Frage von vanessablu, 56

Was hat Elia kritisiert?

Ich bin mir selber nicht sicher, deswegen frag ich. Ich hab jetzt gedacht, dass er den Baalsglauben kritisiert hat. Stimmt das und hat er noch mehr kritisiert?

Antwort
von Sturmwolke, 16

ELIA

(Elịa) [Mein Gott ist Jehova].

Einer der bedeutendsten Propheten
Israels. Sein Heimatort war offensichtlich Tischbe, vermutlich ein Dorf
im Land Gilead ö. des Jordan (1Kö 17:1).
Elia trat seine lange Laufbahn als Prophet in Israel während der
Herrschaft König Ahabs an, der etwa 940 v. u. Z. zu regieren anfing, und
war auch noch während der Regierung von Ahabs Sohn Ahasja (Beginn ca.
919 v. u. Z.) tätig (1Kö 22:51).
Sein Dienst als Prophet (diesmal für Juda) wird zum letzten Mal gegen
Ende der achtjährigen Herrschaft König Jorams von Juda erwähnt, die 913
v. u. Z. begann (2Ch 21:12-15; 2Kö 8:16).

Jehova sorgte durch Elia dafür, daß
eine starke Stütze für die wahre Anbetung in einer Zeit vorhanden war,
in der die Nation Israel in religiöser und sittlicher Hinsicht auf ein
alarmierend niedriges Niveau gesunken war. König Ahab, der Sohn Omris,
hatte die von Jerobeam eingeführte Kälberanbetung beibehalten und hatte —
was noch schlimmer war — Isebel, die Tochter des sidonischen Königs
Ethbaal, geheiratet. Unter ihrem Einfluß sündigte Ahab schlimmer als
alle Könige Israels vor ihm, indem er in großem Umfang den Baalskult
einführte. Die Zahl der Baalspriester und -propheten wuchs, und die
Verderbtheit nahm extreme Ausmaße an. Da Isebel Jehova haßte, ließ sie
Jehovas Propheten verfolgen und töten; sie mußten sich in Höhlen
verstecken (1Kö 16:30-33; 18:13).

Von Raben ernährt. Elia
wird im Bibelbericht erstmals erwähnt, als er von Jehova ausgesandt
wird, den Israeliten Züchtigung wegen ihrer Sünden anzukündigen. Seine
ersten in dem Bericht enthaltenen Worte lauten: „So wahr Jehova, der
Gott Israels, lebt, vor dem ich ja stehe.“ Elia weist darauf hin, daß
Jehova, der lebendige Gott Israels, beschlossen hat, daß es einige Jahre
lang weder Tau noch Regen geben wird, außer auf Befehl Elias. Diese
Zeitspanne dauert dann drei Jahre und sechs Monate (1Kö 17:1; Jak 5:17).
Nach dieser Ankündigung schickt Jehova Elia in das Wildbachtal Kerith,
das ö. des Jordan im Gebiet des Stammes Gad liegt. Hier wird er auf
wunderbare Weise von Raben mit Speise versorgt. Wasser erhält er aus dem
Wildbachtal, das allerdings wegen der Dürre später austrocknet. Jehova
leitet ihn weiterhin und schickt ihn nach Zarephath, einer damals von
Sidon abhängigen phönizischen Stadt außerhalb des Gebietes von Israel.
Dort, in der Nähe von Sidon, wo König Ahabs Schwiegervater Ethbaal
regiert (1Kö 16:31),
trifft Elia eine Witwe, die gerade mit dem letzten Rest Mehl und Öl für
sich und ihren Sohn ein letztes Mahl zubereitet. Elia bittet sie um
einen kleinen Kuchen und versichert ihr, daß Jehova während der Dürre
für sie sorgen wird. Da sie ihn als einen Mann Gottes erkennt, hört sie
auf ihn und wird gesegnet. (Vgl. Mat 10:41, 42.)
Während sich Elia in ihrem Haus aufhält, stirbt ihr Sohn. Elia betet zu
Gott, der ihn wieder zum Leben bringt — die erste Auferstehung, über
die die Bibel berichtet, und das dritte der acht Wunder Elias (1Kö 17).

Wie prägte Elia Israel ein, daß Jehova wirklich der wahre Gott ist?

Unterdessen läßt Ahab überall vergeblich nach Elia suchen, zweifellos, um ihn zu Tode zu bringen (1Kö 18:10).
Schließlich weist Gott Elia an, sich Ahab zu zeigen. Elia trifft Ahab
und bittet um eine Zusammenkunft mit den 450 Baalspropheten und den 400
Propheten des heiligen Pfahls (der Aschera). Ahab versammelt die
Propheten am Berg Karmel, unweit des Mittelmeers (BILD, Bd. 1, S. 950).
Elia schlägt nun dem Volk vor, mittels einer Probe festzustellen, wer
der wahre Gott ist, dem man nachfolgen sollte. Der Gott, der antwortet,
indem er einen ihm geopferten Stier mit Feuer verzehrt, soll von allen
anerkannt werden. Fairerweise erklärt sich das Volk damit einverstanden.
Zuerst wird Baal angerufen, doch vergeblich. Kein Feuer ist zu sehen,
nichts, was beweisen würde, daß Baal ein lebendiger Gott ist, obwohl
seine Propheten ständig zu ihm beten, ja sich sogar gemäß ihrem Ritual
ins Fleisch schneiden. Den größten Teil des Tages hinken sie unter der
brennenden Sonne um den Altar herum, während Elia sie erbarmungslos verspottet und sie dadurch zu noch größerer Raserei treibt (1Kö 18:18-29).

Nun ist Elia an der Reihe. Er bessert
einen Altar aus, der wahrscheinlich auf Isebels Veranlassung
niedergerissen worden war, und verwendet dabei 12 Steine. Dann gebietet
er dem Volk, das Opfer und den Altar dreimal mit Wasser zu überschütten;
auch füllt man den Graben um den Altar, der eine Fläche von etwa 32 m
im Quadrat einschließt, mit Wasser (1Kö 18:30-35).
Um die Zeit des täglichen Abendgetreideopfers betet Elia einmal zu
Jehova, und Jehova sendet darauf Feuer vom Himmel, das nicht nur das
Opfer verzehrt, sondern auch das Holz, die Steine des Altars und das
Wasser im Graben (1Kö 18:36-38).
Als die Israeliten dies sehen, fallen sie auf ihr Angesicht und sagen:
„Jehova ist der wahre Gott! Jehova ist der wahre Gott!“ Darauf läßt Elia
alle 450 Propheten Baals im Wildbachtal Kischon hinschlachten. Jehova
erhört Elias Gebet und macht der Dürre durch einen Regenguß ein Ende. In
der Kraft Jehovas läuft Elia dann möglicherweise eine Strecke von 30 km
vor Ahabs Wagen her nach Jesreel (1Kö 18:39-46).

