Frage von toneRing, 63

Was hat meine Mutter nur was soll ich tun?

Da ich seit langem selbst in Therapie bin hab ich erst jetzt gemerkt dass meine Mutter irgendwie ein Problem zu haben scheint. Ich bin w 23 und wohne daheim bei meiner mam. Meine Eltern wohnen getrennt.

Mir fällt seit längerem auf dass sie alles schlecht redet. Da ich verlobt bin hat sie an meinem Zukünftigen auch immer was auszusetzen egal was es ist. Meint immer wir seien anstrengend und ersetzen 10 Kinder dabei sind wir nur in meinem zimmer oder kaum daheim sodass sie ihre Ruhe hat.

Sie kocht immer und wenn ich frag: kann ich was helfen sagt sie : Nein und nach paar Stunden jammert sie dass sie immer alles alleine machen muss.

Streiten tun wir uns so gut wie nie da ich mich nicht auf sowie einlass.

Desweiteren benutz sie verschiedene Haushaltsgeräte nicht. Wie manche schon gelesen haben: friteuse gefährlich oder Bad Ventilator vergiftet. Sie meint ja immer noch dass die friteuse explodiert und der Bad Ventilator strahlt wie in tschernobyl und alles vergiftet.

Da sie wie gesagt auch immer alles schlecht redet meckert sie auch immer über ihre Situation und wie schrecklich die Wohnung sei.... dabei ist die Wohnung ganz normal.... 3 Zimmer und aufgeräumt.

Naja... sehr merkwürdig das ganze ich weiß nicht was sie hat.

Mir ist das früher nie so bewusst gewesen aber sie nörgelt an allem Rum und alles muss perfekt sein und das gilt auch für meinen verlobten. Dabei ist er für mich "perfekt"

Ich hab ihr das ja schon oft gesagt aber irgendwie hält sie sich immer für besser und perfekter. Mich nervt es extrem auch seit dem ich in Therapie bin....

Reden bringt mit ihr nix. Sie sagt ja immer: geh du mal in deine Therapie und lass mich in ruhe damit

Zu Ärzten geht sie ja auch nie. Ich hab sie ja lieb aber ich weiß auch nicht so geht das bald nicht mehr weiter ...

Ps: bin in Therapie wegen eines trauma.

Ich verzweifel hier noch ... ausziehen ist Grad absolut nicht drin... bin in schulischer Ausbildung die Geld kostet. Kriege Bafög.

Antwort
von AngJuli, 16

Hey!
Ich bin 54 und Mutter von zwei Kindern (16 und 18). Ich habe lange mit einer Therapeutin zusammengearbeitet und kann deshalb aus verschiedenen Blickwinkeln dein Problem gut verstehen.

Denn ein Problem hast du, weil deine Mutter eines hat.
So, wie du sie schilderst, ist sie ein extrem unsicherer Mensch. Oder jemand mit "Ich-Schwäche", wie man es nennen kann. Deshalb hat sie soviel Angst. Sie fühlt sich sich vielen Dingen ausgeliefert. Da sie ihrem eigenen Urteil nicht traut und deshalb auch nicht dem anderer Menschen (denn zu vertrauen wäre ja ihre Entscheidung, aber der traut sie ja nicht), kann man ihr noch so oft sagen, dass Geräte harmlos sind - ihre Angst davor bleibt größer.

Und sie redet alles schlecht, weil sie mit diesem Leben der Unsicherheit und des scheinbaren Ausgeliefertsein ja nicht zufrieden sein kann. Es ist ungeheuer belastend, wenn man das Gefühl hat, dass alles um einen herum nicht in Ordnung oder sogar bedrohlich ist. Das Dumme bei solchen Menschen ist, dass sie selbst es sind, die nicht in Ordnung sind. Sie bringen die Unsicherheit und Unzufriedenheit mit. Da kann eine Wohnung noch so schön sein - wenn sie nicht imstande ist, sie schön zu finden, kann man die Wohnung verändern, wie man will, das Gefühl bleibt dasselbe.

