Frage von Xboythehidden, 146

Was haltet ihr von Kernfusion?

Wenn Kernfusion einmal einsatzbereit ist, müsste es ja eigendlich die sauberste Energiequelle sein.

Man nimmt einfach nur Deutreiumplasma und lässt immer 2 Deuteriumkerne unter extremsten Temperaturen zu einem Heliumkern verschmelzen, und dabei entsteht (ja sie entsteht) aus einem bisscher der Masse neue Energie

Das ist doch einfach nur mega genial und allemal besser als die schmutzige Atomenergie von heute.

Und es entsteht kein bisschen Radioaktiver Müll und es wird auch kein CO2 freigesetzt, welches das Klima schädigt

Also, was haltet ihr davon

Antwort
von Agronom, 68
Ich find gut, weil kein CO2 entsteht

Es ist prinzipiell eine super Sache zur Energieerzeugung, wenn erstmal geschafft ist, das Plasma aufrecht zu erhalten. Aber auch dabei fällt radioaktiver Abfall an (Teile der Brennkammerwand) dieser ist aber bei weitem nicht so gefählrich wie bei der Kernspaltung, denn dabei ist der Größte Teil schon nach ca. 50 Jahren vom Strahlungslevel unproblematisch und der Rest "schon" nach 100 Jahren, also recht überschaubar im Vergleich zur Kernspaltung.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ja, aber die Brennkammerwand ist ja kein Abfall sondern wichtiges Teil des Kraftwerks.

Kommentar von Agronom ,

Diese müssen aber regelmäßig ausgetauscht werden.

www.scinexx.de/dossier-detail-134-12.html

Kommentar von Xboythehidden ,

Danke für den Artikel :)

Also verwenden gar kein Deuterium mehr sondern nutzen eher Tritium ?

Kommentar von Agronom ,

Meist wird soweit ich weiß ein Deuterium/Tritium-Gemisch verwendet, bzw. ist geplant zu verwenden.

Antwort
von jorgang, 30

Die Energie der Zukunft  die die Fusionsenergie. Aber nicht auf der Erde erzeugt sondern von der Sonne eingestrahlt. Die Sonnenenergie ist doch nichts anderes als Fusionsenergie und die zu nutzen kennen wir die Lösungen. Wir, bzw. unsere Politiker, sind nur politisch nicht reif genug, die Projekte wie Desertec konsequent anzugehen. Die Beschreibung dieser Technologien ist mindestens 60 Jahre alt, wird immer wieder neu erfunden und die neuen Autoren, die meist ihre Quellen nicht zitieren, werden mit Beifall bedacht.

Die echte Hardware dazu gibt es in wenigen Prototypen, die von der Politik mehr oder weniger ignoriert werden. Jede dezentrale Photozelle auf den Dächern der Häuslesbauer dagegen bekommt Subventionen.

Es ist endlich an der Zeit, die Fusionsenergie der Sonne ganztägig (wie Desertec mit Speichern das vorgibt) zu nutzen und den politischen Weg zu photothermischen Kraftwerken zu ebnen.


Kommentar von Xboythehidden ,

Und was ist mit Fusionsenergie auf Erden ?

Kommentar von jorgang ,

Das ist und bleibt die Technologie der Zukunft. In 30 Jahren wird man sagen, dass man in 30 Jahren das Ziel erreicht hat, und dann wieder.... Eine Spielwiese für viele Wissenschaftler, aber man sollte sich eher um konkrete Lösungen der Energieproblematik kümmern. Die Verfahren sind bekannt, aber kein Geld dafür da.

Antwort
von dadita, 46
Ich find gut, weil kein CO2 entsteht

Eine großartige Technologie. Nicht nur weil kein CO2 entsteht, auch weil sie uns eines Tages unabhängig von fossilen Brennstoffen machen wird und damit unsere Energieversorgung für eine sehr lange Zeit sichern wird, zumindest hoffe ich das.

Zudem hat die Kernfusion auch das Potential auch die Raumfahrt zu revolutionieren, durch platzsparendere, leistungsfähigere Antriebe. 

Kommentar von Xboythehidden ,

Physik ist einfach nur mega spannend.

