Was haltet ihr von Medikamenten gegen psychische Krankheiten?

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Kommentar von xMirage95
19.09.2016, 21:05

Danke sehr! Der Artikel ist auch sehr interessant, auf den du verlinkt hast.

Dass die Ernährung eine Rolle spielt könnte ich mir gut vorstellen, auch wenn ich nicht denke, dass das der ausschlaggebende Grund ist. Ich plädiere ja eher für Stress, eine stetige Unzufriedenheit und eine nicht ausgewogene "Kommunikation" innerhalb des Körpers, wozu es zu diesem Ungleichgewicht zwischen den Hormonen kommt.

Vielleicht ist es auch einfach eine Kombination von allem.

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Meiner Erfahrung nach können Psychopharmaka unter den richtigen Bedingungen sehr sinnvoll sein. Diese Bedingungen sind:

1. Das richtige Medikament für die richtige Person: Bei jeder Person wirken Medikamente (egal ob Psychopharmaka, Schmerztabletten, Antibiotika oder was auch immer) unterschiedlich. Deswegen kann es sein, dass Person A von einem Medikament große Vorteile hat, von dem Person B nur Nebenwirkungen bemerkt.

2. Kontinuierliche Beobachtung der Wirkung: Die Wirkung von Medikamenten kann sich verändern. Deswegen sollte man bei lang anhaltender Einnahme regelmäßig mit einem Arzt die Medikation besprechen.

3. Kombination mit einer Psychotherapie: Meiner Erfahrung und Meinung nach sind Psychopharmaka in den meisten Fällen nicht dazu gedacht, "für immer" eingenommen zu werden. Viel mehr sind sie als unterstützende Maßnahme für andere Therapien da. So helfen Antidepressiva vielen Depressionspatienten, genug Antrieb und Motivation für eine Therapie zu finden. Auf der anderen Seite gibt es dann auch Medikamente, die ihnen helfen, nachts zu schlafen, damit sie genügend Energie haben, an ihrer Psyche zu arbeiten. 

Zusammengefasst finde ich Psychopharmaka durchaus sinnvoll, sie sollten allerdings äußerst sorgfältig und individuell auf den Patienten abgestimmt werden und keinesfalls als alleinige Therapielösung gesehen werden.

    

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Kommentar von djbee
20.09.2016, 11:54

Sehr gute Antwort!!

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Die Folgen davon, dass manche psychisch schwer kranke Menschen nichts von Medikamenten halten, sehe ich in meinem Job jeden Tag.

Manchmal ermöglichen Medikamente ein normales Leben. Es gibt aber immer wieder Menschen, die plötzlich nicht mehr überzeugt von ihren Medikamenten sind und sie absetzen.

Die Folge ist leider regelmäßig, dass viele extrem abdrehen, sich nicht mehr versorgen können, Wahnvorstellungen haben, auf andere losgehen, sich nicht mehr waschen und ernähren können, ihr Haus unter Wasser setzen  und andere richtig schlimme Dinge, auch etwas weniger Schlimmes - aber leider sehr häufig mit extremer Selbst- oder/und Fremdgefährdung verbunden.

In solchen Fällen sind geschlossene Zwangsunterbringungen die traurige, aber lebensrettende Folge.

Je nach Erkrankung können Psychopharmaka also äußerst hilfreich sein.

Auch bei aktuten Depressionen z. B. können sie Wunder wirken und das Leiden extrem abkürzen und die Gesundung unterstützen.

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Kommentar von xMirage95
19.09.2016, 21:11

Glaubst du, dass es vielleicht auch an der Schwere der psychischen Erkrankung liegt?

Das klingt ja wirklich nach harten Fällen.

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Ich spreche mal aus eigener Erfahrung. Auf Grund einer Erkrankung war ich auch psychisch am Ende, so dass ich ein Psychopharmaka erhalten habe. Mir hat es gar nichts gebracht. Denn das Problem geht ja mit der Medikation vorbei. Das Einzige, ich war fürchterlich müde, und habe sehr viel geschlafen, was natürlich zur Folge hatte, dass ich weniger an das Problem denken musste. Das kann aber nicht die Lösung sein. Ich habe es abgesetzt, da die Nebenwirkungen höher waren als der Nutzen!

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Ich habe auch erlebt, dass eine Person die falschen Antidepressiva bekommen hat. Nur leider hat sie beim Arzt immer ausgesagt, dass es ihr -gut- geht. Da konnte er nicht ahnen, dass es die falschen Tabletten waren. Bis es zu einem - sagen wir mal "Ereignis" - kam und sie seitdem die richtigen Tablette bekommt. Und nun ist sie wie ausgewechselt und keiner leidet mehr - weder sie noch ihr Umfeld. Was meinst Du, was ICH gelitten habe all die Jahre, weil mir die Person sehr am Herzen lag/liegt!

Ja, Antidepressiva machen süchtig. Aber ohne ist es eben kein Leben! Wenn die Psyche krank ist, gibt es wenigstens diese Möglichkeit! Wenn Du z. B. Regelschmerzen hast, nimmst Du auch ein Schmerzmittel und dann geht es Dir wieder einigermaßen gut. Ich bin nicht generell FÜR Medizin! Aber bei Depressionen macht es Sinn!!! Der Patient muss nur ehrlich zu sich selbst sein, damit er das richtige Medikament bekommt!

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Kommentar von xMirage95
19.09.2016, 21:09

Ja, ich kann das gut nachvollziehen, Menschen durch Depressionen begleiten habe ich auch schon durchgemacht, das ist nicht schön.

