Frage von Loveyoumira, 43

Was hat Religion mit dem Thema bioethik zu tun?

Danke im Voraus

Antwort
von Kanatar, 13

LiselotteHerz lieferte schon eine ausführliche Definition für das Wort Bioethik.

Im Zusammenhang mit Religion ist die bedeutendste Thematik der Umgang mit Tieren. In den abrahamitischen Religionen gelten Tiere nicht als ethisch wertvoll. Der Mensch soll sie sich zu untertan machen und über sie herrschen. Im Gegenzug dazu sieht bspw der Buddhismus Tiere als Gleichwertig zum Menschen an.

Ein anderes Thema wäre die Präimplantationsdiagnostik, Organspende oder Abtreibung.

Kommentar von Loveyoumira ,

Und was hat es im Zusammenhang mit der Organspende zu tun ? :) das ist genau mein Thema würde mich sehr über eine Antwort freuen LG

Kommentar von Kanatar ,

Hier ist ein Link in dem die verschiedenen Positionen behandelt werden: http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/medizin/organverpflanzung/pwiereligioes...

Und hier findest du einen kurzen Anriss der ethischen Positionen und Probleme: https://de.wikipedia.org/wiki/Organspende#Ethik

Antwort
von LiselotteHerz, 22

So definiert man Bioethik

Bioethik bezeichnet die ethische Reflexion jeglichen Umgangs von Menschen mit der belebten
Umwelt, im Speziellen des Umgangs von Menschen mit dem Leben (anderer
Menschen), den Tieren, der Natur und mit medizinischen wie auch
biotechnischen Anwendungen. Eines der Ziele ist es, gesellschaftlichen Konsens zu diesen Fragen und Diskussionen zu finden, um eine (moralische) Grundlage zur Aufstellung von normativen Regeln (Gesetze, Konventionen, Entscheidungsgrundlagen für Ethikkommissionen) für einen verantwortungsvollen Umgang mit Leben zu liefern

Im Zusammenhang mit Religion fallen mir da adhoc die Zeugen Jehovas ein, wo es streng verboten ist, Blutspenden anzunehmen, sich größeren Operationen zu unterziehen, Organspenden anzunehmen, die dürfen keine Knochenmarksspenden machen und weiteren Wahnsinn dieser Art.
 lg Lilo

Kommentar von Loveyoumira ,

Danke für die Antwort und was hat es im Zusammenhang mit der Organspende damit zu tun

Antwort
von muhamedba, 12

Einiges... ich kann mir schon denken, was du für die Schule brauchst, deshalb hier mal aus der Sicht des Islams, bevor wieder die "Kritiker" erscheinen und Lügen verbreiten. 

Ganz nebenbei, das mit den Tieren vom Beitrag oben stimmt auch nicht.

Islamische bioethische Regeln bei der
Organtransplantation

Die Organtransplantation ist eine erlaubte, lobenswerte
Handlung und wohltätige Hilfsleistung die unter
Berücksichtigung folgender Einzelheiten den islamischen
Vorschriften und der Menschenwürde nicht widerspricht.

1. Die Organverpflanzung muss die letzte und einzig
mögliche medizinische Behandlungsmaßnahme für den
Empfänger sein.

2. Die Organspende darf keinesfalls zu Handelszwecken
genutzt werden (Das spricht nicht gegen eine individuell
angemessene Belohnung oder Entschädigung für den
Spender, die freiwillig geleistet wird).

3. Der Erfolg bei beiden Operationen, sowohl der
Entnahme als auch der Einpflanzung, muss nach
medizinischem Ermessen gesichert sein.

4.Die Organentnahme darf beim Spender nicht zu
einer Schädigung führen, die den normalen Lebensablauf
stört, da der islamische Grundsatz lautet:" Ein Schaden
darf nicht durch einen anderen Schaden gleichen oder
größeren Ausmaßes behoben werden." Der Spender
würde sich in diesem Fall sonst selbst ins Verderben
stürzen, was islamisch nicht erlaubt ist.

5.Sollte der Schaden beim Empfänger durch eine
Organspende von einem Verstorbenen bzw. durch
tierisches Material oder technische Mittel zu beheben
sein, ist die Organspende von einem lebenden Menschen
nicht erlaubt.

6. Die Abgabe des Organs muss vom Spender
freiwillig und nicht unter Zwang erfolgen. Bei Kindern und
entmündigten Personen genügt die Zustimmung der
Erziehungsberechtigten bzw. des Vormundes nicht, da
dies zu einer Entwürdigung und Schädigung der
beaufsichtigten Person führt.

7. Kauf und Verkauf von menschlichen Organen
sowie sonstiger Organhandel widerspricht der
Menschenwürde und ist verboten. Materielle

8 Zuwendungen und sonstige freiwillige nicht auf
kommerzielle Basis beruhende Entschädigungen sind
erlaubt.

8. Da jedem Menschen von Gott Ehre erwiesen und
Würde verliehen wurde, können Muslime, Anhänger
anderer Offenbarungsreligionen und Nichtgläubige
unabhängig von ihrer weltanschaulichen Überzeugung
sowohl als Organspender als auch als -empfänger
akzeptiert werden. Lediglich rechtskräftig zum Tode
verurteilte Personen kommen als Organempfänger nicht
in Frage.

9. Die Entnahme von Organen von einem toten
Menschen darf nur nach seiner zu Lebzeiten und bei
voller geistiger Kraft erfolgter ausdrücklicher
Zustimmung erfolgen. Eine Erlaubnis kann von den
Angehörigen erteilt werden unter der Bedingung, dass
vom Verstorbenen keine ausdrückliche Verweigerung zu
Lebzeiten ausgesprochen wurde und dass die anderen
o.g. Vorschriften beachtet werden.

10. Nach einer Organentnahme muss die Leiche
unversehrt beerdigt werden.

11. Ausdrücklich und aus genetischen und
menschenwürdigen Gründen dürfen die produktiven
Organe (Ovar und Hoden) bzw. ihr Gewebe und ihre
Zellen (Ei oder Spermien) nicht gespendet und
transplantiert werden.

12. Bei den Föten müssen die bioethischen Regeln und
der Menschenwürde beachtet werden. Aus
Organspendengründen, dürfen sie nicht zwecks
kommerziellen Nutzens oder zur Forschung allgemein
gezüchtet bzw. getötet werden

Quelle: http://islam.de/files/pdf/organspende_2013_06_04.pdf

Kommentar von Kanatar ,

Genesis/1. Buch Mose 1, 28
Und der Islam baut großteilig auf dem Judentum und dem Christentum auf.

Solltest du widersprechende Textstellen kennen lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren.

Kommentar von muhamedba ,

Gott ändert seine Meinung nicht, die Menschen tun es. Die Tora, das Evangelium und der Koran kommen von dem einen und den selben Gott, da es nur einen gibt. Juden essen kein Schwein, Christen schon, Muslime nicht - bei Juden ist Beschneidung Pflicht, bei Christen nicht, bei Muslimen schon - usw. usf.

Antwort
von Giustolisi, 7

die meisten Religionen hatten mit Ethik noch nie viel am Hut. Die ethischen werte der Gesellschaft waren und sind stets im Wandel und die Religionen hängen der Entwicklung immer hinterher. 

Institutionen, die ihre früheren Gräueltaten nicht eindeutig für falsch erklären, sondern sie lieber unter den Teppich kehren, noch heute Selbstkasteiung predigen und Menschen mit Absicht einem grausamen Tod oder großen Leiden ausliefern, würde ich nicht als moralischen Kompass her nehmen.

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