Flucht vor Isebel. Als
Königin Isebel vom Tod ihrer Baalspropheten erfährt, schwört sie, Elia
zu Tode bringen zu lassen. Aus Furcht flieht Elia etwa 150 km
südwestwärts nach Beerscheba w. des Südendes des Toten Meeres (KARTE,
Bd. 1, S. 949). Nachdem er seinen Bediensteten dort zurückgelassen hat,
geht er noch weiter in die Wildnis hinein und betet darum zu sterben. Da
erscheint ihm der Engel Jehovas, um ihn auf eine lange Reise zum Horeb,
dem „Berg des wahren Gottes“, vorzubereiten. Durch die Speise, die er
dann zu sich nimmt, für die 40tägige Reise gestärkt, legt er eine
Wegstrecke von über 300 km zurück. Am Horeb spricht Jehova zu ihm,
nachdem er seine Macht auf scheueinflößende Weise durch einen Sturm,
durch ein Erdbeben und durch ein Feuer kundgetan hat. Jehova ist nicht
in diesen Kundgebungen; er ist kein Naturgott oder bloß eine
Personifikation von Naturgewalten. Diese Naturkräfte sind lediglich ein
Ausdruck seiner wirksamen Kraft und nicht Jehova selbst. Der Allmächtige
zeigt Elia, daß es für ihn als Prophet noch ein Werk zu tun gibt.
Jehova berichtigt Elias Ansicht, daß er der einzige Anbeter des wahren
Gottes in Israel sei, indem er ihn darauf aufmerksam macht, daß sich
7 000 Personen nicht vor Baal niedergebeugt haben. Er schickt Elia in
seine Dienstzuteilung zurück und nennt ihm drei Personen, die er salben
oder beauftragen soll, etwas für Jehova zu tun: Hasael soll König über
Syrien werden, Jehu König über Israel und Elisa der Nachfolger Elias (1Kö 19:1-18).

Elisa als Nachfolger bestimmt. Als
nächstes macht sich Elia auf den Weg nach Abel-Mehola, dem Heimatort
Elisas. Er findet Elisa beim Pflügen eines Feldes und wirft als Zeichen
seiner Einsetzung oder Salbung sein Amtsgewand auf ihn. Elisa folgt Elia
von da an als sein Diener. Zweifellos befindet er sich bei Elia, als
sich eine weitere Gelegenheit ergibt, gegen Ahab zu prophezeien. Der
habgierige, dem Baalskult ergebene König hat sich widerrechtlich einen
Weingarten angeeignet, den Erbbesitz Naboths, des Jesreeliters, indem er
seiner Frau Isebel gestattete, sich Falschanklagen, falscher Zeugen und
ungerechter Richter zu bedienen, um Naboth ermorden zu lassen. Elia
trifft Ahab im Weingarten und teilt ihm mit, daß die Hunde sein Blut an
derselben Stelle auflecken werden, wo sie das Blut Naboths aufgeleckt
haben. Für Isebel sagt er ein ähnliches Geschick voraus (1Kö 19:19; 21:1-26).

Etwa drei Jahre später stirbt Ahab
in einer Schlacht. Sein Kriegswagen wird am Teich von Samaria gewaschen,
und die Hunde lecken sein Blut auf. Bis zur Hinrichtung Isebels
vergehen jedoch noch etwa 15 Jahre. Ahabs Nachfolger wird sein Sohn
Ahasja. Dieser König folgt den Fußstapfen seines bösen Vaters, denn als
er sich bei einem Unfall verletzt, wendet er sich an den falschen Gott
Baal-Sebub, den Gott von Ekron, um den Ausgang seiner Krankheit zu
erfahren. Elia läßt ihm von Jehova ausrichten, daß er deswegen bestimmt
sterben wird. Als Ahasja darauf nacheinander drei Gruppen, bestehend aus
je einem Obersten und 50 Männern, aussendet, um Elia holen zu lassen,
ruft Elia über die ersten beiden Gruppen Feuer vom Himmel herab, das sie
vernichtet. Auf die inständige Bitte des dritten Obersten hin geht Elia
mit ihm zurück und verkündigt Ahasja das Urteil Jehovas persönlich (1Kö 22:1, 37, 38; 2Kö 1:1-17).

Elisa wird Nachfolger. In
Übereinstimmung mit der einige Jahre zuvor von Elia vorgenommenen
Ernennung Elisas kommt die Zeit herbei, in der Elia seinen
Prophetenmantel Elisa übergeben muß, den er bis dahin gut geschult hat.
Dies geschieht während der Herrschaft des Nachfolgers Ahasjas, seines
Bruders Joram von Israel. Zu jener Zeit geht Elia nach Bethel, von dort
nach Jericho und dann an den Jordan hinab. Dort wird Elisa, der sich
ständig eng an Elia gehalten hat, für seine Treue belohnt, indem er
einen feurigen Kriegswagen und feurige Pferde sieht und beobachtet, wie
Elia in einem Windsturm zum Himmel auffährt. Elisa nimmt Elias
Amtsgewand auf, das von ihm herabgefallen ist, und „zwei Anteile“
(gleich dem Erbteil eines Erstgeborenen) des Geistes Elias, eines
Geistes des Mutes und des ‘starken Eiferns für Jehova, den Gott der Heerscharen’, kommen auf ihn (2Kö 2:1-13; 1Kö 19:10, 14; vgl. 5Mo 21:17).

Elia stirbt bei diesem Ereignis nicht, er fährt auch nicht in den unsichtbaren, geistigen Bereich auf, sondern wird mit einem neuen prophetischen Auftrag in ein anderes Gebiet gesandt (Joh 3:13).
Das geht aus der Tatsache hervor, daß Elisa für seinen Herrn keine
Trauer hält. Einige Jahre nach der Auffahrt im Windsturm ist Elia immer
noch am Leben und als Prophet tätig, diesmal beim König von Juda. Wegen
der bösen Handlungsweise König Jorams von Juda schreibt ihm Elia in
einem Brief, daß Jehova ihn verurteilt hat, was sich kurz darauf
bewahrheitet (2Ch 21:12-15; siehe HIMMEL [Himmelfahrt]).

Wunder. Im Bibelbericht werden Elia acht Wunder zugeschrieben:

1. Der Himmel wurde verschlossen, so daß es nicht mehr regnete.

2. Der Mehl- und der Ölvorrat der Witwe von Zarephath erneuerten sich ständig.

3. Elia auferweckte den Sohn der Witwe.

4. Als Antwort auf sein Gebet fiel Feuer vom Himmel.

5. Als Antwort auf sein Gebet wurde die Dürre durch einen Regenguß beendet.

6. Er rief auf einen Obersten König Ahasjas und auf seine 50 Männer Feuer herab.

7. Auch auf einen zweiten Obersten und auf dessen 50 Männer rief er Feuer herab.

8. Er teilte den Jordan, indem er ihn mit seinem Amtsgewand schlug. Elias Auffahrt in den Himmel war ebenfalls ein Wunder, doch handelte es sich dabei um ein direktes Eingreifen Gottes, das nicht durch ein Gebet oder eine Ankündigung Elias eingeleitet wurde.

Elia war ein machtvoller Verfechter
der wahren Anbetung Jehovas. Er führte ein gewaltiges Vernichtungswerk
durch, das gegen den Baalskult in Israel gerichtet war. Das von ihm
begonnene Werk wurde von Elisa fortgesetzt, und die Hinrichtung Isebels
sowie die Vernichtung der unreinen sidonischen Baalsanbetung wurde von
Jehu vollzogen. In den Tagen Elias fanden sich 7 000 Personen, die
Jehova treu waren, zu denen auch Obadja gehörte, der über Ahabs Haushalt
gesetzt war. Ohne Zweifel hat Elia einige von ihnen sehr gestärkt. Elia
setzte Elisa als seinen Nachfolger ein, doch wurde dann Elisa damit
beauftragt, Hasael und Jehu zu salben.

Der Apostel Paulus dachte
zweifellos an Elia, als er von „Samuel und den anderen Propheten“
sprach, „die durch Glauben . . . Gerechtigkeit wirkten“, und weiter
sagte: „Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung.“ Elia gehört
daher zu der „Wolke“ von treuen Zeugen der alten Zeit (Heb 11:32-35; 12:1).
Der Jünger Jakobus führte ihn als Beweis für die Wirksamkeit der Gebete
eines ‘Menschen mit Gefühlen gleich den unseren’ an, der Gott auf
gerechte Weise dient (Jak 5:16-18).

Prophetische Bedeutung seiner Tätigkeit. Etwa
450 Jahre nach Elias Zeit prophezeite Maleachi, daß Elia, der Prophet,
„vor dem Kommen des großen und furchteinflößenden Tages Jehovas“
erscheinen werde (Mal 4:5, 6). Die Juden der Tage Jesu erwarteten das Kommen Elias als Erfüllung dieser Prophezeiung (Mat 17:10). Einige dachten, Jesus sei Elia (Mat 16:14). Johannes der Täufer, der wie Elia ein härenes Gewand und einen Ledergürtel trug, bestritt, Elia in Person zu sein (2Kö 1:8; Mat 3:4; Joh 1:21).
Der Engel hatte Sacharja, dem Vater des Johannes, nicht gesagt,
Johannes werde Elia sein, sondern er werde „Elias Geist und Kraft“
haben, „um ein zubereitetes Volk für Jehova bereitzumachen“ (Luk 1:17). Jesus gab zu verstehen, daß Johannes dieses Werk getan hatte, die Juden ihn aber nicht anerkannt hatten (Mat 17:11-13).
Nach dem Tod des Johannes erschienen Elia und Moses in einer Vision bei
der Umgestaltung Jesu. Das zeigt, daß noch etwas geschehen mußte, was
durch Elias Tätigkeit dargestellt worden war (Mar 9:1-8).

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Quelle:

http://wol.jw.org/en/wol/d/r10/lp-x/1200001307

Antwort
von Ottavio, 29

Auch hier wäre es wohl mindestens ebenso nützlich, die letzten drei Kapitel des ersten Buches der Könige und die ersten drei Kapitel des zweiten Buches der Könige zu lesen, die sind auch nicht länger, als das, was der sehr kundige Zeuge Jehowas geschrieben hat.  Zu seinen Ausführungen zwei Anmerkungen: 

Das Tetragramm JHWH, den Namen Gottes, übersetzen wir normalerweise mit "der HERR" oder einfach GOTT. Juden sprechen den Namen gar nicht aus, sondern sagen Adonai, das heißt der Herr. Daher setzen sie die Vokalzeichen von Adonai (a,o,a) an das Tetragramm JHWA, um zu erinnern, dass das Wort zwar gelesen, aber nicht ausgesprochen wird. Die richtige Lesart ist aber nicht Jehowa, sondern Jahwe. Im Religionsunterricht bleiben wir am besten bei  GOTT.

Was kritisiert Elia ? Den Baalskult, aber ebenso auch den Kult der Aschara=Ischtar=Astarte, das sollte man nicht vergessen. Aschara ist die weibliche Fruchtbarkeitsgöttin der Kanaaniter und auch der Babylonier. Man sollte nicht verschweigen, dass die Frauen Israels "schon immer" auch Aschara verehrt haben, die Frau Ahabs aber besonders.

Kommentar von vanessablu ,

Dankeschön:)

Antwort
von tinimini, 10

Elias
Im Hebräischen wohnt den Namen eine Bedeutung inne.
Elias, Elija oder Elijahu?

Das heißt: "Er ist mein Gott." Er ist nicht der allererste Prophet. Es gab
schon zuvor jede Menge kleinerer Prophetenschulen. Insgesamt gab es in der israelitischen Geschichte 41 Propheten und sieben
Prophetinnen. Das ist, nebenbei bemerkt, für die Frauen gar keine
schlechte Quote. Doch Elias war ein markanter Prophet. Elias hält man für den ersten wichtigen Propheten, die Wirkung von Elias hält bis heute an.
Elias lebte im neunten Jahrhundert vor Christus. Dieses Jahrhundert war
voller Propheten, es wimmelte geradezu von Propheten.

Die Bezeichnung als "Prophet" in dem Sinne, wie wir sie zum Beispiel vom
Orakel von Delphi kennen, ist eigentlich für diese kantigen Männer falsch.
Sie sagten keineswegs das Geschehen von übermorgen vorher. Sie waren
keine Hellseher oder Wahrsager. Sie haben nichts vorausgesagt. Sie waren Mahner, Künder, Seher, die unter ihrer
Botschaft gelitten haben. Sie hatten kein feines Dasein
mit großartiger Bezahlung, so wie es die diversen falschen Propheten
hatten. So ein Prophet hat eine Vision gehabt, eine Berufung. Diese Berufung war
oft mit einer Mahnung verbunden, die ihm dann nur Bitteres einbrachte,
Verfolgung und Ahndung von den Herrschenden. Diese ließen sich die
Mahnungen oder Rügen der Propheten nicht gefallen. Dafür ist Elias ein
typischer Fall. Er eckte bei seinen Herrschern an, weil er ein Mahner war
und nicht damit einverstanden war, was die Herrschenden taten.
Die Bibel erzählt uns nicht viel über ihn, sondern nur über sein Auftreten.

Man weiß, dass er aus dem nördlichen Ostjordanland kommt. Aber man
weiß nicht, wie er sich entwickelt hat, was er zuvor gemacht hat. Darüber
erfahren wir so gut wie gar nichts.
Manchmal wird erzählt, wo einzelne
Propheten herkommen, so wie bei Jeremia. Von Elias wissen wir nur, dass
er aus einer sehr fruchtbaren und interessanten Gegend kommt, aus
Tischbe im heutigen nordöstlichen Jordanien, dort, wo es an Syrien und
Irak grenzt. In dieser Gegend haben bei der Landverteilung bei Moses die
zwei Stämme von Ruben und Gad und der halbe Stamm von Manasse mit
einem gewissen Zähneknirschen ihr Land bekommen, denn die anderen
neuneinhalb Stämme haben im Westjordanland ihre Ländereien
bekommen. Das Gebiet war sehr fruchtbar. In der Bibel wird es als gutes
Ackerland beschrieben, in dem auch viele Heilpflanzen wuchsen. Das ist
alles, was uns von Tischbe erzählt wird. Die Geschichte von Elias ist Teil der Königsgeschichten. Er taucht sowohl
im ersten als auch im zweiten Buch der Könige auf . Es ist eine fast moderne Entwicklung. Wobei man hier anmerken muss,
dass dieses damalige Israel wesentlich größer war, als es das heutige
Israel ist. Die Blütezeit Großisraels unter David und Salomo ist bereits
wieder vorüber. Es ist in ein Nordreich, das Reich Israel, und in ein
Südreich, das Reich Juda zerfallen. Der Sohn Salomos, Rehabeam, regiert
im Süden. Der große Salomo hatte auf Grandeur gebaut, herrliche Städte
und Paläste errichtet, Handelsverbindungen in nahe und ferne Länder
geschaffen. Er hat viele Frauen geheiratet, um das Land zu vergrößern und
neue Länder an das Reich zu binden. Aber er hatte sein Haus nicht bestellt
und nicht an die Nachfolge gedacht. Bereits zur Zeit Rehabeams zerfällt
das Reich wieder. Das Südreich Rehabeams hat seine Hauptstadt in
Jerusalem. Im Nordreich haben sich die berühmten zehn Stämme
abgespaltet. Dort waren zuerst Sichem, dann Tirza und später Samaria die
Hauptstadt. Tragischerweise waren die beiden Reiche auch noch
verfeindet. Sie bekämpften sich sehr . Das ist die Tragödie. Die Könige des Nordreiches sind noch viel
schlechter als die Könige des Südreiches. Daher findet man auch in allen
Aussagen der Propheten diese große Sehnsucht nach einer Vereinigung
der zehn abgespaltenen Stämme mit den beiden Stämmen des Südreichs.