Ich hoffe einfach nur, dass ich das erste funktionierend Fusionskraftwerk noch erleben und vielleicht sogar an Forschung dazu mitwirken darf

Antwort
von Mikkey, 39

Man kann nicht von etwas etwas halten, was es bisher nicht gibt.

- Bevor ein Verfahren wirklich einsatzreif ist, kann man keine CO2-Bilanz aufstellen.

- man kann keine Gefahren abschätzen

- man kann nicht einmal abschätzen, ob die theoretischen Überlegungen bzgl. der Strahlungsfreiheit stimmen. Es mag durchaus sein dass bei den Bedingungen andere Fusionen als gewünscht auftreten.

Abgesehen davon ist die Annahme

lässt immer 2 Deuteriumkerne unter extremsten Temperaturen zu einem Heliumkern verschmelzen

Nicht richtig. Was tatsächlich abläuft, findest Du z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusion

Kommentar von Xboythehidden ,

Die CO2 Bilanz kann nur null sein, da an der Kernfusion gar kein Kohlenstoff beteiligt ist.

Außer die "zweite Fusionsstufe" von 3 Heliumkernen zu einem C12 Kern würde stattfinden, aber das passiert eher weniger

Kommentar von Mikkey ,

Zur CO2-Bilanz gehört mehr als nur die Untersuchung des Brennstoffs.

Der Brennstoff will auch erstmal hergestellt werden und die notwendigen Anlagen und Verschleißmaterialien müssen hergestellt werden.

In dieser Hinsicht sieht es auch bei den Spaltungsreaktoren gar nicht so günstig aus.

Antwort
von rolle216, 52

Ich bin da gespaltener Meinung: Auf der einen Seite kann man mit einem Kernfusionsreaktor, sofern denn endlich mal einer mit einem Netto-Energiegewinn gebaut werden kann, sehr viel elektrische Energie "erzeugen" und braucht dafür nur einen Rohstoff, der nie zur Neige gehen wird.

Auf der anderen Seite hat man eben doch radioaktive Nebenprodukte, zwar lange nicht soviel wie bei Kernreaktoren, aber auch Kleinvieh macht Mist (ein Endlager braucht man trotzdem). Mit "erneuerbaren Energien" ist man auf der sicheren Seite.

Bevor überhaupt ein Kernfusionsreaktor gebaut werden kann, der auch tatsächlich elektrische Energie ins Netz einspeist werden meiner Auffassung nach noch mindestens 50 Jahre vergehen.


Kommentar von Xboythehidden ,

Halt die Teile der Reaktorkammer, die durch die Neutroneneinwirkung teilweise zu radioaktiven Isotopen umgewandelt werden.

Aber ein Supergau kann nicht eintreten, da es keine Kettenreaktion gibt, allerdings könnte Tritium freigesetzt werden, welches wohl bei Aufnahme saugefährlich ist

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Energie & Strom, 3
Es ist Ok, um Strom zu produzieren

nun, dass kein CO2 entsteht, das finde ich schon mal recht gut. aber bei atomkraftwerken entsteht ja auch kein CO2... viel wichtiger ist m.E. die tatsache, dass die Rückstände die entstehen unproblematisch sind...

leider hat das ganze wie überall auch einen entscheidenden haken :-( wir sind seit jahren noch nicht so weit, damit wirklich strom produzieren zu können, ob wohl wir doch eigendlich wissen wie es funzt...

bleibt zu hoffen, dass der druchbruch kommt.

lg, Anna

Expertenantwort
von Franz1957, Community-Experte für Physik, 32
lieber nicht

Also, was haltet ihr davon

Sehr wenig.

