Frage von TheoMorell, 81

Was hat er verkehrt gemacht?

Im 4.Buch Mose, Kapitel 20:12, er hat den Fels geschlagen anstatt den Fels anzusprechen. Was ist aber so schlimm daran, dass er so bestraft wurde ? Was ist die geistige Bedeutung dieses Ereignisses ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von KaeteK, 12

Der zu Unrecht geschlagene Fels

„Und der HERR redete zu Mose und
sprach: Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder
Aaron, und redet vor ihren Augen zu dem Felsen, so wird er sein Wasser
geben; und du wirst ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen und der
Gemeinde zu trinken geben und ihrem Vieh. Und Mose nahm den Stab vor dem
HERRN weg, so wie er ihm geboten
hatte. Und Mose und Aaron versammelten die Versammlung vor dem Felsen;
und er sprach zu ihnen: Hört doch, ihr Widerspenstigen! Werden wir euch
Wasser aus diesem Felsen hervorbringen? Und Mose erhob seine Hand und
schlug den Felsen mit seinem Stab zweimal; da kam viel Wasser heraus,
und die Gemeinde trank und ihr Vieh“ (V. 7-11).

In dieser Stelle sind zwei Dinge besonders wichtig: der Fels und der
Stab. Beide stellen sie Christus dar, jedoch unter verschiedenen
Gesichtspunkten. In 1. Korinther 10,4
lesen wir: „Sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der sie
begleitete. Der Fels aber war der Christus.“ Das ist klar und bestimmt
und lässt der Phantasie keinen Raum. „Der Fels war der Christus“,
Christus, geschlagen für uns.

Was den Stab betrifft, so müssen wir uns daran erinnern, dass es
nicht der Stab Moses, also der Stab der Autorität und der Macht, war.
Der wäre hier nicht passend gewesen. Er hatte sein Werk getan. Er hatte
den Felsen einmal geschlagen, und das war genug. Das sehen wir in 2. Mose 17,5.6, wo wir lesen: „Und der HERR
sprach zu Mose: Geh vor dem Volk her, und nimm mit dir einige von den
Ältesten Israels; und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast,
nimm in deine Hand und geh hin. Siehe, ich will dort vor dir stehen auf
dem Felsen am Horeb; und du sollst auf den Felsen schlagen, und es wird
Wasser daraus hervorkommen, dass das Volk trinke. Und Mose tat so vor
den Augen der Ältesten Israels.“

Hier wird uns ein Bild von Christus gezeigt, der von der Hand Gottes
für uns im Gericht geschlagen wurde. Beachtenswert ist der Ausdruck:
„den Stab, womit du den Strom geschlagen hast“. Warum wird dieser
besondere Schlag mit dem Stab hier erwähnt? 2. Mose 7,20
gibt uns die Antwort: „Und er [Mose] erhob den Stab und schlug das
Wasser, das im Strom war, vor den Augen des Pharaoss und vor den Augen
seiner Knechte. Da wurde alles Wasser, das im Strom war, in Blut
verwandelt.“ Der Stab, der das Wasser in Blut verwandelt hatte, sollte
„den Felsen, der Christus war“, schlagen, damit Ströme des Lebens und
der Erfrischung für uns daraus hervorfließen möchten.

Aber dieses Schlagen sollte nur einmal stattfinden. Es darf niemals
wiederholt werden. Es kann keine Wiederholung des Todes Christi geben.
Daher tat Mose unrecht, als er den Felsen zweimal mit seinem Stab
schlug. Es war falsch, dass er ihn hier überhaupt schlug. Er hatte den
Auftrag, „den Stab“, den Stab Aarons, den priesterlichen Stab, zu nehmen
und zu dem Felsen zu reden. Das Versöhnungswerk ist vollbracht, und nun
ist unser großer Hoherpriester in die Himmel eingegangen, um dort vor
dem Angesicht Gottes zu erscheinen für uns. Die Ströme geistlicher
Erfrischung fließen uns zu infolge der vollbrachten Erlösung und im
Zusammenhang mit dem priesterlichen Dienst Christi, von dem Aarons
sprossender Stab ein so treffendes Bild ist.