Aber davon sind wir weit entfernt, denn die zehn Stämme wurden besiegt
und sind seitdem verloren gegangen.

Diese zehn Stämme lebten in einer speziellen Umgebung, in der es im
Gegensatz zum Südreich zum Beispiel eine riesige Götterwelt gab. Diese
Götterwelt haben sie übernommen. Und das ist das Problem von Elias. Das Volk des Südreichs war
auch nicht hundertprozentig in Ordnung, doch das Volk von Samaria, also
des Nordreichs, war deutlich unter den Einfluss der phönizischen Könige
gekommen, der Könige von Tyros, Syrien, Assyrien und Aram. Das war für
die damals relativ primitiven Stämme, die noch Kinder der Nomaden waren,
sehr verführerisch: die Astartenkulte, die Ascherenkulte, die unglaublichen
Fruchtbarkeitsorgien des Baal Zebul beziehungsweise Beelzebub. Das war
für die Männer sehr reizvoll. Die Vorstellung des Monotheismus war in
dieser Zeit nicht nur noch sehr jung, sonder auch sehr karg. In ihm gab es
keine solchen Entfaltungen wie in diesen Orgien und Kulten.

Welche Stämme haben sich zu der Zeit von Elias befehdet. Das ganze Nordreich und das Südreich, die zehn Stämme des Nordens
gegen die zwei Stämme des Südens. Das Südreich war effektiv ein
anderes Land, ein anderes Gebiet. Der Hauptkonflikt ist jedoch nach
meiner Meinung ein persönlicher Konflikt. Es ist der Konflikt zwischen Elias
auf der einen Seite und König Ahab und Königin Isebel auf der anderen
Seite. Omri, der Vater Ahabs, herrschte vor Ahab. Omri hat die Stadt Samaria erbauen lassen. Der Monotheismus war nicht das, was wir heute als Religion bezeichnen würden.
Das Wort Religion kommt im Alten Testament überhaupt nicht vor.
Der Monotheismus war ein Lebensweg. Diese Kulte, wie zum Beispiel der
Baal-Kult, waren dem Monotheismus spinnefeind. Vom Monotheismus
abzufallen, galt als Verrat. Daher kommt die Empörung des Elias.

Wenn der König Israels, also des Nordreichs, sagt, dass er diese
beiden Kulte nebeneinander existieren lässt, weil er vielleicht auch tolerant
ist, dann hat er sich zwar an seine Umgebung angepasst aber das gilt als Verrat. Das ist so, als wenn man in der
Bundesrepublik in den 70er Jahren gesagt hätte: "Wir benötigen kein
Berufsverbot, ein bisschen Kommunismus wäre auch gut!" Zu der Zeit
konnte man nicht einmal Lokführer werden, wenn man Kommunist war. So
muss man sich das vorstellen. Die Gefahr sah man darin, dass das
Königreich im Norden mittels dieser Kulte der Ascheren und Astarten das
winzige Südreich schlucken wollte. Die Frage um die Kulte war eine
politische Frage. Das war nicht so, wie es heute ist, dass sich Religion darin
zeigt, dass wir an den Feiertagen in die Kirche oder Synagoge gehen, dass
dort schön abgegrenzt die Religion stattfindet. Nein, das entsprach dem
politischen System, so wie hier und heute Sozialismus oder Demokratie.
Darum ging es! Der Monotheismus war noch dazu eine sehr zarte,
junge Pflanze.
König Omri hat den Streit zwischen den Stämmen innerhalb des
Nordreichs beendet und ist von allen akzeptiert worden. Sein Sohn Ahab
übernahm von ihm die Regentschaft. In der Bibel heißt es über ihn, dass er
schlimmer gewesen sei als die vorhergehenden Könige. An Ahab war
schlimm weil
er ein ganz großer Schwächling war. Ich würde nicht einmal sagen, dass
er schlimmer war. Er hat kein Rückgrat gehabt, er hat keinen Charakter
gehabt. Dazu kommt noch seine Frau!
Er hat eine Prinzessin aus Tyros geheiratet, die weltberühmte Isebel. Isebel war eine sehr starke Person mit sehr großer Kraft. Sie wollte in das
Königreich, in das sie eingeheiratet hat, ihren – wie sie meinte – besseren
Kult mitbringen, die großen phönizischen Baal-Kulte aus Tyros.

Der Gott Baal wurde an vielen Orten im Vorderen Orient verehrt. Ihm wurden riesige Tempel gebaut, und das nicht
nur zu dieser Zeit, sondern über Jahrhunderte hinweg.

Baal war für jeden Monotheismus das Antitoxin. Der Gott im Monotheismus
ist unsichtbar, Baal war anfassbar und mit einem Namen anrufbar. Man
konnte sich auch wieder von ihm lossagen, wenn er nicht erfüllte, was man
von ihm wollte. Er war für alle möglichen Erwartungen zuständig. Das ist
beim Monotheismus anders. Insofern war Baal das Antitoxin für jeden
Monotheismus. Baal war ein Obergott, der über viele Untergötter herrschte.
Es gab zum Beispiel den Beelzebub, die Ascheren, die Astarten und den
Moloch. Es gab eine enorme Vielfalt an Göttern, ein ganzes Pantheon an
Göttern mit verschiedenen Zuständigkeitsbereichen. Um das
nachzuvollziehen, müssen wir uns in die Menschen von damals
hineindenken und uns die entsetzlichen Gefahren und Katastrophen,
denen sie ausgesetzt waren und die ihre Ängste verursachten, vorstellen.
Die Ängste führten dazu, dass man für jeden Lebensbereich einen
bestimmten Ansprechpartner brauchte. Zur Zeit unserer Geschichte mit
Elias gab es zum Beispiel eine andauernde Dürre. Für ein Volk, das von
der Landwirtschaft lebt und keinen Landwirtschaftminister hat, der bei Dürre
oder Überschwemmung sofort zur Hilfe eilt, war das äußerst bedrohlich. Die
Dürre zu jener Zeit war entsetzlich. Baals Propheten hatten versagt, sie
konnten nicht für Abhilfe sorgen. In dieser Situation kommt Elias und sagt:
"Unser Gott wird Abhilfe schaffen, wenn wir uns entsprechend benehmen,
wenn wir hier die monotheistische Religion wieder einführen."