Ich kenne einige Menschen, die so sind. Man möchte ihnen helfen, weil man darunter leidet, wie unglücklich sie sind. Vor allem, wenn es die eigene Mutter ist, bleibt man natürlich nicht gleichgültig. Ich kann das gut verstehen, meine beiden Eltern waren solche Dauerjammerer.
Und gerade deshalb kann ich dir nur dringend raten, dich aus diesem System zurückzuziehen. Menschen wie deine Mutter entwickeln eine ganz subtile Art von Macht mit ihrer Nörgelei. Man möchte, dass sie glücklicher sind, und da sie sich hartnäckig weigern, glücklich zu sein, da sie gar nicht wissen, wie das geht, ist man zum Scheitern verurteilt. Wenn man nicht erkennt, dass man daran nicht Schuld ist und sich dieses Theater endlos wiederholen wird, reibt man sich dabei kaputt.

Steig aus, liebe toneRing, das musst du nicht räumlich tun, wenn das im Moment nicht geht. Aber spiel das Theater nicht mehr mit! Wenn deine Mutter klagt, sag: "Findest du? Ich finde das gar nicht schlimm." Wenn sie ein Gerät nicht benutzen will: "Ich kenne keinen Grund, warum es gefährlich sein sollte. Ich benutze es ohne Probleme, aber du musst es ja nicht tun." Wenn sie über die Wohnung jammert: "Ich fühle mich hier wohl."
Keine Diskussionen! Kein Versuch, sie vom Gegenteil zu überzeugen! Dann hat sie dich! Dann kümmerst du dich und du wirst dich weiter kümmern, solange du keinen Erfolg bei ihr hast. Und den wirst du nicht haben, das verspreche ich dir, denn dann wäre ja das Spiel zuende, das sie so gern spielt.

Verstehe mich richtig: Deine Mutter ist nicht bösartig. Das Ganze wird ihr nicht bewusst sein. Menschen, die auf diese Art andere an sich zu binden versuchen, sind ja eigentlich ganz arm dran. Aber dennoch sind sie gefährlich für Menschen, die ihnen helfen wollen, weil sie sie ausbeuten. Und das darfst du nicht zulassen.

Und wenn du aus dem Spiel aussteigst, kann deine Mutter es allein nicht aufrecht erhalten. Das kann auch für sie die Chance sein, eure Beziehung auf andere, gesündere Art zu pflegen. Und nur so wird sie dich nicht "verlieren", wenn du heiratest und irgendwann ausziehst. Denn diese Angst steckt bestimmt auch in ihr, deshalb nörgelt sie gegen deinen Verlobten.

Ich wünsche dir viel freundliche Geduld und bestimmte Abgrenzung!

Kommentar von toneRing ,

Danke dir für deinen ausführlichen Rat. Mir ist es ja wie gesagt erst in meiner Therapie sehr bewusst geworden wie pessimistisch sie alles sieht und ich genauso erzogen wurde weswegen ich selbst sehr unsicher bin/War und Depressionen entwickelte. Grad zu dem: ich finde die Wohnung schön sagt sie dann immer : du hast ja in keiner besseren gelebt bis jetzt du weißt nicht wie das ist es gibt viel bessere. und von Männern hält sie ja gar nix. 3 hatte sie 3 mal hats nicht funktioniert Nummer 3 ist leider verstorben 2007. sie schiebt alle schuld auf die Männer. sie schert auch alle über einen Kamm aber regt sich auf wenn einer mal sagt: Frauen machen alles hinterrücks. ( Klischees eben) das geht andauernd so. dieses ewige : passt mir nicht will ich so nicht aber tu auch nix ändern. ausserdem zu den Geräten: ich würde sie ja gerne benutzen darf aber nicht es ist ihre Wohnung ich darf also meine neue friteuse nur in der ecke stehen lassen

Kommentar von AngJuli ,

Ja, liebe toneRing, das ist schwierig. Das mit den Geräten wird möglicherweise erst gehen, wenn du ausgezogen bist.

