Frage von Himbie1608, 53

Was hat das für strafliche Folgen für mich?

Angenommen person A erzählt person B, dass man von der Mutter geschlagen wird. Diese Person alarmiert die Polizei. Man wird dann als Zeuge zur KRIPO eingeladen, wegen Falschaussage der Person B. Der Polizei sagt man es war eine Lüge.
Was hat das für Konsequenzen für Person A.
Person A&B sind (15 &16)

Antwort
von miboki, 29

A und B sind beide straffähig, es greift das Jugendstrafrecht. 


A könnte wegen Verleumdung verurteilt werden, weil seine Behauptung dazu geeignet war, seine Mutter in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen (Par. 187 StGB). Wenn A bisher nicht aufgefallen ist, könnte ich mir vorstellen, dass das Verfahren gegen A eingestellt wird, zumal seine Mutter ja kaum Strafantrag stellen wird. 


Gegen B wird vermutlich wegen falscher Verdächtigung (Par. 164 StGB) ermittelt. Da B jedoch vermutlich glaubte, A sei sein Freund und sagte die Wahrheit, kann - wenn A ein echter Freund ist, der zu seiner Handlung steht - das Verfahren wegen Unschuld eingestellt werden.

Kommentar von Himbie1608 ,

D.h. Person A bekommt Ärger? Da sie aber Minderjährig ist (15), was hat das für Folgen

Kommentar von miboki ,

Mit 14 ist man straffähig. Bei Person A greift also das Jugendstrafrecht. Ob und wie Person A verurteilt wird, hängt natürlich von seinem Verhalten ab. Ob er Reue zeigt, ob er seinen "Freund" ins offene Messer laufen lässt und ob er bereits auffällig war. 

Kommentar von Himbie1608 ,

Angenommen A wäre nicht auffällig und würde sich für seine Tat schämen und es tut ihr leid, was passiert dann?

Kommentar von miboki ,

Hat A auch seinen Kumpel entlastet und wurde das Verfahren gegen den Kumpel eingestellt? Dann dürfte A - wenn überhaupt - nur geringfügig bestraft werden. Verwarnung oder wenige Sozialstunden. Vermutlich wird das Verfahren eingestellt, offenbar hat A schon begriffen, dass es großen Mist gebaut hat und dass das schlimme Folgen für seinen Kumpel und seine Mutter hätte haben können. Hätte man B geglaubt, hätte A's Mutter ein Strafverfahren am Hals gehabt und in jedem Fall wäre das Jugendamt eingeschritten. 

Kommentar von Himbie1608 ,

Sollte person A der Polizei sagen dann man B nur aus der schule kennt oder die Wahrheit dass man sich schon mal getroffen hat? (Die eltern werden in der Vernehmung mit dabei sein, allerdings denken diese A hätte sich nie mit B ausserhalb der schule getroffen)

Kommentar von miboki ,

A sollte jetzt endlich mal die Wahrheit sagen. Sowohl bei der Polizei als auch vor Gericht ist man erfahren genug, um zu erkennen, wenn ein Kind lügt oder sich in Ausreden verstrickt. Und dann bist Du richtig am A....! 

Kommentar von Himbie1608 ,

Ok Dankeschön. Müssen die eltern mit rein gehen ? Also Person A wurde ja als Zeuge geladen auf die KRIPO. Und wenn man dann zum schluss so ein Protokoll unterschreiben muss, macht das dann A oder die eltern auch? Und wird es auf eine Gerichtsverhandlung hinauslaufen? Schon mal danke ;)

Kommentar von miboki ,

Ja, die Eltern müssen bei der Vernehmung eines Minderjährigen dabei sein. Ob es zu einer Verhandlung hängt sehr vom Verhalten des A ab - ob er "vorbelastet" ist, ob er Einsicht und Reue zeigt und  auch, ob er B vollständig entlastet. Möglicherweise wird B ja ebenfalls noch mal zum Sachverhalt gehört. Ich glaube aber nicht, dass es zu einem Prozess kommt. Dennoch wird vermutlich das Jugendamt informiert werden und künftig ein Auge auf A halten. 

Kommentar von Himbie1608 ,

Ok danke

Kommentar von Himbie1608 ,

Wenn A von dem Aussageverweigerungsrecht gebrauch macht, was passiert dann?

Kommentar von miboki ,

Dann wird nach Aktenlage entschieden. Und sollte es zu einer Verurteilung kommen, könnten ein Geständnis und Reue natürlich strafmildernd sein. Ganz ehrlich: Du hast Mist gebaut, jetzt sei nicht feige und steh dazu. Alles andere wirst Du definitiv später bereuen. 

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