Kernfusionskraftwerke, auch wenn sie denn irgendwann funktionieren sollten, sind große und komplizierte, technisch äußerst anspruchsvolle und sehr teure Anlagen. Ihre Größe macht sie ungeeignet, Inseln und die dünn besiedelten Gegenden der Welt mit Energie zu versorgen. Schon allein deshalb ist die oft zu hörende Phrase, Kernfusion werde "alle Energieprobleme lösen", realitätsfremd. Das technologische Niveau und die Kompliziertheit der Kernfusionstechnik erfordert zum Betrieb hochqualifiziertes Personal und hochspezialisierte Bauteile und Materialien, die nur in den reichsten Ländern der Welt zu bekommen sind und deren hohe Kosten sich nur wenige Länder werden leisten können. Alle anderen werden solche Kraftwerke, wenn überhaupt, nur bekommen, indem sie sich, wie bei solchen Projekten üblich, dazu überreden lassen, riesige Kredite aufzunehmen, durch die sie unter die Kontrolle der Gläubiger geraten und jeden politischen Handlungsspielraum an Weltbank, IWF und Konsorten abtreten müssen. Ich halte deshalb die Kernfusion für ungeeignet, eine demokratische Zukunft auf diesem Planeten zu gestalten. Hier bei uns, im reichen Sektor des Planeten, halte ich sie für einen überflüssigen, in seiner Bedeutung maßlos überschätzten Ideenfetisch.

Kommentar von Xboythehidden ,

Die Umwelt sollte vor der Wirtschaft zählen.

Wenn die reichen Länder, zu denen in 50 Jahren auch China und Indien gehören, kein CO2 mehr durch Kraftwerke freisetzen, dann können die weniger reichen Länder das ruhig weiter machen

Kommentar von Franz1957 ,

Widersprechen nicht diese beiden Aussagen einander? Wenn die Umwelt vor der Wirtschaft zählt, dann müssen doch Wege zur CO2-Vermeidung gegangen werden, die für alle gangbar sind, Arme wie Reiche. Geeignete Technologien gibt es ja. Sie sind, um die Aussage aus Deiner Frage oben aufzugreifen, die sauberste Energiequelle. Sie haben einen Reifegrad erreicht, der sie zum praktischen Einsatz geeignet macht und sind z.T. durch Massenproduktion schon sehr viel preisgünstiger geworden. Nun kommt es darauf an, daß sie so rasch wie möglich für alle verfügbar werden.

Antwort
von grtgrt, 37
Ich find gut, weil kein CO2 entsteht

Wir sollten viel davon halten, denn:

Als Brennstoff für Kernfusionsreaktoren kann sogar gewöhnliches
Meerwasser genutzt werden
(da es reich an Wasserstoff ist). 
 
Dies begründet die Hoffnung, dass uns technisch gut berrschbare Kernfusion tatsächlich eine unerschöpfliche, billige Energieversorgung bescheren könnte. 
 
Man glaubt aber nicht, dass diese Technik vor 2050 kommerziell nutzbar sein wird.

http://greiterweb.de/zfo/Kernfusionstechnik.htm#msgnr0-59

Kommentar von Xboythehidden ,

Naja, es kann der kleine Anteil Deuterium aus dem Meerwasser genommen werden.

Die Kernfusion mit normalem Proton-Wasserstoff zu betreiben wie in der Sonne ist nicht so möglich, da hierbei 2 der Protonen über Anitmaterie Zwischenstufen und hinzugabe eines Elektrons zu Neutronen umgewandelt werden müssten.

Antwort
von halbsowichtig, 8
Ich find gut, weil kein CO2 entsteht

Im Prinzip ist Kernfusion toll. Aber abgesehen davon, dass sie noch Zukunftsmusik ist, muss der Wasserstoff dafür auch erst gewonnen werden. Derzeit ist die Herstellung von Wasserstoff noch sehr teuer. Die dafür nötige Energie muss aus anderen Quellen kommen: Solarenergie, Windkraft und so weiter.

Damit ist Kernfusion geeignet, um den ganzen Dreck von Braunkohle bis Uran zu ersetzen. Bis sie jedoch einsatzbereit ist, werden eventuell die regenerativen Kraftwerke so weit entwickelt sein, dass man sie gar nicht mehr braucht.

Insofern ist es ein Wettrennen: Wird das erste Fusionskraftwerk inklusive Wasserstoffproduktion zuerst fertig? Oder schaffen wir es zuerst, die Welt mit Wind und Sonne ausreichend zu versorgen? Je nachdem, was als Erstes passiert, wird Fusion sich durchsetzen der eben nicht.

Antwort
von voayager, 10
lieber nicht

Die Fusionsreaktoren sind Träumereien am Kamin u.o. Ablenkungsmanöver vom Eigentlichen, nämlich gezielt eine Energieeinsparung vorzunehmen, sich systematisch von den fossilen Brennstoffen sowie AKWs zu verabschieden, auf alternative Energien umsteigen. 

Die Kernfusionstechnologie ist einfach zu aufwendig, zu teuer.

Kommentar von Xboythehidden ,

Noch sicherlich, aber in 30 Jahren könnte sich Kernfusion durchaus lohnen.

Wer weis, vielleicht werde ich ja einer deren sein, die sie praktikabel machen werden, ich möchte nämlich Physiker werden

Kommentar von voayager ,

je nun, all das ist vorerst bloße Kaffeesatzleserei

Antwort
von Dogukann, 60

Jeder träumt davon, nur bräuchte man für den Zünder allein eine enorme Hitze -> 100.000.000° C. Das im Labor wird schwer..

Kommentar von Xboythehidden ,

Es wurde bereits gezündet, auch schon in Deutschland

Einmal bei dem Tokamak Reaktor TEXTOR in Jülich und bei dem Stellator Wendelstein 7-X in Greifswald, sowie bei dem ASDEX  (Tokamag) in München

Kommentar von Dogukann ,

Danke für die Info!

Antwort
von wollyuno, 1
hmm naja, ich bin mir nicht sicher

ich warte erst mal ab ob sie es in den griff bekommen

Antwort
von Lucky8Bastard, 2
Ich find gut, weil kein CO2 entsteht

Ist die Zukunft und finde ich gut :-)

Antwort
von Maimaier, 59
auf keinen Fall, ich würde dagegen sogar auf die Straße gehen

Kernfusion = Wasserstoffbombe, und die wird mit Atombomben gezündet.

Wenn es technisch möglich wäre, den nötigen Druck und Temperatur direkt zu erzeugen, würde dennoch radioaktiver Müll erzeugt werden, genauso wie bei der Kernspaltung. In beiden Fällen gibt es nicht nur eine einzige Reaktion, sondern eine ganze Reihe von Reaktionen, und viele unerwünschte Produkte.

Kommentar von Xboythehidden ,

Nur weil man die Wasserstoffbombe mit Atombomben zündet, würde man es wohl kaum mit einem Fusionskraftwerk machen.

Die Erwärmung des Plamas erfolgt über magnetische Kompression

Und was die Strahlung angeht, da kann ich dich beruhigen, es entsteht nur Helium und das Strahl nicht.

Die einzige Strahlung die frei wird ist akut in dem Moment in dem die Kerne Fusionieren, aber das ist die neu erzeugte Energie, die man haben will.

Kommentar von rolle216 ,

Das ist so nicht ganz richtig. Bei der Kernfusion entstehen Neutronen, die alles mögliche, was sich an Materie im Reaktor befindet, aktivieren können.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ja, aber diese Teile sind kein Müll sondern funktionale Bestandteile des Fusionsreaktor.

Das die freien Neutronen Atom in strahlende Isotope ihrer selbst umwandeln können ist mir klar.

Aber wirklich lange hält ein Neutron eh nicht, da es unter Abgabe eines Elektrons zu einem Proton (H+ Ion) zerfällt.

Kommentar von Franz1957 ,

Ja, aber diese Teile sind kein Müll sondern funktionale Bestandteile des Fusionsreaktor.

Diese Teile werden zu Müll, weil sie funktionale Bestandteile des Fusionsreaktors sind. Die Neutronen zerstören nach und nach den Stahl. Siehe: Neutronenversprödung, und siehe: Risse in belgischen Kernkraftwerken. Bei Kernspaltungsreaktoren schirmt das Wasser des Primärkühlkreislaufs den Reaktorbehälter halbwegs ab. Den Plasmabehälter des Fusionsreaktors schirmt das Blanket ab, das regelmäßig ausgetauscht werden muß. Neben dem Tritium, das im Blanket erbrütet werden soll, fällt dabei einiges an radioaktivem Müll an.

Antwort
von Bevarian, 30

Sinnige Lösung, um Strom zu erzeugen...

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