Frage von CarDom, 20

Was hat man als Kampfpilot nach dem Dienst für Möglichkeiten?

Hätte man gute Chancen bei der Lufthansa oder als Testpilot?

Antwort
von ramay1418, 6

"Was hat man als Kampfpilot nach dem Dienst für Möglichkeiten?" 

Viele: Kegeln oder segeln gehen, vor der Spätschicht ausgiebig frühstücken, die Kinder in die Kita bringen etc. Und das täglich. 

Meinst Du aber die Möglichkeiten nach Ablauf der Mindestverpflichtungszeit von 16 Jahren sieht es weniger gut aus: 

- Du wirst Berufssoldat. Dann kommst Du vielleicht in einer Leitungsfunktion unter und fliegst, so lange es das Medical noch zulässt, evtl. als "Scheinerhalter". Das sind die Generalstabsoffiziere oder Generäle, die einem Mechaniker immer das Leben schwer machen ;-) 

- Du wirst (schon während der Dienstzeit) Testpilot. Das ist das Sahnehäubchen der fliegerischen Karriere. Problem: Nur die wirklich Besten (etwa 5 Piloten pro Jahr) schickt die Bw auf eine der beiden in Westeuropa beheimateten Testpilotenschulen (EPNER (école du personnel navigant d'essais et de réception) nach Istres, Frankreich oder zur ETPS (Empire Test Pilot School) nach Boscombe Down in UK). 

Danach könntest Du z. B. bei der Wehrtechnischen Dienststelle in Manching Flugzeuge und Waffensysteme testen. 

- Du lässt die militärische gem. EASA-FCL, Artikel 10, in eine zivile Lizenz umschreiben. Das ist aber nicht so einfach, da gerade Kampfjetpiloten eine besondere Spezies sind und bestimmte Kurse, die verpflichtend für Zivilpiloten sind, nicht zur Ausbildung für die Kampffliegerei gehören. 

Piloten von Militärtransportern haben es da einfacher. Außerdem weiß man nicht, wie die EU-Rechtslage in 16 Jahren aussieht. Und Piloten, die es gewohnt sind, sich und ihr Flugzeug bis an die Grenzen des Machbaren zu belasten, hohe Risiken einzugehen und blitzschnell allein (OK, auch mit dem Rottenflieger) entscheiden, sind nicht gerade die idealen Kandidaten für die Zivilfliegerei, im Gegensatz zum Bild, welches uns oft in Filmen vermittelt wird. 

Es geht, ist aber schwierig. Es gibt eine von der EASA genehmigte Übereinkunft zwischen Luftwaffenamt und Luftfahrt-Bundesamt. Bei Bedarf musst Du Dich dort schlau machen, aber noch ist der Tag so weit weg, da kann es noch Änderungen geben; für Dich ist die Sachlage aktuell also völlig uninteressant. 

Zuerst einmal musst Du überhaupt die Auswahl für den Karriereanfang überstehen. 

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