Aber weiterhin gilt, was ich schon geschrieben habe: keine Diskussionen mehr. Deine Mutter missbraucht dich als Müllhalde für ihre negative Stimmung, und das darf kein Mensch mit einem anderen machen. Argumente bringen nichts, das zeigen deine Beispiele. Dreh dich um und geh weg, lass sie einfach stehen, wenn sie loslegt. Du kannst es ja freundlich tun, vielleicht mit der Erklärung, dass du diese Klagen inzwischen auswendig mitsprechen könntest oder dass sie zu nichts führen.

Entziehe deiner Mutter die Bühne für ihr Theater, dann bist zunächst du deine Rolle darin los. Und vielleicht verliert sie selbst irgendwann die Lust daran und kann hier und da mal anders reagieren. Wenn sie das tatsächlich tut, dann gehe intensiv darauf ein. Soetwas nennt man "Positive Verstärkung". Wenn sie sich vernünftig verhält, wird sie "belohnt", indem du dich ihr zuwendest und mit ihr unterhältst. Sobald sie in die alte Jammerei verfällt, steigst du aus dem Spiel aus, sagst freundlich: "Ach, das führt doch zu nichts, das wissen wir doch inzwischen." oder "Du, ich hab so gute Laune, die möchte ich mir von dir nicht verderben lassen." oder auch irgendeine Ausrede, was du jetzt dringend erledigen musst. Und dann steht sie allein da.

Mit der Zeit wird sie merken, wann und womit sie deine Aufmerksamkeit bekommt, und was diese sofort beendet. Und wo ihr Vorteil liegt, wird sie erkennen.

Antwort
von JanRuRhe, 14

Hallo! Leider ist das bei vielen Leuten - gerade auch bei älteren Frauen so. Vermutlich bist du etwas sensibilisiert. Ich nenne so ein mit nix zufrieden sein zu können Teil-Depression. Bitte denke über folgendes nach:
1. du wirst es ihr nie recht machen können, auch mit einem "besseren" Mann nicht.
2. Du bist nicht schuld. Lerne dich davon zu befreien. Es ist zwar gut, wenn du auf die Emotionen deiner Mutter eingehst. Aber in diesem Fall darfst - besser: must du weniger sensibel darauf eingehen sonst machst du dich kaputt.

Antwort
von samira10031977, 13

Hi,ich bin auch Trauma Patientin und meine Mutter ist wie deine.Früher hatte meine Familie kein Geld und Die Wohnung war im schlechten Zustand.Jedenfalls bekamen sie die Auflage die Wohnung zu Renovieren was dann auch gemacht wurde aber seit dem,lies sie niemanden in die Wohnung und wenn die Heizungsableser kamen ist sie in ihren Schrebergarten geflüchtet.Auch 20 Jahre später macht sie das noch und meckert auch über alles und jeden kram und zeigt kein Interesse an ihre Kinder.Sie lebt in ihrer eigenen Welt und lässt sich nicht davon abbringen.Ich war psychisch am Ende und hab ein suizidversuch hinter mir und sie kam nicht auf die Intensivstation,sie hat Kaffeeklatsch zu Hause gemacht,so egal war ich ihr.Heute bin ich im Betreuten Wohnen und habe den Kontakt zu meiner Familie abgebrochen.Mein Psychologe meinte mal "Wie lange versuchst du schon deiner Familie zu helfen?" Ich meinte schon immer und er "Und hat es schon was gebracht?" Da hat er mir die Augen geöffnet,das ich meine Kraft verschwende und es mich kaputt macht.Ich will dir damit sagen,das es dich kaputt macht und das du versuchen solltest in eine WG oder Betreuten Wohnen unter zu kommen.Du musst ja den Kontakt nicht abbrechen aber du musst aus dieser Situation raus.

Kommentar von AngJuli ,

Genau das sage ich ja auch! Jetzt sind wir schon Zwei!

Ach Mensch, ihr beiden tut mir so Leid!

Und ich mir übrigens auch, denn ich kenne das ja.

Kommentar von samira10031977 ,

Wenn Eltern sich keine Hilfe suchen sind immer die Kinder die Leidtragenden.

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