Frage von mpovs, 67

was haltet ihr von kernkraftwerken?

Sind sie sinnvoll? habt ihr auch physkalische Argumente?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ThomasJNewton, 38

Physikalisch ist all das seit Jahrzehnten weitestgehend erforscht.

Ein Kernkraftwerk ist aber nun mal ein rein praktisches Ding.

Wenn z.B. 1 kg Uran soviel Energie erzeugt wie 1.000.000 Tonnen Kohle, klingt das erst mal gut. Wenn man aber zur Gewinnung des einen kg Uran 2.000.000 Tonnen Gestein rausbuddeln muss, klingt das schon schlechter.

Wenn's nach mit ginge, würde jeder Verkauf von Anteilen von KKW-betreibenden Unternehmen sofort unterbunden.
Weil die Unternehmen grad dabei sind, ihr "Kerngeschäft" und andere Unternehmensteile zu trennen.
Ich bin weder Wirtschaftswissenschaftler noch Jurist. Mir kommt nur ein Wort in den Sinn, "Insolvenzverschleppung".

Das wussten schon die Spartacken in meiner Studentenzeit, Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.

Und 3mal darfst du raten, wer die Forschung bezahlt hat, bis die Kernkraft "marktreif" war.

Kommentar von Karl37 ,

Der Rüstungsetat war die Geldquelle für die Atomforschung, nicht nur im Nazideutschland, sondern auch in den USA

Kommentar von ThomasJNewton ,

Zum Teil sicherlich, aber die "Grundlagenforschung" zu
Kernkraftwerken wurde sicherlich auch aus zivilen öffentlichen
Geldquellen gefördert.
Und die Forschungen zur "End"lagerung auch.

Solange sich das Volk freiwillig ausnehmen lässt, braucht es nicht mal ein Moment der Einigkeit, also einen "gemeinsamen" Feind.

Kommentar von Franz1957 ,

Der Rüstungsetat war jedenfalls solange die Geldquelle, wie der Kriegszustand dies politisch möglich machte. Nach 1945 wurde dafür eine neue Konstruktion geschaffen. So, wie die "friedliche Eroberung des Weltalls" die strategischen Trägerraketenprogramme voranbrachte, wurde auch die "friedliche Nutzung des Atoms" zum Deckmantel für die Finanzierung der exorbitant teuren nuklearen Infrastruktur des Kalten Krieges. Nicht zufällig ist in den USA für Atomwaffenprogramm das "Energieministerium" zuständig. Kernkraftwerke wie die der britischen Magnox-Baureihe, offiziell als Stromerzeuger der Zukunft bestaunt, waren für das Ausbrüten von Waffenplutonium ausgelegt. Wer sich über diese Interessenverflechtungen und Täuschungsmanöver informieren will, dem empfehle ich Stephanie Cookes Buch "Atom".

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Dein Beispiel mit den 2.000.000 Tonnen Gestein für 1 KG Uran finde ich gut, wenn wir auch beide nicht die genauen Zahlen kennen. Dieses Beispiel lässt sich aber auch für alle anderen Stromerzeugungsarten aufstellen. Wieviel Gestein muss man umgraben um z.b. 1 Kg Kohle zu fördern (die Schadstoffe wären dann in Co² Form bei der Stromerzeugung)? Wieviel Gestein um Materialien zu fördern die in Solarmodulen enthalten sind (anstatt Atommüll bleiben dann die Solarzellen als Sondermüll die z.b. Blei,Quecksilber und giftiges Cadmium enthalten)?

Das ganze müsste man dann natürlich noch auf die Stromerzeugung umrechnen. Man kann damit leben mehr Gestein für 1 Kg Uran fördern zu müssen, wenn man mit diesem 1 Kg deutlich mehr Strom produzieren kann als mit einem anderen Material.

Die Beispiele könnte man bei jeder Stromerzeugungsart komplett todrechnen. 

Das die Kernenergie durch den deutschen Steuerzahler mitfinanziert wird/wurde ist kein Geheimnis, aber was wird den aktuell mit Windenergie und Solarenergie gemacht? Ohne Subventionen würden die ganzen Firmen den Bach runter gehen (was sie selbst auch in Interviews sagen indem sie schonmal kundtun das es massenweise Entlassungen und Insolvenzen geben wird wenn die Regierung die Subvention nicht verlängert) weil sich das ganze Geschäft sonst einfach nicht lohnt.

Dazu kommt das der größte Teil der Solar-/Photovoltaikmodulen weltweit mittlerweile aus China kommt und dort unter umweltschädlichen und menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden (oftmals wird das Zeug vorgefertigt nach z.b. Deutschland geliefert und hier zusammenmontiert.Am Ende wird dann mit einem "Made in Germany" gebürgt -.-). Aber damit kann man ja leben wenn es nicht im eigenen Land ist.

Aus dem Auge, aus dem Sinn ist nunmal leider keine bessere Welt. Die einzige Welt die dadurch besser wird, ist die eigene kleine Welt die man täglich sieht.

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Was wir brauchen ist die Fusionsreaktortechnik die aktuell schon erfolgreich getestet wird. 

Experten gehen davon aus das so ein Fusionsreaktor nach 30 Jahren Betriebszeit (normaler Durchschnitt) ~ 96% der vorhandenen Radioaktivität abgebaut hat. Desweiteren kann in so einem Fusionsreaktor Plutionium als "Brennstoff" zugegeben werden, somit wäre auch das Problem mit dem waffenfähigen und gefährlichen Plutonium geklärt.

Somit könnte man zusätzlich zu den normalen Kernkraftwerken noch Fusionsreaktoren betreiben die den bei den normalen Kernkraftwerken anfallenden Atommüll als Brennstoff benutzen.

So haben es auch viele Länder in Zukunft vor wenn die Tests beendet sind und das Ding serienreif gebaut werden kann :-)

Kommentar von ThomasJNewton ,

Tja, die Fusion, die ist solang ich denken kann in etwa 50 Jahren ausgereift.

Und dazu werden m.W. keine Leute beitragen, die nicht wissen, warum man da kein Plutonium beimischt.

Antwort
von bartman76, 52

Was bitte sind denn "physikalische Argumente"?

So lange wir nicht in der Lage sind, den Abfall auch nur annähernd vernünftig zu entsorgen, ist Kernkraft absoluter Mist. Dazu kommt das grundsätzliche Risiko.

Kommentar von PWolff ,

Das ist, als hätten wir das WC nicht nur erfunden, sondern würden es auch kräftig benutzen, bevor wir eine vernünftige Kanalisation erfunden, geschweige denn aufgebaut hätten.

Antwort
von brownsugarsugar, 34

Kernkraft ist erwiesenermassen nicht beherrschbar und von daher zu gefährlich. Dazu kommt der radioaktive Abfall, von dem keiner weiss, wohin damit!

Antwort
von TinaBaby12345, 2

Da kann man geteilter Meinung sein, ich hätte nichts dagegen wenn es keine mehr geben würde.

Antwort
von SuperJanFragt, 32

Atomkraft finde ich eigentlich gar nicht so schlimm. Bloß ist der Abfall danach sehr gefährlich. Deswegen finde ich, dass man vielleicht noch wenigstens 1 "Back-Up" Kernkraftwerk hat.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community