König Ahab hat eine Frau geheiratet, der er sichtlich ausgeliefert war. Er
ließ daher für Baal Viele, Altäre bauen nicht nur einen!
der großen Altar von Samaria, war das Gegenstück zum Tempel in Jerusalem. Damit wollte König
Ahab das Reich Juda ärgern. Jerusalem war seit den Tagen König Davids
das Herzstück des Judentums und ist es bis auf den heutigen Tag.

Kommentar von tinimini ,

Erhat nicht die ganze Vergangenheit oder die Traditionen des Volkes Israel
vergessen, Nein, ich würde nicht sagen, dass sie vergessen wurden. Sie sahen in Baal einfach das richtige Kultobjekt. An den Grenzen des Reiches, in Bet-El im Süden, nördlich von Jerusalem, und in Dan im Norden an der Grenze zu
Syrien, wurden zwei goldene Kälber zur Anbetung aufgestellt. Das kommt
aus der alten Tradition von Ägypten her. Auch das waren in jenen Tagen
heilige Stätten. Wie soll sich da ein monotheistischer Prophet fühlen, wenn
das die Zentren eines Landes waren, das unter Salomo ein schon durch
und durch monotheistisches Land war?

Den Monotheismus gab es schon vorher. Er war vorhanden, aber er ist auch wieder verloren gegangen. Das war eine wackelige Angelegenheit. Salomo war auf die große Politik
aus, vor allem die Außenpolitik. Er baute mit seinen vielen Frauen
Verbindungen bis nach Abessinien und Persien auf. Er hat das Land nicht
richtig integriert. Das war für jene Zeit ein riesiges Gebiet. Da sein Sohn ein Taugenichts war, ist das große Reich nach Salomos Tod zerfallen. Der
Monotheismus war zu neu und zu schwach, um so schnell integrativ wirken
zu können. Und dann kam auch noch Isebel mit der verlockenden Kraft des
ganzen Götterkultes aus ihrer Heimat. Sie führte diese Kulte absichtlich ein,
das war kein Zufall. Sie wollte wieder etwas aufbauen. Wer neutral ist und
nicht monotheistisch orientiert, der würde sagen: "Na, dann lass sie doch!"
Aber ich sehe darin eher wie Elias einen Staatsverrat. Denn der
Monotheismus hatte staatstragende Funktion: Israel, der Kämpfer Gottes,
der Kämpfer für Gott und der mit Gott Hadernde.

Elias tritt zum ersten Mal am Bach Kerit auf und sagt: "So geht es nicht!" Er
nimmt sich das Recht heraus, als Sprachrohr Gottes gegenüber dem König
zwischen Gut und Böse entscheiden zu können und diese Auftritte haben sich dauernd wiederholt, doch schon beim ersten Mal droht er diese Dürre an. Er verkündet, dass
die Dürre kommen wird und dass Ahab bestraft werden wird, wenn er es so
weitertreibt. So wie wir hier im Kalten Krieg jahrelang mit der Angst vor einem Nuklearkrieg gelebt haben, so war die Angst vor der Dürre damals die
größte aller Ängste. Mir imponiert aber an der Geschichte mit Elias am
meisten, dass er uns so menschlich dargestellt wird. Er ist so verzweifelt, er
ist so frustriert, er kann einfach nicht mehr weiter. Er versteckt sich, er will es sein lassen, er gibt auf! Alle diese Elemente sind darin enthalten.

Aber zunächst einmal kommt es zu einer Drohgebärde:
"Schluss jetzt! Du musst an den einen Gott glauben!"

Kommentar von tinimini ,

Und König Ahab nimmt ihn sehr ernst und lässt ihn verfolgen und grenzt
ihn aus. Daraufhin tritt die Dürre ein. Drei Jahre lang. Aber das ist wie heute. Jemand, der
sich dauernd gegen den Strich äußerst, der macht sich unbeliebt. Und Elias
macht sich unbeliebt – aber wie! Zwischen Elias und der Königin herrscht
eine unglaubliche Spannung. Man könnte das schon fast sexuell
interpretieren. Die Spannung zwischen Elias und Ahab ist nicht so stark wie
die zwischen Elias und Isebel. Überhaupt ist das Thema "Elias und die
Frauen" ein interessantes Kapitel. Dieses Mannsbild kommt bei den Frauen sehr gut an, obwohl er getobt hat
und ungute, drohende Sachen geäußert hat. Er ist trotz allem attraktiv.
Isebel hätte bestimmt lieber Elias gehabt als ihren schwachen Ahab.
Sie verfolgt ihn, da geht es um Leben und Tod. Vielleicht war es eine Art
Hassliebe. Als sich das Verhältnis
zwischen Isebel und Elias immer mehr zuspitzt, wandert er nach Tyros in
die Stadt Sarepta.Er flieht, Das ist die Heimat von Königin Isebel. Dort kommt es zur
berühmten Beziehung zwischen Elias und der Frau von Sarepta. Sie sagt auch, dass sie ihn umbringen lassen will. Auf der Flucht kommt er in Sarepta zu einer Witwe. Er glaubt schon, er
muss verdursten, als ihm gesagt wird, dass er zu dieser Witwe gehen soll.Und diese beiden ergänzen sich.

Sie sind beide in Not. Beide sind Verfolgte, beide sind in großer Not, wenn
auch aus unterschiedlichen Gründen. Elias wird von Isebel verfolgt und die
Witwe ist hungrig und hat auch für ihr Kind nichts mehr zu essen. Sie hat noch ein bisschen Mehl und ein bisschen Öl. Und er kommt hungrig. Sie fragt: "Was soll ich dir geben?" Und Elias tut ein
Wunder. Die Propheten und auch Jesus waren sicher alle Charismatiker
und hatten psychosomatische Kenntnisse. Sie hatten sicherlich
naturheilkundliche Kenntnisse, sie kannten die Heilpflanzen, da bin ich mir
sicher. Seit nun Elias bei der Witwe ist, gibt es genug zu essen. Das Öl geht
nicht aus und auch das Mehl nicht. Sie sind also wunderbar aufeinander
eingestellt. Ich würde das als seine konspirative Wohnung bezeichnen.
Immer wenn es ihm unter Isebel an den Kragen geht, geht er zu dieser
Witwe. Es entsteht eine sehr freundschaftliche Beziehung. Wenn sie in
großer Not ist, ist er der Fels in der Brandung und hilft ihr. Als ihr Kind
todkrank ist und stirbt, gelingt es ihm, das Kind wiederzubeleben und zu
retten. Die Beziehung zwischen Elias und der Witwe ist also auffallend
innig. Daraus wage ich zu folgern, dass er ein attraktiver Mann war – trotz
oder vielleicht gerade wegen seiner unglaublichen Männlichkeit. Doch auch
Isebel kommt immer wieder ins Bild und es ist auch interessant, was er mit
Gott alles durchmacht. Elias bleibt nicht bei der Witwe. Er hat einen Auftrag, er muss Jahwe verkünden. Er ist dauernd unterwegs. Er ist ein ruheloser Mann – immer wieder mahnen, immer wieder durchsetzen. Denn die Verhältnisse in Samaria werden nicht besser, sondern immer ärger. Zuerst geht er auf den Berg Karmel, der nicht weit von Sarepta entfernt ist.

Kommentar von tinimini ,

Auffallenderweise kommt der Ort Sarepta auch bei Jesus wieder vor, der
dort auch einer sehr schönen und aparten Frau begegnet. Der Ort muss
also irgendetwas an sich gehabt haben. Die Erlebnisse und die
Prophezeiungen von Elias spielen auch im Neuen Testament eine große
Rolle und wirken sich auf viele Begegnungen und Gleichnisse bei Jesus
aus.
Man könnte schon sagten, dort
geht es um das Ganze auf dem Berg Karmel Gott gegen die Baal -Kulte !
Elias ruft ein gewaltiges Geschehen
hervorruftauf dem Berg Karmel.Dort versammeln sich 400 Ascheren-Priester und 450 Baal-Priester. Das ist eine enorme Wucht und sie taten das, was die hebräische Tradition eigentlich auf keinen
Fall will: Sie haben sich selbst verstümmelt, um sich in einen geilen Eifer
hineinzustürzen. Sie haben sich selbst Wunden zugefügt, sodass das Blut
floss. Sie haben sich in einen Blutrausch gestürzt. Im Alten Testament gibt
es für die Männer jedoch sogar ein Gebot, sich einen Bart stehen zu
lassen, da sie sich andauernd beim Rasieren geschnitten haben. Und diese
Priester haben sich nun blutige Wunden zugefügt, um in Ekstase zu
kommen und ihre Götter zu ehren.
Aber Elias spricht jetzt zu ihnen: "Also, liebe Freunde, ihr Baal-Gläubigen,
jetzt wollen wir es einmal sehen. Ihr könnt in Massen kommen!" Es standen
dann auch fast tausend gegen einen. Er fordert sie auf: "Wir treffen uns am
Berg Karmel und werden dann sehen, was passiert." Er fordert sie heraus. Sie fügen sich Wunden zu, schreien, toben und
führen einen Teufelstanz auf und nichts passiert. Elias sagt: "Wir nehmen
zwei Opfertiere und wessen Gott der starke und echte ist, der wird ein Feuer
entzünden." Sie dürfen ihre Opfergaben nicht selbst anzünden und verbrennen. Es wird ein Blitz vom Himmel kommen, der sie entzündet.
Das wird der Vorbote des Wetters sein, ein Zeichen für den nahenden Regen.
Die ganzen Baal-Leute sitzen nun da und beten und schreien: "Baal!
Komm und mach das Feuer an!"
Und Elias reizt sie und meint: "Vielleicht schläft euer Baal! Vielleicht hört er nicht! Schreit lauter!"
Er stichelt: "Schneidet euch doch noch ein bisschen mehr! Lasst
mehr Blut fließen! Reizt ihn!" Und nichts geschieht. Aber natürlich wird Elias
Opfer entzündet und verbrennt. Das ist die größte Demonstration, die man
sich vorstellen kann.
Elias macht also das Gleiche. Er legt ein Opfertier hin und übergießt es mit
Wasser. Außerdem gräbt er einen Graben darum herum und füllt ihm mit
Wasser auf. Dann kommt ein Blitz vom Himmel, der so stark ist, dass nicht nur sein Opfertier verbrennt, sondern auch noch das Wasser verdunstet. So wuchtig
ist das Ganze. Wir müssen nun aber nicht vom hohen Ross herunter
sagen: "Ach Gott, ach Gott, ein Opfer!" Wir müssen bedenken, dass wir im
Jahr 900 vor der Zeitenwende sind. Tieropfer sind in jenen Zeiten noch
ganz normal. In den Gegenden rings herum wurden sogar noch Menschen
geopfert. Elias hat nun also diesen demonstrativen Erfolg.Aber zunächst gesteht das Volk zu, dass Jahwe Gott ist. Sie fallen alle
nieder, da sie erschüttert sind. Und dann kommt es zu dieser grausamen
Tat. Daraufhin lässt er alle Priester umbringen – und das ist ein Vergehen.
Ich nehme an, dass er ein Exempel statuieren
will. Die versammelten Priester sind nicht alle Priester dieser Kulte. Im
ganzen Land gibt es Tausende davon, Priester und vor allem auch
Priesterinnen. Der Blitz war die Ankündigung, dass die Dürre aufhören wird.
Elias will aber zusätzlich noch ein Zeichen für das ganze Königreich setzen
und bringt sie um. Das ist die große Wende. Kurz darauf hören wir, dass
Gott Elias abberuft. Damit lernen wir, dass die Gewalt, die Elias ausgeübt
hat, nicht von Gott ist. Das hätte nicht geschehen sollen. Das ist die große
Tragödie des Elias: sein Übereifer! Er ist ein Zelote im schlechten Sinn des
Wortes. Er lässt sich zu diesem Übereifer hinreißen. Menschlich kann ich
das verstehen, wenn man sich das Leid ansieht, das er erdulden musste.
Bei diesen Verfolgungen, die er ertragen musste, wollte er für alle Tage ein
Zeichen setzen. Doch das will Gott nicht. Jetzt kommt auch wieder Königin Isebel in das Spiel.
Sie sagt: "Du hast jetzt die Priester umgebracht und nun geht es dir an den
Kragen." Sie gibt nicht auf.
Im Land regnet es nun. Das akute
Problem ist gelöst und die Spannung zwischen den beiden geht nun weiter.
Ahab hat eigentlich nur eine Statistenrolle. Das werden wir gleich noch bei
der schrecklichen Sünde mit Nabot sehen. Es geht immer zwischen Isebel
und Elias hin und her. Elias verzweifelt langsam, er kann nicht mehr weiter.
Er geht in die Wüste und landet auf dem Berg Horeb. Auch damit sind
wieder alte Bedeutungen verbunden, denn das ist der Berg Sinai. Sinai ist
ein Synonym für Horeb. Dort kommt es zur wundervollen Szene, in der sich
Elias fragt, wo Gott ist. Er ist auf der Suche nach Gott. Die Fragen, die sich
Elias auf dem Berg Horeb stellte, kann man sich auch heute noch stellen:
Ist Gott im Lärm? Ist Gott in den großen Kathedralen oder Synagogen?

