Frage von Julo123, 44

Was haltet ihr von privater Sterbehilfe?

Ich habe eben eine Doku über eine Person gesehn die durch einen Unfall komplett gelämt wurde. Ich bin ehrlich... Ich würde sterben wollen wenn mir das passieren würde. Ich bewege mich gern, treibe gerne Sport... Ich könnte es mir nicht vorstellen bis an mein Lebensende an mein Bett gefesselt zu sein.

Was würdet ihr davon halten: Ein Ehepaar. Der Mann wird komplett gelämt und bei ihm wird Demenz diagnostiziert und er äußert seiner Frau den Wunsch zu sterben. Fändet ihr es "ok" wenn die Frau dann aus Liebe aktive Sterbehilfe betreibt?

Immerhin ist das sein Körper und sein Leben. Ich finde jeder der geistig dazu noch in der Lage ist sollte entscheiden dürfen wann er einen Schlussstrich zieht.

Ausschließen hierbei würde ich schwer depressive.

Ich würde es auch nur ok finden wenn derjenige unheilbar krank ist oder unzumutbar eingeschränkt ist und dieser Zustand nicht heilbar ist oder zB im Falle von AIDS noch schlimmer wird.

Antwort
von fspade, 9

Davon, dass jemand jemand anderen umbringt halte ich gar nichts!

Wenn ich nicht mehr leben will, sollte ich den Mut aufbringen, es selber zu beenden. Wenn mir dabei jemand zur Seiten stehen mag, soll mir das recht sein, aber die Tatherrschaft muss ich haben. Nur so habe ich bis zum letzten Moment auch die Möglichkeit mich umzuentscheiden.

Nach § 217 StGB dürfen mir Angehörige oder Nahestehende assistieren, aber leider niemand, der dafür qualifiziert wäre, wie ein Arzt. Woher sollten Laien aber die für einen Suizid geeigneten Mittel bekommen, die sicher und leidfrei wirken?

Das in der Schweiz verwendete Natriumpentobarbital dürfen in Deutschland nur Veterinäre benutzen. In dem Sinne geht es den Haustieren besser als uns Menschen.

Für uns bleibt die altehrwürdige Methode des freiwilligen Verzichts auf Nahrung und Flüssigkeit (www.fvnf.de), die ich nutzen kann, solange ich noch meinen Willen klar und einsichtig kommunizieren kann.

Eine künstliche Ernährung gegen meinen Willen könnte als Körperverletzung bestraft werden und hat dann zu unterbleiben. Für alle Fälle sollte ich eine individuell-konkrete Patientenverfügung (z. B. von www.patientenverfuegung.de) aufgesetzt haben und geeignete Bevollmächtigte an meiner Seite, die auch die nötigen Vollmachten dafür haben.

Antwort
von tryanswer, 16

Sterbehilfe finde ich grundsätzlich problematisch. Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, daß es Personen gibt, die dem Tod als Erlösung herbeisehnen. Jedoch ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. Wenn dann auch noch Verwandte in die Sterbehilfe aktiv involviert sind, besteht in meinen Augen die Gefahr eines Mißbrauchs. Wer will denn garantieren, daß die Leute auf diesen Wege nicht versuchen den Eintritt eines Erbfalls zu beschleunigen oder sich ihrer pflegebedürftigen Angehörigen entledigen.

Antwort
von u3070, 13

Ich wäre auf jeden Fall dafür. Wenn ich mir z.B. vorstelle vom Hals ab gelähmt zu sein und sterben zu wollen und niemand würde mir helfen es zu tun... Ich würde wahnsinnig werden, da ich es ja nicht selbst tun kann.

AIDS ist zwar nicht heilbar aber HIV Patienten sind mittlerweile sehr gut behandelbar. So gut, dass sie nicht mehr ansteckend sind und genauso alt werden, wie ein nicht AIDS-Kranker. Das nur am Rande ;)

Antwort
von Taloz, 21

Naja,ich finde du hast im allgemeinen recht,allerdings kannst du zu deinem jetzigen Standpunkt doch noch garnicht sagen ob du echt sterben wollen würdest...

Kommentar von Julo123 ,

Das klingt vllt. naiv aber ich denke schon.

Deswegen habe ich auch festgelegt das in einem solchen Fall (zB künstliches Koma) meine Geräte abgeschaltet werden sollen.

Im Falle eines permanenten Komads würde ich so sogar anderen das Leben retten da ich Organspenderin bin.

Antwort
von AntwortMarkus, 24

Ob du wirklich sterben wollen würdest, kannst du aus jetziger Perspektive gar nicht objektiv beurteilen.

Kommentar von Julo123 ,

Sicher hat jeder Mensch einen Überlebenswillen.

Das ist angeboren und völlig normal.

Doch sein wir ehrlich was were das für ein Leben?

Kommentar von AntwortMarkus ,

Was für ein Leben das wäre kommt auf viele Faktoren an. Wie Freunde, Familie, Seelsorgerische Betreuung usw. 

Kommentar von Julo123 ,

Und wenn derjenige Höllische Schmerzen erleidet?

Was bringt mir eine Betreuung? Ich würde trotzdem nicht laufen können.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Die Paleativmedizin ist sehr weit fortgeschritten und kann die Schmerzen vollständig nehmen. 

Viele sind da schlecht aufgeklärt und wissen das nicht. 

Kommentar von fspade ,

Anscheinend bist du schlecht aufgeklärt (nicht nur, was die Schreibweise von Palliativmedizin angeht). Es gibt im Schnitt ca. 60 Menschen im Jahr, bei denen Schmerzen nicht ausreichend gelindert werden können. Denen wird dann palliative Sedierung empfohlen. Ob ich noch ein paar Tage im künstlichen Koma liegen muss oder gleich streben darf, macht für mich aber keinen Unterschied, denn zu meinem Wohl und Nutzen ist es nicht.

Man muss sich fragen, wem es nützt, dass ich nicht selbstbestimmt sterben darf ...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten