Was hat selbstbestimmt den Tod wählen mit Philosophie zu tun?

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6 Antworten

In der Philosophie wird der Tod als Grenzerfahrung behandelt, die auf das Leben zurückwirkt. Eine Abweichung davon gibt es speziell in der römischen Tradition, in der die menschliche Ehre und Würde einen extrem hohen Stellenwert hatte und ein ehrenwerter Tod (Suizid) einem schmachvollen Leben vorgezogen wurden. Mir sind aber nur Staatsmänner bzw. Feldherren bekannt, die den ehrenvollen Tod vollzogen haben. Eine außerrömische Ausnahme ist Kleopatra, die sich auch den Tod gegeben hat. Wer sonst in der Antike freiwillig aus dem Leben geschieden ist, ist nicht überliefert. Gesetze, gegen die man dabei verstoßen hätte, gab es nicht. Diese Einstellung änderte sich erst mit dem Christentum, nach dessen Lehre wir nicht nur Gottes Kinder sondern auch Gottes Eigentum sind und es galt als Todsünde, dieses Geschenk Gottes zu beenden. Als "Selbstmörder" - sprich als Dieb von Gottes Eigentum - wurde man nicht auf dem geweihten Friedhof begraben.

Diese Denke beherrscht unterschwellig immer noch unsere Einstellung und der Begriff "Selbstmord" statt Suizid ist im Deutschen ein Beleg dafür. Normal kann man jemand anderen ermorden, d.h. ein Leben nehmen, das mir nicht gehört. Selbstmord kann ich nur begehen, wenn ich mir nicht selbst gehöre. Allerdings war eine Grundeinstellung der antiken Philosophie und auch später wieder in der Aufklärung, dass kein Mensch für sich allein lebt. Jeder Mensch ist auch ein soziales Wesen mit Verantwortungsverflechtung ins gesellschaftliche Umfeld, Familie, Freunde usw.. Das Recht auf Beenden des eigenen Lebens kollidiert daher immer mit diesen Verantwortungsverflechtungen, d.h. es ist nicht gerade ehrenvoll, mit dem Suizid aus einem verkorksten Leben zu fliehen und die Familie mit allen Problemen zurückzulassen. Das Recht auf das eigene Leben ist immer abzuwägen gegen die Verantwortung, die man gegenüber anderen Menschen eingegangen ist. Das macht es nicht einfach, generell ein absolutes Recht auf das eigene Leben zu fordern, denn es muss immer ein Prozess des Abwägens stattfinden. Allerdings ist diese Forderung gegenüber seelisch kranken Menschen überzogen. Wer will den Leidensdruck ermessen, der jemanden dazu drängt, sich selbst das Leben zu nehmen? Man macht es sich auch zu leicht, Familie und Freunde so mir nichts dir nichts in die Verantwortung zu ziehen.

Jetzt zu mir. Ich möchte, dass mein Leben beendet wird, bevor ich z.B. von Demens oder anderem Dahinsiechen (z.B. nach Schlaganfall) bedroht bin. Das ist aber eine neue Situation, zu der sich keiner der Philosophen vor unserer Zeit äußern konnte. Die Medizin hat inzwischen ein Stadium der künstlichen Lebensverlängerung erreicht, das für viele ein jahrelanges Dahinsiechen in medizinischer Dauerbetreuung bedeutet. Dass speziell in Deutschland der Suizid (und vor allem die Hilfe dazu) auch vom Gesetzgeber mit einem Tabu belegt wurde, versperrt meiner Meinung nach ein einfühlsames und verantwortliches Gespräch mit Suizidgefährdeten, weil jeder weiß, dass das Ziel immer nur Verhinderung und nie Hilfe ist. Das verursacht die heimlichen und verdeckten Suizide (absichtlich verursachter Autounfall), oder Suizide (sich unter einen Zug werfen), die andere Menschen mit ins Unglück ziehen. Tabuisieren führt zu unkontrollierten Ausweichaktionen. Sich der künstlichen Lebensverlängerung zu entziehen und zum Versuchskanickel der Medizin zu werden, ist das aktuellere Thema, weil es allen droht und die meisten, weil sie den häufigeren Besuch in einer Geriatrie oder einem Altenheim vermeiden, nicht klar ist, was da auf sie zukommt, wenn sie mal alt werden.

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Naja, die Philisophie versucht ja, unser menschliches Dasein zu verstehen und zu erklären... 

Wieso leben wir? Wofür leben wir? Was macht einen Menschen aus?...

Der Tod ist leider ein wichtiger Bestandteil des Lebens, er hängt mit so vielem anderem zusammen... und daher ist er auch ein Thema in der Philosophie.

Philisophen mach(t)en sich Gedanken darüber, ob wir selbst über unseren Tod entscheiden sollten, da spielen dann viele andere Faktoren mit in die Überlegung ein.

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Kommentar von ShinyShadow
11.05.2016, 12:59

Ich hab gelesen, ihr müsst nen Vortrag machen.

Vielleicht solltet ihr euch nicht nur mit dem Thema Suizid außeinander setzen, sondern auch mit dem Thema Sterbehilfe.

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Naja es kommt auf die Frage an ob man selber den Tod wählt oder die Suizid Gedanken von Bakterien und Co kommen.

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Hallo larazoe21,

Ehrlich gesagt, nichts, oder? Ich meine worüber möchtest du dort philosophieren? Warum Menschen sich ein Ende setzen wollen? Das ist schnell beantwortet. Wenn man ein Ende machen will, darf man das. Man sollte jedoch nicht andere mit reinziehen. 

LG - AlltagsDingeTV - Schau doch auch mal auf meinem Profil vorbei !

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Kommentar von larazoe21
11.05.2016, 12:56

Das Problem ist irgendwas muss es damit zu tun haben, da unser Lehrer uns dieses Thema für unserer Referat zugeteilt hat... Oh man... Trotzdem danke!

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Kommentar von larazoe21
11.05.2016, 12:59

Vielen dank! Liebe grüße zurück!

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Selbstbestimmtheit ist fast schon ein Synonym zur Freiheit und die Freiheit ist eins der zentralen philosophischen Themen.

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