Kommentar von tinimini ,

Im Feuer, im Sturm? In einer riesigen Wucht, in herrlichen Gewändern? Wo ist Gott? Und was
hören wir bei Elias? Gott ist im verschwebenden Schweigen. Nicht im
Feuer, nicht im Erdbeben, nicht im Lärm!Die Stille ist oft schwerer als der ganze Lärm zu ertragen. Das ist der Augenblick, in dem für Elias Gott erscheint. In dieser
Situation versagt er. Er jammert und ist schwach. Er bittet darum, sterben zu dürfen. Ihm ist alles egal. Das ist so, als wenn heutzutage jemand sagt: "Mir reicht es, ich habe es
satt!" Wie viele Menschen schreien in den Krankenhäusern, dass sie
sterben wollen. Aber eigentlich heißt das nur, dass sie aufgefangen werden
wollen, dass sie ein tröstendes Wort hören wollen – also genau das
Gegenteil. Auch Elias will von Gott nur hören, dass er ihn auffängt. Aber so
leicht geht es nicht. Er beschwert sich bei Gott über die eigenen Kinder
Israels. Er beschwert sich nicht über Isebel oder Ahab, sondern er schreit:
"Israel, dein Volk Israel hat dich betrogen! Deine Wunde haben sie
übersehen und vergessen! Da hast du es!" Mit den Wunden meint er die
Beschneidung. Aber Gott erwidert: "Nichts da! Steh auf, iss etwas!" Und er
schickt ihm Bethels Engel. Der Engel ist ein Bote. Gott will nicht, dass die
Menschen sich kasteien. Das ist der Sinn dieser ganzen Erzählung. Elias ist
in der Wüste und er isst und trinkt nicht. Doch immer wird ihm geholfen. Wir
sollen unseren Körper nicht kasteien. Wir sollen keine Völlerei betreiben
und nicht betrunken sein. Wir sollen aber sehr wohl essen und uns pflegen.
Daher kommen einmal – bildlich gesprochen – die Raben und füttern ihn
und hier kommen die Engel mit der Botschaft, dass er keinen Selbstmord
begehen soll, und füttern ihn. Gott befiehlt ihm: "Geh zurück nach Israel! Du
wirst Israel gefälligst beistehen!" Das ist eine große Botschaft, eine
Botschaft gegen das Denunziantentum, das wir aber, leider Gottes, auch in
diesem Jahrhundert in diesem Land hatten: bei den Nazis und in der DDR.
Elias denunziert bei Gott Israel und das kommt nicht gut an. Sie lächeln
vielleicht, aber dieser Widerwillen gegen das Denunzieren hat bis heute
eine symbolische Kraft. Bei jeder Beschneidung der jüdischen Knaben im
Alter von acht Tagen steht ein wundervoll dekorierter Sessel. Das ist der
Sessel des Elias. Die jüdische Volksfrömmigkeit meint, dass der Sessel
dasteht, falls zufällig der Messias vorbeikäme. Dann könnte er dort Platz
nehmen. Das ist aber nicht der Fall, sondern es ist der Hinweis auf Gottes
Worte: "Da nimmst du, Elias, gefälligst Platz und erkennst, wie unrecht du
mit deiner Denunziation hattest!" Das Volk Israel hält die Beschneidung
immer noch ein!
Die Elias-Geschichten werden in der
Bibel nicht chronologisch geschildert, sondern es sind Begebenheiten. Und
davon gibt es noch ein paar wichtige ,zum Beispiel die Himmelfahrt,die steht am Ende, denn danach ist er ja weg. Aber davor gibt
es noch eine Mordgeschichte. Das ist die Geschichte von Nabot. Das ist eine ganz wichtige Geschichte. Wenn ich z.B in Großen Städten wie
Frankfurt Wolkenkratzern sehe,denke ich immer an Elias. In
Frankfurt gab es schon sehr häufig Geschichten, die sich über Jahre
hinzogen. Besitzer der Grundstücke, auf denen die Wolkenkratzer stehen,
mussten vor alle Gerichte der Bundesrepublik ziehen, weil irgendeine kleine
Witwe dort ein Hundert-Quadratmeter-Grundstücklein besaß, das sie nicht
hergeben wollte. Es mussten erst alle Gerichte bemüht werden, bevor der
Wolkenkratzer gebaut werden konnte. Das ist die moderne Form Nabots.
Denn es gab in Israel, so wie heute auch, eine Sommerstadt, Jesreel. Die
Hauptresidenz und der Regierungssitz war in der Bundeshauptstadt
Samaria, und die Villenstadt war Jesreel. Dort hat sich Ahab große
Ländereien zugelegt und Blumen- und Weingärten angelegt. Königin Isebel
war froh, wenn sie ihre Ruhe hatte. Sie führte inzwischen die Geschäfte in
Samaria und sorgte dafür, dass er seinen Liebhabereien frönen konnte. In
einem Winkel von Ahabs Weinberg besaß Nabot ein Stückchen Weinberg.
Ahab will ihm diesen Flecken abkaufen, doch Nabot will nicht verkaufen.
Das ist ähnlich wie in der alten Parabel vom Propheten Nathan bei David.
Das Schaf des alten Mannes wird der großen Herde des reichen Mannes
gegenübergestellt. Nabot sagt: "Ich will keine Geld! Dort haben schon
meine Väter und Urväter ihren Wein für den Eigenbedarf gezogen. Ich
möchte meinen Weinberg behalten." Daraufhin bekommt Ahab Symptome
von Magersucht: Er isst nicht und wird grau und fahl und stampft vor sich
hin, sodass Isebel fragt: "Was ist denn jetzt schon wieder los?"

Kommentar von tinimini ,

 Ahab
antwortet: "Ich will das Grundstück!" Isebel meint: "Ja, wenn es weiter nichts
ist! Ich besorge dir das Grundstück. Gib Ruhe!" Und Isebel organisiert einen
Schauprozess. Sie versammelt alle Notabeln der kleinen Stadt und für Geld
werden zwei Verbrecher gedungen. Heute würde man sie Berufskiller
nennen. Hier kommt das alte Motiv, das später auch im Neuen Testament
vorkommt. Die Verbrecher sagen vor Gericht aus: "Er hat Gott und das
Königreich verflucht!" Das sind im Hebräischen Schlüsselworte, die man
sehr gut deuten kann. Sie kommen auch in manchen Gleichnissen bei
Jesus vor, wenn Jesus zum Beispiel den betrügerischen Verwalter lobt.
Darüber zerbricht man sich schon seit Jahrhunderten den Kopf: Jesus lobt
einen betrügerischen Verwalter? Dort kommt dasselbe Wort wir hier vor:
"berech". Das ist auch ein Synonym für die Verfluchung des betrügerischen
Verwalters. Hier wird Nabot angeklagt, er habe Gott und König verflucht.
Das ist Sünde genug, damit er hingerichtet wird.
So besorgt Isebel für Ahab
den Weinberg. In der biblischen Ethik des Alten Testaments ist dieses
Vorgehen Isebels natürlich eine ganz große Sünde. Aber wir beobachten
bei Ahab im Gegensatz zu Isebel eine gewisse kleine Sehnsucht zurück zu
Gott. Er ist bereit, eventuell umzukehren und einzusehen. Es gibt einen Satz, in dem Ahab im Grunde genommen bereut. Diese Reue wird ihm wie bei Kain und anderen Gestalten in der biblischen
Tradition sehr hoch angerechnet, damals wie heute. Doch Isebel will das
nicht und Ahab darf nicht bereuen. So nehmen die Geschehnisse ihren
Lauf.
Ein großes Motiv der Elias-Geschichte ist die Himmelfahrt. Sie wird auch in
der bildenden Kunst immer wieder geschildert. Das ist ein etwas seltsames
Ereignis mit der Schar der Prophetenjünger und seinem Nachfolger.
Es gibt mehrere solche Fälle. In der Genesis-Geschichte haben wir einen
gewissen Henoch, der nicht so wie wir alle gestorben ist. Dann haben wir
gewissermaßen Moses, der mit einem Kuss Gottes verschieden ist und von
dem es heißt, dass Gott selbst ihn im Tal am Berg Nebo begrub. Und dann
haben wir Elias und schließlich natürlich Jesus und zuletzt Mohammed.
Aber in der Geschichte von Elias heißt es, dass seine Jünger alle wissen,
dass er in den Himmel fahren wird. Doch sie bleiben dann stehen und er
geht mit Elischa weiter, seinem Lieblingsschüler. Elischa wird übrigens
gleich nach dem Karmel-Desaster von Elias zu seinem Nachfolger ernannt. Gott befiehlt Elias, nach Damaskus zu gehen und Elischa zu salben.
Er sagt "Damaskus in der Wüste". Das ist auch etwas ganz Interessantes,
denn Damaskus liegt doch nicht in der Wüste, sondern in blühenden
Gärten."Damaskus in der Wüste" ist ein Schlüsselname beziehungsweise
ein Code für das zukünftige Qumran. In dieser Ecke, bei Qumran, finden
alle geheimen Aktionen der Aufträge statt, die Elias von Gott bekommt, wie
zum Beispiel den nächsten König zu salben, einen gewissen Jehu. Elias ist
in seinen Aktionen auch nicht auf Israel beschränkt. Er salbt auch den
König von Aram. Auch das findet dort in der Ecke von Qumran statt.
Und er gibt seine Prophetengabe weiter. Das passiert im letzten
Ereignis, bei der Himmelfahrt von Elias. Elischa, der Nachfolger von Elias, sieht, dass die Stunde gekommen ist. Die
jüngeren Prophetenschüler des Elias kommen zu ihm und fragen, ob sie
Elias nicht warnen sollen, da er es anscheinend noch nicht verstanden
habe, dass seine letzte Stunde gekommen ist. Das Ende will wohl jeder
Mensch ein bisschen verdrängen. Doch Elischa fordert sie auf, mit Elias
nicht darüber zu sprechen. Das ist auch heute noch in der Medizin eine
große Frage: Soll man den Sterbenden direkt sagen, dass es bitter um sie
steht? Oder soll man ihnen nichts sagen und ihnen stattdessen ein
bisschen Mut machen? Andere halten wieder entgegen, dass ein jeder
wissen soll, woran er ist. Und genau diese Diskussion haben wir auch hier. Elischa erbittet sich von Elias den Mantel und zwei Drittel der
Prophetengabe von Elias.

