich konnte deine Frage beantworten. LG AllAbout :)

Kommentar von Maisbaer78 ,


Die Programme um Produktiv zu arbeiten sind in den meisten Fällen am Mac besser als bei Windows.

Ansichtssache, ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht, aber natürlich habe ich eine Vorprägung in Windows erfahren. Umgewöhnung ist schwer.


Sie sind oft einfach zu bedienen, haben einen schönen Look und stürzen so gut wie nie ab.

Die Optik ist ebenfalls Geschmackssache, Abstürze habe ich seit Windows 7 keine mehr erlebt, und ich arbeite täglich damit.


dass Apple Produkte sehr gut zusammenarbeiten

Das wird erkauft in einer extremen Einschränkung im Softwareangebot. Apple bietet keine besonders gute Software an, sondern nur solche, die eben ins Konzept passt. Es findet keine Anpassung der Applehardware an die bestehende Softwareumgebung statt, sondern Apple pickt Software heraus, die halt eben auf den Kisten läuft ohne große Probleme zu machen.

Die Ansprüche von gewöhnlichen Desktops und zb. Appleprodukten sind verschiedene.

Apple.... Hauptsache es funktioniert.

Desktop.... Hauptsache es funktioniert besonders Vieles. Natürlich muss bei einer gewünschten Universalität auch das eine oder andere negativ-Beispiel rausfallen.


z.B. machst du ein Foto auf dem iPhone und schwubs, es ist schon am Mac.

Das kann heut jedes Androidhandy auch. Und im Gegensatz zum iPhone kann es auch locker aus dem Netzwerk streams empfangen und selbst streamen. Airplay kann auch jeder PC- hingegen kann Apple NUR Airplay.


Schade.

Kommentar von EngelJanchen10 ,

Das ist wie gesagt Geschmacksache ;) viele finden auch einfach das Betriebssystem macOS besser und angenehmer zu bedienen.

Kommentar von Maisbaer78 ,

macOS besser und angenehmer zu bedienen.

Ja, das mag sein, ich finde es okay. Durch die Konditionierung vorallem auf Windows bin ich da natürlich befangen.

Antwort
von zonkie, 50

Die Frage ist spannend :) und erinnert mich an eine Bericht der grade vom Gegenteil spricht. Bzw. über das Klagen der "Profinutzer" über das Vernachlässigen eben dieser Nutzer:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Offener-Brief-Apple-ignoriert-seine-kreat...

Im Umkehrschluss würde ich vermuten das all das worüber sich der Bericht beschwert mal sehr gut bei Apple war und das das Arbeiten für diese kreativen Berufe deutlich einfacher gemacht hat als das zu der besten Zeit ein Windoof PC konnte.

Ob man heute noch unbedingt den Mac vorziehen muss wenn man im Video / Bildbereich ist würde ich ja fast bezweifeln. Apple hat zwar immer schöne Displays die enorm hoch auflösen aber nichts was man nicht für ein PC auch bekommt (wenn das denn überhaupt so überragend gut ist).

Es könnte wohl auch viel Gewohnheit und der Ruf von Apple dabei sein warum man heute bevorzugt zu diesen greift ? Style, stabil, einfach ... never change a running system, warum sich an win gewöhnen wenn mac alles kann was man will (Wenn ich da mein Dad sehe .. der fährt auch seit 20 Jahren die Marke mit dem Stern einfach weil das die besten Autos sind. PUNKT ! ^^ - aber das ist absolut spekulation)

Kommentar von minimalisth ,

Du spekulierst ganz richtig ;-) Vor 20–25 Jahren sah Windoof auch sehr unterirdisch aus. Wenn man mal an nen Windoof-Rechner musste, bekam man regelrecht Ekelanfälle bei diesen Hornhautumbra-Farben in den Fenstern und den grottigen Buttons. Für Grafiker ne Zumutung! Inzwischen haben die Windoof-Leute erkannt, dass es sowas wie Design gibt, aber in dieser Hinsicht liegt Apple immer noch vorne.

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