Es war daher ein Fehler von Mose, dass er den Felsen zum zweiten Mal
schlug; und es war ein Fehler, dass er seinen Stab überhaupt gebrauchte.
Hätte er mit dem Stab Aarons geschlagen, so wären dessen schöne Blüten
verdorben worden, wie wir uns leicht vorstellen können. Aber ein Wort in
Verbindung mit dem Stab des Priestertums, dem Stab der Gnade, wäre
genug gewesen. Mose erkannte dies nicht; er versagte hier darin, Gott zu
verherrlichen. Er redete unbedacht. Die Folge davon war, dass er nicht
über den Jordan gehen durfte. Sein Stab konnte das Volk nicht
hinüberbringen; denn was hätte bloße Gewalt mit einem murrenden Volk
ausrichten können? Aber auch ihm selbst wurde nicht erlaubt,
hinüberzugehen, weil er den HERRN nicht vor den Augen der Versammlung geheiligt hatte.

Doch der HERR trug Sorge für seine Verherrlichung. Er heiligte sich selbst vor dem Volk; denn trotz ihres aufrührerischen Murrens und trotz des traurigen Fehlers von Mose empfing die Versammlung des Herrn Wasser aus dem geschlagenen Felsen.
Aber die Gnade triumphierte nicht nur dadurch, dass sie den murrenden
Heeren Israels zu trinken gab, sie strahlte auch herrlich in Bezug auf
Mose selbst, wie wir aus 5. Mose 34
ersehen können. Die Gnade war es, die Mose auf den Gipfel des Pisga
führte und ihm von dort aus das Land Kanaan zeigte. Die Gnade war es,
die den HERRN für seinen Diener ein Grab bereiten und ihn darin begraben ließ. Es war besser, das Land in Gemeinschaft mit Gott zu sehen, als es in Gemeinschaft mit Israel zu betreten. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass Mose wegen seines unbedachten Redens nicht in das Land hineingehen durfte. Nach seiner Regierung hielt Gott Mose außerhalb Kanaans, in seiner Gnade aber führte Er Mose auf den Pisga. Diese beiden Tatsachen in der Geschichte Moses zeigen sehr klar den Unterschied zwischen Gnade und Regierung. Die Gnade vergibt und segnet; aber die Regierung geht unabhängig hiervon ihren eigenen Gang. „Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Gal 6,7).Dieser Grundsatz zieht sich durch alle Regierungswege Gottes hin und das ist sehr ernst. Aber nichtsdestoweniger herrscht die Gnade „durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn“ (Röm 5,21).

Quelle: https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=364&str...

lg

Kommentar von KaeteK ,

Danke für das Sternchen, auch wenn ich das Sternchen  nicht selber verdient habe, sondern der Bruder, der die Betrachtung dazu schrieb.

lg

Antwort
von RonnyFunk, 7

Mose hatte Gott festgelegt. Gott wollte es bewusst mal anders, Mose ignorierte es und nahm Schema F.

Damit hatte er es sich verscherzt, das gelobte Land zu sehen.

Gott ist dafür nicht verantwortlich, dass es diese Folge hatte.

Genausowenig, wie Bill Gates dafür verantwortlich ist, wenn Du bei Deinem PC diesen ausschaltest, indem Du den Netzstecker ziehst.

Antwort
von kubamax, 38

Er hat den Fels nicht geschlagen, er hat ihn angeklopft, wie an eine Tür

Antwort
von Netie, 11

Christus hat einmal für Sünden gelitten und nicht zweimal.

Ein Opfer reicht aus, Sein Opfer am Kreuz auf Golgatha, um die Sünden all derer zu sühnen, die an Ihn glauben.

Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden. Hebräer 10,14

Kommentar von KaeteK ,

So ist es! lg

Antwort
von Schwizz, 42

Er hatte den Felsen geschlagen anstatt zu ihm gesprochen

Kommentar von TheoMorell ,

ja Danke, das hab ich gerade gesagt. Meine Frage ist, aber was hat das zu bedeuten ? Danke ebenfalls. 