Kommentar von tinimini ,

Das sind die Insignien. Der Mantel spielt fortwährend eine Rolle, von Anfang
an. Schon als Elias berufen wird, ist der Mantel sehr wichtig. Als er vor der
Himmelfahrt über den Jordan schreitet, wirft er den Mantel auf den Jordan.
Das ist nur ein Symbol, denn der Mantel als Stoff bewirkt an und für sich gar
nichts. Das ist der Mantel der Prophetenwürde, so wie die Krone das
Symbol der Königswürde ist. Als dann Elias gen Himmel fährt,
bekommt Elischa den Mantel. Das ist die Übertragung des Symbols.
Dasselbe geschieht mit der Purpurrobe auch bei David und Saul in der
Hölle.

Elias ist der Prophet, der 30 Mal im Neuen Testament erwähnt wird, und zwar auf eine besonders schöne Art und Weise. Zum Beispiel als
Jesus auf sehr menschliche Art fragt, für was ihn die Menschen halten
würden. Da werden fünf verschiedene Antworten genannt: Er ist Johannes
der Täufer, er ist einer der Propheten, er ist Jeremias, er ist Elias – und
dann kommt Petrus und sagt, er sei der Messias. Bei den zentralen Stellen
ist Elias immer dabei. Es ist auch sehr interessant, dass alle diese
genannten Gestalten zu jener Zeit bereits tot waren. Es gab also im Umfeld
von Jesus Juden, die an Reinkarnation geglaubt haben.
Die Wiederkehr des Elias!
Das ist bis auf den heutigen Tag so, dass man an die Wiederkehr des Elias
glaubt. Und der Prophet Maleachias verkündet im letzten Vers der
Prophetenbücher, dass alle Probleme, die noch offen bleiben, gelöst
werden, wenn Elias einst als Vorläufer des Messias kommen wird, sogar
das gravierendste Problem, das des Unfriedens und der Streiterei zwischen
Eltern und Kindern. Diese
Bedeutung hätte doch auch Jesaja haben können oder einer der anderen
Propheten. Wieso dieser Elias? Weil er während der schwierigsten Krise wirkt, in der die zehn Stämme des
Nordreichs fast verloren gehen und kurz darauf dann tatsächlich verloren
gehen. Er steht für die große Sehnsucht nach der Wiederkehr dieser zehn
Stämme, nach der Erlösung. Diese Sehnsucht wurde bis auf den heutigen
Tag nicht aufgegeben. Es gibt noch heute in der modernen hebräischen
Sprache den Ausdruck "teku". Das ist ein Akronym wie UNO oder UNIFIL.
Das "t" darin steht für "Tischbiti", für den, der aus Tischbe kommt, also für
Elias. Und "teku" bedeutet soviel wie: "Lass es stehen", als Ausdruck für
etwas, auf das es zunächst noch keine Antwort gibt. Auch wenn es zum
Beispiel beim Fußball unentschieden steht, bezeichnet man das als "teku".
Wenn Sie einen Fußballer danach fragen, woher der Ausdruck kommt,
dann wird er keinen blassen Schimmer haben. Das heißt, dass davon
ausgegangen wird, dass Elias alle schwierig Fragen lösen wird, denn er ist
der Vorläufer des Messias. Wenn Elias kommt, dann kommt auch der
Messias. Darum spielt Elias auch im Neuen Testament so eine große
Rolle, auch bei der sogenannten Verklärung am Berg Tabor. Das ist
allerdings ein Thema für sich, da der Name Tabor dort gar nicht vorkommt.
Dort geht es um einen hohen Berg und der Tabor ist nur ein kleiner Hügel
mit 400 Meter Höhe.Die Geschichte spielt am Berg Hermon. Das kann man anhand des Textes beweisen. Petrus und Jakobus, die engsten Freunde von Jesus,
sind da, auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus. Das sind
seine treuesten Gefolgsleute. Und interessanterweise sind auch Moses und
Elias dort. Das ist das Symbol: Moses hat sein Volk schon einmal erlöst,
indem er es aus der Gefangenschaft in Ägypten geführt hat, und Elias ist
der Vorläufer des Messias. Diese herrliche Szene am Tabor ist also eine
Vorwegnahme der Salbung von denjenigen Menschen um Jesus herum,
die an ihn als Messias geglaubt haben und ihn salben wollen. Es gibt
mehrere solcher Szenen im Neuen Testament, eine Vorwegnahme der
Salbung als Messias. Deswegen werden dort sozusagen als Kronzeugen
Moses, der gewesene Erlöser, und Elias, als designierter Erlöser der
Vorläufer des Messias, hinzugezogen. Petrus sagt dann so schön: "Hier ist
es schön, da lassen wir uns nieder!" Das ist doch eine unglaublich dumme
Aussage. Doch damit ist sehr viel gesagt, denn eigentlich spricht er den
Psalm 133: "Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig
beieinander wohnen!" Das hat nur der Endredakteur der Bibel auf
Griechisch nicht mehr so zusammengebracht. Petrus hat nicht wie auf
einem Schulausflug ausgerufen: "Lasst uns hier ein paar Hütten bauen!
Wie schön ist die Landschaft hier!" Nein, er hat einen Psalm gesprochen,
der zu dieser Situation gepasst hat. Diese ganze Szene ist voller Zitate und
Hinweise auf andere Stellen der Bibel. Sie ist ein großes Ereignis. 

Antwort
von tiergartennbg, 6

Siehe :https://www.jw.org/de/publikationen/buecher/?contentLanguageFilter=de&pubFil...

Unter Elia

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