Es freut mich aber wirklich sehr, dass die Tabletten bei ihr helfen und es ihr damit besser geht! Wobei ich auch hier glaube, dass es langfristig besser wäre, wenn sie auch ohne diese Medikamente glücklich leben könnte. ;)

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Ich bin chronisch psychisch krank. Also an meinem Zustand wird sich nie etwas ändern. Ich nehme schon seit 10 Jahren Psychopharmaka und kommen gut damit klar. Ich habe gelernt mit der Erkrankung im Alltag zurecht zu kommen. Die Medikamente helfen mir dabei das es erträglicher ist.

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Man darf wirklich nicht vergessen das Psychopharmaka nicht dazu vorhanden sind, um eine Psychosomatische Krankheit zu Heilen, sondern wie auch schon festgestellt wurde, lediglich zur Unterstützung oder kurze Überbrückung einer Behandlung, in folge einer ausgeprägten Psychose dienen.

Die Krankheit selbst bleibt, ausschließlich durch die Einnahme der Medikamente erst mal unberührt. 

Wenn somit nicht parallel auch eine Individuell auf die Form der Erkrankung zugeschnittene Therapie erfolgt, ist eine Verabreichung allerhöchstens, wie erwähnt, zur Überbrückung bis zur Aufnahme einer Therapie sinnvoll, um gegeben weiteren schaden abzuwenden. 

Bei leichten bis Mittelschweren Erkrankung halte ich eine Medikamentöse Behandlung in den meisten Fällen für eher überflüssig, da auch die eigentlichen Ursachen selbst, schwerer zu ergründen sind. 

Was daraus resultiert das Psychopharmaka, einen schwerwiegenden eingriff in die Hormonelle Abläufe im Körper ausübt, um extreme Emotionale Schwankungen zu verhindern.

Mit anderen Worten, werden durch die Medikamente gewisse Emotionen unterdrückt, ist es nur noch möglich sich auf die Aussagen des Patenten selbst zu verlassen, da die sonst eintretende Emotionale Reaktion nicht eintritt.

Da häufig das eigene empfinden nicht unbedingt, mit den eigentlichen Ursachen gleichzusetzen sind, ist eine Medikamentöse Behandlung in vielen fällen eher Fragwürdig.

Ich selbst sehe immer wieder das Psychopharmaka, über Jahre verabreicht werden, ohne das auf die Krankheit selbst eingegangen wird. 

Die Auswirkungen von Jahrelangen Konsum, sind meist leider auf den Patenten selbst Psychisch sowohl Körperlich sehr Extrem, auch wenn es oft vom direkten Umfeld erstmal, als Angenehm wahrgenommen wird.

In schweren Fällen, haben sie jedoch ihre volle darseins Berechtigung. 

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Medikamente die einen nur müde machen sind  wirklich unnütz aber es gibt auch andere erkrankuneg wo es einem durch Tabletten wieder besser geht den auch ein Nervenleiden gehört zu diesem Bereich und damit meine ich nicht das im Kopf was nicht stimmt sondern zb das man unkontrollierbare Zuckungen hat Nicht Epileptische Anfälle sonder etwas wie das das Bein ständig zuckt.

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Ich habe mal eine Doku über ADHS geschaut und als ich gehört habe, was die Tabletten mit Kinder anrichten, halte ich seit dem nicht mehr wirklich viel von solchen Tabletten. Ich meine, die Kinder werden dadurch ruhig gestellt und verspüren keine wirkliche Freude mehr. Sie haben keinen Spaß mehr, ihre Hobbys sind ihnen gleichgültig und sowas geht gar nicht. Da sind mir 'normale' Therapien lieber.. 

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Manchmal habe ich den Eindruck, dass "die Krankheit" erst richtig ausbricht wenn der Patient mit Medikamenten behandelt wird. 

Es stellt sich sogar die Frage ob er vorher "ohne" nicht wesentlich besser dran war, denn ohne Medikamente leben kann er ja ab dem Moment, wo er die ersten genommen hat, erst recht nicht mehr. Er "schmiert" buchstäblich ab. 

Stichwort Abhängigkeit ..

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Kommentar von sommerfrage
19.09.2016, 22:50

Kommt immer auf das Krankheitsbild an, denke ich!  Und bei den meisten würde es nix ohne gehen!  ::-)

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Als Nicht-Experte kann ich nur nach dem urteilen, was mir an allgemeinen Informationen (Internet usw.) untergekommen ist.

Nach diesen Information meine ich, daß regelmäßiges sinnloses Besaufen  in vielen Fällen wahrscheinlich weniger schädlich wäre als längerfristig eingenommene bestimmte Psychopharmaka.

Andererseits haben Psychopharmaka aber auch oftmals einige als nützlich empfundene Wirkungen. Dennoch erscheint mir es mir ähnlich wie das, wenn jemand in einem Kino die Leinwand beschädigt, obwohl er den Inhalt des abgespielten Films meint.

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Oh, lass die Finger von dem !

Medi = Mitte, und diese Pillen bringen dich ganz sicher nicht dahin, oder keine die ich je hatte !

Riecht an Blumen, durchwühlt die Erde, badet im Bach und in der Sonne, trefft euch mit Freunden und reist durch die Berge, wieso Pillen? Ihr braucht ne Pause vom Alltag!

(:


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Wenn sie ( Nachweislich ! ) helfen ist nichts dagegen einzuwenden.

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