Antwort
von chrisbyrd, 8

Der Walvoord-Bibelkommentar erklärt diese Begebenheit m. E. sehr gut:

"Obwohl Kadesch normalerweise eine gut mit Wasser versorgte Oase war, fanden die Israeliten sie diesmal ohne Wasser vor. Deswegen begann das Volk, in der typischen Art und Weise (2Mo 17,1-2; 4Mo 14,2-3) wieder gegen Mose und Aaron zu murren und zu behaupten, daß es besser gewesen wäre, wenn es längst gerichtet oder gar nicht erst aus Ägypten an diesen trockenen Ort gebracht worden wäre. Mose fiel, wie er es schon verschiedentlich in solchen Fällen getan hatte, auf sein Angesicht (vgl. 4Mo 14,5; 16,4.22; 17,10; 22,31), um den Herrn um Rat zu fragen. Der Herr befahl ihm, seinen Stock zu nehmen und zu dem Felsen zu sprechen. Der Felsen sollte dann vor den Augen des Volkes Wasser geben, das für die ganze Gemeinde und ihr Vieh ausreichen würde. Der Felsen war vermutlich eine Stelle, an der normalerweise eine Quelle entsprang, aus der die Israeliten schon häufiger getrunken hatten. Paulus hat in 1Kor 10,4 nicht diesen Felsen gemeint, da er von einem »geistlichen Felsen« spricht, aus dem »geistlicher Trank« fließt und der die Gegenwart des Christus vor seiner Inkarnation darstellte.

Der Herr befahl Mose, nur zu sprechen, da das Wasser aus dem Felsen allein der wunderbaren Versorgung durch Gott und nicht den Fähigkeiten und Künsten Moses zugeschrieben werden sollte. Aber Mose, dessen Ausdauer und Geduld dem Ende nahe war (er nannte das Volk Rebellen bzw. Ungehorsame), lenkte die Aufmerksamkeit des Volkes auf sich als den Bundesmittler, indem er den Felsen zweimal mit dem Stab schlug. Zwar kam aufgrund von Gottes fürsorgender Gnade das Wasser aus dem Felsen, aber weil Mose und Aaron ungehorsam waren und die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatten, anstatt dem Herrn völlig zu vertrauen, verweigerte der Herr ihnen den Eintritt in das verheißene Land. Das zugrundeliegende Prinzip dieser Strafe ist deutlich: Wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel erwartet (Lk 12,48).

Ein geringerer als Mose hätte sicher nicht unter diesem göttlichen Mißfallen zu leiden gehabt. Das Wunder als Folge des Murrens und die Bestrafung Moses waren so erstaunlich, das man den Ort »Wasser von Meriba«, also Haderwasser, nannte."

Antwort
von nowka20, 3

er fühlte nicht gott in seinem herzen. deshalb durfte moses auch nicht daqs "gelobte land" erreichen. er starb vorher.

Antwort
von klausog333, 22

Die Bedeutung erschließt sich aus den Versen davor, wenn man das ganze 20. Kapitel liest. Das Volk murrten wiederholt gegen Mose und Aaron seit es Ägypten verlassen hatte. Obwohl die beiden nach den vielen Erfahrungen während des Exodus wissen sollten, daß Gott sie immer behütet und aus allen misslichen Lagen errettet hat, rufen Sie verzweifelt im Offenbarungszelt den Herrn an, anstatt zu vertrauen. Sie werden für ihren Unglauben bestraft. Es ist das einzige, was Gott beständig von uns fordert. Den Glauben an ihn.

Antwort
von stine2412, 32

TheoMorell, was hatte Moses gesagt? "Soll ich euch aus diesem Felsen Wasser schlagen?" Das war sein Fehler, er gab sich selbst die Ehre für dieses Wunder und nicht Gott. Man könnte daraus eine Lehre ziehen in unserer selbstverherrlichenden Welt.

Kommentar von OhNobody ,

Sorry — jetzt hab ich den falsche Button gedrückt ... ich mach das wieder gut ...

Kommentar von stine2412 ,

Macht nichts - nett von dir zu hören (lesen)!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community