Frage von soprahin, 86

Was hat das mit dem Islamvertrag auf sich?

Der da in Hannover unterschrieben werden soll?

Antwort
von Ottavio, 8

Leider kenne ich den geplanten Staatsvertrag noch nicht im Detail. Es sind aber gerade die Details, auf die es ankommt.

Ich habe jahrzehntelang Muslimen Werte-und-Normen-Unterricht im Gymnasium erteilt. Ich bin sehr für die Einrichtung eines Islam-Unterrichtes in öffentlichen Schulen. Natürlich darf die Teilnahme daran auch für Muslime nicht verbindlich sein, sondern es muss auch für Muslime de facto eine Wahlfreiheit zwischen Religion und Werte und Normen geben.

Die Existenz eines Staatsvertrages ist in keiner Weise Voraussetzung für die Erteilung muslimischen Religionsunterrichtes an öffentlichen Schulen.Auch christlicher Religionsunterricht wurde jahrzehntelang ohne Staatsvertrag oder Konkordat unterrichtet. Die inhaltliche Verantwortung dafür liegt dann ausschließlich beim Land Niedersachsen. Natürlich muss dies dann einen zuständigen Landesfachbeauftragten ernennen, möglichst - aber nicht zwingend - einvernehmlich mit den muslimischen Religionsgemeinschaften.

 
Es ist in Nds. heute so, dass christliche Religionslehrer_innen für ihren Unterricht die Genehmigung der jeweiligen Kirche benötigen. Das war nicht immer so, und ich bin auch nicht wirklich glücklich darüber. Es bedeutet nämlich, dass einer/m Religionslehrer_in diese Genehmigung auch entzogen werden kann - nicht nur vom Staat, sondern auch von den Kirchen.

Angesichts der jüngsten Ereignisse in der Türkei, nämlich, dass zehntausende Lehrer aus dem Schuldienst entlassen wurden mit der jämmerlichen Begründung, dass sie einer religiösen Bewegung angehören, darf es eine entsprechende Regelung für muslimische Religionslehrer_innen in Niedersachsen auf keinen Fall geben. Es kann unmöglich sein, dass letztlich die türkische Regierung bestimmt, wer hier Lehrer_in sein kann und wer nicht.

Antwort
von atzef, 27

Hier handelt es sich um einen Staatsvertrag des Bundeslandes Niedersachsen mit vereinsmäßig organisierten Verbänden von Muslimen. Gegenstand solcher Staatsverträge mit Religionsgemeinschaften sind Religionsunterricht an Schulen, Bestattungswesen, Gebetshäuser, Finanzierung, Ausbildung von Geistlichen etc. pp.

Da die türkische Regierung großen Einfluss auf den DITIB als größtem Dachverband von Moscheenvereinen hat, hat man nun den an sich unterschriftsreifen Vertrag aufgrund der Tagesaktualität erstmal hintenangestellt.


Antwort
von 1988Ritter, 41

Nur langsam scheint die Politik zu begreifen, dass die geplante Einführung eines Islam-Unterrichts an deutschen Schulen dramatische Gefahren in sich birgt. 

Daraus resultierend, wurden in Aussicht gestellte Ansprüche auf einen Islam-Unterricht von diversen Kommunen und Ländern auf Eis gelegt, und die dazu nötigen Verhandlungen ausgesetzt.

Das Fatale an der Aussetzung ist aber wieder einmal die ledigliche Gewichtung politischer Ereignisse. 

Da der Verhandlungspartner bislang die DITIB-Organisation gewesen ist, die zugleich mit 900 Gemeinden hier in Deutschland am stärksten vertreten ist, dem türkischen Religionsministerium unterstellt und weisungsgebunden ist, macht daraus ein Politikum.

Der Islam an sich ist immer noch nicht geprüft.

Vielleicht nimmt man dies zum Anlass, und wird endlich mal tätig. 

Kommentar von koten ,

 Was am Islam muß noch von wem geprüft werden?

Welche "dramatische[n} Gefahren" gehen von einem Islamunterricht aus. An deutschen Unis werden ja Lehrer für islamische Religion ausgebildet.

Kommentar von atzef ,

Welche Gefahren birgt denn die Einführung von Islamunterricht an den Schulen in sich? Damit wird doch nur ein staatlicher Rahmen für die Diskussion des Islam, seine Interpretation und weitere Entwicklung  geschaffen.

Religionsunterricht dürfte allgemein einen erheblichen Einfluss auf die Säkularisierung unserer Gesellschaft gehabt haben...:-)

Kommentar von koten ,

Dieser Einwand ist nur dann sinnvoll, wenn er sich auch gegen den christlichen Religionsunterricht wendet. Darauf ist dann aber auch hinzuweisen.

1988Ritter sprach aber nur vom Islamunterricht. Den christlichen Religionsunterricht wollte er wohl nicht in Frage stellen.

Kommentar von 1988Ritter ,

Der christliche Religionsunterricht wird natürlich nicht in Frage gestellt.

Wie wir nachdem der Islam sich offenbart wissen, ist es nicht unüblich in Koranschulen einen offen Antisemitismus zu lehren.

Weiterhin wissen wir über den islamisch gewollten Umgang mit Andersgläubigen.

All das disqualifiziert den Islam als Lehre.

Wer diese meine Feststellung in Frage stellt, kann sich gerne diesen Unterricht mal anschauen. Hier in Deutschland vom Initiator der Koran-Verteilung, der sich zudem als Prediger behauptet:

https://www.youtube.com/watch?v=epYUm8qZCVQ

Kommentar von oelbart ,

Genau deswegen bin beispielsweise ich für einen Islam-Unterricht an Schulen: Damit die Koranschulen nicht die einzigen sind, die Islamunterricht geben.

Kommentar von koten ,

Was der Typ in dem Video erzählt, erinnert mich an das, was ich im evangelischen Religionsunterricht erzählt bekam: Wer nicht getauft ist, hat keine Chance in den Himmel zu kommen. Egal, wie viele gute Taten er vollbringt. Ob nun ein Christ oder ein Moslem so einen Schwachsinn erzählt, ist mir egal.

Außerdem fehlt die Antwort auf meine Frage zum Islamunterricht an Schulen durch Lehrer, die an deutschen staatlichen Universitätet ausgebildet wurden.

Antwort
von tryanswer, 41

Das ist ein Staatsvertrag, der das Verhältnis zwischen dem Land Niedersachsen und den dort lebenden Moslems regelt.

Kommentar von Bitterkraut ,

Nein. Der sollte das Verhältnis zwischen einer muslimischen, türkischen, staatlich gelenkten Oranistasion und dem Land regeln. Bei weitem nicht alle Moslems wollen die staatlichen türkischen Prediger in den Moscheen haben.

Antwort
von KaeteK, 27

http://www.lr-online.de/nachrichten/politik/Niedersachsen-stoppt-unterschriftsre...

Ich hoffe nur, dass dieser Vertrag nie zustande kommt!

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